Montag, Juli 30, 2007

Wie fängt man wieder an?

Ich frage mich schon seit Wochen, wieso ich nicht mehr blogge. Stopp, so ganz stimmt das nicht, ich blogge, allerdings nicht hier, sondern in einem geheimen Special-Interest-Blog. Am Computer schreibe ich genug - wenn auch zu wenig "für Geld". Eine richtige ausgewachsene Schreibhemmung ist es also nicht. Mittlerweile habe ich auch die technischen Schwierigkeiten behoben, mit mehreren Identitäten durchs WWW zu schleichen, ohne deswegen Kuddelmuddel zu verursachen. Alles prima. Wieso bloggte ich also nicht?

Es war nicht die Technik, nicht die Verlagerung der Interessen. Nein, es war noch mehr, was sich nicht in Worte fassen lässt. Ich versuche es mal so: plötzlich hatte ich ein privates Thema, das so groß, so bewegend war, dass es sich nicht lapidar öffentlich bloggen lies. Es war so intim, so privat und auch ein wenig versponnen, so dass ich diesen Teil meiner Persönlichkeit nicht einfach so in die Weiten des Internets werfen wollte. Allzugut kenne ich diese, in guter freudscher Tradition, schnellen Verurteilung der weiblichen Konzentration auf Themen als Hysterie - als ob stundenlange Recherche vor technischen Kaufentscheidungen nichts anderes als Konzentration wären. Aber ich schweife ab...

Kurz und gut. Ich verrate ja, worum es ging und geht: um den Versuch, ein Kind zu machen. So banal und gleichzeitig so kompliziert, wenn man mit schnellen Schritten auf die 40 zugeht. Die Höhen und Tiefen, die ich in den letzten Monaten erlebte, waren nicht blogbar, zumindest nicht hier. Aber sie waren ein so wesentlicher Teil meines Lebens, dass ich eben nicht nebenher über die Banalitäten des Alltags bloggen konnte. Das Dilemma der Blogs, so viel Authentizität wie möglich, aber so viel Verschlüsselung zum Schutz der Privatsphäre wie nötig, zerrissen mich im öffentlichen Raum.

Da aber mein Blog nicht nur für andere da ist, sondern auch mein Tagebuch für alle Lebenslagen ist, wäre es schade, wenn ich es aufgeben würde. Den Bloggeburtstag hatte ich übersehen, doch stellte ich immer wieder fest, dass dieses Blog doch schon zu den Urgesteinen zählt, auch wenn es in einer versteckten Nische des Internets herumdümpelt. Es wäre zu schade, ganz von der Oberfläche zu verschwinden. Vielleicht war diese Pause eben ein wichtiger Teil des Erkenntnisprozesses rund ums bloggen.

Aber wie fängt man wieder an? Wie macht man weiter? Wie schade, dass ich kein Verzeichnis mit Mailadressen meiner damaligen LeserInnen habe. Wie schön wäre es, eine "ich bin wieder da"-Mail zu schicken, die mich dazu verpflichen würde, am Ball zu bleiben. Wie schade, dass ich mich immer gegen den RSS-Fead sperrte.

Tja, so isses, also gibt es einen Neuanfang, der wie in Anfang ist und wir werden sehen, wohin es führt...

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wünsche:

  • ein häuschen in den elbvororten
  • ein klavier
  • ein tanzkurs mit meinem liebsten
  • einen kochkurs (am liebsten indisch)
  • ein städteurlaub in rom oder barcelona oder kopenhagen