Mittwoch, Mai 25, 2016

Delegation

"Wie wäre es, wenn wir uns eine Studentin teilen?" fragte mich vor ein paar Tagen eine Kollegin aus der Bürogemeinschaft. Zunächst fand ich den Gedanken absurd, habe ich doch gerade erst meine Fixkosten mit dem Büro erhöht, aber bei genauerem darüber Nachdenken, fand ich das gar nicht mehr so doof.

Mein erster Gedanke: es gibt Arbeiten, die mir lästig sind und für die ich eigentlich zu teuer bin. 

Gerade gestern fiel mir auf, dass ich viel Zeit mit Reisplanung verbringe. Eine klassische Sekretariatsaufgabe. Und was ich besonders ungerne mache, ist eine Reisekostenabrechnung. Aber es gäbe bestimmt auch noch andere Aufgaben, die ich delegieren könnte. Wäre es z.B. nicht toll, wenn jemand mit einem Bildbearbeitungs- oder Zeichenprogramm umgehen könnte?

Doch dann zuckte ich zurück. Hätte ich genügend Aufgaben, um jemand regelmäßig eine vereinbarte Zeit zu beschäftigen? Das würde bedeuten, dass ich an viele Sachen viel geplanter rangehen müsste. Ich müsste dann z.B. immer für Dienstags alle Fotos, die ich im Laufe der Woche posten will fertig haben, damit diese bearbeitet werden könnten. Das würde zwar die Qualität der Fotos erhöhen, aber Authentizität verringern, denn ich finde schon, dass bloggen und Social Media von Spontanität leben.

Mein zweiter Gedanke: ich delegiere doch schon, aber zu einem höheren Preis!

In den letzten Monaten habe ich für das große Projekt ziemlich viele Dienstleisterinnenrechnungen bezahlt. Diese Dienstleisterinnen haben einen Stundensatz zwischen 30 und 65 Euro. Die Studentin meiner Kollegin bekommt 9 Euro die Stunde. Das ist eine krasse Differenz.

Letztlich stellen sich folgende Fragen:

  • welche Aufgaben könnte ich delegieren?
  • welche Aufgaben nerven mich so sehr, dass sie mich in meiner Arbeitsmotivation bremsen?
  • wenn ich bestimmte Aufgaben delegiere, dann kann ich andere Aufgaben selbst mache, die ich sonst an Dienstleisterinnen vergeben würde

An der ersten Frage werde ich arbeiten. Die dritte Frage ist sehr hypothetisch, aber es steckt trotzdem etwas Potential drin. Bestimmte Dinge kann ich nicht, die muss ich outsourcen. Aber ich habe auch Texten ausgesourced und das könnte ich theoretisch selbst machen. Ich könnte mehr selbst texten und nur für das Lektorat bezahlen. Entscheidend finde ich die zweite Frage: alles, was mich bremst, muß delegiert werden, denn die Zeit ist zu kostbar, um mich damit zu lähmen, dass ich mich vor Dingen drücke.

Die Frage ist: ob ich mir das im Moment leisten kann?

Oder umgekehrt. Kann ich es mir leisten, es nicht zu tun?

Vielleicht muss ich mir mal überlegen, was eine eierlegende Wollmilchsaustudentin können sollte. Vielleicht fliegt mir dann so eine zu? Ich kann mir gut vorstellen, dass ich ihr auch etwas bieten könnte. Dass es nicht nur doofe Tätigkeiten wären, sondern auch etwas zu lernen gäbe. Die Liste sollte ich vielleicht auch machen.

Also konkret, welche Aufgaben würde ich gerne delegieren:


  • Reisplanung
  • Reisekostenabrechnung
  • Buchhaltung (Belege buchen, Rechnungen schreiben)
  • Bilder bearbeiten
  • technische Zeichnungen
  • Recherche (vielleicht)
  • Korrektur lesen (Rechtschreibung..)
  • Webdesign, leichte Programmierungsaufgaben

Hui, das ist schon eine Menge und mir fällt bestimmt noch mehr ein. Die Aufgaben einer Freiberuflerin sind schon sehr vielfältig.

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wünsche:

  • ein häuschen in den elbvororten
  • ein klavier
  • ein tanzkurs mit meinem liebsten
  • einen kochkurs (am liebsten indisch)
  • ein städteurlaub in rom oder barcelona oder kopenhagen