Dienstag, April 05, 2011

Wunder

Tja, Universum, du haust mich immer wieder um. Hatte ich erst im Oktober eine prompte Wunscherfüllung (ich wollte unbedingt eine Frau aus Wien kennenlernen und 10 Tage später, saß ich ihr gegenüber und machte Geschäfte), flutscht es derzeit auch wieder, obwohl ich mich nicht an klarformulierte Bestellungen erinnern kann.

Ich beschäftige mich intensiv mit einem Thema und bin etwas böse auf mich, dass sich das Buch nicht von selbst schreibt. Aber ich habe ein sehr gutes Exposée geschrieben, dass meine Agentur begeistert und es fliegen mir drumherum-Angebote zu. Jetzt schreibe ich schon für zwei Indie-Magazine zum Thema und biete auch in Kooperation mit einem Laden, Beratung zum Thema an - was für ein Thema das ist, kann ich derzeit noch nicht verraten.

Obwohl es natürlich gut wäre, das Buch "einfach" zu schreiben, denn im Kopf ist schon so viel klar, merke ich doch, wie es wohl unproduktiv ist, mich zu schelten, weil es nur so langsam voran geht, denn drumherum passiert ja was. Allerdings, da muß schon noch ein bißchen mehr passieren, um davon leben zu können. Mist, schon wieder in dieser negativen Gedankenschlaufe! Der beste Ehemann sagt, ich brauche mir keine Sorgen zu machen und ich fülle das Druck-Vakuum selbst auf. Ich sollte wirklich mehr auf Wunder und den Flow vertrauen!

Dienstag, Februar 08, 2011

Was wird es denn?

Achja, die liebe Schreibhemmung. Recherchieren ist ja viel schöner!

Zwei Herzblutthemen habe ich derzeit und den Wunsch und Willen daraus Bücher zu machen. Aber ich habe keine Ahnung, was für ein Buch das jeweils werden könnte. Ich versuche mir die Zielgruppe vorzustellen und obwohl ich sie vor Augen habe, bleibt es schwammig.

Also, da ich ja keine große Erfinderin bin, wird es wohl ein Sachbuch werden. Meine bisherigen Bücher wurden als Ratgeber kategorisiert. Da ich ja gerne klugscheiße berate ist das wohl auch eine richtige Einordnung. Aber zum einen ist der Ratgeber irgendwie verbrämt und zum anderen sind meine Gedanken zu den Themen noch zu unfertig zum Klugscheißen.

Anders herum gedacht: was wünscht sich eine potentielle Leserin (und ich vermute mal stark, dass es sich wieder um Leserinnen handelt). Im ersten Buch löste ich dieses Problem, in dem ich behauptete, das Buch wäre eine "Freundin", also jemand mit dem man in einen inneren Dialog treten kann - um herauszufinden, was man will. Das heißt, die Käuferin hat ein Problem und sucht dafür eine Lösung. Diese Frauen wandern zwangsläufig in die Ratgeber-Ecke von Buchhandlungen.

Das Sachbuch wäre eher für die Menschen (sind das eher Männer?), die etwas wissen wollen oder die etwas bestätig haben wollen, was sie ohnehin ahnen. Das Buch liefert Argumente und Fakten. Es hilft dem Mensch, sich einer Gruppe von Menschen zugehörig zu fühlen, die das gleiche denken.

Ich habe einige Sachbücher zu meinen zwei Themen gelesen. Sie sind interessant, aber sie berühren mich nicht. Viele interessante Fakten, vielleicht zu viele. Am Ende bleibt nix hängen außer dem Gefühl, zu diesem Thema ein Buch gelesen zu haben.

Ich habe auch Ratgeber zu meinen zwei Themen gelesen. Sie sind mir zu platt, zu eindimensional.

Ist der Unterschied zwischen diesen zwei Kategorien die Dimensionalität? Muß ich also einen mehrdimensionalen Ratgeber schreiben (so wie Buch 1 und 2) oder ein Sachbuch, dass irgendwie mehr berührt, als die, die ich las? Und wie geht das?

Auf einer Seite für Autoren litscage de fand ich folgendes:

"Ein Sachbuch muss nüchtern geschrieben sein, nahe an der Realität. Die abgehobene Schreibweise steht dem entgegen, sie ist aber vielen Autoren eigen. 
Allerdings muss die Sprache deutlich sein und darf nicht irgendwo zwischen den Stühlen angesiedelt werden."


Nun, dann sollte ich wohl wie gehabt wenig nüchtern und flappsig schreiben, obwohl ich Kluges zu sagen habe?

Nun gut, die oben genannte Quelle ist wohl nicht sehr dienlich, denn weiter unten heißt es:

"Zudem muss beim Schreiben eines Ratgeberbuches immer klar sein, dass eine gewisse Distanz des Autors zum Thema gewahrt bleiben muss. "

Das ist ja wohl Quatsch!

Ach, wenn ich nur wüsste, was es wird, könnte ich anfangen. Aber das ist wohl auch Quatsch....

Ok, dann sammele ich noch mal, was wichtig sein könnte. Das Buch soll:


  • ein Thema haben, dass mich berührt und betrifft 
  • das Thema soll aktuell sein, einen Trend betreffen, (aber es muß genügend Leute geben, die sich für diesen Trend interessieren und Fragen dazu haben)
  • es soll klug sein
  • aber auch unterhaltsam
  • es richtet sich an "Laien", mmmh, nee es richtet sich an Menschen, die mit dem Thema was zu tun haben, obwohl sie es nicht "studiert" haben. 
  • ich mag keine Fotos, Grafiken, Zeichnungen oder Tabellen im Buch
  • ich arbeite gerne mit Geschichten, Fallbeispielen
  • das Buch gibt Anregungen, Fragen, um herauszufinden, was man will und über ein Thema denkt. 

Mmmmh, ich könnte noch von einem anderen Punkt anfangen zu denken. Also, meine Themen sind natürlich nur bedingt originell, das heißt, andere Medien arbeiten auch an diesen Themen. Warum also gerade ein Buch darüber schreiben statt einen Film machen oder einen Kurs geben oder in einem Magazin darüber schreiben oder oder?

  • ein Buch wird im eigenen Tempo gelesen, man kann innehalten und nachdenken
  • ein Buch ist ausführlicher als ein Artikel in einem Magazin etc. 
  • ein Buch ist schneller gekauft als ein Kurs belegt
Aber: ein Buch ist fertig. Die KonsumentInnen können an der Gestaltung nicht mehr mitwirken. Mmmmh. Ein Blog zum Buchprojekt? Auch nix neues. 

Ach herrje. Ob mein Agent ne Antwort hat?

Also, der sagt: Debattenbuch, nein. Erfahrungsbericht ja. Bitte lustig. Um das lange Gespräch kurz zu fassen. Mmmmh bringt mich das weiter?

Nun, ein bißchen zumindest, denn Buch1 ist auch als "Tagebuch" gestartet. Ich hatte einfach mal aufgeschrieben, was ich erlebt hatte und beschloß anschließend zu sortieren. Bereits wärend des Schreibens fand ich Wiederholungen und hatte dann die Wahl die Wiederholungen zu streichen, um Redundanzen zu vermeiden, oder sie ernst zu nehmen und Erkenntnisse daraus zu gewinnen.

Also packen wir die Schreibhemmung mal über Bord und fangen mit dem Erfahrungsbericht-in-lustig an. Morgen. Denn gleich muß ich das Kind aus der Kita abholen.




Montag, Januar 17, 2011

Schreiben lernen

Ich überlege gerade, wie Kolumnenschreiben geht. Das ist notwendig, denn Ende Januar soll ich meine erste spätestens abgeben und heute ist der 17. Ich lese gerne Kolumnen. Ich liebe die Leichtigkeit. Aber wenn ich meine Textentwürfe sehe, dann sind die bleischwer, obwohl ich stets beim Lesen von Kolumnen dachte "oooch, das ist nett und bestimmt ganz easy, sowas zu machen".

Wahrscheinlich lege ich die Latte zu hoch und mache mir mal wieder Druck. Das ist ja sowieso derzeit eines meiner liebsten Hobbys. Nur, weil das dann gedruckt wird, ist es doch auch nur ein Text und bloggen geht doch auch. Nee, ist es nicht. Die Herausgeberin sagte dass sie es gerne literarischer hätte, deswegen ja von mir und nicht von irgendwelchen netten BloggerInnen. Ich nickte zustimmend, habe aber keine Ahnung, was darunter zu verstehen ist und geniere mich nun ein bißchen, nachzufragen.

Also habe ich mal recherhiert. Ganz oben gelistet fand ich die "10 Tipps, um gute Kolummnen zu schreiben"  von Lill Berry, las sie, dachte "jaja, schon klar" und habe vergessen, was drin stand. Schon aufschlussreicher war es, ihren Links zu gelungenen Kolumnen zu folgen. So bin ich vorhin zu Frau Bauer gelangt. Und dann blätterte ich, pausierend, in der neuen Nido, wohlwissend, dass FreiberuflerInnen nie pausieren, las einen interessanten Artikel von Matthias Kalle und studiere mich nun durch seine Kolumne im Tagesspiegel, um zu lernen.

Ich mag das, wie Herr Kalle im Kreis herum schreibt (Franzen, Brille, Nerds, Film, Film, Buch, Brille) oder wie er ein Subjekt "der Winter" mit einem verwandtem Verb "frieren" nutzt, um verschiedene Themen zu verbinden. Ganz einfach eigentlich.

Wahrscheinlich alles eine Frage der Übung und des Fleisses. Wie alles im Leben.

Ich arbeite ja ganz anderes. Mich interessiert ein Thema und dann denke ich an dem Thema herum. Ich lese alles, was mir dazu unter die Finger kommt und meist finde ich dann auch ständig etwas dazu (so wie die berühmten Schwangeren...) und dann müssen alle Gesprächspartnerinnen dafür herhalten, mit mir gemeinsam an dem Thema weiter zu denken. Diese Materialsammlung sortiere und bewerte ich und mache daraus einen Text. Ich liebe meine Arbeite, wenn sie aus dem Kaffeetrinken mit Freundinnen und dem anschließenden Aufschreiben besteht. Aber da meine Freundinnen so schlau sind, werden die Texte lang und damit, zumindest im Vergleich zu einer Kolumne auch bleischwer.

Die Würze der Kürze lag mir bisher nicht so. Aber ich mag Dada und vielleicht sollte ich diese Vorliebe für meine Arbeit kultivieren und nicht immer diese strenge wissenschaftliche Brille, die sich nach Vollständigkeit und Objektivität sehnt, aufhaben, sondern mehr darauf losspinnen. Denn ich finde intelligentes Spinnen sexy und genügend Material habe ich letzte Woche eigentlich schon gesammelt....Los jetzt!

Umsonst arbeiten, nein Danke?

Umsonst arbeiten geht irgendwie gar nicht. Und doch passiert es immer wieder. Warum eigentlich?

Ich hatte mir irgendwann überlegt, dass ich es besser finde, eine Leistung zu verschenken, als zu wenig Geld dafür zu bekommen. An sich eine gute Überlegung. Der Hintergedanke: wenn ich etwas verschenke, dann überlege ich mir im Vorfeld, wie sehr ich die Person mag und ob diesem Menschen gerne etwas schenken will. Meist habe ich dann schnell klar, ob ich schenken will, oder nicht. Wenn ich zweifele habe ich folgendes "Hintertürchen": wenn ich etwas schenke, dann wird es irgendwann, irgendwie einen universellen Ausgleich geben. Schließlich habe ich auch schon Einiges geschenkt bekommen.

Leicht ist das Schenken, wenn ich etwas verschenke, was nicht üblicherweise für den Broterwerb bestimmt ist. Aber meist ist es so, dass ich Leistungen verschenke, die eigentlich mit meinen Berufen zusammen hängem: Ich lese Texte und Businesspläne Korrektur. Erstes tue ich, weil ich es meist spannend finde (z.B. Buchmansukripte oder Doktorarbeiten) und zweiteres fällt mir einfach so leicht. Ich weiß, wie ätzend es ist, sich aufzuraffen und einen Businessplan zu schreiben (obwohl es dafür im Netz diverse Vorlagen gibt, die man nur anpassen muß) und ich weiß, wie leicht es mir fällt, etwas Kluges dazu zu sagen.

Warum verschenke ich das also? Weil ich es spannend finde und es mir leicht fällt? Das ist doch eigentlich kein Kriterium, denn warum sollte mir honorierte Arbeit nicht leicht fallen und spannend sein?

Weil ich weiß, dass die andere Person auch wenig Geld hat und ich dieses Situation nur zu gut kenne? Ist das wirklich ein Argument? Gerade weil ich auch nicht in Reichtümern schwimme, habe ich eigentlich nicht viel zu verschenken. Aber da ich so wenig Geld spenden und verschenken kann, neige ich dazu, Zeit zu verschenken. Wenn die andere Person kein Geld für meine Leistung übrig hat, dann ist es ihr vielleicht auch gar nichts wert? In solchen Fällen muß ich darauf aufpassen, ob ich die Leistung anbiete oder ob ich gefragt werde.

Aber anderseits: Klappern gehört zum Geschäft. Wie sollen die Leute davon erfahren, wenn ich nicht darüber spreche. Vielleicht wären sie ja doch dankbar, es zu wissen, weil sie gerade sowas gesucht haben. Merke: darüber sprechen JA, kostenlos anbieten NEIN.

Wie komme ich da gerade drauf? Ich habe den Text "Alles Hobby, oder was? - die Sache mit dem Lesungshonorar" von Petra A. Bauer gelesen, den ich mir bookmarken wollte, um mich immer wieder daran zu erinnern, wie das mit Honoraren für Lesungen ist, falls ich es mal vergessen sollte.

Und wie durch Zufall las ich gestern "Thema Urheberrecht: wofür werden AutorInnen eigentlich bezahlt" und "Ich schreibe nicht für Euch" von der klugen Antje Schrupp, die sich Gedanken darüber macht, warum sie blogt.

Beide Autorinnen haben informative Websites, auf denen klar erkennbar ist, worüber sie nachdenken und worüber sie bereit wären, zu schreiben oder zu reden - und was das dann kostet. Ich sollte mir überlegen, ob ich nicht doch noch mal das Projekt Website starte und deutlich verkünde, was mich beschäftigt. Denn genau das möchte ich doch. Geld dafür bekommen, dass ich schreibe, rede und vermittle, was mich gerade beschäftigt.

Donnerstag, Januar 13, 2011

Typisch

Ich hätte zu gerne eine 10-Stunden-Stelle. Januaraufgabe ist es, herauszufinden wo und mich zu bewerben. Kaum fange ich mit der Recherche an, habe ich das Gefühl nicht gut genug zu sein und Weiterbildung zu benötigen. Dabei habe ich eigentlich genug gelernt, genug gemacht und hinreichend graue Haare. Ist das nen Frauending? Warum?

edit 15.1. Beim Aufräumen fand ich meine Arbeitszeugnisse. Viel ist es nicht, weil ich nie fleissig war, Referenzen zu erbitten. Aber zwei Zeugnisse fand ich. Und obwohl es mir bewußt ist, dass ich sie selbst formulierte, hat es verdammt gut getan, sie zu lesen. Eigentlich bin ich ja doch ne tolle Kartoffel...

wünsche:

  • ein häuschen in den elbvororten
  • ein klavier
  • ein tanzkurs mit meinem liebsten
  • einen kochkurs (am liebsten indisch)
  • ein städteurlaub in rom oder barcelona oder kopenhagen