Montag, Januar 17, 2011

Umsonst arbeiten, nein Danke?

Umsonst arbeiten geht irgendwie gar nicht. Und doch passiert es immer wieder. Warum eigentlich?

Ich hatte mir irgendwann überlegt, dass ich es besser finde, eine Leistung zu verschenken, als zu wenig Geld dafür zu bekommen. An sich eine gute Überlegung. Der Hintergedanke: wenn ich etwas verschenke, dann überlege ich mir im Vorfeld, wie sehr ich die Person mag und ob diesem Menschen gerne etwas schenken will. Meist habe ich dann schnell klar, ob ich schenken will, oder nicht. Wenn ich zweifele habe ich folgendes "Hintertürchen": wenn ich etwas schenke, dann wird es irgendwann, irgendwie einen universellen Ausgleich geben. Schließlich habe ich auch schon Einiges geschenkt bekommen.

Leicht ist das Schenken, wenn ich etwas verschenke, was nicht üblicherweise für den Broterwerb bestimmt ist. Aber meist ist es so, dass ich Leistungen verschenke, die eigentlich mit meinen Berufen zusammen hängem: Ich lese Texte und Businesspläne Korrektur. Erstes tue ich, weil ich es meist spannend finde (z.B. Buchmansukripte oder Doktorarbeiten) und zweiteres fällt mir einfach so leicht. Ich weiß, wie ätzend es ist, sich aufzuraffen und einen Businessplan zu schreiben (obwohl es dafür im Netz diverse Vorlagen gibt, die man nur anpassen muß) und ich weiß, wie leicht es mir fällt, etwas Kluges dazu zu sagen.

Warum verschenke ich das also? Weil ich es spannend finde und es mir leicht fällt? Das ist doch eigentlich kein Kriterium, denn warum sollte mir honorierte Arbeit nicht leicht fallen und spannend sein?

Weil ich weiß, dass die andere Person auch wenig Geld hat und ich dieses Situation nur zu gut kenne? Ist das wirklich ein Argument? Gerade weil ich auch nicht in Reichtümern schwimme, habe ich eigentlich nicht viel zu verschenken. Aber da ich so wenig Geld spenden und verschenken kann, neige ich dazu, Zeit zu verschenken. Wenn die andere Person kein Geld für meine Leistung übrig hat, dann ist es ihr vielleicht auch gar nichts wert? In solchen Fällen muß ich darauf aufpassen, ob ich die Leistung anbiete oder ob ich gefragt werde.

Aber anderseits: Klappern gehört zum Geschäft. Wie sollen die Leute davon erfahren, wenn ich nicht darüber spreche. Vielleicht wären sie ja doch dankbar, es zu wissen, weil sie gerade sowas gesucht haben. Merke: darüber sprechen JA, kostenlos anbieten NEIN.

Wie komme ich da gerade drauf? Ich habe den Text "Alles Hobby, oder was? - die Sache mit dem Lesungshonorar" von Petra A. Bauer gelesen, den ich mir bookmarken wollte, um mich immer wieder daran zu erinnern, wie das mit Honoraren für Lesungen ist, falls ich es mal vergessen sollte.

Und wie durch Zufall las ich gestern "Thema Urheberrecht: wofür werden AutorInnen eigentlich bezahlt" und "Ich schreibe nicht für Euch" von der klugen Antje Schrupp, die sich Gedanken darüber macht, warum sie blogt.

Beide Autorinnen haben informative Websites, auf denen klar erkennbar ist, worüber sie nachdenken und worüber sie bereit wären, zu schreiben oder zu reden - und was das dann kostet. Ich sollte mir überlegen, ob ich nicht doch noch mal das Projekt Website starte und deutlich verkünde, was mich beschäftigt. Denn genau das möchte ich doch. Geld dafür bekommen, dass ich schreibe, rede und vermittle, was mich gerade beschäftigt.

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wünsche:

  • ein häuschen in den elbvororten
  • ein klavier
  • ein tanzkurs mit meinem liebsten
  • einen kochkurs (am liebsten indisch)
  • ein städteurlaub in rom oder barcelona oder kopenhagen