Donnerstag, März 31, 2016

Es dauert und dauert...

Überall das gleiche: Freundin L. braucht Ewigkeiten, um ein Computerprogramm zu lernen, obwohl sie Lust darauf hat und weiß, wie sehr es ihre Arbeit zum Positiven verändern würde. Freundin J. kommt mit ihrem Buchprojekt nicht voran, obwohl ich ganz sicher weiß, dass alles schon bei ihr da und gut ist. Ich könnte noch diverse solcher Beispiele aufzählen.

Ganz zu schweigen von mir und meinem Rumdgedudel mit dem Geheimprojekt. Was schob ich in den letzten Wochen die Aufgaben vor mich hin. Ich hatte keine Lust, Details abzuarbeiten, weil im großem Ganzen der Wurm drin war. Der Wurm ist nun tot, ich habe heute geklärt und zum 100 000. Mal den Startschuss von wegen "jetzt geht es richtig los" gegeben. Hoffen wir das beste!

Manchmal denke ich, dass wir uns das Leben nur unnötig schwer machen. Wie toll wäre es, einen Chef zu haben, der vorgibt, welche Regale einzuräumen wären. Stattdessen machen wir einen Beruf, der uns angeblich Spass macht und quälen uns.

Mein Nebenjob quält mich auch. Ich hasse es, Dienstpläne zu bekommen und mich danach richten zu müssen. Ich zähle quasi die Tage, wann ich genug mit den Lieblingsaktivitäten verdiene, um den Nebenjob, der mir gerade Büro und Krankenkasse finanziert, aufzugeben.

Wenn ich optimistisch bin, dann denke ich "es braucht eben seine Zeit", "es braucht den richtigen Zeitpunkt". Na hoffentlich merke ich, wenn es soweit ist! Wenn ich an Projekte wie "ein Buch schreiben" denke, dann weiß ich, dass es erst richtig zur Sache geht, wenn der Vertrag in trockenen Tüchern ist und das erste Honorar auf dem Konto. Vielleicht ist es das Ziel, bei Lieblingsprojekten erstmal einen Protoypen zum Laufen und an den Markt zu bringen, damit es ernst wird und der Rubel rollt. Können wir es erst dann glauben und richtig ernst nehmen? Irgendwie spricht das nicht für viel Selbstbewußtsein und Glauben an das eigene Können. Wo kommen die ganzen Selbstzweifel her und warum machen sie (oder wir?) uns das Leben so schwer?

Donnerstag, März 24, 2016

Auf dem Weg!

"Ich verdiene viel Geld, aber ich fühle mich zu gehetzt." sagte B. gestern beim Netzwerktreffen. Die Probleme möchte ich auch mal haben! Nach einer Nacht darüber schlafen realisierte ich, dass B. auch einige Jahre älter ist als ich. Und ihre Tochter heiratet dieses Jahr!

Mein Kind ist in der ersten Klasse. Kein Wunder, dass ich diese Probleme noch nicht habe. Ich hatte das echt unterschätzt, wie schwierig es ist, als Freiberuflerin nach der Familienphase in den Beruf zurück zu kehren. Es wartete kein klar definierter Job und kein drängelnder Chef auf mich. Ich hatte mich verändert und muss nun alles neu definieren von "wer bin ich" bis "was will ich". Das braucht Zeit. Als ich B. kennenlernte, verkaufte sie Gummihandschuhe - ein Muddi-Nebenverdienst. Das war vor ungefähr 13 Jahren und jetzt heiratet das Kind. Das Kind war damals älter als mein Kind jetzt. Egal, wie ich es rechne, es dauert. Es dauert, bis das Profil klar geschärft ist und die Welt erkennt, was sie an mir hat. Das zu akzeptieren fällt nicht leicht und an die Zeit der Rente mag ich gar nicht denken. Das geht nur, wenn die Ehe hält.

Aber ich habe das Gefühl, auf dem Weg zu sein. In den letzten Tagen habe ich einige Angebote für Workshops und Vorträge rausgeschickt. Das war kein Problem, weil ich verschiedene Produkte formuliert hatte und nur an den jeweiligen Auftraggeber anpassen musste. Yeeeeaaaaaah, Produkte!

Danach hatte ich lange gesucht!

Mir war schon länger klar, dass ich Produkte definieren muss, damit die Welt überhaupt weiß, was sie bei mir kaufen kann. Dass die Produkte dann individualisiert werden müssen ist klar. Bisher war es aber eher so, dass ich mich auf meine Kompetenzen und mich als Person fokussierte und dann kam da so ein merkwürdiger Gemischtwarenladen heraus.

Ich glaube, die Idee Produkte anzubieten ist ein guter Weg. Die Produkte zeigen klarer, was ich zu bieten habe, was es bei mir gibt und es ist ja nicht in Stein gemeißelt, dass es stets die gleichen Produkte sein müssen. Als ich die Angebote in den letzten Wochen ausarbeitete, war mir gar  nicht klar, dass ich gerade dabei bin, Produkte zu definieren. Jetzt wird mir klar, dass es doch manchmal um klein-klein geht und nicht immer um den großen Wurf. By the way: die Website, die ich quick-and-dirty im Januar erstellen wollte, ist immer noch nicht online.

Und wie Freundin C. ganz richtig bemerkte. Je mehr Angebote ich schreibe, umso weniger bange muß ich hoffen, ob etwas beauftragt wird. Das "Prinzip Schrotflinte" bedeutet auch, sich selbst als Person nicht mehr so stark einzubringen und eine Ablehnung persönlich zu nehmen.

Ich bin auf dem Weg und das gefällt mir!

Mittwoch, März 23, 2016

Just do it!

14 Jahre netzwerken wir schon zusammen. 14 Jahre kennen wir uns mit allen Höhen und Tiefen. Es war schön, die zwei Freundinnen heute wieder zu sehen. Und es war gut, mein Anliegen gemeinsam zu bearbeiten. Welch Glück, so ein kollegiales Netzwerk zu haben!

Just do it - ist der simple Schluss. Sie sind nicht die ersten, die mir das raten. Ich stehe und stand mir die letzten Monate selbst im Weg. Ach, das kenne ich schon. Je länger ich die unliebsame Unterhaltung vor mir her schiebe, umso größer wird das Problem. Erstaunlicherweise riet mir ausgerechnet die Anwältin dazu, erstmal ohne Vertrag loszulegen und einfach zu tun. Beta! Einfach ausprobieren. Tu es!

Als Coach weiß ich, dass das die Essenz so vieler Coachings ist. Bei den KlientInnen ist alles da. Es fehlt oft nur die Erlaubnis, der Auftrag, eine Sache endlich anzugehen. Als Coach bin ich oft erstaunt, wie einfach meine Arbeit ist, wenn ich diejenige bin, die den sanften Stups gibt anderen zu helfen, ihre Probleme zu lösen und ihre Träume zu verwirklichen. Jetzt war es mal wieder an Zeit, einen Stups zu bekommen.

Ich freue mich über den klaren Auftrag. Ich kenne die next Steps. Just do it!

Es ist schon seltsam wie hin- und hergerissen ich bin zwischen unendlicher Ungeduld, dass doch bitte endlich, endlich alle erkennen, was ich für ne Expertin bin und dies angemessen honorieren und gleichzeitig diese lethargische ich-bin-so-klein-und-allein-und-das-Projekt-ist-viel-zu-groß-für-mich-Gefühl, dass so sehr lähmen kann.

Die Lösung ist so oft Kommunikation. Raus aus dem Gedankengefängnis und aussprechen, was ist. Just do it. Remember!


Montag, März 14, 2016

Ich freu mich aufs Büro!

Letzte Woche waren Schulferien - also ab zu Oma und Opa. Ich ärgerte mich über die Ferien. Ich war doch gerade so im Flow, das neue Büro und so. Und jetzt sitze ich hier wieder, endlich wieder im Büro und komme nicht in den Arbeitstag. Es ist ja leider doch nicht so, dass automatisch alles besser ist, nur weil ich das Büro habe.

Ich habe ein wenig hier im Blog herum gelesen. Es ist schon erstaunlich, wie sehr ich mich seit Jahren mit der Frage quäle, was ich eigentlich arbeiten will und wie das funktioniert. Vielleicht wäre es doch besser gewesen, einen ordentlichen Beruf zu lernen....

Vielleicht bin ich aber auch nur nach wie vor ungeduldig. Es sind doch schon erste Knospen zu sehen. Der berufliche Frühling ist schon sichtbar. Ich habe den Auftrag für 5 Lesungen angenommen. Was grämte ich mich vor ein paar Wochen noch darüber, dass ich aufgrund meiner familiären Situation keine Lesereise machen kann! Zu diesem Zeitpunkt war ich eigentlich schon in Verhandlungen für die 5 Termine. Und besser noch, sie ergaben sich aus einer Anfrage, die eigentlich kein Honorar angeboten hatten und ich sagte "für ohne Honorar arbeite ich nicht" und dann war auf einmal doch Honorar drin und familienfreundliche Arbeitszeiten. Ok, ich verdiene keine Reichtümer, aber: geht doch!

Der Liebste hat einen Job angeboten bekommen mit 25.000 € mehr im Jahr. Nun, er hatte auch zu wenig bisher. Das habe ich immer gesagt. Ich habe Angst zur "Frau des Fischers zu werden", ich will keine Ilsebill sein, aber ich bin schon sehr begeistert von der Idee, dass er ja sagen könnte. Das ist eine Menge Geld, der mir irgendwie ein Gefühl der Erleichterung verschaffen würde. Aber er soll entscheiden, ob das für ihn gut ist.

Ich würde zu gerne aufhören, im Stoffladen zu arbeiten. Seit mehr als 2,5 Jahren mache ich das. Die Arbeit ist körperlich sehr anstrengend und ich mag es nicht, wie uns die Samstage geraubt werden. Zunächst war es gut, damit Vater und Kind ihre Zeit haben und sich nicht immer nur auf mich verlassen. Jetzt habe ich aber das Gefühl, wir bräuchten als Familie oder auch als Paar mehr Zeit und diese Zeit wird durch den Job geklaut. Ich würde ihn gerne aufgeben, habe aber das Gefühl, dass ich - wegen der Büromiete - das Äquivalent verdienen muß. Ach, das wäre schön, wenn ich wieder irgendwo eine bezahlte Kolumne hätte. Universum, hörst du meinen Wunsch?

Die Blogserie, drüben im anderen Blog, macht mir Spaß. Es ist tatsächlich wie "Buch schreiben auf Probe". Die Bestätigung und auch die Ergänzungen durch die Kommentarleserinnen sind sehr wertvoll. Ich träume davon, dass ein Verlag auf mich zukommt und das Buch machen will. Dabei bin ich gar nicht sicher, ob ich Version a. "Sie zahlen das übliche Honorar, bei dem nicht viel rüber kommt" vorziehen würde oder Version b "ich lehne ein schlechtes Angebot ab und verlege die überarbeiteten Texte als E-Book selbst" vorziehen würde. Wahrscheinlich würde ich doch das erste Buch annehmen und mich wahnsinnig darüber freuen, dass ich mal nicht diejenige wäre, die gefragt hätte. Ich habe ja auch den Mann geheiratet, der gefragt hat.

Drüben im Blog läuft es gut, auch wenn es im Moment keine größeren Einnahmen bringt. Ich beginne, mich als Expertin zu etablieren. Das gefällt mir. Mir gefällt ja auch ohnehin, für das Lernen bezahlt zu werden. Wie gesagt, noch fließen für die Blogserien keine Gelder, aber ich halte es für sehr wahrscheinlich, dass das recht bald passieren wird: es könnte ein Buch werden, ich könnte Kurse geben - was auch immer. Jedenfalls darf ich das tun, was ich am liebsten mache: mich mit unfertigen Gedanken zeigen und trotzdem vorneweg gehen und klugscheißen. Das liegt mir schon sehr.

Noch eines: mir fällt immer wieder, auf, wie schlecht mein Selbstmarketing ist. Ich brauche ein paar Keywords, ein paar Beispielssätze, mit denen ich mich und meine Leistung verkaufe. Ich traue mir zu, so etwas mit Coachingklientinnen für sie herauszuarbeiten. Schon verrückt, dass mir das für mich so schlecht gelingt. Ich denke, das muß wirklich eine vordringliche Aufgabe der nächsten Monate sein. Ich arbeite ja daran mit Türschild und Website. Aber ich brauche es noch viel klarer. Kurze, knackige Sätze, um meinen Gemischtwarenladen selbstbewußt und stolz zu benennen, ohne es als Gemischtwarenladen zu bezeichnen oder sonstwie runter zu machen. Wenn ich das klarer habe, dann können die Leute auch zu mir kommen und dafür Geld bezahlen.

Mittwoch, März 02, 2016

Zurechtgerückt

Träume sind schon so ne Sache. Ich mag da jetzt nicht Ziel nennen. Das wäre zu strategisch. Nein, es war eher ein Traum, eine Vision verbunden mit dem Gefühl, unerreichbar zu sein. Nicht, weil es nicht wahrscheinlich wäre, sondern weil es mit meiner aktuellen Lebenssituation nur so schwer zu vereinbaren ist.

Ich spreche von einer Lesereise. Gestern auf der Lesung fragte ich die mir vom Sehen schon länger bekannte Autorin, die mit großem Knall ihren erstem Roman als Spitzentitel verkaufen konnte, was mich einfach nur freut, wie sie dazu gekommen ist, eine Lesereise zu machen. Ich meine: erster Roman. Wie kommt so etwas zustande? Nen Spitzentitel hatte ich auch schon mal, allerdings Sachbuch. Vielleicht ist es da anders? Also tolle Plakate, schneller Einstieg in die Bestsellerliste und ne Lesereise. Nicht schlecht. Ab gesehen davon, dass ich weiß, dass es sowieso nur läuft, wenn ein Buch ein Spitzentitel ist, also vom Verlag auf einer Doppelseite in der Vorschau präsentiert wird und auch zusätzliches Marketingbudget bekommt - das mit der Lesereise wurmte mich irgendwie. Ich mag Lesungen, ich freue mich über die damit verbundene PR, aber es ist auch ein großer Aufwand, in irgendein Kaff, hunderte von Kilometern entfernt zu fahren und es ist auch nicht gerade mit üppigem Honorar verbunden. Jedenfalls bei mir.

Die Autorin sagte, dass die Lesereise einfach passiert wäre. Buchhandlungen hätten angefragt, der Verlag hätte das organisiert.

Bei mir gibt es zwar auch auch mal ne Anfrage über den Verlag, aber den Rest mache ich. Diverse Mails und Telefonate hin und her und der blöde Verlag hat mir sogar die 50 Poster geschickt, damit ich sie fortan selbst verschicke. Das ist wohl der falsche Verlag!

Und dann sprach ich noch mit einer anderen Autorin, bekannt aus Funk und Fernsehen. Sie erzählte, dass sie nach 40 Lesungen kaputt ist und nicht mehr kann, aber 60 Lesungen auf dem Programm hat. Sie erzählte von einsamen, nicht wirklich schönen Hotelzimmern, von Hunger, weil vor der Lesung nichts gegessen wird und es hinterher in dem Kaff nichts mehr gibt. Von Bifi und nicht mehr über die eigenen Witze lachen können. Mein Traum platzte wie eine Seifenblase.

Eine richtige Lesereise kann ich ohnehin nicht machen. Meine familiäre Situation erlaubt es mir nicht, wochenlang am Stück weg zu sein und jede Reise bedeutet für mich einen größeren Angang: ich muß organisieren und schlimmer noch, ich muss um Unterstützung bitten. Meine Wünsche werden von den Familienmitgliedern zwar in der Regel erfüllt, aber ich habe immer das Gefühl, dass diese Extrawünsche eine Ausnahme bleiben sollen und ich sehr dankbar dafür sein muss.

Vielleicht habe ich mir etwas vorgemacht? Vielleicht ersehne ich gar nicht die Lesereise? Oder vielleicht ist die Realität so viel weniger glamourös als der Traum, dass es wirklich besser ist, sich von dem Traum zu verabschieden.

Letztlich geht es mir eigentlich nur um eines: ich will weiter Bücher schreiben, denn ich schreibe gerne und ich finde es auch nett hin und wieder, eine Lesung zu machen. 

Das bedeutet aber, dass ich gar keine Lesereise erträume, sondern eigentlich nur ausreichend Erfolg, so dass ich neue Projekte machen darf und ausreichend Geld dafür bekomme.

Ich weiß, dass es oft günstiger ist, konkrete Träume zu haben, bunt ausgemalte Wünsche erfüllt "das Universum" leichter, als so einen abstrakten Wunsch wie der nach Geld und Erfolg. Aber ich glaube, die Lesereise ist es nicht, was ich wirklich will. Wie male ich meine Vision neu?

Und ganz nebenher bemerkte ich: ich bin so unglaublich schlecht darin, mich selbst zu verkaufen, von mir zu erzählen. Was laberte ich "bin aus dem Sumpf der Familienphase endlich wieder raus"....oh meine Güte. In Nebensätze sagte ich "ich bin wieder da! Ich habe ein neues Buch! Es ist ein Manifest". Das sollten die Hauptsätze sein!

Vermutlich geht es gar nicht um den Traum, um die Vision sondern darum, im Hier und Jetzt Worte dafür zu finden was ist und was daran toll ist.

wünsche:

  • ein häuschen in den elbvororten
  • ein klavier
  • ein tanzkurs mit meinem liebsten
  • einen kochkurs (am liebsten indisch)
  • ein städteurlaub in rom oder barcelona oder kopenhagen