Donnerstag, Dezember 25, 2008

Macbook

Mein schönstes Weihnachtsgeschenk. Ein Macbook. Ich war zu Tränen gerührt. Nicht, weil ich mit meinem wohl sonst üblichen Kommentar "zu teuer" reagierte. Nein, was mich so rührte, war etwas ganz anderes. Seit der Geburt meines Sohnes hat sich mein Leben so unglaublich verändert. Es ist eine herbe Wende von der schier unendlichen Freiheit der Freiberuflichkeit hin zu einem Leben mit einem zwar zauberhaften, aber unglaublich forderndem kleinen Chef. War in den letzten Jahren das Internet für mich ein ganz selbstversändlicher Teil meines Lebens gewesen und ein wichtiger Baustein zur Pflege sozialer Beziehungen, so war mit der Geburt von einem Tag auf den anderen alles anders. Es gab aufeinanderfolgenden Tage, an denen ich den Rechner noch nicht mal anschaltete. Zunächst interessierte es mich schlichtweg nicht und dann richtete der Liebste meinen Ipod Touch so ein, dass ich vom Sofa aus Mails empfangen konnte. Plötzlich wurde das Internet für mich zu einem reinen Lesemedium. Welch Rückschritt. Und wie unpraktisch, wenn man Mails plötzlich nur noch liest, statt sie zu beantworten. Da muß man sich nicht beschweren, wenn man einsam wird. 


Und jetzt ist es da, das wunderhübsche silberne Ding. Es liegt auf meinen Knien und fühlt sich richtig an. Wieviel kleiner ist nun die Hemmschwelle, zumindest abends noch mal ein paar Minuten ins Netz zu gehen, denn wieviel lieber sitze ich neben dem Liebsten, statt ins unordentliche Noch-Arbeitszimmer-bald-Kinderzimmer zu gehen. Ich bin gespannt, wie ich es nutzen werde. Aber da ich mich wie Bolle darüber freue, wieder einen kleinen Schritt in mein altes, liebgewonnenes Leben damit gehen zu können, ist es der perfekte Anlass, auch wieder zu bloggen. Auch diesbezüglich bin ich gespannt, wie es sich entwickeln wird. 

Der Liebste ist schon der Beste. Dass er erkannt hat, was so ein Geschenk für mich bedeutet und es einfach tat ist schon der Hammer. 

Dienstag, Februar 05, 2008

Globalisierung

J Karjalainen: Hän

Heute liebe ich zur Abwechslung mal die Globalisierung. Gestern, an der Bushaltestelle, summte ich ein finnisches Liedchen vor mich hin und bedauerte sehr, dass ich die schöne Kassette, die mir Eija vor vielen vielen Jahren in Finland aufnahm gar nicht mehr - mangels geeignetem Abspielgerät - höre. Es war entweder 1988 oder 1989, aber ich habe sie noch jahrelang gehört. Meist heimlich. Die meisten Leute fanden das finnische Gedudel skurril bis schrecklich. Aber ich liebte zu dieser Zeit Finnland sehr. Ich liebte die Sprache und dachte gerne an die Wochen in Finnland zurück. Und seit dem möchte ich immer mal wieder hin.

Gestern an der Bushaltestelle fiel mir ein, dass man es doch durchaus mal im Internet versuchen könnte. Schnell verwarf ich den Gedanken wieder. Warum sollte Musik aus den achtziger Jahren aus einem kleinen Land wie Finnland im Internet zu finden sein? Aber tatsächlich, bei itunes kaufte ich die Platte von MAMBA und meine Lieblingslieder von J. Karjalainen und bin immer noch hin und weg, dass heutzutage so etwas möglich ist. Gut, schön ist was anderes. Aber mir macht es Freude.

Freitag, Februar 01, 2008

Handbremse gelockert

Es war toll. Wer hätte das gedacht. Was hatte ich für eine Angst vor dieser Nackenfaltenuntersuchung. Das "was wäre wenn", war einfach zu bedrohlich, auch wenn die Statistiken für ein gutes Ergebnis sprachen. Und dann so etwas. Nicht nur ein geniales Ergebnis, sondern unglaublich berührende Momente, gemeinsam mit dem Liebsten erlebt. Ich bin so verliebt in dieses kleine Etwas. Diese Füßchen....!

Montag, Januar 28, 2008

Eine Frage der Sichtweise

Seit Jahren liebäugele ich mit dem Fernsehen. Natürlich habe ich schon wiederholt daran gedacht, meine Ideen als Fernsehformat anzubieten. Ich habe es an passenden und unpassenden Stellen erzählt und irgendwann das Gefühl bekommen, dass das Thema durch sei. Dem ist nicht so. Letzte Woche bekam ich eine diesbezügliche Anfrage. Und was mache ich? Ich sage, dass das ne tolle Idee ist, dass ich aber zu Bedenken geben müsste, dass ich schwanger sei und deswegen nur in der ersten Hälfte diesen Jahres zur Verfügung stehen würde.

Ich stellte ein Team zusammen und stellte diese Idee den Verantwortlichen vor. Nachdem ich meine Ideen abgeschickt hatte, macht mich der Beste darauf aufmerksam, dass mir ein fataler Fehler unterlaufen ist. Statt ein Team zu bilden, um mich als "graue Eminenz" zu positionieren, bei der mein Schwangerschaftsbauch nicht sichtbar ist, hätte ich auch selbstbewußt meinen Bauch (als Erfolgsargument) zeigen können wollen. Vorauseilend skeptisch, hatte ich nach Lösungen gesucht, statt mit dem, was ist zu leben und damit zu pokern.

Das ist natürlich eine Frage der Sichtweise. Aber wahrscheinlich war meine Reaktion normal. Wir Frauen sind es gewohnt aufgrund unseres Geschlechtes diskriminiert zu werden. (Danke Kaltmamsel für den Hinweis auf den Prozess von Sule Eisele). Wir sind es so sehr gewohnt, dass sich vorauseilender Fügsamkeit wie von selbst ergibt. Warum sollte ich mich für die Schwangerschaft entschuldigen und rechtfertigen? Es ist wie von selbst geschehen und irgendwie ärgert mich das.

Dienstag, Januar 22, 2008

Schön

Der Mann an meiner Seite denkt ja gerne über Katastrophen nach. Ständig macht er sich Sorgen, dass das Schlimmste eintreten könnte. Mir fällt es oft gar nicht so leicht, damit umzugehen. Soll man verständnisvoll darauf eingehen und die Sorgen ernst nehmen? Soll man lachen und beschwichtigen?

Gestern flog er nach München. Er fliegt gerne und so weit ich weiß, hat er keine Flugangst, aber einen Absturz zieht er natürlich trotzdem in Betracht. Beim Start hatte er unser letztes Ultraschallbild in der Hand, erzählte er am Telefon. Das fand ich schön.

Montag, Januar 21, 2008

Weiter

So geht das hier nicht weiter. Es gefällt mir nicht, dass ich nicht blogge. Aber irgendwie war es schwierig in letzter Zeit. Auf der einen Seite, will ich bloggen, was mich bewegt, aber auf der anderen Seite hatte ich schon immer mal das Gefühl "das geht doch keinen was an". Zugegeben, dieses Gefühl kenne ich noch nicht so gut, trage ich doch sonst eher das Herz auf der Zunge. Doch in den letzten Wochen fühlte es sich einfach richtig an.

Damit es hier weiter geht, muß ich nun mit der Wahrheit, die sich dem aufmerksamen Leser sicherlich schon ankündigte, ganz unvermittelt herausrücken und schüchtern sagen, dass ich schwanger bin. Schüchtern deswegen, weil die Freude noch mit angezogener Handbremse fährt, da die kritischen ersten drei Monate noch nicht rum sind. Aber fast sind sie nun rum, also traue ich mich aus meinem Winkelchen hervor und beschließe einfach, wieder zu bloggen.

Merkwürdig finde ich, dass obwohl ich die Schwangerschaft lange herbei gesehnt hatte, ich das Gefühl habe, dass meine Eltern sich viel mehr, viel ungehemmter freuen, als wir das tun. Gut, das kann an der angezogenen Handbremse liegen. Vielleicht ist eine Schwangerschaft für mich (insbesondere jetzt, wo die Übelkeit so gut wie weg ist) noch unwirklicher, als für Menschen, die selbst zwei Kinder großgezogen haben, aber merkwürdig ist das schon. Da bekommt man dauernd nette Dinge gesagt und wundert sich nur. Wieso wurden diese netten Dinge in den letzten fast vierzig Jahren sonst nie gesagt? Wo ist nur das Kritische geblieben. Wie oft wurde mir gesagt, dass ich "nicht belastbar wäre" und warum traut man mir jetzt zu, so ein unglaubliches Wunder wie eine Schwangerschaft zu wuppen und, obwohl ich noch nie eine Gutzi-Gutzi-Frau war, die sich begeistert über Kinderwagen beugte, mir dennoch zutraut zu wissen, was ein Baby meint, wenn es schreit. Sehr verwunderlich das ganze. Irgendwie schön, aber trotzdem sehr surreal.

wünsche:

  • ein häuschen in den elbvororten
  • ein klavier
  • ein tanzkurs mit meinem liebsten
  • einen kochkurs (am liebsten indisch)
  • ein städteurlaub in rom oder barcelona oder kopenhagen