Dienstag, Oktober 20, 2009

noch mal neuanfangen

Mist, den letzten Post bekam ich einfach nicht vollendet. Das lag wohl daran, dass er Arbeit bedeutete. Ich wollte zusammenschreiben, was ich von den Freundinnen gemailt bekam. An sich eine gute Idee, um gute Ideen zu konservieren, aber andererseits überhaupt nicht tagebuchmäßig intuitiv. Deswegen und nicht nicht nur durch die Störung durch meinen Sohn ist der Beitrag nie zustande gekommen. Außerdem war er nicht mehr nötig. Die innere Klärung war schon im Gange, die äußere Klärung - erzwungen durch die Fristsetzung von außen - war auch plötzlich da. Da war Reflektion plötzlich unnötig. Ab da galt es, die Entscheidung und deren Konsequenzen durch Fühlen auf ihre Richtigkeit (und ihre Hintergründe) zu untersuchen.

Hatte ich schon erwähnt, wie schwierig es ist, nach einer Blogpause wieder anzufangen? Tja, man muß es nur einfach tun - und schon bin ich dabei.

Also, die Absage des Kitaplatzes fühlt sich immer noch sehr gut an. Das hätte ich nicht gedacht. Wie schwer tat ich mich damit. Aber wie eine Freundin sagte: nix fühlt sich so gut an, wie getroffene Entscheidungen. Der Prozess dorthin ist nur so verdammt schwer!

Es fühlt sich tatsächlich gut an. Seit Wochen. Jeden Tag. Es ist ganz erstaunlich, ich genieße das Leben mit dem Kleinen seit dem mehr und mehr. Na gut, 14 Monate ist auch ein gutes Alter, aber daran liegts nicht. Ich habe bewußt entschieden, Zeit mit ihm zu verbringen. Das lässt Nervereien leichter ertragen und die schönen Moment noch intensiver genießen.

Die Quintessenz meiner Gedanken zur Entscheidung war, dass ich mich gar nicht nach Arbeit sehne, sondern nach Spaß. In dieser Hinsicht waren die knapp 400 Euro für den Kitaplatz tatsächlich viel Geld. Zuviel Geld für Spaß. Ich hätte wochenlang, wenn nicht monatelang ein schlechtes Gewissen gehabt und krankhaft versucht, Geld zu verdienen - wohlwissend, dass krankhafte Versuche für Freiberufler fast immer in die Hose gehen und unglücklich machen. Also jetzt erstmal Spaß. Ich gehe wieder zum Chor, war ein Wochenende auf Chorfreizeit, fahre bei Gelegenheit mal nach Berlin (alleine!) und werde jetzt mal angehen, meine ganzen Geburtstagsgutscheine einzulösen und lauter nette Dinge tun. Ich glaube, der Gatte genießt es auch, immer mal einen abend die Wohnung ganz für sich zu haben.

Was mir heute noch aufgefallen ist: Jahrelang hatte ich eigentlich kaum Wünsche. Also keine konkreten Wünsche für Dinge, die man kaufen kann. Kleine Wünsche erfüllte ich mir und die großen stehen seit Jahren auf der Wunschliste und schimmeln vor sich hin. Plötzlich sprudele ich nur so vor wünschen. Ich hätte gerne ein neues Fahrrad, ein E-Piano, eine Nähmaschine, ein Iphone. Wahrscheinlich fällt mir noch viel mehr an, wenn ich weiter nachdenke. Schon komisch. Liegt es daran, dass es mir derzeit so gut geht, dass ich mir das Wünschen gestatte?

wünsche:

  • ein häuschen in den elbvororten
  • ein klavier
  • ein tanzkurs mit meinem liebsten
  • einen kochkurs (am liebsten indisch)
  • ein städteurlaub in rom oder barcelona oder kopenhagen