Donnerstag, Juli 07, 2016

Nicht mehr schäbig - endlich hübsch

Vielleicht ist das sogar eines der Motive in meinem Leben. Jedenfalls ein Motiv, das mich die letzten Jahre stark in Hinblick auf Kleidung beschäftigt. Eben hatte ich noch einen anderen Aha-Effekt aus einem ganz anderen Feld, aber wenn ich es mir recht überlege, dann gehört das zusammen.

Endlich habe ich mich dazu entschlossen, ein Grafikprogramm zu lernen. Ich brauche Grafiken für die neuen Produkte und ich habe nicht das Geld, diese machen zu lassen. Angeblich kostet so eine Grafik mehr als 150 € und bei 10 Grafiken pro Dokument summiert sich das hübsch. Der Liebste hat mir in den letzten Wochen geholfen, er kann das. Aber das ist nicht leicht, neben ihm zu sitzen, zur Verfügung zu stehen und ihn dauernd anzuhimmeln, damit er bereit ist, zu arbeiten.

Ab gesehen davon, dass ich zu faul war, mich in die neue Materie einzuarbeiten, hatte ich auch schlichtweg Schiss. Tief in mir war der Glaubenssatz verwurzelt, dass ich künstlerisch/gestalterisch unbegabt bin. Im Kunstunterricht in der Schule war ich wahrhaftig keine Leuchte. Das war ein Feld, das ich Zeit meines Lebens den anderen überliess. Mittlerweile weiß ich zwar, dass ich gar nicht so unbegabt bin zu Zeichnen, übe mich darin und zeige sogar Skizzen drüben im Blog. Es macht mir sogar Spaß, mit Filzstiften zu zeichnen. Genau wie beim Sachbuchschreiben im Gegensatz zur Belletristik geht es mir aber immer um die Aussage, die ich transportieren will; "schön" masste ich mir erst gar nicht an. Zum anderen habe ich in den letzten Jahren auch beobachtet, dass die Welt um mich herum immer mehr "hochglanz" wird. Blogs sehen auf einmal aus, wie Magazin, Flyer sehen nicht mehr aus, wie aus Zeitschriften zusammengeklebt und selbst bei Instagram hat mir gestern eine nen Trick verraten, wie ich dort animierte Collagen einbaue - es gibt dafür ein einfach zu bedienendes, kostenloses Programm. Diese Perfektion an allen Orten ist mir schon ein bisschen unheimlich. Eine ganze Weile habe ich dieses Hochrüsten nicht mitgemacht, aber ich befürchte, irgendwann bin ich draußen aus dem Spiel, wenn es bei mir alles altmodisch und schäbig aussieht.

Maulend bestellte ich mir ein Buch über das Grafikprogramm und nach fast drei Wochen davor Drücken, lud ich mir das Programm herunter und siehe da. Es ist gar nicht so uninteressant wie befürchtete zu lesen und auch wenn ich gestern Abend schwer stöhnte. Nach zwei Stunden hatte ich eine akzeptable Grafik erstellt. Ach!

Und heute, heute schwelge ich in den Möglichkeiten: endlich habe ich eine Lösung, wie ich meine Teilnehmerinnen-Unterlagen für die Workshops adäquat gestalten kann. Ich vermute, das ist noch nicht mal aufwendig! Aber besser noch, seit längerem hege ich die Idee, kleine E-Books heraus zu geben, in denen ich gebündeltes Wissen verkaufe ohne, dass ich a) ein Riesenprojekt wie ein ganzes Buch zusammen bekommen muß und b) ohne dass ich einen Großteil der Einnahmen an einen Verlag abgeben muss. Eigentlich bin ich doch gerade dabei, einen Verlag zu gründen, warum sollte es da nicht auch Schnittmuster geben. Lektorinnen kenne ich und wenn diese kleinen Büchlein auch schöne Grafiken bekommen können und schön werden, dann wäre das doch durchaus ein gutes Geschäftsmodell, bei dem sehr viel mehr als bisher in der Tasche bleiben kann.

Aber was mich wirklich berührt und zu der Überschrift brachte: ich kann Dinge hübsch machen. Genauso, wie ich mir meine Kleidung selbst mache und dadurch an Selbstbewusstsein gewann, kann ich auch Dinge, die ich aus der Hand gebe hübsch machen, wenn ich lerne, mit dem Grafikprogramm umzugehen. Ich kann mich nicht immer darauf zurück ziehen, dass die Inhalte zählen und im Geheimen schämen, dass das, was ich den Leuten von mir mitgebe, sei es Unterlagen oder aber ein handgeschriebenes Flipchart, schäbig aussehen. Seit Jahren denke ich darüber nach, wie ich höhere Preise verlangen kann und immer saß mir ein kleines Teufelchen auf der Schulter das sagte "die Leute geben dir das nicht, du bist schäbig!" Dieser Glaubenssatz ist so tief in mir verwurzelt und war sicherlich dafür verantwortlich, dass viele Dinge nicht klappten, weil ich widersprüchliche Botschaften aussendete. Es wurde Zeit, den Glaubenssatz über Bord zu werfen. Aus eigener Kraft kann ich etwas ändern. Ist das nicht großartig?!  Ich bin kompetent, schön, gut angezogen und in Zukunft habe ich tolle Unterlagen und ein Großteil des Geldes wandert in meine Tasche. Jawohl!

Mittwoch, Juni 29, 2016

Das Übliche

Ich kämpfe mit Dämonen, die mir zuflüstern, dass ich mich übernommen habe, dass das Projekt zu groß für mich ist. Ich kenne diese Dämonen, die mir zuflüstern, morgens einfach liegen zu bleiben und tagsüber immer wieder die Tränen aufsteigenlassen und mir immer wieder sagen "du bist einsam und du schaffst das nicht".

Und gleichzeitig weiß ich, dass das alles ganz normal ist, die üblichen Projektendeschwierigkeiten eben. Ist doch klar, dass bei einem Projekt, das sich über Monate hinzieht, an dem mehrere Personen beteiligt sind, von dem die Chefin wenig Ahnung hat und jeden Schritt lernen muss, nicht alles glatt geht und Lehrgeld bezahlt werden muss. So weit die Theorie, die ist mir klar.

Mein Leben, das ich mir organisiert habe, hilft mir, den Dämonen nicht nachzugeben. Das Kind muss zur Schule, es ist unmöglich, liegen zu bleiben. Das Büro kostet Geld und schafft eine Verpflichtung, dort auch hinzugehen. Wenn Menschen um mich herum arbeiten, dann mache ich das eben auch. Der Mann ist eine Hilfe, aber er ist sehr theoretisch unterwegs. Er hilft mir bei konkreten Fragen, aber gleichzeitig lässt er keine Tränen gelten, sondern schimpft mit mir, wenn ich Schwäche und Verzweiflung zeige. Und er sagt, dass es mit Projekten wäre wie mit Schwangerschaften. Man wartet auf die Geburt und denkt, dann ist der Meilenstein erreicht und anschließend wird es erst richtig anstrengend mit Sachen, die man vorher überhaupt nicht auf dem Schirm hatte. Na super!

Es fällt mir schwer, am Ball zu bleiben und stumpf einfach die To do-Liste abzuarbeiten. Aber es muss ja.

Montag, Juni 27, 2016

Glück zu kaufen?

Gestern tanzte ich seit langem mal wieder eine Trainingsstunde. Ich genoss es, unter Frauen zu sein, ich freute mich so unterschiedliche Frauen zu sehen und zu beobachten, wie sie das Tanzen genossen. Und ich freute mich, meine Freundin zu sehen, wie sie ihr 10-jähriges Trainerinnenjubiläum genoss. Das hat sie sich verdient.

Was mich noch weiter beschäftigt ist eine komische Frage. Ich bin gar nicht sicher, ob sie überhaupt berechtigt ist, aber irgendwie ist eine Irritation bei mir vorhanden, deswegen schreibe ich sie auf.

Ich beobachtete, wie die Teilnehmerinnen Kraft, gute Laune, Inspiration und positive Energie aus dem Training mitnahmen. Ich hatte das Gefühl, dass die Trainerin ihnen das gab. Ich glaube, meine Irritation kommt daher, dass ich mich frage, ob frau "positive Energie bzw. gute Gefühle kaufen kann". Wahrscheinlich ist das eine total bescheuerte Frage, weil unzählige Wirtschaftzweige genau das als Produkt im Angebot habe. Wenn ich beim Friseur die Kopfmassage genieße, wenn ich ein Kleidungsstück kaufe, das aus mir gefühlt einen neuen Menschen macht, wenn ich einen guten Film konsumiere - eigentlich kaufe ich mir immer gute Gefühle. Ich frage mich, was der Unterschied ist und wo meine Irritation herkommt.

Vielleicht ist es Folgendes. Meine Freundin wirkte auf mich wie ein Guru und die Teilnehmerinnen wie Jüngerinnen. Sie machte etwas vor und die anderen folgten willig. Es herrschte ein Arrangement, in dem es quasi eine Pflicht war, glücklich zu sein oder glücklich zu werden. Ich fühlte diese Glücksgefühle auch und trotzdem hatte ich auch manchmal das Gefühl, Teil einer Gehirnwäsche zu sein. Hauptsache glücklich, könnte man nun sagen. Aber immer noch habe dich dieses Gefühl der Irritation.

Ich kenne diese Guru-Rolle. Auch zu  mir kommen Menschen, die mir folgen wollen und ich weiß, was ich sagen muß und wie ich sie anpacken muss, damit diese Rollen-Hierarchie entsteht und die Menschen glücklich werden. Das ist mir manchmal auch unheimlich. Das meine Freundin das auch kann, das wusste ich, denn ich habe ihr Erwachsenwerden mitbegleitet, gesehen, wie sie weiser und weiser wurde und ich weiß, dass sie begeistern kann. Und trotzdem ist es mir unheimlich.

Die Teilnehmerinnen demonstrierten ein Gefühl der Verbundenheit mit der Trainerin und die Trainerin hat mit ihrer Ansprache auch ganz bewusst, ein Gefühl der Verbindung dargestellt. Wahrscheinlich ist das amerikanisch, die Gruppe mit "Du" anzusprechen. Der Grundschulllehrer meines Kindes macht das auch, aber mir ist das auch ein bisschen unheimlich. Als ich die unterschiedlichen Frauen der Gruppe betrachtete, die gekommen waren, um das Jubiläum zu feiern, fragte ich mich, was Freundinnen und was Kundinnen sind. Der Unterschied war nicht zu fassen. Alle wurden nahezu gleich behandelt.

Ich fragte mich, wie es der Trainerin geht, wenn sie einen schlechten Tag hat und trotzdem positive Stimmung verkaufen muss. Vermutlich macht sie das genauso professionell wie ich, wenn ich einen Workshop gebe. Aber trotzdem bleibt das Gefühl der Irritation.

Vielleicht kommt die Irritation auch von meinen eigenen Skrupeln, Menschen Geld für ein Heilsversprechen abzunehmen, das ich im Grunde nicht halten kann. Natürlich geht es den Menschen anschließend besser, aber ich bin stets der Meinung, dass sie ihre Probleme selbst lösen müssen. Sie können nicht durch den Kontakt zu mir so werden wie ich und sie können auch nicht durch eine Dienstleistung von mir, automatisch das, was sie sich erträumen. Ein bisschen Anstrengung gehört dazu.

Alle Teilnehmerinnen haben geschwitzt und sicher hat sie das Tanzen glücklich gemacht. Aber was suchen sie sonst noch in so einer Stunde und bekommen sie das? Oder sind das die ewig Suchenden, die sowieso Guru-Hopping betreiben und genügend Geld haben, sich das zu leisten. Möchte ich solche Menschen als Zielgruppe? Wie kann ich gewährleisten, mein Versprechen zu halten? Wie gehe ich damit um, wenn Menschen zu viel von mir erwarten, was ich gar nicht verkaufen kann? Wie gehe ich damit um, wenn Abhängigkeiten entstehen oder Enttäuschung auf mich zu kommt? Kann ich damit umgehen, dass Menschen mit Bedarf zwar Kundinnen aber im Grunde auch Bedürftige sind? Will ich Teil der Glücks-Industrie sein?

Mittwoch, Mai 25, 2016

Delegation

"Wie wäre es, wenn wir uns eine Studentin teilen?" fragte mich vor ein paar Tagen eine Kollegin aus der Bürogemeinschaft. Zunächst fand ich den Gedanken absurd, habe ich doch gerade erst meine Fixkosten mit dem Büro erhöht, aber bei genauerem darüber Nachdenken, fand ich das gar nicht mehr so doof.

Mein erster Gedanke: es gibt Arbeiten, die mir lästig sind und für die ich eigentlich zu teuer bin. 

Gerade gestern fiel mir auf, dass ich viel Zeit mit Reisplanung verbringe. Eine klassische Sekretariatsaufgabe. Und was ich besonders ungerne mache, ist eine Reisekostenabrechnung. Aber es gäbe bestimmt auch noch andere Aufgaben, die ich delegieren könnte. Wäre es z.B. nicht toll, wenn jemand mit einem Bildbearbeitungs- oder Zeichenprogramm umgehen könnte?

Doch dann zuckte ich zurück. Hätte ich genügend Aufgaben, um jemand regelmäßig eine vereinbarte Zeit zu beschäftigen? Das würde bedeuten, dass ich an viele Sachen viel geplanter rangehen müsste. Ich müsste dann z.B. immer für Dienstags alle Fotos, die ich im Laufe der Woche posten will fertig haben, damit diese bearbeitet werden könnten. Das würde zwar die Qualität der Fotos erhöhen, aber Authentizität verringern, denn ich finde schon, dass bloggen und Social Media von Spontanität leben.

Mein zweiter Gedanke: ich delegiere doch schon, aber zu einem höheren Preis!

In den letzten Monaten habe ich für das große Projekt ziemlich viele Dienstleisterinnenrechnungen bezahlt. Diese Dienstleisterinnen haben einen Stundensatz zwischen 30 und 65 Euro. Die Studentin meiner Kollegin bekommt 9 Euro die Stunde. Das ist eine krasse Differenz.

Letztlich stellen sich folgende Fragen:

  • welche Aufgaben könnte ich delegieren?
  • welche Aufgaben nerven mich so sehr, dass sie mich in meiner Arbeitsmotivation bremsen?
  • wenn ich bestimmte Aufgaben delegiere, dann kann ich andere Aufgaben selbst mache, die ich sonst an Dienstleisterinnen vergeben würde

An der ersten Frage werde ich arbeiten. Die dritte Frage ist sehr hypothetisch, aber es steckt trotzdem etwas Potential drin. Bestimmte Dinge kann ich nicht, die muss ich outsourcen. Aber ich habe auch Texten ausgesourced und das könnte ich theoretisch selbst machen. Ich könnte mehr selbst texten und nur für das Lektorat bezahlen. Entscheidend finde ich die zweite Frage: alles, was mich bremst, muß delegiert werden, denn die Zeit ist zu kostbar, um mich damit zu lähmen, dass ich mich vor Dingen drücke.

Die Frage ist: ob ich mir das im Moment leisten kann?

Oder umgekehrt. Kann ich es mir leisten, es nicht zu tun?

Vielleicht muss ich mir mal überlegen, was eine eierlegende Wollmilchsaustudentin können sollte. Vielleicht fliegt mir dann so eine zu? Ich kann mir gut vorstellen, dass ich ihr auch etwas bieten könnte. Dass es nicht nur doofe Tätigkeiten wären, sondern auch etwas zu lernen gäbe. Die Liste sollte ich vielleicht auch machen.

Also konkret, welche Aufgaben würde ich gerne delegieren:


  • Reisplanung
  • Reisekostenabrechnung
  • Buchhaltung (Belege buchen, Rechnungen schreiben)
  • Bilder bearbeiten
  • technische Zeichnungen
  • Recherche (vielleicht)
  • Korrektur lesen (Rechtschreibung..)
  • Webdesign, leichte Programmierungsaufgaben

Hui, das ist schon eine Menge und mir fällt bestimmt noch mehr ein. Die Aufgaben einer Freiberuflerin sind schon sehr vielfältig.

Freitag, April 29, 2016

Sichtbar werden.

Es fängt an zu laufen. Ich traue mich das noch gar nicht so richtig zu formulieren, aber ich irgendwie habe ich das Gefühl, dass es doch noch alles gut werden könnte.

Woran ich das fest mache? Nun, nicht am Kontostand. Aber ich beginne sichtbar zu werden.

Als ich das Büro mietete bin ich ja besonders auf die Idee des Türschildes (Logo sichtbar im Vorgarten und Treppenhaus) abgefahren und es war doch schwieriger, als gedacht, mich für ein Logo zu entscheiden und herauszufinden, wie das mit so Beschriftungen ist. Aber die Lösung ist in Sicht und ab Mitte Mai bin ich sichtbar. Mir gibt das ein professionelles Gefühl, jemand einladen zu können, Veranstaltungen in "meinen" Räumen stattfinden lassen zu können. Das gibt mir Sicherheit und es fühlt sich gut und richtig an, auch wenn ich bei den Kosten für diese "Äußerlichkeiten" zusammenzucke. Aber das gehört dazu und ich war viele Jahre viel zu sparsam in solchen Dingen.

Anfang der Woche veröffentlichte ich, dass ich nun auch Workshops anbiete. Zunächst hatte ich großen Frust, als auf der Veranstaltung mit dem rasanten Ticketverkauf nur meine Workshops wie Ladenhüter herumstanden, während der Rest binnen einer Stunde ausverkauft war. Ich arbeitete hart dran, mich nicht runterziehen zu lassen. Auch wenn ich eine große Blogleserinnenschaft habe, diese ist nicht identisch mit der Zielgruppe der Veranstaltung, die das schnelle Buchen gewöhnt ist. Meine Spezialisierung bedeutet auch, dass nur ein Teil der Veranstaltungsteilnehmerinnen sich angesprochen fühlt. Meine Fans mussten sich vielleicht erst einmal an den Gedanken gewöhnen, dass es bei mir etwas Neues zu kaufen gibt. Die neuen Produkte sind wirklich neu im Sinne von neuartig und bedürfen Erkläuterungen. Meine Produkte sind nicht ganz billig und verlangen Einsatz von den Kundinnen, das ist kein Spaßprodukt, was einfach so in den Einkaufkorb wandert. Und nicht zuletzt reicht es nicht, im TV gewesen zu sein, um alle anderen Punkte wett zu machen.

Statt mich komplett runterziehen zu lassen, überlegte ich, woran es liegen könnte und schrieb einen erläuternden Blogbeitrag. Alles ist noch nicht verkauft, aber das macht nichts. Aber siehe da, prompt kam eine Anfrage aus einer anderen Stadt bezüglich Workshops.

Überhaupt, läuft es mit den Veranstaltungen gut. 7 Lesungen sind fest gebucht, eine hatte ich schon im März gemacht, eine Option für August müsste ich nur noch zusagen. Nächste Woche halte ich einen Vortrag in Berlin und für Ende Mai bin ich für Hannover angefragt, da geht es nur noch um Details. Das ist doch schön. Ich werde sichtbar.

Letztes Jahr habe ich so mit mir gerungen, ob es sinnvoll ist "Kandidatin" zu sein, wo ich doch als Expertin wahrgenommen werden will. Ja, ich würde sagen, das Kandidatin-sein war ein Kick-off, dafür war der TV-Auftritt nützlich, auch wenn er nicht in meinem Sinne war. Veranstaltungen sind mühsam und nicht so arg ertragreich.

Bei den Vorträgen wird davon ausgegangen, dass Ruhm und Ehre das Honorar sind.  Wie oft habe ich mir schon vorgenommen, nicht mehr für Ruhm und Ehre zu arbeiten! Trotzdem bin ich dazu geneigt, die beiden Vorträge im Mai auch genau dafür zu machen, denn sie machen mich sichtbar und vielleicht gilt in diesem Fall: Lehrjahre sind keine Herrenjahre. Aber ich bin stolz darauf, dass ich nicht alles einfach schlucke. Ich habe mehrmals nachgefragt, ob wenigsten die Fahrtkosten "als Zeichen der Wertschätzung" übernommen werden könnten. Und siehe da, das war auf einmal möglich. Auch wenn ich das Hotel bezahle und nichts für den Vortrag bekomme, die Fahrtkosten erstattet zu bekommen fühlt sich tatsächlich gut an. Und es fühlt sich gut an, dran geblieben zu sein und nachgefragt zu haben.

Zusammengefasst ist eine Menge seit Anfang des Jahres passiert. Ich beginne mich, durch meine Blogserie und die Veranstaltungen, als Expertin zu positionieren. Ich habe das Gefühl, das meine Preise für meine Produkte ok sind, bzw. das da sogar noch was nach oben geht, wenn ich noch bekannter bin. Ich bin auf dem Weg, den ich mir erträumte. Ich werde sichtbar. Es ist noch nicht das Ziel, aber es ist der richtige Weg. Die Welt merkt, dass ich ihn eingeschlagen habe.  Das ist schön.

Dienstag, April 19, 2016

Mich verkaufen

Seit Wochen ist es ein ewiges Hin- und Her mit dieser potentiellen Workshop-Veranstalterin. Ich weiß nicht wie viele Mails und der versprochene Anruf kam auch nicht, obwohl mir immer wieder versichert wurde, dass Interesse bestehen würde. Nach ausführlicher Kalkulation und dem Vorsatz, wenn es dieses Mal nix wird, ist aber Schluß mit Kommunikation, habe ich mir ein Herz gefasst und angerufen.

1. Erkenntnis:
Das hätte ich schon vorher tun sollen. Die Frau brauchte ein gutes Gefühl, mit mir zu sprechen, statt Mails zu lesen. Ich weiß nicht, ob es wirklich um Ängste ging (meine Workshops zu diesem Preis nicht verkaufen, auf den Kosten sitzen zu bleiben o.Ä.). Ich hatte den Eindruck, dass es darum ging, noch mal den echten Menschen an der anderen Seite der Leitung zu fühlen. Ich habe dieses Bedürfnis eigentlich nicht, aber ich sollte das in Erwägung ziehen, das andere das haben.

In den Mails wurde "irgendwie ein andere Workshop mit mehr Wellness und konkretem Tun" gewünscht und ich überlegte hin und her, ob ich das will und kann. Am Telefon war ich sehr klar und verteidigte meine "Schuster bleib bei deinen Leisten"-Strategie. Ich formulierte sehr klar, was ich kann und biete und grenzte mich ab von dem, was üblicherweise bekannt ist. Am Telefon war es tatsächlich einfacher, das rüberzubringen, das gebe ich zu.

2. Erkenntnis
Mir war klar, was ich will und was ich nicht will. Mir geht es weniger um einzelne Euros bei der Kalkulation als ein Niveau. Ich habe partout keine Lust, auf Volkshochschulniveau zu arbeiten oder mich mit einer Schneiderin zu vergleichen. Wenn ich klar bin, kann mein Gegenüber das auch annehmen.

Ja, vielleicht war Telefonieren genau richtig und vielleicht sollte ich mich öfters dazu aufraffen. Aber diese ganze gedankliche Vorarbeit war auch wichtig. Für mich ist nun klar, was mein Produkt ist und warum es einzigartig ist. Und das verrückte ist: es scheint, als könne tatsächlich nur ich (in Deutschland) so etwas anbieten. Diese Kombination aus Kompetenzen und Bekanntheit scheint mir keine andere zu haben. Hui! Mir ist auch klar geworden, dass dieses Produkt mehr Erklärung verlangt, weil es eben neu ist, dass ich mich aber auch ein bisschen auf meine Bekanntheit verlassen kann.

Hauptsache ich bin klar.

Das Ganze hat jetzt noch nicht den Praxistest bestanden. Es ist immer noch nicht klar, wie die Endkundinnen darauf reagieren, aber die erste Veranstalterinnenhürde ist genommen. Es ist weder absurd, was ich anbiete, noch zu teuer. Außerdem habe ich es ja schon einmal für den Herbst "verkauft", nur war da die Kalkulation eine ganz andere, weil ich dort direkt an Endkundinnen verkaufe und damit das Risiko aber auch den Gewinn der Einnahmen komplett übernehme. Aber für diese Workshops konnte ich einen Veranstalter begeistern und habe damit die erste "Einlasskontrolle" überstanden. Es bleibt spannend!

Ich freue mich, dass ich um einige Schritte weiter bin, als noch vor wenigen Wochen. Jetzt muß ich nur noch Butte bei die Fische machen und nach einem Praxislauf das Ding anbieten und dann bin ich wirklich auf einem guten Weg.

Mittwoch, April 13, 2016

Respekt

Der Liebste hat Ärger mit einem (Geschäfts-)freund. Ich konnte den noch nie leiden. Einmal nur habe ich ihn getroffen und ich weiß, dass ich mich anschließend schlecht fühlte und dass er dafür verantwortlich war. Es ist schon viele Jahre her. Ich schob noch einen Kinderwagen vor mir her und war mit dem Liebsten und seinen Kollegen zum Lunch verabredet. In dem Gespräch mit dem Geschäftsfreund, hatte ich das Gefühl, nicht bestehen zu können. Ich verstand mich als "pausierende Beraterin", studiert, berufserfahren, kompetent, aber derzeit pausierend und durchaus auch prüfend, ob das noch der richtige Beruf für mich wäre. Der Geschäftsfreund machte alles, was ich sagte nieder und gab mir das Gefühl minderwertig und inkompetent zu sein. Kein Wunder, dass ich ihn nicht leiden konnte.

Das war nun ein sehr deutliches Beispiel, aber was, wenn auch andere mehr oder weniger offen respektlos mit mir, mir als Frau, mir als Mutter umgehen um mir - vielleicht auch nur um sich selbst besser zu fühlen - signalisieren, dass ich nichts wert bin. Und was ist, wenn ich das glaube. Wenn ich das Gefühl habe, ich mag diese Menschen nicht, aber das Gesagte trotzdem wirkt. Was ist, wenn Mütter, egal ob in der Elternzeit oder danach, dauernd solche Botschaften bekommen. Wäre es ein Wunder, wenn es Selbstwertzweifel gäbe. Und was soll überhaupt dieser Konjunktiv.

Ich bin noch nicht sicher, was das alles zu bedeuten hat, aber ich habe das Gefühl, dass diese Begegnung oder dieser aktuelle Streit sichtbar macht, was ein Grund ist, das ich mir im Weg stehe. Vielleicht ist es nur ein Teil, ein Baustein, aber ich kann mich so gut an dieses Gefühl erinnern, in dem Gespräch zu strampeln um irgendwie kompetent wahrgenommen zu werden, und einfach nicht auf einen grünen Zweig kommen zu können. Anscheinend hat mich das sehr getroffen.

-------------------

Ein weiterer Aspekt, der in dem aktuellen Streit ans Tageslicht kam bzw. formuliert wurde. Der Geschäftsfreund ist verärgert, weil er angeblich nicht die Leistung bekam, die er erwartete. Er hätte sich bewusst für eine GmbH statt für einen Freelancer für seinen Auftrag entschieden, denn er hätte erwartet, dass die GmbH ausreichend Ressourcen hat, um auch schwierige Situationen ausgleichen zu können. Blabla.

Für mich macht das noch mal deutlich, warum es - trotz immer wieder auftauchender Zweifel - sinnvoll ist, mit dem eigenen Namen als Freiberuflerin zu firmieren, statt wie vor 17 Jahren den Versuch zu unternehmen, mit einem Unternehmensnamen professioneller aufzutreten. Das fühlte sich nach kurzer Zeit damals nicht richtig an und mir wurde durch den Streit von dem ich erzählt bekam, noch mal klarer, warum: ich möchte halten können, was ich verspreche und nicht vorgeben etwas zu sein, was ich nicht bin.

---------------------------

Fazit: Statt auf meine Defizite zu schauen, möchte ich auf das stolz sein, was ich erreicht habe. Das heißt nicht, dass mir für manche Projekte möglicherweise Wissen, Erfahrung oder Übung fehlt. Aber deswegen muß ich mich nicht niedermachen oder frustriert sein. Ich kann einfach nach bestem Wissen und Gewissen arbeiten und ich kann durchaus darauf vertrauen, dass ich die Ressourcen in mir trage, das gut zu machen.

Und ich werde vorsichtig sein, bei Begegnungen, die mir nicht gut tun. Es ist nicht ok, abgewertet zu werden. Ich sollte meinem Gefühl trauen. Und ich freue mich, dass sich der Liebste streitet, denn das bedeutet, dass er das strikte Arbeiten auf der Inhaltsebene und den damit verbundenen Tunnelblick überwunden und sich weiterentwickelt hat. Ich freue mich, dass er den mangelnden Respekt einfordert. Da kann ich auch noch was davon lernen.

Montag, April 11, 2016

Abgekoppelt von den Idealen

Am Samstag bummelte ich mit dem Kind durch die Schanze. Wie lange habe ich so etwas nicht mehr gemacht: Flohmarkt, "Knöpfchen kaufen" und Kaffee trinken. Früher war so etwas ein ganz normaler Samstag vormittag. Freizeit, Entspannen, Schaulaufen. 


Zum ersten Mal kam ich mir vor wie eine Touristin. Diese Lebensphase ist definitiv vorbei. Mich irritierten weniger die 20-Jährigen, die mich garantiert siezen. Ich schaute belustigt auf die Eltern mit den Babys, Kleinkindern und jungen Schulkindern. Die machen wirklich alles richtig - denken sie zumindest. Die Kinder trugen sehr teuere Schuhe, Kleidung, wie die Erwachsenen und der Spielzeugladen und die Buchhandlung fand mein Kind langweilig, weil es dort hauptsächlich pädagogisch wertvolles Zeug gab, dass den Eltern besser gefällt als den Kindern. 

Wie eine Außerirdische schaute ich mir diese Spezies an und war froh, nicht dazu zu gehören. Während ich vor 8 Jahren auch noch versuchte, alles richtig zu machen und die richtigen Dinge zu kaufen, finde ich das mittlerweile nur noch belustigend. Durch das Selbermachen koppelte ich mich stark ab von den Konsum-Posing-Notwendigkeiten. Das Leben im "Blümchenweg" in Suburbia, das Älterwerdens von mir und dem Kind taten sicherlich auch ihren Teil. 

Ich fand es so entspannend zu entdecken, dass ich tatsächlich diesen "urbanen Karotten" nicht mehr hinterherlaufen muss. Es ist nicht so, dass ich mich als Suburbia-Mutti sehe und darin aufgehe. Aber ich finde mein Leben, so wie es ist, schon ziemlich prima.

Freitag, April 08, 2016

Krabbenkorb

"Ich rate Dir, die üblichen Honorare zu nehmen. Es haben schon öfters mal Kolleginnen versucht, höhere Honorare zu nehmen, aber die waren dann immer ganz schnell wieder verschwunden."

Warum hatte ich eigentlich nicht nachgefragt, als die Frau mir dies sagte?

Ich glaube, ich dachte mir meinen Teil und wollte sie aber weiterreden lassen.

Ich beschäftige mich immer noch intensiv mit Honorarkalkulation im neuen Feld und es wurmt mich, dass es so ein Frauen-Volkshochschul-Feld ist. Verdorben. Es war schon immer so und es scheint wenig Bestrebungen zu geben, es zu ändern. Und wahrscheinlich bekommen diejenigen, die es versuchen zu ändern, dann auch noch von den Kolleginnen einen auf den Deckel. Krabbenkorb eben. Wenn wir schon gekocht werden, dann soll es keiner gestattet werden, vorher auszubrechen. Wenn, dann sollen alle leiden.

Doch ich weigere mich, dieses Spiel mitzumachen und der Lunchtermin mit meiner Yogalehrerinfreundin mit den hohen Preisen unterstützte mich natürlich in meinen Gedanken. Das, was ich anbiete, macht sonst Keine. Mein Produkt ist neu konzipiert und einzigartig. Ich habe zwar mit dem Thema noch keine super langjährige Erfahrung, aber mit den Methoden, dem unterrichten und dem konzipieren. Ich kann mit fester Stimme sagen, dass mein Produkt gut ist. Ich bin sicher, die Teilnehmerinnen gehen mit einem guten Gefühl und etwas handfest Gelerntem nachhause. Und ich bin kein Neuling. Mich kann man googlen und man findet mich, ich war im Fernsehen ich habe Tausende von Büchern verkauft, ich schreibe seit Jahren öffentlich zum Thema, mein Gesicht ist in diesen Kreisen bekannt. Um es mit den Worten meiner Freundin zu sagen "Du bist nicht schwer zu verkaufen!".

Vielleicht ist es nicht so absurd zu glauben, dass die amerikanischen Verhältnisse mit etwas Zeitverzögerung auch zu uns kommen. Dort gibt es die "Kurse um die Ecke" und es gibt die "Stars". Die Stars sind in den Medien präsent und haben eine große Fanbase. Niemand würde auf die Idee kommen, das ein Kurs bei einem Star das gleiche kostet wie um die Ecke.

Ok, ich habe Facebook "verschlafen", da könnte ich mehr Fans haben. Aber ist das die Währung? Außerdem bin ich dran und so schlecht sieht es nicht aus. Und meine Website ist immer noch nicht fertig. Das sollte langsam mal passieren, um mein gesamtes Portefolio abzubilden und die etwas brach liegenden Bereiche zu reaktivieren. Aber in dem neuen Feld bin ich bekannt und vor allen Dingen gut auffindbar. Ich muss mich nicht verstecken und es ist ok, anders zu sein als die anderen - ich bin keine Krabbe. Ich würde gerne Krabbencocktail essen. (Damit meine ich nicht, dass ich die Kolleginnen verspeisen will, sondern eher, dass es mir zusteht, mir etwas zu gönnen.)

Ich brauche ein paar Textbausteine, die ich lesen kann, wenn ich mit jemand telefoniere, um mich zu verkaufen. Textbausteine, mit denen ganz selbstverständlich formuliert ist, warum meine Produkte und ich toll sind. Ich vermute, es ist die Geisteshaltung, die den Unterschied macht. Es kann einfach nicht sein, dass ich schwer zu verkaufen bin! Ich bin leicht zu verkaufen!

Donnerstag, April 07, 2016

Umdefiniert

Es ist gar nicht so leicht, eine Mutter zu sein. Mir fällt es immer noch schwer, meine Ansprüche an mich mit den Veränderungen des Kindes anzupassen. Das hatte ich schon mal: irgendwann musste ich lernen, dass das Kind kein Säugling mehr ist und ich nicht bei jedem Heulen springen muss. Jetzt ist gerade wieder so eine Stufe erreicht, bei der ich von außen gemeldet bekomme "verändere dich", es ist kein Kleinkind mehr.

Ich spreche von der Quality Time, dieser Verfluchten! Mein Kind geht in die Betreuung, ich arbeite - in Teilzeit. Übrig bleiben Nachmittagsstunden, die wir gemeinsam verbringen. Es ist eine bewusste Entscheidung von mir und uns, dass ich nicht Vollzeit arbeite. Ich finde schon, dass wen man sich für ein Kind entscheidet, auch Zeit mit ihm verbringen sollte. Aber mir ist nicht klar, was in dieser gemeinsamen Zeit gemacht werden soll. Ganz ehrlich: wir haben ziemlich unterschiedliche Interessen.

Bisher dachte ich, dass ich die Zeit am Nachmittag wirklich gemeinsam mit dem Kind verbringen sollte und etwas mit ihm zusammen mache. Erst eimal runterkommen, meinetwegen dabei etwas Fernsehen, dann machen wir etwas gemeinsames. Wollen wir basteln? Raus? Ehrlich gesagt, bin ich immer froh, wenn das Kind beginnt zu spielen. Wozu hat es denn das ganze Zimmer voll Spielzeug. Wenn ich etwas im Haushalt mache, fängt es an zu spielen. Nehme ich mir ein Buch, liege ich auf dem Sofa ist dem Kind langweilig. Meine Strategie seit Monaten: nach der Pause etwas Haushalt. Dann beginnt das Kind zu spielen und ich habe eine undefinierte Zeit für mich. Erstaunlicherweise wurde mir dann langweilig. Ich wusste gar nicht recht, was ich mit mir anfangen sollte. Das ist ja auch gar nicht so einfach, wenn ungewiss ist, wie lange diese Zeitspanne ist. Es rentiert nicht für 17 Minuten die Nähmaschine auszupacken.

Der Liebste und die beste Freundin meinen ich spinne.

Ich solle doch nicht glauben, ich wäre zur Unterhaltung des Kindes da. Ich wäre da, um auf es aufzupassen und ansprechbar zu sein. Nicht mehr und nicht weniger. Immerhin bekommt es doch Essen, Trinken und ein Dach über dem Kopf.

Mmmmmh.

Habe ich da wieder etwas verpasst? Habe ich übersehen, dass da ein neuer Lebensabschnitt begann? Ich hoffte immer, dass "alles anders wird, wenn das Kind endlich mal alleine nach draußen geht", aber ich änderte nichts an der Zeit drinnen.

Nach den Gesprächen mit dem Liebsten und der Freundin nun die Planänderung. Gestern raffte ich mich auf, kramte ein vom letzten Jahr unvollendetes Nähprojekt raus, suchte mühsam die Sachen zusammen und machte einfach mein Ding. Und das Kind spielte. Es war gar kein Problem. Ok, es war nur ein kurzer Nachmittag. Wir sprechen von ungefähr einer Stunde. Aber es ist ein Anfang.

Sollte Veränderung möglich und ganz leicht sein, wenn ich einfach in meinem Kopf etwas ändere?

Solche Sachen erzähle ich im Coaching. Eigentlich schwierig, wenn ich selbst nicht immer dran glaube.

Ich bin ein bisschen überrascht von der Aussicht, die in Sichtweite ist. Könnte es sein, dass ich die Nachmittage tatsächlich mir gehören? Dass ich machen kann, was ich will? Das wäre phänomenal. Ich kann das gar nicht glauben. Ob es wirklich so einfach ist, etwas umzudefinieren?

Dienstag, April 05, 2016

Bürogemeinschaft

Erste kleine Krise in der Bürogemeinschaft. Die Tischnachbarin ist genervt, dass die Kolleginnen und ich so viel Husten und Schnäuzen. Ja, irgendwie kann ich das verstehen. Aber soll ich wegen Husten zuhause bleiben?

Erwartungen

Der Liebste sagt, ich hätte zu hohe Erwartungen. Ständig wäre ich himmelhochjauchzend voller Tatkraft, Pläne und Ziele und dann im tiefen Loch, wenn sich meine Erwartungen nicht erfüllen.

Ist das schlecht?

Gut, das Loch, die Enttäuschungen, mag ich auch nicht. Aber ist das nicht das Leben? Ist es nicht ein ständiges Auf- und Ab und ist es nicht wunderbar, dass ich (bzw. wir Menschen) immer wieder die Kraft aufbringen, wieder aufzustehen, uns aufzurappeln und neu anzufangen nach einer Enttäuschung?

Er sagt, das Leben wäre ein Kreis und kein Auf- und Ab.

Ja?

Er schraubt seine Erwartungen niedrig und strengt sich ordentlich an, verlang von sich das Beste und darüber hinaus. Ich bin eher lässig, gehe davon aus, dass ich Dinge schaffe, dass alles, was ich brauche in mir ist und dass ich notfalls eben noch etwas lerne - lernen macht Spaß. Ich gehe davon aus, dass wenn ich etwas mit Freude und Elan mache, dass das dann schon außergewöhnlich gute Ergebnisse bringt. Ich versuche nicht mit Kraft gegen Widerstände zu rennen, mühevoll mit Schweiß zu arbeiten sondern mit Hingabe und Begeisterung. Ja und ich gebe zu: ich bin auch bequem und manchmal ein bisschen faul. Aber das bin ich niemals, wenn ich etwas tue, das ich liebe.

Wir kommen aus so unterschiedlichen Familien und leben konsequent deren Wertesysteme. Während mir vermittelt wurde, dass ich die Welt erobern kann und das ich super bin ("Lehrer haben nicht immer recht"), wurde ihm vermittelt, dass er sich ordentlich anstrengen und abrackern muß und dann wird sein Leben zumindest ein bisschen besser als das seiner Eltern. Mir wurde erlaubt, ich wurde sogar dazu aufgefordert, nach den Sternen zu greifen. Ich wurde rausgeschubst in die Welt, um sie zu erobern.

Ich mag so ungerne von diesen Werten und Idealen lassen, auch wenn ich einsehe, dass ich mich verändern muß, um erfolgreicher zu werden. Das bin doch ich! Entweder, ich muss diese Werte konsequenter leben und alles aus dem Weg räumen, was mich davon abhält, das zu tun, was ich liebe oder ich muß mich von meiner bisherigen Vorgehensweise verabschieden fleissig, beharrlich und kämpferisch werden. Oder von beidem ein bisschen und die angeblich so gesunde Mitte?

Was wünsche ich meinem Kind? Gönne ich ihm die Träume von der Superkraft und versuche ihn stark zu machen, für die Abenteuer des Lebens oder trimme ich ihn darauf zu keulen, sich anzupassen, zu ackern und zu kämpfen, damit er mit den Schwierigkeiten, die das Leben für ihn bereit hält, umgehen kann? Vielleicht hat unser Kind ja mehr davon, wenn seine so unterschiedlichen Elternteile ihm diese so unterschiedlichen Strategien vorleben und er dann selbst herausfinden kann, was für ihn gut ist?

Vielleicht spreche ich deswegen lieber mit meinen Freundinnen, weil sie meine Lebensphilosophie teilen und vergesse so einiges, dem Liebsten zu erzählen. Von den Freundinnen bekomme ich wohlwollende Unterstützung. Von dem Liebsten zwar Liebe, aber auch Forderungen, schonungslose Kritik und klare Ansagen. Er würde sagen, dass wir Frauen Heititei machen, aber ich habe nicht das Gefühl, von Speichelleckerinnen umgeben zu sein, die mir nach dem Mund reden. Es ist wahrscheinlich so, dass ich mir genau diese Freundinnen ausgesucht haben, weil wir eine Weltsicht teilen.

Er sagt, ich solle meine Erwartungen korrigieren.

Ich nehme das als Hinweis, um darüber nachzudenken, aber ich kann mir eigentlich nicht vorstellen, so werden zu wollen, wie er. Ich mag mein Leben, auch wenn es diese grauen, trüben Phasen hat, wenn die Erwartungen nicht erfüllt wurden. Aber es hat eben auch die Höhepunkte.

Und wie kann ich ein Buch schreiben, ohne die Hoffnung, dass es ein Bestseller wird?

Donnerstag, März 31, 2016

Es dauert und dauert...

Überall das gleiche: Freundin L. braucht Ewigkeiten, um ein Computerprogramm zu lernen, obwohl sie Lust darauf hat und weiß, wie sehr es ihre Arbeit zum Positiven verändern würde. Freundin J. kommt mit ihrem Buchprojekt nicht voran, obwohl ich ganz sicher weiß, dass alles schon bei ihr da und gut ist. Ich könnte noch diverse solcher Beispiele aufzählen.

Ganz zu schweigen von mir und meinem Rumdgedudel mit dem Geheimprojekt. Was schob ich in den letzten Wochen die Aufgaben vor mich hin. Ich hatte keine Lust, Details abzuarbeiten, weil im großem Ganzen der Wurm drin war. Der Wurm ist nun tot, ich habe heute geklärt und zum 100 000. Mal den Startschuss von wegen "jetzt geht es richtig los" gegeben. Hoffen wir das beste!

Manchmal denke ich, dass wir uns das Leben nur unnötig schwer machen. Wie toll wäre es, einen Chef zu haben, der vorgibt, welche Regale einzuräumen wären. Stattdessen machen wir einen Beruf, der uns angeblich Spass macht und quälen uns.

Mein Nebenjob quält mich auch. Ich hasse es, Dienstpläne zu bekommen und mich danach richten zu müssen. Ich zähle quasi die Tage, wann ich genug mit den Lieblingsaktivitäten verdiene, um den Nebenjob, der mir gerade Büro und Krankenkasse finanziert, aufzugeben.

Wenn ich optimistisch bin, dann denke ich "es braucht eben seine Zeit", "es braucht den richtigen Zeitpunkt". Na hoffentlich merke ich, wenn es soweit ist! Wenn ich an Projekte wie "ein Buch schreiben" denke, dann weiß ich, dass es erst richtig zur Sache geht, wenn der Vertrag in trockenen Tüchern ist und das erste Honorar auf dem Konto. Vielleicht ist es das Ziel, bei Lieblingsprojekten erstmal einen Protoypen zum Laufen und an den Markt zu bringen, damit es ernst wird und der Rubel rollt. Können wir es erst dann glauben und richtig ernst nehmen? Irgendwie spricht das nicht für viel Selbstbewußtsein und Glauben an das eigene Können. Wo kommen die ganzen Selbstzweifel her und warum machen sie (oder wir?) uns das Leben so schwer?

Donnerstag, März 24, 2016

Auf dem Weg!

"Ich verdiene viel Geld, aber ich fühle mich zu gehetzt." sagte B. gestern beim Netzwerktreffen. Die Probleme möchte ich auch mal haben! Nach einer Nacht darüber schlafen realisierte ich, dass B. auch einige Jahre älter ist als ich. Und ihre Tochter heiratet dieses Jahr!

Mein Kind ist in der ersten Klasse. Kein Wunder, dass ich diese Probleme noch nicht habe. Ich hatte das echt unterschätzt, wie schwierig es ist, als Freiberuflerin nach der Familienphase in den Beruf zurück zu kehren. Es wartete kein klar definierter Job und kein drängelnder Chef auf mich. Ich hatte mich verändert und muss nun alles neu definieren von "wer bin ich" bis "was will ich". Das braucht Zeit. Als ich B. kennenlernte, verkaufte sie Gummihandschuhe - ein Muddi-Nebenverdienst. Das war vor ungefähr 13 Jahren und jetzt heiratet das Kind. Das Kind war damals älter als mein Kind jetzt. Egal, wie ich es rechne, es dauert. Es dauert, bis das Profil klar geschärft ist und die Welt erkennt, was sie an mir hat. Das zu akzeptieren fällt nicht leicht und an die Zeit der Rente mag ich gar nicht denken. Das geht nur, wenn die Ehe hält.

Aber ich habe das Gefühl, auf dem Weg zu sein. In den letzten Tagen habe ich einige Angebote für Workshops und Vorträge rausgeschickt. Das war kein Problem, weil ich verschiedene Produkte formuliert hatte und nur an den jeweiligen Auftraggeber anpassen musste. Yeeeeaaaaaah, Produkte!

Danach hatte ich lange gesucht!

Mir war schon länger klar, dass ich Produkte definieren muss, damit die Welt überhaupt weiß, was sie bei mir kaufen kann. Dass die Produkte dann individualisiert werden müssen ist klar. Bisher war es aber eher so, dass ich mich auf meine Kompetenzen und mich als Person fokussierte und dann kam da so ein merkwürdiger Gemischtwarenladen heraus.

Ich glaube, die Idee Produkte anzubieten ist ein guter Weg. Die Produkte zeigen klarer, was ich zu bieten habe, was es bei mir gibt und es ist ja nicht in Stein gemeißelt, dass es stets die gleichen Produkte sein müssen. Als ich die Angebote in den letzten Wochen ausarbeitete, war mir gar  nicht klar, dass ich gerade dabei bin, Produkte zu definieren. Jetzt wird mir klar, dass es doch manchmal um klein-klein geht und nicht immer um den großen Wurf. By the way: die Website, die ich quick-and-dirty im Januar erstellen wollte, ist immer noch nicht online.

Und wie Freundin C. ganz richtig bemerkte. Je mehr Angebote ich schreibe, umso weniger bange muß ich hoffen, ob etwas beauftragt wird. Das "Prinzip Schrotflinte" bedeutet auch, sich selbst als Person nicht mehr so stark einzubringen und eine Ablehnung persönlich zu nehmen.

Ich bin auf dem Weg und das gefällt mir!

Mittwoch, März 23, 2016

Just do it!

14 Jahre netzwerken wir schon zusammen. 14 Jahre kennen wir uns mit allen Höhen und Tiefen. Es war schön, die zwei Freundinnen heute wieder zu sehen. Und es war gut, mein Anliegen gemeinsam zu bearbeiten. Welch Glück, so ein kollegiales Netzwerk zu haben!

Just do it - ist der simple Schluss. Sie sind nicht die ersten, die mir das raten. Ich stehe und stand mir die letzten Monate selbst im Weg. Ach, das kenne ich schon. Je länger ich die unliebsame Unterhaltung vor mir her schiebe, umso größer wird das Problem. Erstaunlicherweise riet mir ausgerechnet die Anwältin dazu, erstmal ohne Vertrag loszulegen und einfach zu tun. Beta! Einfach ausprobieren. Tu es!

Als Coach weiß ich, dass das die Essenz so vieler Coachings ist. Bei den KlientInnen ist alles da. Es fehlt oft nur die Erlaubnis, der Auftrag, eine Sache endlich anzugehen. Als Coach bin ich oft erstaunt, wie einfach meine Arbeit ist, wenn ich diejenige bin, die den sanften Stups gibt anderen zu helfen, ihre Probleme zu lösen und ihre Träume zu verwirklichen. Jetzt war es mal wieder an Zeit, einen Stups zu bekommen.

Ich freue mich über den klaren Auftrag. Ich kenne die next Steps. Just do it!

Es ist schon seltsam wie hin- und hergerissen ich bin zwischen unendlicher Ungeduld, dass doch bitte endlich, endlich alle erkennen, was ich für ne Expertin bin und dies angemessen honorieren und gleichzeitig diese lethargische ich-bin-so-klein-und-allein-und-das-Projekt-ist-viel-zu-groß-für-mich-Gefühl, dass so sehr lähmen kann.

Die Lösung ist so oft Kommunikation. Raus aus dem Gedankengefängnis und aussprechen, was ist. Just do it. Remember!


Montag, März 14, 2016

Ich freu mich aufs Büro!

Letzte Woche waren Schulferien - also ab zu Oma und Opa. Ich ärgerte mich über die Ferien. Ich war doch gerade so im Flow, das neue Büro und so. Und jetzt sitze ich hier wieder, endlich wieder im Büro und komme nicht in den Arbeitstag. Es ist ja leider doch nicht so, dass automatisch alles besser ist, nur weil ich das Büro habe.

Ich habe ein wenig hier im Blog herum gelesen. Es ist schon erstaunlich, wie sehr ich mich seit Jahren mit der Frage quäle, was ich eigentlich arbeiten will und wie das funktioniert. Vielleicht wäre es doch besser gewesen, einen ordentlichen Beruf zu lernen....

Vielleicht bin ich aber auch nur nach wie vor ungeduldig. Es sind doch schon erste Knospen zu sehen. Der berufliche Frühling ist schon sichtbar. Ich habe den Auftrag für 5 Lesungen angenommen. Was grämte ich mich vor ein paar Wochen noch darüber, dass ich aufgrund meiner familiären Situation keine Lesereise machen kann! Zu diesem Zeitpunkt war ich eigentlich schon in Verhandlungen für die 5 Termine. Und besser noch, sie ergaben sich aus einer Anfrage, die eigentlich kein Honorar angeboten hatten und ich sagte "für ohne Honorar arbeite ich nicht" und dann war auf einmal doch Honorar drin und familienfreundliche Arbeitszeiten. Ok, ich verdiene keine Reichtümer, aber: geht doch!

Der Liebste hat einen Job angeboten bekommen mit 25.000 € mehr im Jahr. Nun, er hatte auch zu wenig bisher. Das habe ich immer gesagt. Ich habe Angst zur "Frau des Fischers zu werden", ich will keine Ilsebill sein, aber ich bin schon sehr begeistert von der Idee, dass er ja sagen könnte. Das ist eine Menge Geld, der mir irgendwie ein Gefühl der Erleichterung verschaffen würde. Aber er soll entscheiden, ob das für ihn gut ist.

Ich würde zu gerne aufhören, im Stoffladen zu arbeiten. Seit mehr als 2,5 Jahren mache ich das. Die Arbeit ist körperlich sehr anstrengend und ich mag es nicht, wie uns die Samstage geraubt werden. Zunächst war es gut, damit Vater und Kind ihre Zeit haben und sich nicht immer nur auf mich verlassen. Jetzt habe ich aber das Gefühl, wir bräuchten als Familie oder auch als Paar mehr Zeit und diese Zeit wird durch den Job geklaut. Ich würde ihn gerne aufgeben, habe aber das Gefühl, dass ich - wegen der Büromiete - das Äquivalent verdienen muß. Ach, das wäre schön, wenn ich wieder irgendwo eine bezahlte Kolumne hätte. Universum, hörst du meinen Wunsch?

Die Blogserie, drüben im anderen Blog, macht mir Spaß. Es ist tatsächlich wie "Buch schreiben auf Probe". Die Bestätigung und auch die Ergänzungen durch die Kommentarleserinnen sind sehr wertvoll. Ich träume davon, dass ein Verlag auf mich zukommt und das Buch machen will. Dabei bin ich gar nicht sicher, ob ich Version a. "Sie zahlen das übliche Honorar, bei dem nicht viel rüber kommt" vorziehen würde oder Version b "ich lehne ein schlechtes Angebot ab und verlege die überarbeiteten Texte als E-Book selbst" vorziehen würde. Wahrscheinlich würde ich doch das erste Buch annehmen und mich wahnsinnig darüber freuen, dass ich mal nicht diejenige wäre, die gefragt hätte. Ich habe ja auch den Mann geheiratet, der gefragt hat.

Drüben im Blog läuft es gut, auch wenn es im Moment keine größeren Einnahmen bringt. Ich beginne, mich als Expertin zu etablieren. Das gefällt mir. Mir gefällt ja auch ohnehin, für das Lernen bezahlt zu werden. Wie gesagt, noch fließen für die Blogserien keine Gelder, aber ich halte es für sehr wahrscheinlich, dass das recht bald passieren wird: es könnte ein Buch werden, ich könnte Kurse geben - was auch immer. Jedenfalls darf ich das tun, was ich am liebsten mache: mich mit unfertigen Gedanken zeigen und trotzdem vorneweg gehen und klugscheißen. Das liegt mir schon sehr.

Noch eines: mir fällt immer wieder, auf, wie schlecht mein Selbstmarketing ist. Ich brauche ein paar Keywords, ein paar Beispielssätze, mit denen ich mich und meine Leistung verkaufe. Ich traue mir zu, so etwas mit Coachingklientinnen für sie herauszuarbeiten. Schon verrückt, dass mir das für mich so schlecht gelingt. Ich denke, das muß wirklich eine vordringliche Aufgabe der nächsten Monate sein. Ich arbeite ja daran mit Türschild und Website. Aber ich brauche es noch viel klarer. Kurze, knackige Sätze, um meinen Gemischtwarenladen selbstbewußt und stolz zu benennen, ohne es als Gemischtwarenladen zu bezeichnen oder sonstwie runter zu machen. Wenn ich das klarer habe, dann können die Leute auch zu mir kommen und dafür Geld bezahlen.

Mittwoch, März 02, 2016

Zurechtgerückt

Träume sind schon so ne Sache. Ich mag da jetzt nicht Ziel nennen. Das wäre zu strategisch. Nein, es war eher ein Traum, eine Vision verbunden mit dem Gefühl, unerreichbar zu sein. Nicht, weil es nicht wahrscheinlich wäre, sondern weil es mit meiner aktuellen Lebenssituation nur so schwer zu vereinbaren ist.

Ich spreche von einer Lesereise. Gestern auf der Lesung fragte ich die mir vom Sehen schon länger bekannte Autorin, die mit großem Knall ihren erstem Roman als Spitzentitel verkaufen konnte, was mich einfach nur freut, wie sie dazu gekommen ist, eine Lesereise zu machen. Ich meine: erster Roman. Wie kommt so etwas zustande? Nen Spitzentitel hatte ich auch schon mal, allerdings Sachbuch. Vielleicht ist es da anders? Also tolle Plakate, schneller Einstieg in die Bestsellerliste und ne Lesereise. Nicht schlecht. Ab gesehen davon, dass ich weiß, dass es sowieso nur läuft, wenn ein Buch ein Spitzentitel ist, also vom Verlag auf einer Doppelseite in der Vorschau präsentiert wird und auch zusätzliches Marketingbudget bekommt - das mit der Lesereise wurmte mich irgendwie. Ich mag Lesungen, ich freue mich über die damit verbundene PR, aber es ist auch ein großer Aufwand, in irgendein Kaff, hunderte von Kilometern entfernt zu fahren und es ist auch nicht gerade mit üppigem Honorar verbunden. Jedenfalls bei mir.

Die Autorin sagte, dass die Lesereise einfach passiert wäre. Buchhandlungen hätten angefragt, der Verlag hätte das organisiert.

Bei mir gibt es zwar auch auch mal ne Anfrage über den Verlag, aber den Rest mache ich. Diverse Mails und Telefonate hin und her und der blöde Verlag hat mir sogar die 50 Poster geschickt, damit ich sie fortan selbst verschicke. Das ist wohl der falsche Verlag!

Und dann sprach ich noch mit einer anderen Autorin, bekannt aus Funk und Fernsehen. Sie erzählte, dass sie nach 40 Lesungen kaputt ist und nicht mehr kann, aber 60 Lesungen auf dem Programm hat. Sie erzählte von einsamen, nicht wirklich schönen Hotelzimmern, von Hunger, weil vor der Lesung nichts gegessen wird und es hinterher in dem Kaff nichts mehr gibt. Von Bifi und nicht mehr über die eigenen Witze lachen können. Mein Traum platzte wie eine Seifenblase.

Eine richtige Lesereise kann ich ohnehin nicht machen. Meine familiäre Situation erlaubt es mir nicht, wochenlang am Stück weg zu sein und jede Reise bedeutet für mich einen größeren Angang: ich muß organisieren und schlimmer noch, ich muss um Unterstützung bitten. Meine Wünsche werden von den Familienmitgliedern zwar in der Regel erfüllt, aber ich habe immer das Gefühl, dass diese Extrawünsche eine Ausnahme bleiben sollen und ich sehr dankbar dafür sein muss.

Vielleicht habe ich mir etwas vorgemacht? Vielleicht ersehne ich gar nicht die Lesereise? Oder vielleicht ist die Realität so viel weniger glamourös als der Traum, dass es wirklich besser ist, sich von dem Traum zu verabschieden.

Letztlich geht es mir eigentlich nur um eines: ich will weiter Bücher schreiben, denn ich schreibe gerne und ich finde es auch nett hin und wieder, eine Lesung zu machen. 

Das bedeutet aber, dass ich gar keine Lesereise erträume, sondern eigentlich nur ausreichend Erfolg, so dass ich neue Projekte machen darf und ausreichend Geld dafür bekomme.

Ich weiß, dass es oft günstiger ist, konkrete Träume zu haben, bunt ausgemalte Wünsche erfüllt "das Universum" leichter, als so einen abstrakten Wunsch wie der nach Geld und Erfolg. Aber ich glaube, die Lesereise ist es nicht, was ich wirklich will. Wie male ich meine Vision neu?

Und ganz nebenher bemerkte ich: ich bin so unglaublich schlecht darin, mich selbst zu verkaufen, von mir zu erzählen. Was laberte ich "bin aus dem Sumpf der Familienphase endlich wieder raus"....oh meine Güte. In Nebensätze sagte ich "ich bin wieder da! Ich habe ein neues Buch! Es ist ein Manifest". Das sollten die Hauptsätze sein!

Vermutlich geht es gar nicht um den Traum, um die Vision sondern darum, im Hier und Jetzt Worte dafür zu finden was ist und was daran toll ist.

Donnerstag, Februar 11, 2016

Wer bin ich und wenn ja wie viele?

Ich lande immer wieder am gleichen Punkt. Wer bin ich und wenn ja wie viele?  Wie nenne ich meinen Gemischtwarenladen? Ich biete unterschiedliche Dienstleistungen an und statt das länger zu verschweigen, sage ich das nun der Öffentlichkeit. Aber wie?

Ganz konkret bin ich nicht nur an meiner neuen Website, sondern habe auch das schöne Problem, ein Türschild für mein neues Büro zu brauchen. Für den Onlineauftritt habe ich mich dazu entschlossen, die unterschiedlichen Dienstleistungen und Themen nebeneinander stehen zu lassen, denn das ist das, was mich ausmacht. Ich bin ich, genau so und mit alle dem, selbst wenn jemand nur einen Ausschnitt davon möchte. Im Internet ist Platz - da darf das alles stehen. Sollen sich die Leute doch ihren Teil dabei denken. An der Tür ist das dann doch etwas anderes.

Ich vermute, dass die KundInnen, die in meine Büro kommen, nur Coaching bei mir kaufen. Die anderen Produkte und Dienstleistungen werden online abgewickelt. Es gibt also keinen Grund, das diese unbedingt an der Tür stehen müssen. Und trotzdem fühlt es sich komisch an, an die Tür nur meinen Namen und "Coaching" zu schreiben. Wo bleiben da die Bücher, die Texte, das professionelle Bloggen? Und wo bleibt die Marke und das Gewerbe?

Die Klammer bin ich, mein Name. Alles läuft letztlich über meinen Namen, die Texte, die Beratung und auch die Produkte, die unter der Marke verkauft werden, denn das Gewerbe trägt meinen Namen. Würde es also nicht reichen, einfach nur ein hübsch designtes Türschild zu haben, auf dem nur mein Name steht? Den Gemischtwarenladen kann ich doch an anderer Stelle erklären. Oder?

Während ich innerlich meinen Frieden damit gemacht habe zu akzeptieren, dass ich "viele" bin und unterschiedliche Dinge anbiete und genau das meine Qualität ausmacht, fällt es mir schwer, das nach außen hin zu erklären und zu vertreten. Ich merke, wie ich ganz viel darüber nachdenke, was andere von mir denken könnten und ob das alles so ok ist, wie ich mir das überlegt habe. Na klar ist das wichtig, denn ich will ja auch etwas verkaufen, aber mit diesen Gedanken habe ich schon wieder das Gefühl zu zerfasern und mich zu verlieren.

Mittwoch, Februar 10, 2016

Mein Name an der Tür

Ich bin sehr gerührt. Sitze zum Probearbeiten in einem Büro. Klingt unspektulär, ist es aber nicht. Seit 15 Jahren habe ich nicht mehr in einem Büro gearbeitet. Homeoffice, Familienphase, Homeoffice. Auf dem Weg, während des Berufsverkehrs in den öffentlichen Verkehrmitteln, merkte ich erst, wie abgeschottet von der Welt ich in den letzten Jahren war. Frühmorgens in Bus und S-Bahn waren ganz andere Menschen zu sehen. Mehr, wie du und ich. 80% der Menschen waren unter 50. Alle hatten Taschen dabei und fuhren zur Arbeit. Ganz normal. Nur für mich war es nicht normal, ich saß aufgeregt dazwischen. Wie am ersten Schultag oder besser noch, wie bei einem Schnupperbesuch in einer anderen Welt.

Jedes Jahr im Februar habe ich die Sehnsucht nach einem Büroraum. Letztes Jahr war ich auf der Suche nach einem Näh-Büro, einem Arbeitsplatz, an dem ich Schreiben und Nähen kann. Das stellte sich als sehr schwierig heraus. Dieses Jahr weiß ich, dass mein Fokus auf dem Coaching liegt. Ich habe Lust, wieder Coachings zu geben - nicht, um jetzt wie ein Zahnarzt einen Coachingklienten nach dem anderen zu empfangen und abends nicht mehr zu wissen, was mir die einzelnen Menschen erzählt haben. Nein, ich möchte auch weiter Schreiben als Hauptprodukt sehen. Aber ich möchte wieder Coachings geben. Und genauer gesagt: ich möchte selbstbewusst auftreten und sagen „kommen Sie gerne zu mir, mein Name steht an der Tür.“

Als ich am Montag dieses Büro anschaute war ich erst sehr klein mit Hut. Die schicke Atmosphäre des Architekturbüros + Arbeitsplätze schüchterte mich ein. Dabei war ich doch genau auf die Eiermannschreibtische und das Stichwort Architekten in der Anzeige abgefahren. Mir erschien der Sprung aus dem Homeoffice sehr groß. Von der Jogginghose in das stylishe Büro. Ich hatte das Gefühl, dass es etwas dazwischen geben müsste, um langsam in das Büroleben hinein zu wachsen. Mittlerweile habe ich noch andere Büroarbeitsplätze angesehen und habe nun das Gefühl, dass ich genau dieses Schicke brauche. Ich habe weder die finanziellen Mittel noch das Händchen, ein stylishes Büro einzurichten. Warum also nicht davon profitieren, was andere vorgelegt haben? Ich darf es ja heute ausprobieren. Noch sitze ich hier fast alleine, die anderen Freiberuflerinnen starten wohl erst später in den Tag - das finde ich aber ganz angenehm, um Schritt für Schritt meine Schüchternheit abzulegen und hier anzukommen.

Gestern traf ich mich mit einer Freundin zum Lunch. Auch dieses Rauskommen aus der heimischen Bude war ungemein wohltuend, obwohl ich zunächst dachte, dass ich eigentlich gar keine Zeit dafür hätte. Welch dumme Rechnung! Das ist so gut investierte Zeit. Ich hoffe, dass die Fahrzeit hin und weg vom Büro auch gut investierte Zeit ist. Als ich heute morgen gerührt über den Markt lief, hatte ich diese Gefühl, es kann aber gut sein, dass ich recht bald davon genervt bin. Wie alle Freundinnen, denen ich vom Büro erzählte sagte sie „wie wunderbar, mach das!“ und am Schluss stellte sie die entscheidende Frage (Es ist so großartig, so kluge und einfühlsame Freundinnen zu haben!): Was soll an der Tür stehen?

Die Frage der Fragen: wer bin ich und wenn ja wie viele. Welchen Teil meines „Gemischtwarenladens“ mache ich sichtbar? Nun ja, eines nach dem anderen. Jetzt sitze ich erst einmal hier und überlege, ob ich Geld und Zeit investiere, aus meiner Gemütlichkeit rauszukommen und mit dem Arbeiten ernst zu machen. Mein Bauch sagt seit zwei Tagen JAAA, JAAA, JAAAA. Aber jetzt erst mal schnupperen und seelig in mich hineingrinsen mit dem der Textzeile im Ohr „… wie mein Name an der Tür“. Ja, darum gehts. Mein Gemischtwarenladen ist mein Name. Ich biete das an, weil ich ich bin und niemand sonst kann das, was ich mache. Mein Name gehört an eine Tür, damit ich freundlich dazu einladen kann, etwas mit mir zu arbeiten und mir dafür Geld zu geben. So soll das sein!

Freitag, Februar 05, 2016

Scheiß auf die Gerechtigkeit!

Nach dem Theater saßen der Lieblingsonkel und ich noch beisammen und redeten über die Inszenierung. Gerechtigkeit war ein Thema und irgendwann sagte der vornehme, ältere Herr "Scheiß auf die Gerechtigkeit", voller Emotionen und mit großem Ernst. Er erzählte, wie er sich über seinen Vater aufregte, der auf einen ausgesprochenen Wunsch stets antwortete "das kann ich dir nicht geben, weil ich es sonst deiner Schwester auch geben müsste" und ich verstand, denn seine Schwester ist meine Mutter und diese krude Form von Gerechtigkeit musste auch ich oft erleben.

Schon als Kind spürte ich, dass damit etwas nicht in Ordnung ist und verstand nicht, warum stets ein Ausgleich stattfinden müsste. Ich wollte gesehen werden, ich wollte in meinen Bedürfnissen ernst genommen werden. Ausgleichende Gerechtigkeit bedeutet, dass auch ein anderer etwas bekommt, ohne dafür ein Bedürfnis zu haben.

"Wer so eine Gerechtigkeit will, weiß nicht, was Liebe ist." sagte er und ich fühlte mich verstanden. Ein Leben lang kämpfe ich nun schon dafür, gesehen und geliebt zu werden.

Ich Idiotin will in die Talkshow damit meine Eltern stolz auf mich sind. Muss ich ins Fernsehen, damit sie mich endlich sehen? Mittlerweile bin ich eigentlich alt genug, um zu wissen, wer ich bin und sollte doch unabhängig sein, von der Bewertung meiner Eltern. Aber von der Liebe wird man vermutlich niemals abhängig. Doch es tut gut, "Scheiß auf die Gerechtigkeit" zu sagen und nach eigenen Maximen zu leben.

Freitag, Januar 08, 2016

Tragt mich auf die Bühne oder lasst es bleiben!

Gestern noch auf twitter gewitzelt, heute, nach der Verlegung der ersten Arbeitseinheit in die Badewanne, mit Überzeugung und Nachdruck:

Ich halte nur noch Vorträge, bei denen ich auf die Bühne getragen werde!

Oder zumindest nen roten Teppich ausgelegt bekomme!

Gestern Nachmittag hatte ich solche Kopfschmerzen und ich bin sicher, dass sie mit dem CvP dieser blöden berliner Internetkonferenz zu tun hatten. Es fällt mir so schwer, einen Vorschlag zu machen. Das ist so absurd, denn den Vortrag habe ich ja schon mal mit Szenenapplaus gehalten. Aber es geht ja auch nicht um den Vortrag, sondern darum, am Türsteher vorbei zu kommen, die Erlaubnis zu bekommen, die Bühne betreten zu dürfen.

Natürlich bekam ich davon Kopfschmerzen, denn 2016 ist doch das Jahr, an dem ich mir den Erfolg erlaube!

Die Betonung ist eine andere, als in den letzten Tagen. In den letzten Tagen meinte ich ERFOLG und in der Badewanne wurde mir klar, dass die Betonung auf ICH ERLAUBE MIR liegt. Das heißt nicht nur, dass ich darauf achten will, mir selbst nicht mehr im Wege zu stehen, sondern dass ich auch auf Türsteher scheiße. Ich werde jetzt noch ein mal ein Paper einreichen und ich werde das Thema nicht hintenrum auf die Bühne mogeln versuchen sondern klar zu benennen. Das Kopfweh resultierte aus dem Problem, dass ich bei den coolen Jungs ein Segen für mein Thema bzw. für mich haben wollte. Was kümmern mich die coolen Jungs, vielleicht ist das gar nicht die richtige Bühne! Ich biete denen jetzt noch einmal an, was ich zu bieten habe, denn das Paper ist so gut wie fertig, und wenn sie es nicht wollen, sollen sie sich gehackt legen.

Das absurde an den Kopfschmerzen war ja auch, dass ich vormittags ein tolles Telefonat mit einer "Kollegin" hatte, die ich um Rat bezüglich Kalkulation im neuen Feld bat. Sie lieferte mir auf dem Silbertablett mein Produkt, das ich so krampfhaft suchte, das ich nur so schwer benennen konnte. Für sie war das sonnenklar, dass ich diejenige bin, die dieses Thema in Deutschland bringen muss, weil ich es ausstrahle und weil ich überzeugend bin. Sie sagte, es wäre völlig egal, dass ich das Problem für mich noch nicht komplett gelöst hätte. Das, was ich jetzt zu bieten hätte, wäre schon so viel. Und sie sagte, damit bist du alleine, niemand macht dir Konkurrenz, das machst du super und freute sich wie Bolle mit mir.

Das fühlte sich gut an.

Eine Sache stört mich allerdings. Gestern hörte ich von zwei Seiten, dass in diesem Feld "Honorare wie bei der Volkshochschule" gezahlt würden. Das ist doch ein Scheiß. Nur weil da Frauen arbeiten? Neee, das funktioniert für mich nicht. Die Kollegin erzählte, dass es immer wieder Frauen versuchen würden, höherpreisig zu arbeiten, dann aber schnell von der Bildfläche verschwinden würden. Warum sie verschwinden, sagte sie nicht. Vielleicht muss ich dem noch mal nachgehen.

Ich hatte sofort den Impuls, eine Gewerkschaft zu gründen.

In der Badewanne dachte ich dann, dass es vielleicht für das, was es dort jetzt gibt, traditionell Volkshochschul-Honorare gibt und das ich vielleicht doch wieder mehr Coachings geben sollte, denn dort sind ja höhere Honorare ein normaler Marktpreis (auch wenn das alles sehr schwankt und subjektiv ist). Und dann dachte ich, dass ich doch vielleicht beides verbinden könnte. Coachings zum Thema. Dann bin ich auch keine Quereinsteigerin und Anfängerin. Dann kommt die Autorin und Coach und ist eben ein bisschen teurer. Diese anderen Dienstleistungen kann ich ja zum VHS-Honorar anbieten und als Marketing verbuchen. Diese Idee werde ich noch genauer bedenken.

Montag, Januar 04, 2016

Vorhaben für die Zukunft

Mein fester Vorsatz fürs neue Jahr, nein für die Zukunft, für immer: fortan erlaube ich mir erfolgreich zu sein.

Irgendetwas ist in mir drin, das mir in der Vergangenheit verboten hat, richtig erfolgreich zu sein. Als würde mir Erfolg nicht zustehen. Ich sabotiere mich selbst, wenn es anfängt, gut zu laufen, dann wechsele ich das Thema und fange etwas Neues an oder stehe mir anderweitig im Weg. Warum?

Es ist, als hätte man mir in früher Kindheit gesagt, dass ich zu den Erfolglosen gehöre. Ich erinnere mich noch gut an meine Schulzeit, da gab es die Sonjas, die Andreas, die Claudias, die Petras, die Schönen und Erfolgreichen. Es kann doch nicht sein, dass nur, weil mein Vorname auf einem unbetonten "e" endet, ich zu der anderen Gruppe gehöre. Das mit der Schönheit hat sich für mich erledigt, seit dem ich selbst bestimme und gestalte, was ich anziehe, finde ich mich ziemlich ok und gleichzeitig sehe ich, wie die Schulhofschönheiten verblassen. Früher wartete ich immer genau auf diesen Punkt, um aus der zweiten Reihe hervorzutreten, und mit Wissen statt Schönheit zu glänzen. Heute denke ich, was ein kapitalistischer Selbstoptimierungszwang, der uns in schön und nicht-schön einteilt - scheiß drauf!

Deswegen scheiß ich jetzt auch auf die tief verinnerlichte Hypothese, zu den Nicht-Erfolgreichen zu gehören. Ich weiß, ich behaupte das schon länger, es wird Zeit, dass ich es verinnerliche. Ich beginne damit aufzulisten, worauf ich ZU RECHT stolz sein darf, was ich 2015 geschaffen habe:


  • ein Buch geschrieben - in rasantem Tempo - und veröffentlicht
  • ein Fernsehscheiß durchgestanden
  • einen Vortrag - mit Szenenapplaus - gehalten
  • mich getraut, mit meinem Klarnamen mich im Internet zu zeigen
  • beharrlich Social Media-Aktivitäten gemacht, als mich das konventionelle Medium durch den Dreck gezogen hat
  • eine Menge Geld in ein Zukunftsprojekt investiert
  • die ersten Aufträge für eine Blogproffessionalisierung an Land gezogen
  • zwei Jahre lang bei einem Publikumsmedium ein schwieriges Thema geschrieben und das wöchentlich. 

Wahrscheinlich ist diese Liste sogar noch unvollständig, obwohl sie in der Tat beachtlich ist. Letztlich bedeutet sie zusammengefasst: ich bin aus meinem Kämmerlein rausgegangen und habe laut und deutlich "hier bin ich" gesagt, auch noch dann, als mir ans Bein gepinkelt wurde. Gerade letzteres ist etwas, worauf ich wirklich stolz sein kann, denn die sonst typische Reaktion von mir ist, gekränkt in die Depression zurück zu verschwinden. 

Trotzdem war ich zum Jahresende enttäuscht. Ich hatte mir, nach dem großen Schritt, einen größeren BAMM erhofft: Schalter auf an, Erfolg da. Ich sah mich in Talkshows sitzen und Weisheiten zum Besten geben. Es kränkte mich, dass das Interesse der großen Medien ausblieb. Ich hatte vor zwei Jahren - aus Spaß?! - das Ziel formuliert "in der Talkshow als Expertin sitzen und war enttäuscht, dass das nicht einfach so geklappt hat. 

Nach der Medienerfahrung der letzten Monate frage ich mich allerdings, ob ich das Ziel nicht korrigieren sollte. In der "Talkshow" schwingt mit, dass ich als Expertin wahrgenommen werde, aber eigentlich ist das ja nur das mittelbare Ziel. Ganz ehrlich geht es doch nicht nur um Anerkennung und Wertschätzung, sondern um Geld verdienen. Ab gesehen davon, dass ich nun endlich den Erfolg in mein Leben lassen will und dies durchaus monetär verstehe, formuliere ich nun:

Ich will Schreiben und Vorträge halten und damit ordentliches Geld verdienen. 

Los geht's!



wünsche:

  • ein häuschen in den elbvororten
  • ein klavier
  • ein tanzkurs mit meinem liebsten
  • einen kochkurs (am liebsten indisch)
  • ein städteurlaub in rom oder barcelona oder kopenhagen