Montag, Januar 28, 2008

Eine Frage der Sichtweise

Seit Jahren liebäugele ich mit dem Fernsehen. Natürlich habe ich schon wiederholt daran gedacht, meine Ideen als Fernsehformat anzubieten. Ich habe es an passenden und unpassenden Stellen erzählt und irgendwann das Gefühl bekommen, dass das Thema durch sei. Dem ist nicht so. Letzte Woche bekam ich eine diesbezügliche Anfrage. Und was mache ich? Ich sage, dass das ne tolle Idee ist, dass ich aber zu Bedenken geben müsste, dass ich schwanger sei und deswegen nur in der ersten Hälfte diesen Jahres zur Verfügung stehen würde.

Ich stellte ein Team zusammen und stellte diese Idee den Verantwortlichen vor. Nachdem ich meine Ideen abgeschickt hatte, macht mich der Beste darauf aufmerksam, dass mir ein fataler Fehler unterlaufen ist. Statt ein Team zu bilden, um mich als "graue Eminenz" zu positionieren, bei der mein Schwangerschaftsbauch nicht sichtbar ist, hätte ich auch selbstbewußt meinen Bauch (als Erfolgsargument) zeigen können wollen. Vorauseilend skeptisch, hatte ich nach Lösungen gesucht, statt mit dem, was ist zu leben und damit zu pokern.

Das ist natürlich eine Frage der Sichtweise. Aber wahrscheinlich war meine Reaktion normal. Wir Frauen sind es gewohnt aufgrund unseres Geschlechtes diskriminiert zu werden. (Danke Kaltmamsel für den Hinweis auf den Prozess von Sule Eisele). Wir sind es so sehr gewohnt, dass sich vorauseilender Fügsamkeit wie von selbst ergibt. Warum sollte ich mich für die Schwangerschaft entschuldigen und rechtfertigen? Es ist wie von selbst geschehen und irgendwie ärgert mich das.

Dienstag, Januar 22, 2008

Schön

Der Mann an meiner Seite denkt ja gerne über Katastrophen nach. Ständig macht er sich Sorgen, dass das Schlimmste eintreten könnte. Mir fällt es oft gar nicht so leicht, damit umzugehen. Soll man verständnisvoll darauf eingehen und die Sorgen ernst nehmen? Soll man lachen und beschwichtigen?

Gestern flog er nach München. Er fliegt gerne und so weit ich weiß, hat er keine Flugangst, aber einen Absturz zieht er natürlich trotzdem in Betracht. Beim Start hatte er unser letztes Ultraschallbild in der Hand, erzählte er am Telefon. Das fand ich schön.

Montag, Januar 21, 2008

Weiter

So geht das hier nicht weiter. Es gefällt mir nicht, dass ich nicht blogge. Aber irgendwie war es schwierig in letzter Zeit. Auf der einen Seite, will ich bloggen, was mich bewegt, aber auf der anderen Seite hatte ich schon immer mal das Gefühl "das geht doch keinen was an". Zugegeben, dieses Gefühl kenne ich noch nicht so gut, trage ich doch sonst eher das Herz auf der Zunge. Doch in den letzten Wochen fühlte es sich einfach richtig an.

Damit es hier weiter geht, muß ich nun mit der Wahrheit, die sich dem aufmerksamen Leser sicherlich schon ankündigte, ganz unvermittelt herausrücken und schüchtern sagen, dass ich schwanger bin. Schüchtern deswegen, weil die Freude noch mit angezogener Handbremse fährt, da die kritischen ersten drei Monate noch nicht rum sind. Aber fast sind sie nun rum, also traue ich mich aus meinem Winkelchen hervor und beschließe einfach, wieder zu bloggen.

Merkwürdig finde ich, dass obwohl ich die Schwangerschaft lange herbei gesehnt hatte, ich das Gefühl habe, dass meine Eltern sich viel mehr, viel ungehemmter freuen, als wir das tun. Gut, das kann an der angezogenen Handbremse liegen. Vielleicht ist eine Schwangerschaft für mich (insbesondere jetzt, wo die Übelkeit so gut wie weg ist) noch unwirklicher, als für Menschen, die selbst zwei Kinder großgezogen haben, aber merkwürdig ist das schon. Da bekommt man dauernd nette Dinge gesagt und wundert sich nur. Wieso wurden diese netten Dinge in den letzten fast vierzig Jahren sonst nie gesagt? Wo ist nur das Kritische geblieben. Wie oft wurde mir gesagt, dass ich "nicht belastbar wäre" und warum traut man mir jetzt zu, so ein unglaubliches Wunder wie eine Schwangerschaft zu wuppen und, obwohl ich noch nie eine Gutzi-Gutzi-Frau war, die sich begeistert über Kinderwagen beugte, mir dennoch zutraut zu wissen, was ein Baby meint, wenn es schreit. Sehr verwunderlich das ganze. Irgendwie schön, aber trotzdem sehr surreal.

wünsche:

  • ein häuschen in den elbvororten
  • ein klavier
  • ein tanzkurs mit meinem liebsten
  • einen kochkurs (am liebsten indisch)
  • ein städteurlaub in rom oder barcelona oder kopenhagen