Freitag, Dezember 25, 2009

Ein Klavier!

Ich habe tatsächlich ein Klavier (ein Stage Piano) zu Weihnachten bekommen. Ein Klavier! Ein Klavier! Ich hatte es mir so sehr gewünscht. So sehr, wie die ganzen letzten 20 Jahre nicht, als ich es vermisste. Aber so richtig daran geglaubt hatte ich nicht. Immer wieder schlichen sich die bescheidenen Gedanken ein "zu groß, zu wertvoll, wo sollen wir es nur hinstellen?". Aber egal, wir wissen immer noch nicht, wo wir es hinstellen sollen (in den Flur? Da wäre zumindest Platz) und auch, wie wir die drei riesigen Kartons, neben der diversen anderen Weihnachtsgeschenke nach Hamburg bekommen sollen, ist mir noch ein Rätsel. Egal, Egal. Ein Klavier! Ein Klavier. Ich freu mich wie Bolle.

Und ich hoffe, dass meine Vorsätze halten. Ich möchte wieder regelmäßig spielen, um mich zu entspannen (statt schlaff vor der Glotze zu hängen) und ich möchte Lernen, wie man auf dem Klavier begleitet, Jazzpiano spielt. Ach, ich freu mich so!

Dienstag, Dezember 22, 2009

Schweigen

Seit 4 Tagen schweige ich. Am Freitag ist die Stimme nach und nach verschwunden. Seit dem nur noch Flüstern unter Schmerzen.

Eigentlich ist das ganz witzig, mal nix zu sagen und auch eine nette Vorstellung, Weihnachten mal kommentarlos zu überstehen. Aber schön ist es trotzdem nicht. Manchmal möchte man sich einfach mitteilen und als Mutter eines 16 Monate alten Kindes, muß man sowieso ständig "Nein" sagen.

Fasziniert bin ich davon, dass die Leute total verwirrt sind. Zunächst flüstern sie alle unwillkürlich, weil sie irgendwie "glauben", ich würde flüstern, weil es nicht laut sein darf. Und dann kommt so eine Verärgerung und Verwirrung, weil es einfach nicht normal ist, dass jemand nicht antwortet. Erstaunlich fand ich auch, dass mich meine Eltern nicht am Telefon verstanden haben. Hören sie schlechter und ich wusste es noch nicht? Und ganz besonders bemerkenswert fand ich die Reaktion meines Vaters, der sonst wirklich um kein Wort verlegen ist und mich am Telefon nur schwer zu Wort kommen lässt. Da hatte er mal die "Lizenz zum Labern" und brach das Telefonat verlegen ab.

Bin gespannt, wie lange "das Experiment" dauert und wie es sich weiter entwickelt. Bisher ist keine Besserung in Sicht.

Samstag, Dezember 12, 2009

wunschlos zufrieden?!

Eben wurde ich per Mail auf ein wunderbares Projekt hingewiesen:

Das blaue Kleid für jeden Tag

Ach, wie finde ich das wunderbar! Wieso? Na, weil es ein Projekt ist und weil es herrlich verrückt ist und weil ich Designerstückchen für den Alltag liebe und weil ich es liebe von Leuten zu lesen, die sich auf etwas einlassen. Ich finds toll.

Und ich bin ein bißchen neidisch. Ach, wäre ich doch selbst auf so was Tolles gekommen. Dabei wäre ich schon dankbar, wenn ich überhaupt mal wieder ein Projekt hätte. Das Leben fühlt sich "weitesgehend wunschlos zufrieden" sehr merkwürdig an. Gut, anstrengend aber auch ein bißchen langweilig.

Die Abwesenheit von Wünschen macht mir schon seit ein paar Wochen zu schaffen. Es kann doch nicht sein, dass ich wirklich wunschlos glücklich bin. Nee, das sowieso nicht, denn Glück ist ja kein Dauerzustand. Aber trotz permanenter Erschöpfung, die seit dem Familienzuwachs einfach nicht aufhört, bin ich wunschlos zu frieden.

Also strengte ich mich an mit wünschen und kramte einen ganz alten Wunsch wieder raus. Ich möchte ein Klavier! Und je mehr ich darüber nachdenke, je mehr wünsche ich es mir. Ich habe es gegenüber dem Gatten auch bestimmt schon dreimal ausgesprochen. Nachdem ich jahrelang in meinem Leben und meinen Wohnungen keinen Platz dafür habe, spreche ich es nun doch aus. Natürlich haben wir hier auch keinen Platz dafür, aber als ich lange genug darüber nachdachte, sind mir drei suboptimale Plätze für ein Stagepiano eingefallen.

Vielleicht ist genau das mein Thema. Ich bin hinter den Anstrengungen der Mutterschaft ein wenig verschwunden und muß mich selbst wieder finden. Vielleicht gilt es gar nicht neue Wünsche zu erfinden -und vor allen Dingen nicht krampfhaft. Sondern einen alten Wunsch endlich mal umzusetzen. Das Klavier wünsche ich mir seit ungefähr 20 Jahren, seit dem ich nicht mehr bei meinen Eltern wohne. Ich habe es mir nie gestatte, es wirklich zu wünschen. Und jetzt, so "wunschlos zufrieden" traue ich mich tatsächlich, mir so etwas unverschämt großes, so ein Rumsteherchen, so ein Ding, wo ich die Kopfhörer aufsetze und nru für mich bin, so ein Ding, mit dem ich die Zeit verplempere und nix produktives mache, mir zu wünschen. Das ist ein Ding.

Danke für "das kleine Blaue", das mich daran erinnert hat, meine Wünsche und Projekt ernst zu nehmen und egal, wie komisch es für andere klingt, beharrlich dran zu bleiben.

wünsche:

  • ein häuschen in den elbvororten
  • ein klavier
  • ein tanzkurs mit meinem liebsten
  • einen kochkurs (am liebsten indisch)
  • ein städteurlaub in rom oder barcelona oder kopenhagen