Donnerstag, August 28, 2014

Tagebuchbloggen?

Irgendwie reizt es mich, mit dem Tagebuchbloggen zu beginnen. Gleichzeitig rollen sich mir die Zehennägel auf bei der Vorstellung, "mir noch ein neues Hobby" zuzulegen. Der Tag hat sowieso zu wenig Stunden und der Rechner ist jetzt schon zu lange an.

Gestern erzählte ich dem Gatten voller Stolz, dass es nun beruflich wieder läuft und ich ca. 800 € pro Monat regelmäßig nach Hause bringe. Er meinte, damit wäre noch nicht mal die Miete bezahlt und zack, war meine gute Laune dahin. Auch wenn es in meinen Augen nach der Elternzeit viel zu lange gedauert hatte, bis ich überhaupt wieder einigermaßen Geld verdiente, finde ich, dass ich als Teilzeit-Autorin durchaus stolz auf regelmäßige 800 € sein kann. Von den 6 Stunden, die das Kind in der Kita ist, bleiben mir netto vielleicht 4 Stunden Arbeitszeit, wenn überhaupt. In den 6 Stunden fahre ich 2 x zur Kita, erledige ich Einkäufe, mache die Wäsche, räume ich auf, erledige ich alle meine Arzt-Friseur-was-weiß-ich-Termine, ruft meine Mutter an "hast du Zeit, übrigensblabla", organisiere ich Kind-Verabredungen, bereite Kindergeburtstag vor, besorge ich Geschenke und mache einen 400 €-Job. Nebenher als Autorin noch Geld zu verdienen ist nicht wirklich einfach. Ganz abgesehen davon, dass durch die Überstunden des Mannes in den letzten Monaten, noch mehr der eigentlich aufgeteilten Familienpflichten an mir hängen blieben.

Ich weiß, dass es wenig Geld ist und ich weiß, dass ich nicht davon leben könnte und schon gar nicht als alleinerziehende Mutter. Aber das habe ich doch auch gar nicht vor. Wenn ich aber aus dem Blickwinkel einer Existenzgründerin schaue und das bin ich eigentlich nach der viel zu langen Elternzeit, dann ist es schon gar nicht so schlecht, regelmäßig 800€ zu verdienen. Was nützt es mir, eine teure Beratung zu verkaufen, wenn das ein 3-Treffen-Geschäft ist, bei dem ich nicht weiß, wann oder ob das überhaupt weiter geht. Das Regelmäßige weiß ich mittlerweile zu schätzen. Und wenn das Regelmäßige eben durch die eine oder andere teuer verkaufte Stunde aufgerundet wird, finde ich das gar nicht so schlecht. Das Regelmäßige ist nicht so gut für das Selbstbewußtsein, wie ein fetter Tagessatz, aber es ist gut für die Zufriedenheit.

Vielleicht sollte ich doch mal Tagebuchbloggen, um zu sehen, was ich den ganzen Tag so mache. Vielleicht erkenne ich dann die Zeitfallen oder schätze ein bißchen mehr wert, was ich so treibe. Oder ich stelle fest, dass ich gar nicht so lebe, wie ich es eigentlich will? Das wäre gefährlich. Aber eigentlich kann ich mir das gar nicht vorstellen. Eigentlich bin ich zufrieden mit meiner Lebenssituation. Ich habe mich nur über den Kommentar "nicht mal die Miete" geärgert.

wünsche:

  • ein häuschen in den elbvororten
  • ein klavier
  • ein tanzkurs mit meinem liebsten
  • einen kochkurs (am liebsten indisch)
  • ein städteurlaub in rom oder barcelona oder kopenhagen