Montag, Januar 04, 2016

Vorhaben für die Zukunft

Mein fester Vorsatz fürs neue Jahr, nein für die Zukunft, für immer: fortan erlaube ich mir erfolgreich zu sein.

Irgendetwas ist in mir drin, das mir in der Vergangenheit verboten hat, richtig erfolgreich zu sein. Als würde mir Erfolg nicht zustehen. Ich sabotiere mich selbst, wenn es anfängt, gut zu laufen, dann wechsele ich das Thema und fange etwas Neues an oder stehe mir anderweitig im Weg. Warum?

Es ist, als hätte man mir in früher Kindheit gesagt, dass ich zu den Erfolglosen gehöre. Ich erinnere mich noch gut an meine Schulzeit, da gab es die Sonjas, die Andreas, die Claudias, die Petras, die Schönen und Erfolgreichen. Es kann doch nicht sein, dass nur, weil mein Vorname auf einem unbetonten "e" endet, ich zu der anderen Gruppe gehöre. Das mit der Schönheit hat sich für mich erledigt, seit dem ich selbst bestimme und gestalte, was ich anziehe, finde ich mich ziemlich ok und gleichzeitig sehe ich, wie die Schulhofschönheiten verblassen. Früher wartete ich immer genau auf diesen Punkt, um aus der zweiten Reihe hervorzutreten, und mit Wissen statt Schönheit zu glänzen. Heute denke ich, was ein kapitalistischer Selbstoptimierungszwang, der uns in schön und nicht-schön einteilt - scheiß drauf!

Deswegen scheiß ich jetzt auch auf die tief verinnerlichte Hypothese, zu den Nicht-Erfolgreichen zu gehören. Ich weiß, ich behaupte das schon länger, es wird Zeit, dass ich es verinnerliche. Ich beginne damit aufzulisten, worauf ich ZU RECHT stolz sein darf, was ich 2015 geschaffen habe:


  • ein Buch geschrieben - in rasantem Tempo - und veröffentlicht
  • ein Fernsehscheiß durchgestanden
  • einen Vortrag - mit Szenenapplaus - gehalten
  • mich getraut, mit meinem Klarnamen mich im Internet zu zeigen
  • beharrlich Social Media-Aktivitäten gemacht, als mich das konventionelle Medium durch den Dreck gezogen hat
  • eine Menge Geld in ein Zukunftsprojekt investiert
  • die ersten Aufträge für eine Blogproffessionalisierung an Land gezogen
  • zwei Jahre lang bei einem Publikumsmedium ein schwieriges Thema geschrieben und das wöchentlich. 

Wahrscheinlich ist diese Liste sogar noch unvollständig, obwohl sie in der Tat beachtlich ist. Letztlich bedeutet sie zusammengefasst: ich bin aus meinem Kämmerlein rausgegangen und habe laut und deutlich "hier bin ich" gesagt, auch noch dann, als mir ans Bein gepinkelt wurde. Gerade letzteres ist etwas, worauf ich wirklich stolz sein kann, denn die sonst typische Reaktion von mir ist, gekränkt in die Depression zurück zu verschwinden. 

Trotzdem war ich zum Jahresende enttäuscht. Ich hatte mir, nach dem großen Schritt, einen größeren BAMM erhofft: Schalter auf an, Erfolg da. Ich sah mich in Talkshows sitzen und Weisheiten zum Besten geben. Es kränkte mich, dass das Interesse der großen Medien ausblieb. Ich hatte vor zwei Jahren - aus Spaß?! - das Ziel formuliert "in der Talkshow als Expertin sitzen und war enttäuscht, dass das nicht einfach so geklappt hat. 

Nach der Medienerfahrung der letzten Monate frage ich mich allerdings, ob ich das Ziel nicht korrigieren sollte. In der "Talkshow" schwingt mit, dass ich als Expertin wahrgenommen werde, aber eigentlich ist das ja nur das mittelbare Ziel. Ganz ehrlich geht es doch nicht nur um Anerkennung und Wertschätzung, sondern um Geld verdienen. Ab gesehen davon, dass ich nun endlich den Erfolg in mein Leben lassen will und dies durchaus monetär verstehe, formuliere ich nun:

Ich will Schreiben und Vorträge halten und damit ordentliches Geld verdienen. 

Los geht's!



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wünsche:

  • ein häuschen in den elbvororten
  • ein klavier
  • ein tanzkurs mit meinem liebsten
  • einen kochkurs (am liebsten indisch)
  • ein städteurlaub in rom oder barcelona oder kopenhagen