Samstag, August 11, 2007

Markt

In den letzten Monaten habe ich mir angewöhnt, Samstags zum Markt zu radeln und genieße das sehr. Klar, früher bin ich aus dem Haus gefallen und hatte den Gemüsehändler vor der Tür. Und schon länger kaufe ich gerne im Biomarkt. Aber nirgends, wie auf dem Markt, fühle ich so direkt, in welchem Reichtum wir leben und wie wunderschön es ist. Gerade in den Sommermonaten bietet sich auf dem Markt eine unglaubliche Fülle. Alles sieht so lecker aus und am liebsten würde ich alles sofort anbeißen. Wenn ich schwer bepackt nachhause radele, dann freue ich mich schon immer wie Bolle darauf, alles zu probieren und dann endlich zu kochen. Wer hätte gedacht, dass ich mal so häuslich werde!

Im Gegenzug kann ich aber kaum noch in Supermärkte gehen. Ich bin komplett überfordert von der Auswahl und die ganze Atmosphäre macht mich irre. Diese schrecklichen Menschen und die ekelhaften Dinge, die sie bergeweise in ihre Einkaufswagen laden. Wo ich es auf dem Markt total spannend und entspannend finde, von Stand zu Stand zu laufen und zu schauen, welche Tomaten mich mehr anlachen, finde ich es komplett absurd unter hunderten von Nudelsorten zu wählen.

Und dann gibt es da noch die Markleute, die man regelmäßig trifft. Mit denen man Rezepte austauscht und die in der Woche darauf fragen, wie es geschmeckt hat. Man hat mit Menschen zu tun. Man kann fragen, was man nicht weiß. Das ist schön. Schon merkwürdig, dass ich das als etwas Besonderes empfinde!

Ich schwimme wahrlich nicht in Geld, aber es macht mir Spaß, Geld für gute Nahrungsmittel auszugeben, diese zu verarbeiten und zu genießen. Und ehrlich gesagt, glaube ich nicht, dass Fertiggerichte wirklich billiger sind. Je mehr ich mich mit dem Thema Essen beschäftigte, desto schwerer fällt es mir, diese industrielle Nahrung zu kaufen. Ich merke, es gibt da noch einen Bereich, wo es noch geht - die Süßigkeiten. Aber z.B. kann ich keine Fruchtjoghurts mehr essen. Wenn ich bedenke, wieviele Zwischenmahlzeiten in meinem Leben früher aus Fruchtjoghurt bestanden! Heute muß ich einfach daran denken, dass die Erdbeeren in angeblichem Erdbeerjoghurt zum großen Teil aus Sägespänen gemacht sind und mit künstlichem Erdbeeraroma und Farbstoffen "veredelt" werden. Das ist doch eklig!

Aber das Leben ist schön, wollen wir uns nicht mit dem Ekligen aufhalten. Auf dem Markt wurde mir mal wieder vor Augen geführt, wie wunderbar unsere Welt glücklicherweise immer noch ist und wie reich wir sind. Ich habe gekauft, der Kühlschrank ist voll... und jetzt fange ich an zu schnippeln. Hach!

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wünsche:

  • ein häuschen in den elbvororten
  • ein klavier
  • ein tanzkurs mit meinem liebsten
  • einen kochkurs (am liebsten indisch)
  • ein städteurlaub in rom oder barcelona oder kopenhagen