Donnerstag, Februar 02, 2017

Wieder aufrecht

November und Dezember waren Kackmonate. Nachdem ich das letzte Projekt 2016 kurz vor der Monatsmitte beendet hatte, lag eigentlich noch etwas Ruhe vor dem Weihnachtswahnsinn vor mir, die ich zum Buchschreiben benutzen wollte. Ich hatte keinen Antrieb dazu. Stattdessen regte ich mich über etwas auf, schrieb einen Text mit anschließendem Shitstorm und ging waidwund in den Weihnachtswahnsinn. Im Januar war ich einfach depressiv, obwohl ich immer sagte "nein, nein, so schlimm ist es nicht" und mir einredete, dass ich erkältet und so sei.

Heute war ich dank schmerzende Schulter bei der Krankengymnastik und lernte eine Übung, bei der ich die Arme seitlich ausstrecken soll, die Handflächen nach oben und alles seitlich wegschieben soll. Alternativ dazu von rundem Rücken mit nach unten gerichteten Handflächen mich aufrichten und mit geöffneten Handflächen und weit ausgebreiteten Armen ganz präsent sein. "Die Übung kenne ich vom Nia", sagte ich spontan und Stunden später wurde mir klar, dass meine Freundin und Nia-Lehrerin sagen würde, dass ich zu versunken gewesen wäre, die letzten Monate und dass ich mich aufmachen soll, dann würde mir gegeben. Zunächst witzelte ich mit mir rum und nannte das Jesus-Übung, segne mich, ich segne dich und Fang-den-Brautstrauß, aber dann dachte ich, dass die Übung doch eigentlich ganz toll ist und das nicht nur für meine kaputte Schulter.

Auch heute entdeckte ich, dass ich die Kommentare meines großen Blogs auf Moderieren gestellt hatte. Dass in den vergangenen 6 Wochen kein Kommentar kam, schob ich auf den Shitstorm und "jetzt haben sie mich nicht mehr lieb" oder wahlweise auf "Blogs sind tot, die faulen, oberflächlichen Leute machen nur noch Instagram und so". Und dann fand ich wirklich viele, viele Kommentare, die ins Leere gingen und schämte mich. Diese Kommentare waren, obwohl nicht alle zustimmend, ein großes Geschenk, dass mich motivierte, mir richtig Lust machte, wieder etwas zu tun. Ich bin wieder aufrecht.

Eigentlich habe ich schon in den letzten Tagen daran gearbeitet, aus meinem Loch herauszukriechen. Ich freute mich wahnsinnig über die Tulpen und den neuen Bilderrahmen und merkte, wie gut es mir tut, meine Umgebung ernst zu nehmen und sie schön zu machen. Ich habe eine Jahresplanung gemacht, deren Aufgaben, Ziele und vor allen Dingen deren Finanzierung realistisch ist. Das fühlt sich verdammt gut an. Und ich habe eine neue Aktion gestartet, die zwar erstmal kein Geld aufs Konto bringt, aber von der Sorte ist, die mich immer inhaltlich weiter bringt, mir Bekanntheit und Ansehen verschafft und mir gut in ihrer Regelmäßigkeit gut tut. Dafür darf ich mir auf die Schulter klopfen. Schon wieder die Schulter. Irgendwie habe ich es mit der Schulter. Was bedeuten Schulterschmerzen? Dem gehe ich noch mal nach. Irgendwann. Bis dahin übe ich mich im Aufrichten und Empfangen!

wünsche:

  • ein häuschen in den elbvororten
  • ein klavier
  • ein tanzkurs mit meinem liebsten
  • einen kochkurs (am liebsten indisch)
  • ein städteurlaub in rom oder barcelona oder kopenhagen