Donnerstag, August 30, 2007

Diminutiv

Vorhin ertappte ich mich dabei, wie ich wirklich nett zu mir war. Ich sprach mit mir selbst und benutzte den Diminutiv. Toll. Das ist mir in letzter Zeit schon öfters aufgefallen.

Lange Jahre habe ich als Kind darunter gelitten, dass man aus meinem Namen keine Koseform oder einen coolen Spitznamen bilden konnte. Wie heiß habe ich schon ab dem Kindergarten die ganzen Andis, Steffis und Claudis beneidet. Später grämte ich mich, weil verkleinern und vor allen Dingen verniedlichen irgendwie nicht zu mir passte.

Und jetzt benutzt der Gatte manchmal das "- chen" und ich übernehme es sogar. Mein Leben hat sich wirklich immens verbessert! Und als Guru für nen gutes Leben ist es doch ein wirklich gutes Zeichen, wenn ich zur mir selbst zärtlich bin.

Mittwoch, August 29, 2007

Schokolade

Bisher war ich nicht so der Schokoladentyp. Klar, immer mal habe auch ich Lust auf Schokolade, aber erstaunlicherweise hatte ich nie Probleme mit ganzen Tafeln. Ein oder zwei Stücke reichen mir auf einmal. So richtig gut, hat mir Schokolade auch nie geschmeckt. Ich bin eher der Gebäcktyp. Dann schon gerne mit Schokolade.

Seit dem ich den berliner Schokoladenladen in't Veld entdeckt habe, ist das anders. Vielleicht gefällt mir dort auch besonders das Kauferlebnis. Kann sein. Egal, hauptsache es schmeckt. Bisher war ich den Hausmarken (insbesondere der, mit der braunen Verpackung) verfallen. Ich mag es, dass es dort zarte Täfelchen und nicht so ein wuchtiges Stück Schokolade ist, das man in den Mund nimmt.

Doch jetzt bin ich noch in eine andere Sorte verliebt: Djakarta (Criollo Trinitario) von Pralus.



Erstaunlich. 75 % Kakao und so viel Schmelz. Unglaublich! Lecker!

Dienstag, August 28, 2007

Musik, Musik!

Musik gehört zu meinem Leben dazu. Damit meine ich Musik-machen. Musik hören ist ganz nett, ich kann aber auch ohne. Musik machen finde ich wunderbar. Es gibt nichts, was mich so sehr entspannt und auf andere Gedanken bringt. Genauer gesagt, wird mein Kopf davon schön leer. Vermutlich ein ähnlicher Effekt wie Meditation, aber damit habe ich nichts am Hut, seitdem ich mal ein japanisches Dojo besuchte und es wirklich sehr unbequem fand. Im Gegensatz zu Herrn van de Wetering konnte ich dem wirklich nichts abgewinnen außer Schmerzen, die ich nicht erstrebenswert finde. Aber das ist eine andere Geschichte.

Vor knapp zwanzig Jahren habe ich mein Elternhaus verlassen (ohgott, so lange schon her?) und dabei auch das Klavier dort gelassen. Dies geschah allerdings nicht freiwillig. Meine Mutter hat es einfach behalten. Seither wettere ich dagegen, ein Kind ein Instrument lernen zu lassen, dass es beim Auszug nicht mitnehmen darf. Das ist fies. 12 Jahre Klavierunterricht für den Arsch.

Zunächst versuchte ich mich im Singen, mußte aber feststellen, dass ich für das Singen nur ein klitzekleines bißchen mehr begabt war, als für das BWL-Studium. Aus vernünftigen Gründen habe ich mich dann gegen das Singen in Hotelbars und für das bekloppte Studium entschieden. Die Musik trat damals sehr in den Hintergrund und verschwand irgendwo hinter den Weinflaschen. In Berlin ergab sich wenigstens eine ordentliche Band, aber ich Dummchen mußte ja Berlin verlassen und jetzt habe ich den Salat: einen Chor.

Jeden Montag dackele ich in den Chor. Das mache ich seit Februar 2001. 6 Jahre lang. Und mindestens 5 Jahre davon bin ich genervt. Es ist ja ok, wenn nicht alle Leute gleich musikalisch sind, aber müssen sie deswegen ihr Hirn zuhause lassen? Warum können sich die Leute keine Texte merken? Liegt es daran, dass sie die englischen Wörter nicht verstehen? Warum brüllen die Menschen bei Liebesliedern? Warum muß der Bass, wenn er seine Stimme nicht kann, voller Inbrunst die Sopranstimme gröhlen? Warum können Sopranistinnen nicht hoch singen und stellen sich an, wenn es von ihnen verlangt wird? Und warum lachen die Leute über extrem schlechte Witze?

Und trotzdem gehe ich jede Woche wieder hin, weil Musik einfach zum Leben dazu gehört. Eigentlich ist es schade, irgendetwas mangels besserer Alternativen zu tun. Eigentlich gefällt mir das nicht. Aber wie könnte ich das ändern?

Montag, August 27, 2007

Mutprobe

Letzte Woche war ich zum ersten Mal mit meinem Patenkind auf dem Klo. Es ergab sich so. Ich sagte zu ihrer Mutter, dass ich mal auf die Toilette müssste und schwups hatte ich eine kleine Hand in meiner "ich muß auch". Da hoffte ich doch sehr, dass es sich nur um Pipi handelte. Wir haben es prima gemeistert und ich war ganz schön stolz.

Und was ist das Spannende an der Geschichte, fragte der Gatte. Tja, ich fand das ganz schön konkret, so mit Kind. Bisher bin ich ja nur die Tantenrolle gewohnt: Geschenke mitbringen, Blödsinn machen, auf den Spielplatz gehen und das Eis bezahlen. Wenns kompliziert wurde, habe ich die Gören bisher immer wieder abgegeben. Mir war schon bewußt, dass es mit eigenen Kindern womöglich etwas komplizierter sein könnte. Also fand ich es schon bemerkenswert, mit Emma auf dem Klo gewesen zu sein. Ich hätte es nie für möglich gehalten, aber ich bin tatsächlich in der Lage, von und mit den Kindern zu lernen und es sogar gut zu finden.

Sonntag, August 19, 2007

Getroffen

Jetzt bin ich in den Wechseljahren. Genauer gesagt. Wechselmonaten. Was tut man nicht alles, um ein Kind zu bekommen. Bis Ende des Jahres wechsele ich vor mich hin und spreche kleine Mantren vor mich hin, dass ich mich trotzdem gut fühle. Ich gehe offen damit um, nicht dass die Leute denken, ich wäre komisch, falls ich hysterisch in Tränen ausbreche.

Eben habe mich mir heldinnenhaft die Spritze in den Bauch gehauen. Es tat zwar nicht weh, aber es ist schon eine verdammte Überwindung so etwas zu tun.

Ziel verfehlt

Gestern wollte ich das Manuskript soweit fertig haben, um es Korrekturlesern zum Lesen zu geben, derweil ich mir ein paar Tage in Berlin einen faulen Lenz mache neue Inspiration hole. Hat leider nicht geklappt. Wie bei jedem Buch habe ich mittlerweile komplett den Überblick verloren, ob es zuviel oder zu wenig Text ist und an welcher Stelle noch was fehlt.

Ich kann nicht viel an meiner Situation ändern, außer heute einfach weiterzumachen, so weit ich komme und dann Text, den ich habe rauszugeben und abzuwarten, wie die anderen ihn finden und was sie daraus machen. Ärgern und enttäuscht sein bringt nix. Der Abstand tut mir sicherlich gut.

Weiter gehts...

Freitag, August 17, 2007

Schöne Weisheit

Bin total beschäftigt, weil ja morgen spätestens, das Manuskript als fertig deklariert werden soll, aber beim Morgenkaffee lese ich gerne ein wenig im Internet - das gönne ich mir auch in hektischen Zeiten - und habe eine wunderbare Weisheit bei dem schwangeren Bald-Vater gefunden.

"Immer dahin sehen, wo du hinwillst, mein Kind, und wenn du nicht mehr kannst, leg dich auf den Bauch."

Tja, das sollte man wirklich häufiger beherzigen.

Mittwoch, August 15, 2007

Wenn das Schreiben wie von selbst geht

Ganz besondere Momente sind das beim Schreiben, wenn auf einmal die Finger wie von selbst über die Tastatur fliegen, als würde man Klavier spielen. Im Moment fühlt es sich so an, als gäbe es den Text schon und er wollte nur durch mich geschrieben werden. Es gibt Momente, wo ich alles vergesse und es sich einfach schreibt. Genauso ist es, wenn man Klavier spielt und plötzlich die Noten nicht mehr braucht und sich dann das Lied von selbst meldet und man das Gefühl bekommt, es würde einem vorgesungen werden. Wenn das Schreiben wie ein Walzer von Chopin ist, dann ist es göttlich.

Nur zu gut kenne ich die Momente, wo man sich beim Schreiben für das entschuldigen will, was man gerade verzapft. So, wie wenn ich einen Walzer verhunze und gedanklich bei Chopin Abbitte leiste, denn so wie ich ihn spiele (kein Wunder, 20 Jahre kein Klavier mehr) hat er sich das sicherlich nicht vorgestellt. Was ich allerdings seltsam finde, ist dass beim Korrekturlesen herauskommt, dass das, was ich so mühselig schrieb, was mir so verquer, schlecht und hingerotzt vorkam, letztlich gar nicht so schlecht ist. Es beginnt mit einem oder zwei schlechten Absätzen, aber dann ist es ok, wenn auch vor Fehlern nur so strotzend. Es ist schlecht, denn es braucht viel Arbeit, solche Rumpftexte zu überarbeiten. Aber trotzdem sind die Gedanken da, nur dass sie eben nicht fließen. Soll man sich dann an solchen Tagen zum Schreiben zwingen?

Letzte Woche hatte ich das Gefühl, dass sich das Manuskript verselbstständigt. Eigentlich ist es ein fragmentarischer Text. Lauter kleine Texte nur lose in Kapiteln zusammengebunden. Plötzlich sponnen sich Fäden und ich begann Fußnoten einzustreuen, um Verweise auf andere Kapitel zu machen. Im Netz hätte ich verlinkt. Wie sehr fehlen Links bei einem gedruckten Buch! Wie schön wäre es, den Leser sich selbst durch das Buch navigieren zu lassen und nicht diese stringente Form vorzugeben. Mal sehen, ob mir dazu noch was kreatives einfällt.

Mein Manuskript ist fast fertig. Spätestens Samstag will ich es herausgeben und anderen zum Korrekturlesen anvertrauen. Das ist ein großer Moment. Noch hat niemand etwas gelesen. Gar nicht so leicht, ein Werk als "fertig" zu deklarieren. Aber es ist ja erst die erste Korrekturschleife, mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit werden noch ein paar Schleifen folgen.

Samstag, August 11, 2007

Markt

In den letzten Monaten habe ich mir angewöhnt, Samstags zum Markt zu radeln und genieße das sehr. Klar, früher bin ich aus dem Haus gefallen und hatte den Gemüsehändler vor der Tür. Und schon länger kaufe ich gerne im Biomarkt. Aber nirgends, wie auf dem Markt, fühle ich so direkt, in welchem Reichtum wir leben und wie wunderschön es ist. Gerade in den Sommermonaten bietet sich auf dem Markt eine unglaubliche Fülle. Alles sieht so lecker aus und am liebsten würde ich alles sofort anbeißen. Wenn ich schwer bepackt nachhause radele, dann freue ich mich schon immer wie Bolle darauf, alles zu probieren und dann endlich zu kochen. Wer hätte gedacht, dass ich mal so häuslich werde!

Im Gegenzug kann ich aber kaum noch in Supermärkte gehen. Ich bin komplett überfordert von der Auswahl und die ganze Atmosphäre macht mich irre. Diese schrecklichen Menschen und die ekelhaften Dinge, die sie bergeweise in ihre Einkaufswagen laden. Wo ich es auf dem Markt total spannend und entspannend finde, von Stand zu Stand zu laufen und zu schauen, welche Tomaten mich mehr anlachen, finde ich es komplett absurd unter hunderten von Nudelsorten zu wählen.

Und dann gibt es da noch die Markleute, die man regelmäßig trifft. Mit denen man Rezepte austauscht und die in der Woche darauf fragen, wie es geschmeckt hat. Man hat mit Menschen zu tun. Man kann fragen, was man nicht weiß. Das ist schön. Schon merkwürdig, dass ich das als etwas Besonderes empfinde!

Ich schwimme wahrlich nicht in Geld, aber es macht mir Spaß, Geld für gute Nahrungsmittel auszugeben, diese zu verarbeiten und zu genießen. Und ehrlich gesagt, glaube ich nicht, dass Fertiggerichte wirklich billiger sind. Je mehr ich mich mit dem Thema Essen beschäftigte, desto schwerer fällt es mir, diese industrielle Nahrung zu kaufen. Ich merke, es gibt da noch einen Bereich, wo es noch geht - die Süßigkeiten. Aber z.B. kann ich keine Fruchtjoghurts mehr essen. Wenn ich bedenke, wieviele Zwischenmahlzeiten in meinem Leben früher aus Fruchtjoghurt bestanden! Heute muß ich einfach daran denken, dass die Erdbeeren in angeblichem Erdbeerjoghurt zum großen Teil aus Sägespänen gemacht sind und mit künstlichem Erdbeeraroma und Farbstoffen "veredelt" werden. Das ist doch eklig!

Aber das Leben ist schön, wollen wir uns nicht mit dem Ekligen aufhalten. Auf dem Markt wurde mir mal wieder vor Augen geführt, wie wunderbar unsere Welt glücklicherweise immer noch ist und wie reich wir sind. Ich habe gekauft, der Kühlschrank ist voll... und jetzt fange ich an zu schnippeln. Hach!

Dienstag, August 07, 2007

Flirten für Anfänger und Fortgeschrittene

Am Wochenende habe ich einen Flirtkurs mitgemacht. War natürlich nur Recherche, bin ja verheiratet. Das war nicht das Schlechteste, aus sicherer Position, ganz gelassend, sich mit solchen Themen zu beschäftigen. Mir taten allerdings die anderen Teilnehmer ein bißchen leid. Zum Teil waren Sie so sehr darauf konzentriert, ihr elendes Singledasein endlich beenden zu müssen, dass ich vom hinüberschauen schon ganz verkrampft wurde.

Letztlich habe ich natürlich, über die Recherche hinaus, doch auch noch ein paar wertvolle Erkenntnisse mit nach Hause genommen. Ich habe beschlossen, die Hamburger jetzt hartnäckig zu grüßen, insbesondere meine Nachbarn, auch wenn sie mich jedes mal anschauen, als käme ich von den Zeugen Jehovas. Schon komisch, als ich vor ein paar Jahren mit meinen Eltern in Süddeutschland in Urlaub war, war es mir peinlich, dass mein Vater jeden Menschen, den wir irgendwo trafen, grüßte. Aber diese norddeutsche distanzierte Art, passt mir frankfurter Mädscher, auch irgendwie nicht. Wenn Flirten "absichtlose Nettigkeiten sind, die die Welt schöner und freundlicher machen", dann will ich mich ein bißchen mehr bemühen, nicht immer so zielgerichtet oder muffelig durch die Gegend zu laufen. Schon komisch. Wenn ich mit jemand spreche, dann neige ich zur Grinsebacke, aber kaum bin ich alleine, dann geht bei mir der Bildschirmschoner an und ich neige zu Merkel-Falten.

Zunächst war ich ganz erstaunt, dass die Teilnehmerinnen und Teilnehmer des Kurses so normal waren. Eigentlich ganz normale sympatische Menschen in meinem Alter. Klar, wenn man so spät noch nicht Mr. oder Mrs. Right abbekommen hat, dann juckts irgendwann im Familienplanungszentrum. Bei einigen fragte ich mich aber, wie shcon so oft in meinem Leben, warum der oder diejenige alleine ist. Ich fand diese Personen spannend, auch wenn zum großen Teil schon eine gute Idee gewesen wäre, etwas das Outfit zu optimieren.

Nach und nach kamen aber tatsächlich immer mehr alte Kränkungen, Ängste und unaufgelöste Probleme zum Vorschein. Bei den wenigsten hatte ich das Gefühl, dass es kleiner Trick ihre Probleme lösen könnte, vielen wünschte ich eine Therapie. Aber vielleicht sind zwei Tage Kurs ja trotzdem gut, um etwas an der Haltung zu ändern. Vielleicht verbessert sich das Leben, wenn man an ein paar Schrauben dreht und etwas weniger zielgerichtet auf potentielle Kandidaten zustürmt und sich vornimmt, mehr Spaß am Leben zu haben - ob zwei Tage reichen, solche Erkenntnisse im Leben zu verankern? Vermutlich funktioniert so ein Kurs besser, als ein Buch verschämt im Internet zu bestellen, aber nix gegen Bücher, da lebe ich schließlich davon.

Fast ein Gentleman

Gestern, beim Gemüsehändler rollte mir ein Tampon aus der Tasche, als ich hektisch und voll beladen nach meinem Portemonnai kramte. Der türkische junge Mann vor mir, wollte mir eigentlich höflich helfen und das Heruntergefallene aufheben. Als er erkannte, was es war (immerhin) zuckte er, extrem peinlich berührt, weg und war dankbar, dass ich mich selbst darum kümmerte.

Wieso ist das für Männer so unanangehm? Also ich finde es auch nicht super, einmal im Monat ne Woche "in anderen Umständen" zu sein, aber so lange die Dinger nicht benutzt sind, sind sie doch wirklich harmlos. Merkwürdig.

Donnerstag, August 02, 2007

Weichei

Du mußt härter werden, sagt er häufig zu mir und das sind nicht gerade die Momente, wo ich das Spiegeln in einer Beziehung schätze. Es wurmt mich, wenn er das sagt, deswegen schätze ich es theoretisch schon, wenn er das sagt. Aber gerne höre ich das nicht.

Ich streite mich nicht gerne und Rache finde ich auch ein doofes Konzept. Natürlich kommen mir manchmal die Tränen, wenn jemand fies zu mir ist, aber es hängt von der Situation ab, ob ich mich gerade wehre. Es gibt zwei Sachen, die mir das wehren erleichtern: 1. ich fühle mich generell fit, stark und schön (und nicht gerade auf dem letzten Zahn und urlaubsreif wie zur Zeit) und 2. die Sache selbst ist mir nicht wichtig bzw. der Angriff hat mich nicht persönlich getroffen. Dann kann ich sogar in Echtzeit zurückschießen, statt mich zu ärgern und mir Stunden später auszudenken, was ich alles hätte sagen könne.

Grundsätzlich gehe ich aber Konflikten eher aus dem Weg. Viele Dinge sind mir einfach nicht wichtig genug. Wenn ich nett zu mir bin, dann finde ich mich in solchen Momenten unheimlich gelassen und reif. Alles Kinderkram, was die anderen da veranstalten und Schadenfreude und Rache ist sowieso schlecht fürs Karma.

Und trotzdem hat er Recht, wenn er mich auffordert, härter zu werden. Klar zu sagen, wenn mir etwas nicht passt oder mir gerade jemand auf den Füßen herumtrampelt. Immer dann, wenn ich es nicht tue, bleibt etwas zurück. Die unvollende Gestalt macht es mir schwer, mit der Geschichte abzuschließen und raubt mir Energie.

Tja, die guten Vorsätze werde ich nach dem Urlaub umsetzen. Jetzt fühle ich mich einfach nur, wie durch den Fleischwolf gedreht. Leider muß vor dem Urlaub im September erst noch ein Buch fertig werden...

Mehr Zeit - für was?

Als ich gestern mit einer befreundeten Kollegin einen Telefontermin vereinbarte, sagte sie "nicht vor 10 Uhr" und ich war kurz entsetzt. Mir war schon entfallen, dass ich genau diese Antwort in den letzten Jahren gegeben hatte - bevor ich mit dem Gatten zusammen zog. Als einen Vorteil des Freiberuflerinnendaseins schätze ich es, nach meinem Biorythmus zu arbeiten und aufzustehen, wann es mir passte.

Als Teil eines Paares schätze ich jetzt die gemeinsamen Frühstücke - auch wenn das frühe Aufstehen mir immer noch Schwierigkeiten bereitet. Es fühlte sich aber falsch an, wenn ich an Tagen, an denen der Liebste zur gewohnten Zeit zur Arbeit geht, einfach wie ne faule Diva liegen bleiben würde. Es wäre auch deshalb falsch, weil ich ja mitnichten so viel am Wochenende und abends arbeite wie früher. Kommt der Mann nach Hause und hat Feierabend, dann möchte auch ich nicht mehr arbeiten und lasse gerne alles stehen und liegen.

An manchen Tagen habe ich das Gefühl, dass ich unheimlich viel Zeit mit hinterher überhaupt nicht mehr nachvollziehbaren Sachen verdaddele. Jetzt wo ich drüber nachdenke. Ich habe ja auch mehr Zeit, wenn ich früher aufstehe. Aber es fühlt sich anders an. Eben nicht gemäß meines Biorythmusses. Deswegen bin ich oft müde und habe oft das Gefühl, nicht genügend geschafft zu haben. Für das Schreiben ist die Einsamkeit und das arbeiten, wann immer man will, das Singleleben besser. Fürs Leben ist es schöner als Paar.

wünsche:

  • ein häuschen in den elbvororten
  • ein klavier
  • ein tanzkurs mit meinem liebsten
  • einen kochkurs (am liebsten indisch)
  • ein städteurlaub in rom oder barcelona oder kopenhagen