Dienstag, August 25, 2009

Wauwau go home - kleine erste Schritte

Mutter sein macht bekanntlich etwas dröge im Hirn. Es wird Zeit, dass bei mir mal wieder andere Gehirnregionen durchblutet werden. Vielleicht ist das Bloggen ein Anfang. Der totale Verfalle wurde allerdings deutlich, als eine Freundin auf einen Hund deutete und laut denkend über Rasse und Alter philosophierte. Ich schaute in die angezeigte Richtung, registrierte, dass sich etwas bewegt und schlußfolgerte "Wauwau". Seit dem sage ich meinem Sohn, dass derartige Tiere Hund heißen. Wie soll mein Gehirn besser funktionieren, wenn ich mit ihm in Deppensprache komuniziere.

Obwohl der Kleine (leider) erst in einem Jahr in die Kita kommen wird, habe ich einen kleinen Schritt ins andere Leben gemacht. Ich habe einen Job, juchhu. Eine ganze Stunde in der Woche gebe ich Musikunterricht für Kinder. Schon lustig, mein erster Berufswunsch war "den Pfarrer heiraten und den Kinderchor leiten". Schon seltsam, wie er nach so langer Zeit - zumindest der Richtung nach - erfüllt wird. Es ist eine tolle Chance für mich, mich in dem so vertrauten und gleichzeitig so neuem auszuprobieren. Wo sonst könnte ich einen Job zusammen mit dem Kleinen machen, wenn nicht dort, wo er sogar willkommen ist. Er ist zwar tierisch eifersüchtig, wenn ich Gitarre spiele (auf die Gitarre oder auf mich?), aber er wird es hoffentlich mehr und mehr tolerieren, dass ich "etwas mache", statt mich nur auf ihn zu konzentrieren. Es ist nur eine Stunde in der Woche, aber es ist ein Anfang. Ich hätte niemals geglaubt, dass ich, die 15 Jahre unterrichtet habe, 3 Tage vorher vor Nervosität nicht schlafen konnte.

Diese Woche ist die letzte Woche mit der Mutti-Gang. Ab nächster Woche gehen alle anderen Kinder unserer netten kleine Clique in die Kita außer meinem Kleinen. Irgendwie war mir das nicht klar, dass Großstadtmuttis so schnell wieder arbeiten gehen und ich hatte es versäumt, mich rechtzeitig um einen Kitaplatz zu kümmern und den Gatten von der Notwendigkeit zu überzeugen. Aber in den ersten Lebensmonaten konnte ich es mir sowieso überhaupt nicht vorstellen, wie rasant sich so ein Kind entwickelt. Ich bin traurig, dass wir nun "alleine" den Weg gehen, das zweite Jahr ohne Kita zu machen. Natürlich werden wir andere kennenlernen, aber der lässige Spielplatzsommer ist in der Art, wie wir ihn bisher zelebrierten vorbei.

Als Selbständige ist es sowieso nicht so leicht, den Wiedereinstieg zu finden. Oft wünsche ich mir, ich hätte einen Arbeitgeber und mit diesem vereinbart am Soundsovielten zurück zu kommen um dort, ab der ersten Minute in der ich auf dem Stuhl sitze, wieder Geld verdiene. Das wäre irgendwie schön - nur, dass ich wohl doch nicht der Typ dafür bin. Jetzt heißt es, das Gehirn in den richtigen Regionen wieder zu beleben und auf Inspiration hoffen. Irgendwann werden hoffentlich wieder Ideen fliessen, die mich begeistern und förmlich an den Schreibtisch zwingen. Ob mir das dieses Jahr parallel zur Kindsbetreuung gelingt? Ich hätte so gerne ein paar Stunden pro Woche nur für mich. Irgendwie weiß ich nicht, wie ich erwachsene Gedanken entwickeln soll, wenn ich nur mit Muttis und Kindern zusammen bin.

Aber der Musikkurs ist ein Anfang und immerhin sage ich nicht mehr Wauwa.

wünsche:

  • ein häuschen in den elbvororten
  • ein klavier
  • ein tanzkurs mit meinem liebsten
  • einen kochkurs (am liebsten indisch)
  • ein städteurlaub in rom oder barcelona oder kopenhagen