Montag, Januar 29, 2007

Kleines Glück

Eben habe ich dem Winter zwei Sonnenstrahlen abgetrotzt und schweigend genossen. Ich hätte auch das Haus verlassen können, so hatte ich es mir zumindest den ganzen Vormittag vorgenommen und gemerkt, dass ich mich davor drückte, denn das Ziel, das nutzlose Einkaufzentrum reizte wie immer nicht. Dann beschloß ich mich in Mantel, Mütze und Handschuhe gehüllt, auf den Balkon zu setzen, um Mittag zu essen und ein wenig zu lesen. Die Sonne war schön, der Wind kalt und leider konnte man die Autos auf der Straße gegenüber kaum übersehen, weil die Bäume noch keine Blätter haben. Ich sehne den Frühling und den Sommer herbei, wenn ich endlich wieder die Balkonstühle aus dem Keller hole.

Samstag, Januar 27, 2007

Kochstöckchen

Es hat mich zwar niemand darum gebeten, aber nachdem ich das Stöckchen beim Don, bei der Frau Kaltmamsell und beim Haltungsturner las, war ich so frei, es mir zu kopieren und auch auszufüllen.

1) Kannst du kochen? Wenn ja, kochst Du gerne?


Ja, und ich koche gerne. Ich koche gerne für andere. Gemeinsames Essen ist toll, eine sehr schöne Möglichkeit, zur Ruhe zu kommen und sich zu unterhalten. Ich liebe es auch, noch eine Weile vor den abgegessen Tellern zu sitzen (und habe mich deshalb mal für einen rauchenden Mitbewohner entschieden). Für andere kochen ist Liebe. Ich mache das gerne.

Kochen mag ich auch, weil man etwas mit Dingen macht normalerweise ist die "Welt der Dinge" ja weniger meine Welt als die der Gedanken. Man kauft irgendwelche Dinge ein, oder züchtet sie auf dem Balkon und dann verändert man sie, schmeißt sie zusammen und es wird etwas Neues. Das finde ich magisch. Es befriedigt mich, dass man in relativ kurzer Zeit (z.B. im Vergleich zu einer Renovierung oder zum stricken eines Kleidungsstückes) ein Ergebnis erzielen kann.

Kochen ist auch gut gegen Aggressionen. Am besten funktioniert bei mir Karotten schneiden.

Nicht zuletzt verschafft Kochen auch Anerkennung. Um es mit meinem Lieblingsbeispiel zu sagen: den Müll trägt deswegen in einer WG keiner gerne runter, weil man dafür kein Lob bekommt.

2) Wann isst bei Euch die ganze Familie gemeinsam?

Wir frühstücken gemeinsam und speisen am Wochenende gemeinsam. Abends gibt es nur eine Kleinigkeit und auch nicht immer, weil ich oft am späten Nachmittag etwas koche und dann, wenn der Gatte nach Hause kommt, keinen Hunger habe - höchstens Futterneid - aber zur Gesellschaft eine Kleinigkeit mitesse oder einen Tee trinke.

3) Was isst Du zum Frühstück?

Seit dem ich den Liebsten kenne meist Toast mit Goldsaft und Marmelade. Die Jahre davor habe ich, nach einer Diät und Ernährungsumstellung, fünf Jahre morgens Obst geschnippelt und Müsli gegessen. Eigentlich hat mir das gut getan und ich frage mich oft, warum ich das nicht wieder mache. Der einzige Grund ist dieser schreckliche Futterneid. Toast riecht einfach so unglaublich gut.

4) Wann, wo und wie esst ihr in der Woche?


Seit dem der Gatte mich kennt, isst er nicht mehr vor dem Fernseher, sondern am Tisch, weil er die regelmäßigen Gespräche schätzt. Das gilt für Frühstück und Abendessen. Wenn ich mittags etwas koche, dann sitze ich am Tisch und lese beim Essen die Zeitung, obwohl ich weiß, dass das Bullshit ist. Manchmal gönne ich mir etwas "außer Haus", weil mich das erstens an die frische Luft bringt und zweitens für Abwechslung auf meinem Speiseplan sorgt.

5) Wie oft geht Ihr ins Restaurant?

Viel zu selten. Ich liebe es, essen zu gehen. Zum einen, weil man Dinge essen kann, an die man sich nicht rantraut, sie zu kochen oder die zu kompliziert sind und weil das Essen auf dem Teller viel hübscher angerichtet ist, als bei mir.

Das allerschönste beim Essen gehen mit dem Liebsten ist die Rendevouz-Atmosphäre, die zuhause einfach nicht aufkommen mag.

Leider teilt der Liebste meine Leidenschaft nur begrenzt. Das Einzige, was er mag ist All-you-can-eat-Sushi und das ist das Gegenteil von Romantik (und mit vollem Bauch hat man hinterher auch keine Lust mehr romantisch-und-so-weiter zu sein). Ich bin gar nicht sicher, warum er nicht gerne essen geht, vermute aber, dass er zum einen lieber zuhause is(s)t und es zum anderen zu teuer empfindet.

6) Wie oft bestellt Ihr Euch was?

Nie. Machen so was nicht nur Computer-Leute?

7) Zu 5 und 6: Wenn es keine finanziellen Hindernisse gäbe, würdet ihr das gerne öfters tun?

Bestellen finde ich absurd. Dann gehe ich lieber essen oder koche eben aus dem was da ist eine schnelle Pasta.

Eine Einschränkung muß ich allerdings machen. Wenn man beruflich ständig essen geht, dann macht das außerhäusige essen nicht mehr so viel Spaß - da das bei mir nicht Fall ist, kann ich es gut genießen.

8) Gibt es bei Euch so was wie „Standardgerichte”, die regelmäßig auf den Tisch kommen?

Bei "uns" noch nicht wirklich. Das liegt daran, dass ich, seit dem wir zusammen sind, jedes Wochenende mindestens ein neues Gericht ausprobiere. Als ich Single war, gingen mir meine Standardrezepte tierisch auf den Geist, aber ich bekam den Hintern nicht hoch, mal etwas neues zu probieren. Jetzt, mit dem Liebsten, schaue ich gerne Kochsendungen und probiere Jamie Oliver-Rezepte hoch und runter. Ein paar Favoriten gibt es, aber noch nicht wirklich Standardgerichte.

Zu meinen persönlichen Standards gehören: Nudeln mit Bolognese (so wie meine Mutter sie macht), wenn ich traurig bin und Reis-mit-Tunfisch-und-Senfsoße, wenn es schnell gehen soll, man richtig hunger hat und nicht einkaufen war.

Achso, es gibt doch einen Standard: Sushi machen wir häufiger selbst. Das hatte ich ja ganz vergessen. Ist ja aber auch nicht wirklich "kochen".


9) Hast Du schon mal für mehr als 6 Personen gekocht?

Ja, das mache ich gerne. Ich habe mir vor vielen Jahren extra einen Tisch zum ausziehen gekauft, an den bis zu 10 Personen dran passten. Wenn man davon absieht, dass ich keine Meisterin im Speisen-schön-anrichten bin, dann kommen meine Gäste gerne immer wieder - früher meist zu "Grüner Soße" oder Erbsensuppe.

10) Kochst du jeden Tag?

Nein. Ich las bei Don Dahlmann, dass er es tat und dachte "Hut ab". Ich weiß, dass es mir gut täte, aber leider scheitere ich ebenso daran wie an Sport.

11) Hast Du schon mal ein Rezept aus dem Kochblog ausprobiert?

Ja, wenn man die Vorspeisenplatte als Kochblog versteht. Ich liebe das New York Cheesecake Rezept.


12) Wer kocht bei Euch häufiger?

Ich. Am Anfang unserer Beziehung haben wir zusammen gekocht, aber ich stellte mich nicht als besonders teamfähig oder begabte Kochlehrerin heraus. Das stört mich aber nicht, denn ich erlebe die Zeiten in der Küche am Wochenende als sehr kreativ und entspannend. Meist räumt der Gatte im Anschluß die Küche auf (die ich allerdings nicht als Schlachtfeld hinterlasse). Dieser Liebesdienst gefällt mir genauso gut, wie wenn er überraschend für mich kocht.

13) Und wer kann besser kochen?

Der Alltag beweist: ich. Aber alles, was er für mich kochte, war ganz wunderbar. Ich vermute, er kann das alles, ist aber langsamer und weniger geübt. Vielleicht sollten wir doch mal wieder zusammen kochen...

14) Gibt es schon mal Streit ums Essen?

Nein. Es gibt nur einen kleinen Futterneid meinerseits, von dem der Liebste etwas genervt ist. Das bezieht sich aber eher auf Süßigkeiten.

Es gibt noch ein Bedauern, aber das ist kein Streit. Der Liebste isst keine vierbeinigen Tiere. Wenn ich die Kochbücher durchblättere oder Kochsendungen sehe, dann bedauere ich oft, dass viele Gerichte einfach nicht in Frage kommen. Das finde ich schade, aber es ist keine Katastrophe.

15) Kochst du heute völlig anders, als Deine Mutter / Deine Eltern?

Ja. Obwohl ich das Kochen, viele Tricks und Kniffe bei meiner Mutter gelernt habe. Ich koche internationaler, sehr gerne indisch, thai oder japanisch. Bei meinen Eltern ist die Küche eher eine Mischung aus deutsch und italienisch. Ich habe eine andere Vorliebe für Gemüse als sie, meines ist meist knackiger und ich koche niemals Mehlschwitzen, außerdem gibt es bei uns noch viel weniger Fleisch als bei meinen Eltern. Und weniger Salat.


Aber "völlig" anders ist es nicht. Schon ähnlich, nur etwas bereicherter vielleicht.

16) Wenn ja, isst Du trotzdem gerne bei Deinen Eltern?

Klar, es schmeckt doch nirgends so gut, wie bei Muttern. Ich mag es, wenn meine Mutter "zaubert", d.h. irgendwas aus Resten kocht. Ich liebe den weihnachtlichen Kartoffelsalat mit Frikadellen und ihren/seinen Wirsing.

Ich esse auch sehr gerne bei meinen Schwiegereltern, insbesondere Kohl und Pinkel. Hach, da freu ich mich schon wieder drauf. Außerdem gibt es da immer Fleisch. Auch wenn ich nicht viel Fleisch esse, freue ich mich immer, wenn es mal eine Gelegenheit dazu gibt.

17) Bist Du Vegetarier oder könntest Du Dir vorstellen vegetarisch zu leben?

Nein, aber ich esse wenig Fleisch. Das liegt daran, dass es bei uns zuhause wenig Fleisch gab. Ich mag es auch, genauso wenig wie meine Mutter, zubereiten und schon das Einkaufen von Fleisch gefällt mir wegen des Wartens an Fleischtheken nicht.

Ich bin keine Vegetarierin, aber ich esse nur ca. 2 Mal im Monat Fleisch und Wurst eigentlich niemals. In Tagungsstätten auf Weiterbildungen esse ich fast immer vegetarisch, weil ich denke, dass sie dort wohl billiges Fleisch nutzen - oder ich bilde mir das zumindest ein.

18) Was würdest Du gerne mal ausprobieren, an was Du Dich bisher nicht rangewagt hast?

Braten und Fischrezepte ohne Grätengefummel.

19) Kochst Du lieber oder findest Du Backen spannender?

Früher mochte ich backen lieber, heute empfinde ich das Kochen als vielfältiger.

20) Was war die größte Misere, die Du in der Küche angerichtet hast?

Kann mich gerade an keine erinnern, obwohl es sicherlich welche gab.

21) Was essen Deine Kinder am liebsten?

Ich schätze, meine zukünftigen Nachkommen werden Nudeln mit Bolognese und Reis mit Tunfisch und Senfsoße am liebsten essen.

22) Was mögen Deine Kinder überhaupt nicht?

Das werden wir sehen.

23) Was magst Du überhaupt nicht?

Leber

Mittwoch, Januar 03, 2007

Angriff der Killerviren

Eine Erkältung schleicht sich hinterrücks an. Wieso nur? Ich hatte letztens irgendwo gelesen, dass man dann eine Erkältung bekommt, wenn man sich von jemand ansteckt. Die Ansteckungsgefahr erhöht sich im Winter, weil man sich dort häufiger in geschlossenen Räumen mit infizierten Menschen aufhält. Gestern habe ich nicht das Haus verlassen, heute auch noch nicht. Also kann es nur sein, dass sie mir der Liebste von der Arbeit mitgebracht hat. Na fein. Socken an und viel Tee trinken. Und beim Universum bestellen, dass ich die kleinen Feinde in meinem Körper besiege.

Dienstag, Januar 02, 2007

Jahresanfangsritual

Jedes Jahr das gleiche Ritual: ich überarbeite meinen Filou (Filofax).

Jedes Jahr übertrage ich die Geburtstage und denke an Menschen, die mir irgendwann in meinem Leben begegnet sind. Manche sehe ich häufiger, andere selten, wiederum andere schon seit Jahren gar nicht mehr. Es ist jedes Jahr eine gründliche Entscheidung, welcher Eintrag überdauert und welcher nicht. Da ich alte Kalender nicht aufhebe, ist eine Streichung meist eine endgültige Entscheidung. Das Erinnern aber auch das Aussortieren tut gut.

Während ich die Kalenderblätter durchblättere, erlebe ich das Jahr im Schnelldurchlauf noch einmal. Ich wundere mich manchmal, das manche Erlebnisse schon so lange oder erst so kurz her sind. Ich finde Telefonnummern, die mir damals nicht wichtig genug waren, um sie ordentlich aufzuschreiben oder im Mobiltelefon zu programmieren und entscheide, ob ich dies nun zum Jahreswechsel tue oder sein lasse. In Gedanken wiederhole ich Begegnungen und Erlebnisse und prüfe, wie wertvoll sie für mich im Rückblick waren. Manches relativiert sich ganz schön.

Ich änderte endlich meine Adresse und den Menschen, der im Notfall zu verständigen sei. Es fühlt sich so manifest an und ich wundere mich, wie ich die ganzen letzten Monate über diese veralteten Informationen nicht gestolpert bin. Ich entdecke, dass ich Blutgruppe B habe, eine Information, die mir immer wieder entfällt und bemerke, dass mein Reisepass abgelaufen ist. Viel ältere Erinnerungen kommen, als ich mir die Stempel in meinem Reisepass ins Gedächtnis rufe. Ich bin schon sehr lange, nicht mehr so weit herumgekommen, sonst hätte ich viel eher bemerkt, dass der Pass abgelaufen ist.

Natürlich könnte ich mir einen elektronischen Filou kaufen. Seit Jahren denke ich immer mal wieder daran, wenn ich den zerschlissenene Ledereinband sehe. Natürlich wäre vieles praktischer und einfacher. Aber ich würde das Jahresend- oder anfangsritual vermissen.

Angekommen

Sehr schön. Bin nun im neuen Jahr angekommen und es fühlt sich eigentlich ganz schön an.

Meine Fähigkeiten als Projektmanagerin waren gefragt. Es ist gar nicht so leicht, ein Projekt gemeinsam zu bearbeiten - vor allen Dingen, wenn es sich um zwei Freigeister als Projektpartnerinnen handelt. Ich bin die Erfahrene in dem Projekt und doch auch gleichzeitig die Werbende. Es liegt mir am Herzen, dieses Projekt genau mit dieser Partnerin zu machen, doch bin ich schwer gefordert, wenn ich austariere, wieviel ich führe muß, kann oder will. Mein Zeitgefühl sagt mir, dass es sinnvoll ist, etwas zu beschleunigen, endlich Butter bei die Fische zu machen. Meine Erfahrung widerspricht, denn mit Druck habe ich im Leben noch nicht viel erreicht. Wieder einmal komme ich zu der Erkenntnis, dass gleichberechtigtes Arbeiten verdammt schwierig ist. Kann es überhaupt funktionieren? Muß automatisch eine hierarische Situation entstehen?

Konkret: wir daddeln seit Wochen an dem Angebot herum. Der Vertragspartner signalisiert mehr als deutlich sein Interesse. Man müsste also einfach nur etwas hinschicken, ein bißchen nachbessern und ein schicker Vertrag mit einem kleinen Batzen auf dem Konto wäre realisiert. Woran hakt es? An einer Arbeitsprobe von ihr. Ich bin ziemlich unmotiviert, weiter an dem Angebot herumzufeilen, wenn ihre versprochene Arbeitsprobe nicht kommt. Ich kenne das Phänomen der Schreibhemmung nur zu gut - und habe keine Ahnung, wie ich jemand darüber hinweg helfen kann.

Wir haben eine Vereinbarung getroffen, eine Frist gesetzt und ich habe angeboten, über eine neue Rollenverteilung nachzudenken. Wahrscheinlich ist das die Lösung: verschiedene Aufgaben zu definieren, Rollen auszuformulieren und dann nicht nur Tacheles zu reden, sondern gültige Vereinbarungen zu treffen. Gar nicht leicht, bei scheinbar gleichberechtigten Partnerinnen. Ein spannendes Projekt!

Startschwierigkeiten

Wie ging noch mal arbeiten?

Irgendwie komme ich nicht ins neue Geschäftsjahr. Das sind wieder diese Momente, in denen ich das freie Arbeiten verdamme und mir herzzerreißend Kollegen und normale betriebliche Abläufe wünsche. Einfach nach dem Urlaub ins Büro kommen und vom Fluß der Arbeiten mitgenommen zu werden, ohne zu denken. Heute würde ich es mir wünschen.

Es fehlt der Impuls. Ich öffne noch nicht mal die relevanten Dateien, sondern mache hier mal rum und dort mal rum. Ganz zu schweigen von der leidigen Vorsteueranmeldung. Die Migräne erleichtert mir allerdings das Denken auch nicht wirklich. Noch ein Nachteil des Arbeiten von zuhauses. Irgendwie definiere ich mich seltener als krank, als es wahrscheinlich sinnvoll wäre.

Ich weiß noch, wie ich damals erstaunt war, wie unproduktiv Menschen in Angststelltenverhältnissen arbeiten. Warum schelte ich mich also immer und immer, wenn es mal mit dem Arbeiten ncht so klappt, wie ich es mir wünsche?

wünsche:

  • ein häuschen in den elbvororten
  • ein klavier
  • ein tanzkurs mit meinem liebsten
  • einen kochkurs (am liebsten indisch)
  • ein städteurlaub in rom oder barcelona oder kopenhagen