Mittwoch, Juni 29, 2016

Das Übliche

Ich kämpfe mit Dämonen, die mir zuflüstern, dass ich mich übernommen habe, dass das Projekt zu groß für mich ist. Ich kenne diese Dämonen, die mir zuflüstern, morgens einfach liegen zu bleiben und tagsüber immer wieder die Tränen aufsteigenlassen und mir immer wieder sagen "du bist einsam und du schaffst das nicht".

Und gleichzeitig weiß ich, dass das alles ganz normal ist, die üblichen Projektendeschwierigkeiten eben. Ist doch klar, dass bei einem Projekt, das sich über Monate hinzieht, an dem mehrere Personen beteiligt sind, von dem die Chefin wenig Ahnung hat und jeden Schritt lernen muss, nicht alles glatt geht und Lehrgeld bezahlt werden muss. So weit die Theorie, die ist mir klar.

Mein Leben, das ich mir organisiert habe, hilft mir, den Dämonen nicht nachzugeben. Das Kind muss zur Schule, es ist unmöglich, liegen zu bleiben. Das Büro kostet Geld und schafft eine Verpflichtung, dort auch hinzugehen. Wenn Menschen um mich herum arbeiten, dann mache ich das eben auch. Der Mann ist eine Hilfe, aber er ist sehr theoretisch unterwegs. Er hilft mir bei konkreten Fragen, aber gleichzeitig lässt er keine Tränen gelten, sondern schimpft mit mir, wenn ich Schwäche und Verzweiflung zeige. Und er sagt, dass es mit Projekten wäre wie mit Schwangerschaften. Man wartet auf die Geburt und denkt, dann ist der Meilenstein erreicht und anschließend wird es erst richtig anstrengend mit Sachen, die man vorher überhaupt nicht auf dem Schirm hatte. Na super!

Es fällt mir schwer, am Ball zu bleiben und stumpf einfach die To do-Liste abzuarbeiten. Aber es muss ja.

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wünsche:

  • ein häuschen in den elbvororten
  • ein klavier
  • ein tanzkurs mit meinem liebsten
  • einen kochkurs (am liebsten indisch)
  • ein städteurlaub in rom oder barcelona oder kopenhagen