Dienstag, Februar 08, 2011

Was wird es denn?

Achja, die liebe Schreibhemmung. Recherchieren ist ja viel schöner!

Zwei Herzblutthemen habe ich derzeit und den Wunsch und Willen daraus Bücher zu machen. Aber ich habe keine Ahnung, was für ein Buch das jeweils werden könnte. Ich versuche mir die Zielgruppe vorzustellen und obwohl ich sie vor Augen habe, bleibt es schwammig.

Also, da ich ja keine große Erfinderin bin, wird es wohl ein Sachbuch werden. Meine bisherigen Bücher wurden als Ratgeber kategorisiert. Da ich ja gerne klugscheiße berate ist das wohl auch eine richtige Einordnung. Aber zum einen ist der Ratgeber irgendwie verbrämt und zum anderen sind meine Gedanken zu den Themen noch zu unfertig zum Klugscheißen.

Anders herum gedacht: was wünscht sich eine potentielle Leserin (und ich vermute mal stark, dass es sich wieder um Leserinnen handelt). Im ersten Buch löste ich dieses Problem, in dem ich behauptete, das Buch wäre eine "Freundin", also jemand mit dem man in einen inneren Dialog treten kann - um herauszufinden, was man will. Das heißt, die Käuferin hat ein Problem und sucht dafür eine Lösung. Diese Frauen wandern zwangsläufig in die Ratgeber-Ecke von Buchhandlungen.

Das Sachbuch wäre eher für die Menschen (sind das eher Männer?), die etwas wissen wollen oder die etwas bestätig haben wollen, was sie ohnehin ahnen. Das Buch liefert Argumente und Fakten. Es hilft dem Mensch, sich einer Gruppe von Menschen zugehörig zu fühlen, die das gleiche denken.

Ich habe einige Sachbücher zu meinen zwei Themen gelesen. Sie sind interessant, aber sie berühren mich nicht. Viele interessante Fakten, vielleicht zu viele. Am Ende bleibt nix hängen außer dem Gefühl, zu diesem Thema ein Buch gelesen zu haben.

Ich habe auch Ratgeber zu meinen zwei Themen gelesen. Sie sind mir zu platt, zu eindimensional.

Ist der Unterschied zwischen diesen zwei Kategorien die Dimensionalität? Muß ich also einen mehrdimensionalen Ratgeber schreiben (so wie Buch 1 und 2) oder ein Sachbuch, dass irgendwie mehr berührt, als die, die ich las? Und wie geht das?

Auf einer Seite für Autoren litscage de fand ich folgendes:

"Ein Sachbuch muss nüchtern geschrieben sein, nahe an der Realität. Die abgehobene Schreibweise steht dem entgegen, sie ist aber vielen Autoren eigen. 
Allerdings muss die Sprache deutlich sein und darf nicht irgendwo zwischen den Stühlen angesiedelt werden."


Nun, dann sollte ich wohl wie gehabt wenig nüchtern und flappsig schreiben, obwohl ich Kluges zu sagen habe?

Nun gut, die oben genannte Quelle ist wohl nicht sehr dienlich, denn weiter unten heißt es:

"Zudem muss beim Schreiben eines Ratgeberbuches immer klar sein, dass eine gewisse Distanz des Autors zum Thema gewahrt bleiben muss. "

Das ist ja wohl Quatsch!

Ach, wenn ich nur wüsste, was es wird, könnte ich anfangen. Aber das ist wohl auch Quatsch....

Ok, dann sammele ich noch mal, was wichtig sein könnte. Das Buch soll:


  • ein Thema haben, dass mich berührt und betrifft 
  • das Thema soll aktuell sein, einen Trend betreffen, (aber es muß genügend Leute geben, die sich für diesen Trend interessieren und Fragen dazu haben)
  • es soll klug sein
  • aber auch unterhaltsam
  • es richtet sich an "Laien", mmmh, nee es richtet sich an Menschen, die mit dem Thema was zu tun haben, obwohl sie es nicht "studiert" haben. 
  • ich mag keine Fotos, Grafiken, Zeichnungen oder Tabellen im Buch
  • ich arbeite gerne mit Geschichten, Fallbeispielen
  • das Buch gibt Anregungen, Fragen, um herauszufinden, was man will und über ein Thema denkt. 

Mmmmh, ich könnte noch von einem anderen Punkt anfangen zu denken. Also, meine Themen sind natürlich nur bedingt originell, das heißt, andere Medien arbeiten auch an diesen Themen. Warum also gerade ein Buch darüber schreiben statt einen Film machen oder einen Kurs geben oder in einem Magazin darüber schreiben oder oder?

  • ein Buch wird im eigenen Tempo gelesen, man kann innehalten und nachdenken
  • ein Buch ist ausführlicher als ein Artikel in einem Magazin etc. 
  • ein Buch ist schneller gekauft als ein Kurs belegt
Aber: ein Buch ist fertig. Die KonsumentInnen können an der Gestaltung nicht mehr mitwirken. Mmmmh. Ein Blog zum Buchprojekt? Auch nix neues. 

Ach herrje. Ob mein Agent ne Antwort hat?

Also, der sagt: Debattenbuch, nein. Erfahrungsbericht ja. Bitte lustig. Um das lange Gespräch kurz zu fassen. Mmmmh bringt mich das weiter?

Nun, ein bißchen zumindest, denn Buch1 ist auch als "Tagebuch" gestartet. Ich hatte einfach mal aufgeschrieben, was ich erlebt hatte und beschloß anschließend zu sortieren. Bereits wärend des Schreibens fand ich Wiederholungen und hatte dann die Wahl die Wiederholungen zu streichen, um Redundanzen zu vermeiden, oder sie ernst zu nehmen und Erkenntnisse daraus zu gewinnen.

Also packen wir die Schreibhemmung mal über Bord und fangen mit dem Erfahrungsbericht-in-lustig an. Morgen. Denn gleich muß ich das Kind aus der Kita abholen.




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wünsche:

  • ein häuschen in den elbvororten
  • ein klavier
  • ein tanzkurs mit meinem liebsten
  • einen kochkurs (am liebsten indisch)
  • ein städteurlaub in rom oder barcelona oder kopenhagen