Dienstag, April 19, 2016

Mich verkaufen

Seit Wochen ist es ein ewiges Hin- und Her mit dieser potentiellen Workshop-Veranstalterin. Ich weiß nicht wie viele Mails und der versprochene Anruf kam auch nicht, obwohl mir immer wieder versichert wurde, dass Interesse bestehen würde. Nach ausführlicher Kalkulation und dem Vorsatz, wenn es dieses Mal nix wird, ist aber Schluß mit Kommunikation, habe ich mir ein Herz gefasst und angerufen.

1. Erkenntnis:
Das hätte ich schon vorher tun sollen. Die Frau brauchte ein gutes Gefühl, mit mir zu sprechen, statt Mails zu lesen. Ich weiß nicht, ob es wirklich um Ängste ging (meine Workshops zu diesem Preis nicht verkaufen, auf den Kosten sitzen zu bleiben o.Ä.). Ich hatte den Eindruck, dass es darum ging, noch mal den echten Menschen an der anderen Seite der Leitung zu fühlen. Ich habe dieses Bedürfnis eigentlich nicht, aber ich sollte das in Erwägung ziehen, das andere das haben.

In den Mails wurde "irgendwie ein andere Workshop mit mehr Wellness und konkretem Tun" gewünscht und ich überlegte hin und her, ob ich das will und kann. Am Telefon war ich sehr klar und verteidigte meine "Schuster bleib bei deinen Leisten"-Strategie. Ich formulierte sehr klar, was ich kann und biete und grenzte mich ab von dem, was üblicherweise bekannt ist. Am Telefon war es tatsächlich einfacher, das rüberzubringen, das gebe ich zu.

2. Erkenntnis
Mir war klar, was ich will und was ich nicht will. Mir geht es weniger um einzelne Euros bei der Kalkulation als ein Niveau. Ich habe partout keine Lust, auf Volkshochschulniveau zu arbeiten oder mich mit einer Schneiderin zu vergleichen. Wenn ich klar bin, kann mein Gegenüber das auch annehmen.

Ja, vielleicht war Telefonieren genau richtig und vielleicht sollte ich mich öfters dazu aufraffen. Aber diese ganze gedankliche Vorarbeit war auch wichtig. Für mich ist nun klar, was mein Produkt ist und warum es einzigartig ist. Und das verrückte ist: es scheint, als könne tatsächlich nur ich (in Deutschland) so etwas anbieten. Diese Kombination aus Kompetenzen und Bekanntheit scheint mir keine andere zu haben. Hui! Mir ist auch klar geworden, dass dieses Produkt mehr Erklärung verlangt, weil es eben neu ist, dass ich mich aber auch ein bisschen auf meine Bekanntheit verlassen kann.

Hauptsache ich bin klar.

Das Ganze hat jetzt noch nicht den Praxistest bestanden. Es ist immer noch nicht klar, wie die Endkundinnen darauf reagieren, aber die erste Veranstalterinnenhürde ist genommen. Es ist weder absurd, was ich anbiete, noch zu teuer. Außerdem habe ich es ja schon einmal für den Herbst "verkauft", nur war da die Kalkulation eine ganz andere, weil ich dort direkt an Endkundinnen verkaufe und damit das Risiko aber auch den Gewinn der Einnahmen komplett übernehme. Aber für diese Workshops konnte ich einen Veranstalter begeistern und habe damit die erste "Einlasskontrolle" überstanden. Es bleibt spannend!

Ich freue mich, dass ich um einige Schritte weiter bin, als noch vor wenigen Wochen. Jetzt muß ich nur noch Butte bei die Fische machen und nach einem Praxislauf das Ding anbieten und dann bin ich wirklich auf einem guten Weg.

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wünsche:

  • ein häuschen in den elbvororten
  • ein klavier
  • ein tanzkurs mit meinem liebsten
  • einen kochkurs (am liebsten indisch)
  • ein städteurlaub in rom oder barcelona oder kopenhagen