Freitag, September 25, 2009

Alternativen

Ich bin doch Beraterin. Also, was würde ich sagen, wenn eine Klientin zu mir käme und sagen würde "eigentlich habe ich keine Lust zu arbeiten". Ich würde es ernst nehmen und mit ihr genau die Alternativen anschauen. Also los.

Folgende Möglichkeiten gibt es:

- arbeiten, Kind in Kita
- Kind betreuen
- Kind in Kita - Hausfrau sein und dem Gatten das Leben schön machen, damit der die Kita bezahlt
- Kind in Kita - gar nix machen außer Lesen, Kaffee trinken und Freundinnen treffen.

Plan 1:
Eigentlich ne Lösung, wie ich dachte, dass sie zu mir passen würde, schließlich wollte ich als Kind schon immer Vater werden. Einziges Problem: ich habe keine Lust zu arbeiten, weil ich nicht weiß, was. Mir fehlt die zündende Idee oder jemand, der sagt "hier Meike, du machst das und bekommst dafür Geld".

Plan 2:
Nur-Muddi-Sein, so wie im vergangenen Jahr. Das hat Vor- und Nachteile. Zum einen bin ich neidisch auf die anderen Mütter, die wieder ein eigenes Leben neben der Kindsbetreuung haben. Zum anderen wir mir und dem Kleinen oft langweilig, wenn wir nur zu zweit sind. Deswegen sind wir ja viel in irgendwelchen Kindergruppen unterwegs und treffen andere Muddis-mit-Kindern. So schlecht ist dieser Plan nicht, er hat auch viele Luxusmomente - wenn der Kleine schläft oder die anderen Muddis nett sind.

Plan 3:
Nun ja, allen Beteiligten ist wohl klar, dass ich keine gute Hausfrau bin und der Gatte auch keine langweilige Nur-Geliebte wünscht. Plan 3 scheidet aus. Ich kann mir durch derartige Liebesdienste nicht die Kitakosten verdienen.

Plan 4:
Das Paradies auf Erden. So schnell würde es mir nicht langweilig werden, einfach in den Tag hinein zu leben und das zu tun, worauf ich Lust hätte. Trotzdem würde es sich irgendwann schlagartig ändern, denn irgendwann hätte ich DIE IDEE. Und plötzlich würden alle Zellen in mir wieder gut durchblutet und ich würde schaffen wie eine Wilde. Das, was ich dann tun würde hätte Qualität und es würde auch jemand Geld dafür bezahlen. In der Zwischenzeit würde ich bei mir ankommen, mich neu kennenlernen und neue Kräfte schöpfen.

Aber: gibt es das Paradies? Ist es nicht vermessen, sich so einen Luxus zu wünschen? Wer kann schon einfach eine Weile aussteigen (und sei es auch nur halbtags), um sich zu finden? Irgendwie muß das Leben doch bezahlt werden. Vielleicht sollte ich mich arbeitslos melden? Eigentlich wäre das doch so etwas, oder? Oder mit dem Gatten sprechen. Wie lange würde er so etwas mitmachen. Oder ich bräuchte einen kleinen Job, der etwas Geld bringt und mir z.B. an zwei Vormittagen in der Woche Zeit ließe, um Muße zu schöpfen.

Plan2 habe ich auch nicht kategorisch abgelehnt. Vielleicht fühlt sich Plan 2 doch gut an, wenn klar ist, wann Plan 4 in Kraft tritt?

Vielleicht gibt es ein "realistisches Paradies"? Vielleicht muß Plan 4 einfach konkretisiert und terminiert werden? Dazu müsste ich mich trauen einfach zu sagen "ich brauche Zeit für mich!". Dazu müsste ich mir erlauben, ganz offiziell mit den Beinen zu baumeln und anzunehmen, dass man für mich sorgt, bis ich wieder fit bin. Dazu müsste ich den festen Glauben an mich selbst haben, dass die zündende Idee ganz sicher kommt. Nun gut, letzteres habe ich schon öfter erlebt. Eigentlich müsste es funktionieren. Aber kann ich mir wirklich so ein Übergangsmoratorium gestatten?

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wünsche:

  • ein häuschen in den elbvororten
  • ein klavier
  • ein tanzkurs mit meinem liebsten
  • einen kochkurs (am liebsten indisch)
  • ein städteurlaub in rom oder barcelona oder kopenhagen