Dienstag, Juli 31, 2007

Das ist der Sommer...

... sagte eben der zwangsgutgelaunte Radiomoderator aus dem Spackenradio, nur weil im Vorfeld ein Spanier "Silencio" schrie. Das dachte ich mir auch gerade. Heute macht mich das Wetter und der seit Wochen andauernde Krach der Baustelle gegenüber wirklich fertig.

Es ist wohl unnötig zu erwähnen, dass ich gerade nicht in der richtigen Stimmung bin einen "hey-ich-habe-das-Leben-gecheckt-und-verrate-euch-ganz-lustig-wie-es-geht"-Ratgeber zu schreiben.

Montag, Juli 30, 2007

Merke !

Wenn einer die Decke auf den Kopf fällt, wenn Schreiben überhaupt nichts mit Lust zu tun hat, wenn es zum Radfahren zu regnerisch ist, um einen Blick in die Zivilisation zu und und unter Menschen einen Kaffee zu trinken... dann ist es hilfreich mit einer Freundin (oder dem Herrn Bandini) zu telefonieren, weil Menschenstimmen froh machen können.

Telefonieren ist auf jeden Fall besser als mailen (und bloggen, obwohl bloggen schon toll ist), denn es findet in Echtzeit statt. Genau das, was ich am mailen liebe, die zeitversetzte Kommunikation, ist manchmal eben nicht das Beste. Manchmal braucht es ein Gespräch, dass sich daraus ergibt, dass man sich Assoziationen zuwirft, um den Gesprächsleitfaden zu entwickeln. Manchmal muß man erzählen, wie es einer geht und eine Reaktion darauf zu bekommen und manchmal muß man, und ich wiederhole mich gerne, einfach eine menschliche Stimme hören.

Friere und sei haltbar!

Ich habe ein neues Hobby: einfrieren. Seit einer guten Woche haben wir eine neue „Kühl- und Gefrierkombination“. Von Gefrierschrank zu sprechen, wäre etwas vermessen, eher ist es eine Kommode oder eine Art Beistelltischchen mit drei Schubladen. Aber eine Steigerung des Dreisternefaches ist es auf jeden Fall!

Schon seit Jahren träumte ich davon, größere Mengen zu kochen und in kleineren Mengen einzufrieren. Ich koche sehr gerne, aber eben nicht jeden Tag. Um das Ganze systematisch zu beginnen, bestellte ich ein Buch bei Amazon. Witzigerweise ist es aus den Siebzigern und dementsprechend erinnerte es mich an meine Mutter. Dafür kostete es auch nur 1,07 Euro. Aber wie das mit bestellten Büchern so ist, musste ich ungeduldig einige Tage darauf warten.

Zwischenzeitlich versuchte ich mit Freundinnen über mein neues Hobby zu sprechen? Besonders bewegte mich die Anschaffung von Behältnissen. Schon lange wollte ich mal auf eine Tupperparty gehen – aber braucht man unbedingt diese teuren Töpfchen? Ich war wirklich erstaunt, dass mich alle belachten und das Thema wechselten. Woher soll man denn seine Informationen haben (wenn nicht aus dem Internet). Ich finde, das sind durchaus spannende Fragen, ob man lieber in Tupper oder in Gefrierbeutel investieren sollte!

Der Liebste beglückte mich wenige Tage nach dem Kauf mit einem Dosenset von Tschobi und auch die Schwiegermutter lies noch ein paar Döschen springen. Das fand ich schon mal super – ganz abgesehen davon, dass einem die Dosen jetzt immer entgegenpurzeln, wenn man den Küchenschrank öffnet.

Ich übe mich im Einfrieren. Die Petit Fours mit Zuckerguss waren noch nicht optimal, denn der Zuckerguss verändert sich irgendwie und die liebevoll geformten (von mir!) Marzipanrosen verlaufen doch irgendwie beim auftauen. Auch die Brombeeren hätte ich gerne auf einem Tablett eingefroren, um sie anschließend gefroren in einen Beutel zu packen, so dass man sie einzelnd entnehmen kann, hätte ich denn ein Tablett gehabt... Es gibt noch viel auszuprobieren und für Tipps bin ich dankbar.

Jetzt muß ich aber erstmal die Augenbrauenfarbe abwischen, dass ich nachher hübsch und nicht mit dicken schwarzen Balken durch die Gegend laufe. Auch das ist ja eine Wissenschaft für sich. Was habe ich rumprobiert, bis ich die Farbe vom Friseurbedarf fand...auch darüber müsste man mal reden!

Wie fängt man wieder an?

Ich frage mich schon seit Wochen, wieso ich nicht mehr blogge. Stopp, so ganz stimmt das nicht, ich blogge, allerdings nicht hier, sondern in einem geheimen Special-Interest-Blog. Am Computer schreibe ich genug - wenn auch zu wenig "für Geld". Eine richtige ausgewachsene Schreibhemmung ist es also nicht. Mittlerweile habe ich auch die technischen Schwierigkeiten behoben, mit mehreren Identitäten durchs WWW zu schleichen, ohne deswegen Kuddelmuddel zu verursachen. Alles prima. Wieso bloggte ich also nicht?

Es war nicht die Technik, nicht die Verlagerung der Interessen. Nein, es war noch mehr, was sich nicht in Worte fassen lässt. Ich versuche es mal so: plötzlich hatte ich ein privates Thema, das so groß, so bewegend war, dass es sich nicht lapidar öffentlich bloggen lies. Es war so intim, so privat und auch ein wenig versponnen, so dass ich diesen Teil meiner Persönlichkeit nicht einfach so in die Weiten des Internets werfen wollte. Allzugut kenne ich diese, in guter freudscher Tradition, schnellen Verurteilung der weiblichen Konzentration auf Themen als Hysterie - als ob stundenlange Recherche vor technischen Kaufentscheidungen nichts anderes als Konzentration wären. Aber ich schweife ab...

Kurz und gut. Ich verrate ja, worum es ging und geht: um den Versuch, ein Kind zu machen. So banal und gleichzeitig so kompliziert, wenn man mit schnellen Schritten auf die 40 zugeht. Die Höhen und Tiefen, die ich in den letzten Monaten erlebte, waren nicht blogbar, zumindest nicht hier. Aber sie waren ein so wesentlicher Teil meines Lebens, dass ich eben nicht nebenher über die Banalitäten des Alltags bloggen konnte. Das Dilemma der Blogs, so viel Authentizität wie möglich, aber so viel Verschlüsselung zum Schutz der Privatsphäre wie nötig, zerrissen mich im öffentlichen Raum.

Da aber mein Blog nicht nur für andere da ist, sondern auch mein Tagebuch für alle Lebenslagen ist, wäre es schade, wenn ich es aufgeben würde. Den Bloggeburtstag hatte ich übersehen, doch stellte ich immer wieder fest, dass dieses Blog doch schon zu den Urgesteinen zählt, auch wenn es in einer versteckten Nische des Internets herumdümpelt. Es wäre zu schade, ganz von der Oberfläche zu verschwinden. Vielleicht war diese Pause eben ein wichtiger Teil des Erkenntnisprozesses rund ums bloggen.

Aber wie fängt man wieder an? Wie macht man weiter? Wie schade, dass ich kein Verzeichnis mit Mailadressen meiner damaligen LeserInnen habe. Wie schön wäre es, eine "ich bin wieder da"-Mail zu schicken, die mich dazu verpflichen würde, am Ball zu bleiben. Wie schade, dass ich mich immer gegen den RSS-Fead sperrte.

Tja, so isses, also gibt es einen Neuanfang, der wie in Anfang ist und wir werden sehen, wohin es führt...

wünsche:

  • ein häuschen in den elbvororten
  • ein klavier
  • ein tanzkurs mit meinem liebsten
  • einen kochkurs (am liebsten indisch)
  • ein städteurlaub in rom oder barcelona oder kopenhagen