Freitag, April 29, 2016

Sichtbar werden.

Es fängt an zu laufen. Ich traue mich das noch gar nicht so richtig zu formulieren, aber ich irgendwie habe ich das Gefühl, dass es doch noch alles gut werden könnte.

Woran ich das fest mache? Nun, nicht am Kontostand. Aber ich beginne sichtbar zu werden.

Als ich das Büro mietete bin ich ja besonders auf die Idee des Türschildes (Logo sichtbar im Vorgarten und Treppenhaus) abgefahren und es war doch schwieriger, als gedacht, mich für ein Logo zu entscheiden und herauszufinden, wie das mit so Beschriftungen ist. Aber die Lösung ist in Sicht und ab Mitte Mai bin ich sichtbar. Mir gibt das ein professionelles Gefühl, jemand einladen zu können, Veranstaltungen in "meinen" Räumen stattfinden lassen zu können. Das gibt mir Sicherheit und es fühlt sich gut und richtig an, auch wenn ich bei den Kosten für diese "Äußerlichkeiten" zusammenzucke. Aber das gehört dazu und ich war viele Jahre viel zu sparsam in solchen Dingen.

Anfang der Woche veröffentlichte ich, dass ich nun auch Workshops anbiete. Zunächst hatte ich großen Frust, als auf der Veranstaltung mit dem rasanten Ticketverkauf nur meine Workshops wie Ladenhüter herumstanden, während der Rest binnen einer Stunde ausverkauft war. Ich arbeitete hart dran, mich nicht runterziehen zu lassen. Auch wenn ich eine große Blogleserinnenschaft habe, diese ist nicht identisch mit der Zielgruppe der Veranstaltung, die das schnelle Buchen gewöhnt ist. Meine Spezialisierung bedeutet auch, dass nur ein Teil der Veranstaltungsteilnehmerinnen sich angesprochen fühlt. Meine Fans mussten sich vielleicht erst einmal an den Gedanken gewöhnen, dass es bei mir etwas Neues zu kaufen gibt. Die neuen Produkte sind wirklich neu im Sinne von neuartig und bedürfen Erkläuterungen. Meine Produkte sind nicht ganz billig und verlangen Einsatz von den Kundinnen, das ist kein Spaßprodukt, was einfach so in den Einkaufkorb wandert. Und nicht zuletzt reicht es nicht, im TV gewesen zu sein, um alle anderen Punkte wett zu machen.

Statt mich komplett runterziehen zu lassen, überlegte ich, woran es liegen könnte und schrieb einen erläuternden Blogbeitrag. Alles ist noch nicht verkauft, aber das macht nichts. Aber siehe da, prompt kam eine Anfrage aus einer anderen Stadt bezüglich Workshops.

Überhaupt, läuft es mit den Veranstaltungen gut. 7 Lesungen sind fest gebucht, eine hatte ich schon im März gemacht, eine Option für August müsste ich nur noch zusagen. Nächste Woche halte ich einen Vortrag in Berlin und für Ende Mai bin ich für Hannover angefragt, da geht es nur noch um Details. Das ist doch schön. Ich werde sichtbar.

Letztes Jahr habe ich so mit mir gerungen, ob es sinnvoll ist "Kandidatin" zu sein, wo ich doch als Expertin wahrgenommen werden will. Ja, ich würde sagen, das Kandidatin-sein war ein Kick-off, dafür war der TV-Auftritt nützlich, auch wenn er nicht in meinem Sinne war. Veranstaltungen sind mühsam und nicht so arg ertragreich.

Bei den Vorträgen wird davon ausgegangen, dass Ruhm und Ehre das Honorar sind.  Wie oft habe ich mir schon vorgenommen, nicht mehr für Ruhm und Ehre zu arbeiten! Trotzdem bin ich dazu geneigt, die beiden Vorträge im Mai auch genau dafür zu machen, denn sie machen mich sichtbar und vielleicht gilt in diesem Fall: Lehrjahre sind keine Herrenjahre. Aber ich bin stolz darauf, dass ich nicht alles einfach schlucke. Ich habe mehrmals nachgefragt, ob wenigsten die Fahrtkosten "als Zeichen der Wertschätzung" übernommen werden könnten. Und siehe da, das war auf einmal möglich. Auch wenn ich das Hotel bezahle und nichts für den Vortrag bekomme, die Fahrtkosten erstattet zu bekommen fühlt sich tatsächlich gut an. Und es fühlt sich gut an, dran geblieben zu sein und nachgefragt zu haben.

Zusammengefasst ist eine Menge seit Anfang des Jahres passiert. Ich beginne mich, durch meine Blogserie und die Veranstaltungen, als Expertin zu positionieren. Ich habe das Gefühl, das meine Preise für meine Produkte ok sind, bzw. das da sogar noch was nach oben geht, wenn ich noch bekannter bin. Ich bin auf dem Weg, den ich mir erträumte. Ich werde sichtbar. Es ist noch nicht das Ziel, aber es ist der richtige Weg. Die Welt merkt, dass ich ihn eingeschlagen habe.  Das ist schön.

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wünsche:

  • ein häuschen in den elbvororten
  • ein klavier
  • ein tanzkurs mit meinem liebsten
  • einen kochkurs (am liebsten indisch)
  • ein städteurlaub in rom oder barcelona oder kopenhagen