Montag, April 11, 2016

Abgekoppelt von den Idealen

Am Samstag bummelte ich mit dem Kind durch die Schanze. Wie lange habe ich so etwas nicht mehr gemacht: Flohmarkt, "Knöpfchen kaufen" und Kaffee trinken. Früher war so etwas ein ganz normaler Samstag vormittag. Freizeit, Entspannen, Schaulaufen. 


Zum ersten Mal kam ich mir vor wie eine Touristin. Diese Lebensphase ist definitiv vorbei. Mich irritierten weniger die 20-Jährigen, die mich garantiert siezen. Ich schaute belustigt auf die Eltern mit den Babys, Kleinkindern und jungen Schulkindern. Die machen wirklich alles richtig - denken sie zumindest. Die Kinder trugen sehr teuere Schuhe, Kleidung, wie die Erwachsenen und der Spielzeugladen und die Buchhandlung fand mein Kind langweilig, weil es dort hauptsächlich pädagogisch wertvolles Zeug gab, dass den Eltern besser gefällt als den Kindern. 

Wie eine Außerirdische schaute ich mir diese Spezies an und war froh, nicht dazu zu gehören. Während ich vor 8 Jahren auch noch versuchte, alles richtig zu machen und die richtigen Dinge zu kaufen, finde ich das mittlerweile nur noch belustigend. Durch das Selbermachen koppelte ich mich stark ab von den Konsum-Posing-Notwendigkeiten. Das Leben im "Blümchenweg" in Suburbia, das Älterwerdens von mir und dem Kind taten sicherlich auch ihren Teil. 

Ich fand es so entspannend zu entdecken, dass ich tatsächlich diesen "urbanen Karotten" nicht mehr hinterherlaufen muss. Es ist nicht so, dass ich mich als Suburbia-Mutti sehe und darin aufgehe. Aber ich finde mein Leben, so wie es ist, schon ziemlich prima.

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wünsche:

  • ein häuschen in den elbvororten
  • ein klavier
  • ein tanzkurs mit meinem liebsten
  • einen kochkurs (am liebsten indisch)
  • ein städteurlaub in rom oder barcelona oder kopenhagen