Dienstag, August 28, 2007

Musik, Musik!

Musik gehört zu meinem Leben dazu. Damit meine ich Musik-machen. Musik hören ist ganz nett, ich kann aber auch ohne. Musik machen finde ich wunderbar. Es gibt nichts, was mich so sehr entspannt und auf andere Gedanken bringt. Genauer gesagt, wird mein Kopf davon schön leer. Vermutlich ein ähnlicher Effekt wie Meditation, aber damit habe ich nichts am Hut, seitdem ich mal ein japanisches Dojo besuchte und es wirklich sehr unbequem fand. Im Gegensatz zu Herrn van de Wetering konnte ich dem wirklich nichts abgewinnen außer Schmerzen, die ich nicht erstrebenswert finde. Aber das ist eine andere Geschichte.

Vor knapp zwanzig Jahren habe ich mein Elternhaus verlassen (ohgott, so lange schon her?) und dabei auch das Klavier dort gelassen. Dies geschah allerdings nicht freiwillig. Meine Mutter hat es einfach behalten. Seither wettere ich dagegen, ein Kind ein Instrument lernen zu lassen, dass es beim Auszug nicht mitnehmen darf. Das ist fies. 12 Jahre Klavierunterricht für den Arsch.

Zunächst versuchte ich mich im Singen, mußte aber feststellen, dass ich für das Singen nur ein klitzekleines bißchen mehr begabt war, als für das BWL-Studium. Aus vernünftigen Gründen habe ich mich dann gegen das Singen in Hotelbars und für das bekloppte Studium entschieden. Die Musik trat damals sehr in den Hintergrund und verschwand irgendwo hinter den Weinflaschen. In Berlin ergab sich wenigstens eine ordentliche Band, aber ich Dummchen mußte ja Berlin verlassen und jetzt habe ich den Salat: einen Chor.

Jeden Montag dackele ich in den Chor. Das mache ich seit Februar 2001. 6 Jahre lang. Und mindestens 5 Jahre davon bin ich genervt. Es ist ja ok, wenn nicht alle Leute gleich musikalisch sind, aber müssen sie deswegen ihr Hirn zuhause lassen? Warum können sich die Leute keine Texte merken? Liegt es daran, dass sie die englischen Wörter nicht verstehen? Warum brüllen die Menschen bei Liebesliedern? Warum muß der Bass, wenn er seine Stimme nicht kann, voller Inbrunst die Sopranstimme gröhlen? Warum können Sopranistinnen nicht hoch singen und stellen sich an, wenn es von ihnen verlangt wird? Und warum lachen die Leute über extrem schlechte Witze?

Und trotzdem gehe ich jede Woche wieder hin, weil Musik einfach zum Leben dazu gehört. Eigentlich ist es schade, irgendetwas mangels besserer Alternativen zu tun. Eigentlich gefällt mir das nicht. Aber wie könnte ich das ändern?

Keine Kommentare:

wünsche:

  • ein häuschen in den elbvororten
  • ein klavier
  • ein tanzkurs mit meinem liebsten
  • einen kochkurs (am liebsten indisch)
  • ein städteurlaub in rom oder barcelona oder kopenhagen