Montag, März 14, 2016

Ich freu mich aufs Büro!

Letzte Woche waren Schulferien - also ab zu Oma und Opa. Ich ärgerte mich über die Ferien. Ich war doch gerade so im Flow, das neue Büro und so. Und jetzt sitze ich hier wieder, endlich wieder im Büro und komme nicht in den Arbeitstag. Es ist ja leider doch nicht so, dass automatisch alles besser ist, nur weil ich das Büro habe.

Ich habe ein wenig hier im Blog herum gelesen. Es ist schon erstaunlich, wie sehr ich mich seit Jahren mit der Frage quäle, was ich eigentlich arbeiten will und wie das funktioniert. Vielleicht wäre es doch besser gewesen, einen ordentlichen Beruf zu lernen....

Vielleicht bin ich aber auch nur nach wie vor ungeduldig. Es sind doch schon erste Knospen zu sehen. Der berufliche Frühling ist schon sichtbar. Ich habe den Auftrag für 5 Lesungen angenommen. Was grämte ich mich vor ein paar Wochen noch darüber, dass ich aufgrund meiner familiären Situation keine Lesereise machen kann! Zu diesem Zeitpunkt war ich eigentlich schon in Verhandlungen für die 5 Termine. Und besser noch, sie ergaben sich aus einer Anfrage, die eigentlich kein Honorar angeboten hatten und ich sagte "für ohne Honorar arbeite ich nicht" und dann war auf einmal doch Honorar drin und familienfreundliche Arbeitszeiten. Ok, ich verdiene keine Reichtümer, aber: geht doch!

Der Liebste hat einen Job angeboten bekommen mit 25.000 € mehr im Jahr. Nun, er hatte auch zu wenig bisher. Das habe ich immer gesagt. Ich habe Angst zur "Frau des Fischers zu werden", ich will keine Ilsebill sein, aber ich bin schon sehr begeistert von der Idee, dass er ja sagen könnte. Das ist eine Menge Geld, der mir irgendwie ein Gefühl der Erleichterung verschaffen würde. Aber er soll entscheiden, ob das für ihn gut ist.

Ich würde zu gerne aufhören, im Stoffladen zu arbeiten. Seit mehr als 2,5 Jahren mache ich das. Die Arbeit ist körperlich sehr anstrengend und ich mag es nicht, wie uns die Samstage geraubt werden. Zunächst war es gut, damit Vater und Kind ihre Zeit haben und sich nicht immer nur auf mich verlassen. Jetzt habe ich aber das Gefühl, wir bräuchten als Familie oder auch als Paar mehr Zeit und diese Zeit wird durch den Job geklaut. Ich würde ihn gerne aufgeben, habe aber das Gefühl, dass ich - wegen der Büromiete - das Äquivalent verdienen muß. Ach, das wäre schön, wenn ich wieder irgendwo eine bezahlte Kolumne hätte. Universum, hörst du meinen Wunsch?

Die Blogserie, drüben im anderen Blog, macht mir Spaß. Es ist tatsächlich wie "Buch schreiben auf Probe". Die Bestätigung und auch die Ergänzungen durch die Kommentarleserinnen sind sehr wertvoll. Ich träume davon, dass ein Verlag auf mich zukommt und das Buch machen will. Dabei bin ich gar nicht sicher, ob ich Version a. "Sie zahlen das übliche Honorar, bei dem nicht viel rüber kommt" vorziehen würde oder Version b "ich lehne ein schlechtes Angebot ab und verlege die überarbeiteten Texte als E-Book selbst" vorziehen würde. Wahrscheinlich würde ich doch das erste Buch annehmen und mich wahnsinnig darüber freuen, dass ich mal nicht diejenige wäre, die gefragt hätte. Ich habe ja auch den Mann geheiratet, der gefragt hat.

Drüben im Blog läuft es gut, auch wenn es im Moment keine größeren Einnahmen bringt. Ich beginne, mich als Expertin zu etablieren. Das gefällt mir. Mir gefällt ja auch ohnehin, für das Lernen bezahlt zu werden. Wie gesagt, noch fließen für die Blogserien keine Gelder, aber ich halte es für sehr wahrscheinlich, dass das recht bald passieren wird: es könnte ein Buch werden, ich könnte Kurse geben - was auch immer. Jedenfalls darf ich das tun, was ich am liebsten mache: mich mit unfertigen Gedanken zeigen und trotzdem vorneweg gehen und klugscheißen. Das liegt mir schon sehr.

Noch eines: mir fällt immer wieder, auf, wie schlecht mein Selbstmarketing ist. Ich brauche ein paar Keywords, ein paar Beispielssätze, mit denen ich mich und meine Leistung verkaufe. Ich traue mir zu, so etwas mit Coachingklientinnen für sie herauszuarbeiten. Schon verrückt, dass mir das für mich so schlecht gelingt. Ich denke, das muß wirklich eine vordringliche Aufgabe der nächsten Monate sein. Ich arbeite ja daran mit Türschild und Website. Aber ich brauche es noch viel klarer. Kurze, knackige Sätze, um meinen Gemischtwarenladen selbstbewußt und stolz zu benennen, ohne es als Gemischtwarenladen zu bezeichnen oder sonstwie runter zu machen. Wenn ich das klarer habe, dann können die Leute auch zu mir kommen und dafür Geld bezahlen.

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wünsche:

  • ein häuschen in den elbvororten
  • ein klavier
  • ein tanzkurs mit meinem liebsten
  • einen kochkurs (am liebsten indisch)
  • ein städteurlaub in rom oder barcelona oder kopenhagen