Donnerstag, April 27, 2006

mädchen

meine güte, manchmal bin ich aber auch ein mädchen! das geliehene auto hat so einen modernen schlüssel, auf den man drückt und dann geht die tür auf. die besitzerin warnte mich schon, dass die batterie recht entleert sei und ich den schlüssel nahe ans auto halten müsse, statt es cool von der anderen straßenseite zu öffnen. trotzdem stand ich vorhin stundenlang verzweifelt vor dem auto und konnte es nicht öffnen. ich rief sie an und fragte, ob es einen trick gäbe. aha, also nicht auf die tür, sondern auf den rückspiegel zielen. gesagt getan. als sie mir verriet, dass man auch einfach den schlüssel ins schloss stecken könnte, um aufzuschließen, entdeckte ich, peinlich berührt, das schloss. das hatte ich in der hektik übersehen. peinlich.

Mittwoch, April 26, 2006

veränderungen bemerken

ich hatte ihm den frisörtermin verschwiegen, um zu sehen, ob mein sonst so aufmerksamer mann merkt, dass ich anders aussehe. manchmal ist mir ja unheimlich, was er alles sieht, riecht und schmeckt. bei so viel informationen würde ich einen informationsoverkill bekommen. meine welt ist glücklicherweise viel beschaulicher. ich weiß, er sieht das anders. aber jede nach ihrer facon.

gut, es war schon spät, kein tageslicht und eigentlich schon kurz vom einschlafen und aber es amüsiert mich immer noch, dass er sagte "du riechst anders, warst du beim frisör?".

Freitag, April 21, 2006

luxus

ich komme gerade von der anprobe bei der schneiderin. es wird eine maßgeschneiderte weiße bluse, heiß ersehnt, das weihnachtsgeschenk des verlobten. es fühlt sich luxuriös, königlich an, sie anzuziehen. ein schöner stoff, der kragen genau so, wie ich ihn mir wünschte. dann zuppelt sie noch etwas an mir herum. hier noch zwei abnäher, die ärmel doch noch etwas kürzer. ich bin es nicht gewohnt, dass leute vor mir knien, aber ich gebe zu, ich genieße es.

ich frage mich, ob es wirklich luxus ist, sich etwas maßschneidern zu lassen. ist es nicht eher bescheuert, dinge von der stange zu kaufen und sich darüber zu ärgern, dass man kein mensch von der stange ist? wie oft mache ich kompromisse beim kleiderkauf und nehme in kauf, dass es hier zu kurz, dort zu eng ist oder das muster oder die farbe doch nicht ganz so sind, wie ich es mir wünsche. immer habe ich das gefühl, nicht gut genug für die kleidung zu sein, dabei ist es genau umgekehrt: die kleidung ist nicht gut genug für mich.

jede frau sollte eine weiße bluse haben. was sage ich "die" weiße bluse haben. die bluse, die zu allem passt und alles veredelt, die die vorzüge der frau zur geltung bringt, ohne sich in den vordergrund zu drängeln. eine bluse, die passt, in der man sich wohlfühlt, über deren stoff man streichelt und es genießt. ist es luxus oder nicht? egal, ich genieße es! und ich weiß es sehr wohl zu schätzen.

und schon überlege ich, wie man eine zweit- und drittbluse daraus gestalten könnte. der schnitt ist ja nun fertig, da könnte man doch noch eine geblümte machen oder eine, mit einem gesmokten rücken, damit sie hübsch auf taille sitzt oder... hach, ich bin ein glücklicher mensch. ich kann mich, auf dem balkon sitzend, einen leckeren kaffee trinkend, mich an den jungs ergötzend daran erfreuen, auf den tag nächste woche zu warten, wenn ich sie abholen kann. und zumindest mir das träumen von blümchen oder so zu erlauben. kostet ja nichts. und macht glücklich. noch glücklicher.

Mittwoch, April 19, 2006

meine jungs

endlich einen balkon! ich kann es kaum erwarten, dort endlich zu sitzen. in der mittagssonne ein kaffee trinken und ein klitzekleines schläfchen halten. und abends: abends dort den grillen zuhören und den tag ausklingen lassen. ich freu mich unglaublich darauf, bald, ganz bald den balkon richtig in beschlag nehmen zu können.

und heute gehts ein klein bißchen los. seit jahren träume ich von einer verwunschenen kräuterecke auf einem balkon. duftende, wuchernde, blühende kräuter. beim kochen einfach ein paar schritte rauszugehen, vor den jungs zu stehen, an ihnen zu reiben, an den fingern zu schnuppern und zu überlegen, auf welches frische kräutlein man jetzt lust hätte. einfach ein paar blättchen abzuzupfen und dem essen einen pfiff geben. oder eigenen tee machen. ich liebe frische minze, ich liebe verbene! hach, das wird schön.

am samstag waren wir bei rühlemanns. der kräuterhimmel. ich war natürlich überfordert. eigentlich wollte ich mich gut vorbereiten. mir genau überlegen, was ich gerne kaufen würde und dann durch die reihen schlendern, hier mal riechen, dort mal probieren und dann kaufen, kaufen, kaufen. ganz so sinnlich war es nicht, denn ich hatte migräne und den verlobten dabei, aber stolz schleppte ich 11 pflänzchen nach hause. meine jungs!

hach, was freute es mich, als sich auch der verlobte begann, für die jungs zu begeistern. er fotografierte sie, schließlich muß ja dokumentiert werden, wie sich unsere prachtjungs entwickeln werden. ich katalogisierte sie und suchte aus dem netz weitere informationen über pflege und verwendung. toll. am zweiten abend standen wir gemeinsam um sie rum und töteten läuse. ob es doch unsere statt meine jungs werden? das würde mich freuen.

und heute abend ziehen sie richtig ein. gestern kauften wir noch mehr töpfe und gute kräutererde. heute abend bekommt die marrokanische minze ihre lauskur und die tapferen dürfen vielleicht schon raus. die anderen jungs stehen bis zu den eisheiligen hier im arbeitszimmer neben mir auf der fensterbank und duften. hach, ich bin ein glücklicher mensch.

am liebsten schmuse ich mit der erdbeerminze aber natürlich liebe ich meine anderen jungs auch sehr. liest sich die beschreibung nicht wunderbar? und das tolle ist: so ist es!

"Diese zierliche Minze beglückt uns mit einem dreifachen Dufterlebnis: Bei nur ganz leichter Berührung der Blätter genießen Sie einen sehr kopfigen, ätherischen Duft, der nur mit dem von echtem Oktoberfest-Sahneeis vergleichbar ist. Bei stärkerer Berührung dagegen kommt ein klarer Erdbeerduft auf Sie zu. Und wenn Sie die Blätter richtig zerreiben, wandelt sich das Aroma in eine pralinenartige Scharzwälder-Kirsch-Note."

ppg-stöckchen

yippie. saintphalle hat das stöckchen aufgenommen und ihre ppg (peinliche pannengeschichte) aufgeschrieben. herzlichen dank und absolut lesenswert. ob jemand lust hat, das stöckchen weiter aufzunehmen und uns eine ppg aus ihrem/seinem leben zu schildern? ich würde mich natürlich sehr freuen.

"Es muss irgendwann in meinem letzten Schuljahr gewesen sein. In dem Wohnviertel meiner Eltern übernahm damals zu Tageszeiten, in denen die Auslastung der öffentlichen Verkehrsmittel nicht sonderlich hoch war, ein Kleinbus die Touren der Linienbusstrecke....."

neugierig? hier geht die geschichte weiter.

Montag, April 17, 2006

frohe ostern

ja, ich hatte mich über den osterhasen gefreut. das große gelbe geschenk angeschaut und ein bißchen darauf gewartet,dass es endlich sonntag sein würde und ich es auspacken darf. der liebste bekam ein ähnliches paket. wir waren nicht mehr sicher, für wen die grüne und für wen die weiße schleife bestimmt waren und prompt öffneten wir die verkehrten pakete. lautstarkes lachen seinerseits beunruhigte mich etwas. als ich die, bestimmt teuren und geschmacklich besonderen, geschirrhandtücher auspackte, stockte mir der atem. was soll man da bloß machen? sage ich "oh wie hübsch" und höflich danke, bekomme ich die nächsten jahrzehnte so etwas von den schwiegereltern geschenkt, aber beschweren? der liebste versprach zu fragen, ob ein umtausch in frage kommen würde. anscheinend nicht. also besitze ich nun drei sehr wertvolle, leinene geschirrtücher und frage mich, wie wohl das freuen bei solchen geschenken funktioniert. aber so ist das wohl, wenn man eine beziehung hat. die feiertage, die familie und merkwürdige geschenke gehören wohl dazu.

Donnerstag, April 13, 2006

zipperlein

heute nacht konnte ich vor lauter menstruationsbeschwerden kaum schlafen. ich wälzte mich im bett herum und versuchte dies so leise wie möglich zu tun, um den liebsten nicht zu wecken. schreckliche gedanken stürmten in meinem kopf, die mich noch mehr vom schlaf abhielten. ich bin eine alte frau, will man mit mir überhaupt noch kinder machen, wenn ich dauernd zipperlein habe. vorletzte woche der umgeknickte fuß, dann mal wieder eine migräne und zu guter letzt die kaputte hüfte, die mich nun schon mehr als eine woche quält (und definitiv nach dem sex noch mehr schmerzt als vorher). very unsexy. da muß ich mich nicht wundern, dass männer meines alters auf junge dinger stehen. plötzlich ein gedanke, der mich sanft einschlummern liess: juchhei, unterleibskrämpfe, da weiß ich doch wenigstens, dass es zumindest biologisch noch eine weile gehen könnte.

Mittwoch, April 12, 2006

nur noch grünes

derzeit ist mir sehr nach grün, nicht nur wegen meiner schönen neuen grünen schuhe. hoffentlich gibt es bald einen schönen anlass, bei dem ich sie ein zweites mal tragen kann. (ja, ich weiß, dass sowas nix für rückengeschädigte ist, die schon beim sockenanziehen schwierigkeiten haben.) gestern sagte ich zu einer lieben bloggerin, die mich freundlicherweise zum essen/trinken/vielerzählen einlud, dass ich derzeit grünes essen bevorzugen würde und deshalb dem brokkoli, den sie noch vorrätig hatte, durchaus zugetan wäre. die gute kaufte auch noch grüne nudeln, ich brachte das grüne bier. perfekt.

und dann sprachen wir über spinat. ich liebe spinat, koche aber grundsätzlich nur gefrorenen. mit dem frischen habe ich es nicht so. da kann ich noch so waschen, waschen und noch mal waschen - es bleibt einfach immer sand drin, der dann so eklig zwischen den zähnen ist. das passiert beim TK-spinat nicht. und außerdem habe ich ein trauma. ein "frischer-spinat-trauma". es begab sich vor einiger zeit, zwei studienfreundinnen bei mir zu besuch waren. wenn sie schon mal in der stadt waren, wollten sie auch gerne einen anderen exkommilitonen sehen. ich hatte nichts dagegen, ein essen bei mir zu arrangieren, auch wenn es mich etwas nervös machte. dieser mann hatte etwas von klaus maria brandauer, wenn auch etwas hübscher. er war irgendwie was besseres, so reiche-leute-internat und so und schaute mich während des studiums nicht mit dem arsch an, obwohl wir uns regelmäßig auf irgendwelchen geburtstagen trafen. dieser mann, mit den reiche-leute-freunden, sollte also meine butze betreten, sehen, was fast ein jahrzehnt nach dem studium aus mir geworden bzw. nicht geworden ist, begutachten und bei mir essen.

ich suchte lange nach einem geeigneten rezept und kaufte dafür sogar die brigitte. dort gab es einen asiatischen spinat mit erdnusssoße, der mir geeignet erschien. beim lesen des rezeptes, lief es mir schon wie verrückt die spucke im mund zusammen. ich konnte es kaum erwarten, ihn zuzubreiten. wir standen in der küche, quatschten, tranken dabei ein paar schlückchen wein und kochten. es war nett. und auch als der gast zu uns stiess, war es immer noch nett. meine berliner wohnung ging für besuch von ausserhalb ja auch stets als originell durch. da brauchte man sich nciht verstecken. wir setzten uns zum essen. ich gab mir mühe, zuvorkommende, perfekte gastgeberin zu sein. ich war an meiner hausfrauenehre gepackt. ich schöpfte die speisen auf teller und bemühte mich, dass es ein wenig nach restaurant aussah. vergebene liebesmüh - bei mir sieht es nie so aus, aber bisher hat es eigentlich immer geschmeckt. er war der ehrengast, wir drei frauen hatten zusammen gekocht. ich nahm seinen teller, fragte ihn, ob er spinat möge und als er nickte, klatschte ich vorsichtig eine angemessene portion auf den teller. wir bemerkten den waschbeckenstöpsel gleichzeit, wie er schwarz inmitten des grünen blattspinats lag. ich versank vor scham im boden und kann mich an den rest des abens nicht mehr erinnern.

so was könntest du doch mal bloggen, sagte saintphalle. ich weiß, antwortete ich. manchmal gibt es einfach keine aktuellen blogbaren erlebnisse. andere schreiben dann alte geschichtchen auf, aber ich sollte mit meinen geschichtchen lieber geld verdienen, statt sie hier einfach so herumzubloggen. und wenn mir dann mal was einfällt, dann habe ich es vergessen, wenn ich wieder am computer sitze. es ist aber eine schöne geschichte, sagte saintphalle und erzählte eine peinlichkeit aus ihrem leben, die sich als geschichte auch ganz hervorragend eignete. na, ob sie das stöckchen übernehmen wird?

Montag, April 10, 2006

peinliches bärchen ich

auweia. es ist passiert. gestern habe ich mich zum zweiten mal dabei erwischt, wie ich etwas über den liebsten erzählte und dabei einen kosenamen verwendete. das ist wirklich unglaublich peinlich. wie kann ich diesen programmfehler in meinem hirn nur löschen?

Freitag, April 07, 2006

nicht zum anfassen

onlinebanking hat etwas total surreales. früher hatte ich mal telefonbanking, das war wenigstens mühsam. dann wohnte ich 6 jahre neben einer filiale, da war so schnickschnack nicht nötig. jetzt hatte ich es mir eingerichtet, um leichter die geldeingänge zu überwachen, um serviceorientiert schnell zu reagieren. leider brauche ich es derzeit nur für geldabgänge. und dann tippt man da einfach ein paar zahlen ein und dann wars das. es fühlt sich überhaupt nicht an, wie geldausgeben. ich kann schon verstehen, wieso es menschen in meiner familie gibt, die es lieben geld von einem konto auf das andere zu verschieben. aber meine ganzen überweisungen machen irgendwie gar keinen spass.

Donnerstag, April 06, 2006

stand by your man

"stand by your man" summte ich gerade vor mich hin. ich stehe. das werde ich in nächster zeit noch häufiger tun. gestern irgendwie in der badewanne ausgerutscht, seit wochen kleine komische schmerzen am steißbein nach dem umzug, heute nacht dann fast völlige bewegungsunfähigkeit. millimeterweise bewegte ich den körper, um die lage zu verändern. aufstehen und auf toilette gehen, ging gar nicht. der verlobte wurde natürlicht davon wach. seine diagnose, das könnte ein bandscheibenvorfall sein, versetzte mich in panik, ob der vielen aufgaben, die in den nächsten wochen vor mir liegen. es wurde immer schlimmer. um 6 fuhren wir ins krankenhaus.

dort gleich der nächste hammer. ja, das könnte ein bandscheibenvorfall sein oder die niere. na super. die tränen kamen wieder hoch. das wird die rache meines schlechten karmas sein, weil ich über arg junge schwangere schwägerinnen lästerte. jetzt zeigt mir mein körper, wie alt ich bin. dann gaben sie mir einen cocktail. geile drogen für 10 euro praxisgebühr. ich bin jetzt 8 stunden später immer noch duhn. aber es ist glücklicherweise nicht so schlimm. keine der hypothesen bewahrheitete sich. einfach nur ne prellung oder so was, aber die tun eben besonders weh. deswegen werde ich jetzt eine weile rumstehen statt sitzen müssen aber sie haben mir nette drogen mitgegeben.

mein man stand mir bei. das war ganz wunderbar. manchmal frage ich mich, wie ich in den letzten jahren nur so verdammt erwachsen sein konnte und stets die zähne zusammengebissen hatte, weil "alles nicht so schlimm ist und ich da schon alleine durchkomme". zu zweit ist es um potenzen besser. also werde ich den verlobten in der nächsten zeit wohl häufiger im stehen anhimmeln. stand by your man. und jetzt muss ich aufhören und mich mal wieder zum telefonieren hinstellen. alles tut weh beim sitzen.

Mittwoch, April 05, 2006

fürsorglichkeit

einer der vielen vielen gründe, wieso ich ihn liebe ist seine fürsorglichkeit. ich komme nachhause und finde nicht nur ein liebesbriefchen sondern auch das gemeinsam genutzte netzwerkkabel an meinen computer gesteckt.

ferienwohnung

ich wollte das nie und dann werde ich so und bemerke es noch nicht mal. wie meine eltern. jedes jahr bin ich früher viermal im jahr an den bodensee gefahren, um urlaub zu machen. das ferienhaus muß sich ja auch rentieren. auch wenn ich es als kind natürlich sehr genossen habe, das landleben aus sicherer entfernung kennenzulernen, beneidete ich doch meine freundinnen innig, die postkarten von der adria schrieben. es dauerte jahre, bis ich das erste mal das meer sah. abgesehen von zwei auffenthalten als kleinkind an der ostsee, aber das zählt nicht, finde ich.

und jetzt bin ich gerade am aufräumen und aufbrechen. als letztes wird selbstverständlich der rechner eingepackt. ich packe zusammen und mache sauber. routiniert. genau so, wie sich die reihenfolge gehört. so haben wir das als kinder mitbekommen. damals mußte ich immer saugen und den müll wegbringen. jeder hat eine aufgabe. jetzt mache ich alles. beim betten abziehen fällt mir auf, dass ich diese routine als pubertierende zu hassen begann. ich schwor mir, niemals ein ferienhaus zu besitzen und schon gar nicht meine kinder mit so etwas zu quälen. jetzt habe ich eine zweitwohnung in berlin und bin nicht sicher, in wieweit der verlobte darüber erfreut ist. ich genieße es.

ihr kinderlein kommet

heute habe ich wieder eine ganz wunderbare zeit mit meinem patenkind, ihrer zwillingsschwester und ihrer mutter, meiner freundin ise, verbracht. ganz reizend. ich wurde wie verrückt fruchtbar. es freut mich, an mir zu beobachten, dass ich spass an der beschäftigung mit emma habe. früher fragte ich mich manchmal, ob ich nicht normal sei, weil ich nicht wie andere frauen, hysterisch auf babys und kleinkinder reagierte. ich hatte einfach nie diesen anfasszwang und diese instinktive begeisterung für kinder. mittlerweile kann ich differenzieren. babys finde ich ziemlich uninteressant. neugeborene meist sogar hässlich. wenn sie zu klein sind, mag ich sie auch nicht unbedingt anfassen. ich habe angst, sie fallen zu lassen oder falsch anzufassen. ab einem jahr geht’s.

heute fand ich es ganz entzückend, mit den kleinen zu sprechen. sie verstehen unglaublich viel. wenn man mit ihnen bilderbücher anschaut und fragt „wo ist der bär?“ etc, dann können sie auf alles zeigen, weil sie wissen, was gemeint ist. ihre sprache ist noch eher unverständlich, aber ich bin jedes mal völlig begeistert, wenn ich etwas verstehe. wenn man mir vor ein paar jahren erzählt hätte, dass ich es heute großartig in dem mutter-und-kind-café fand, hätte ich denjenigen für verrückt gehalten.

und dann komme ich froh und fruchtbar nachhause und finde eine mail meines bruders, in der er mir mitteilt, dass ich tante werde. ich bin fast vom stuhl gefallen. ein wenig neidisch bin ich und ein wenig verärgert, dass er, der vier jahre jüngere mit der unglaublich jungen freundin, nun vor mir über die ziellinie geht. ich weiß, dass solche gedanken bescheuert sind aber sie sind nun mal da. und zum kindermachen gehören nun mal zwei und nur weil ich mich gerade so fruchtbar fühle, heißt das ja noch lange nicht, dass es dem verlobten ebenso geht oder dass es auf anhieb klappt. da entschließe ich mich, dass ich nun reif für eine neue lebensphase bin und dann stiehlt mir mein bruder die show....

Dienstag, April 04, 2006

marathon

heute habe ich 12 stunden am stück konversation gemacht. schön wars. aber langsam gehen die worte zu neige. jetzt freue ich mich auf die zwillinge morgen. mein 20 monate altes patenkind und ihre schwester können ja glücklicherweise noch nicht so viele wörter, so dass ich in ruhe mit ihnen dada machen kann. und abends kino. das ist auch schön, da können mal die anderen reden.

berlin ist schon toll. ich vermisse meinen mann und ich sehen mich unendlich, in seinen armen zu liegen, ihn zu spüren, zu riechen und... mit ihm zu reden, aber ich genieße es gleichzeitig hier zu sein. süße sehnsucht ist auch schön. hach, ich bin ein wirklich glücklicher mensch.

Sonntag, April 02, 2006

wert schaffend

ich habe vergessen, von wem der arbeitsbegriff "wert schaffend" ist. vielleicht war er auch von niemanden und er ist von mir, ohne, dass ich es merke. früher habe ich mich ja mal mit so schlauen dingen beschäftigt, aber man vergisst ja doch einiges.

eben solches erzählte mir vorhin meine freundin nicola. sie war so entsetzt darüber, dass sie nach acht jahren ohne praxis in barcelona feststellen mußte, wie wenig spanisch sie noch konnte. ob es wohl an den altererscheinungen liegt, dass man sich nicht nur weniger merken kann, wenn man stark auf die vierzig zugeht, oder daran, dass man sich vielleicht in jüngeren wie in älteren jahren darüber täuscht, wie gut man in diesem oder jenem sei. ja, das ist ein ding, bestätigte ich ihr. ich kann mich noch gut daran erinnern, wie bitter der erkenntnisprozess war, als ich feststellen mußte, dass ich absagen auf bewerbungen nicht deshalb bekam, weil die konkurrenz so groß und die wirtschaftslage ach so schlecht war, sondern weil ich mich und meine erfahrungen schlichtweg überschätzt hatte. aber hauptsache, erkenntnisprozesse setzen irgenwann einmal ein. manchen ereilen sie nie. gespräche darüber verfestigen sie. ist das nicht wunderbar?

und doch kann ich mich daran erinnern, dass ich mich früher einmal, in einem früheren leben sozusagen, ist doch zum beispiel das abitur auch nahezu 20 jahre her, dass ich mich früher einmal mit dem arbeitsbegriff auseinander setzte. heute habe ich den ganzen tag mit lieben freundinnen kaffee getrunken und ich bewahre die gespräche in meinem herzen (so wie maria in der weihnachtsgeschichte), weil sie mir so wertvoll sind. da bei mir ja arbeit gleichbedeutend mit "übersetzung meiner lernprozesse für andere in der form, die mir gerade besonders spass macht" ist, habe ich also den lieben langen sonnigen sonntag gearbeitet wie schön.

ein kleines gedankenfetzchen, dass mir besonders im gedächtnis hängen geblieben ist, ist der kommentar von anna. wir sprachen darüber, wie schwer es ist, neue partner von freunden zu beurteilen, wenn man sie nur einen abend erlebt hat. dem, den es interessiert, sagt man meist sowieso nicht so viel, anderen gegenüber ist man oft offener. als sie einem gemeinsamen freund von dem treffen mit meinem verlobten im herbst berichtete, sagte, sie, dass sie es ganz prima gefunden hätte, wie verliebt er mich angeschaut und wie interessiert er den gesprächen gelauscht hätte, auch wenn er, als einziger neuer unter alten freunden, nicht immer zu wort kam. das ist eine schöne beobachtung und ich freute mich mal wieder, dass wir befreundet sind. und dann sagte sie, dass wir mal wieder zusammen urlaub machen werden. wir waren so ein gutes urlaubsteam damals in den neunzigern. hach, das wäre schön.

essen trinken glücklich sein

schön war es! meine erste bloglesung. es war ein bißchen, wie in gala blättern. schaun, wer wohl da ist, wie wer wohl wie aussieht und wer mit wem. sehr spannend. ich war überrascht, wie vielfältig, einfallsreich und überbordend das buffet gefüllt war – ebenso waren die texte. was für eine reizende idee, texte über das essen zu wählen und als eintrittskarte eine mitgebrachte speise zu einem buffet zusammen zustellen. großartig. vielfältig, unterschiedlich, einfallsreich – vielleicht ein wenig zu lang. die pause zwischendurch tat gut. ich war froh, dass ich jemand kannte. sonst wäre ich vielleicht ein wenig verloren herumgestanden.

schüchternheit war aber völlig unnötig. ich hatte zunächst die befürchtung, dass die leute elitär unfreundlich wären. immerhin gab es schon so viele bloggerevents in berlin, zu denen ich keine zeit hatte zu kommen. ich befürchtete, dass "man sich kennt" und nicht mehr offen für neue wäre. aber so habe ich es nicht empfunden. nach der lesung konnte man gut leute ansprechen und keiner zeigte sich schockiert über die kontaktaufnahme. ach, der mann, der so nett vorlas, den ich leider nicht sehen konnte, weil ich nach der pause zunächst im nebenraum blieb, war parka lewis? den hatte ich mir ja ganz anders vorgestellt: älter, abgehobener und ein wenig einschüchternd. in echt war er ganz reizend. wer hätte das gedacht. ich las ihn bisher gerne – jetzt lese ich ihn noch lieber.

wenn ich sonst davon ausgehe, dass es in jeder gruppe 10 % nette gibt, dann ist das meist eine optimistische grundhaltung, die mir das leben erleichtert und mir mut macht, nach den netten ausschau zu halten. es gibt sie immer. bei bloggern ist das anders. das verhältnis ist umgedreht. jeder war nett, mit dem ich sprach. wirklich nett. und genau so ist es gemeint, auch wenn das wort oft missverstanden wird. wenn ich auf partnersuche wäre, würde ich mich auf bloggerevents rumtreiben. wo sonst findet man eine solch ausgewählte gruppe optional passender partner? allesamt im richtigen alter, freundlich offen und hinreichend gebildet? wo sonst ist es so einfach, jemanden anzusprechen um dann festzustellen, dass „man sich liest“ oder „bestimmt ab jetzt lesen wird“. aber ich suche ja nicht und trotzdem war es wunderbar, denn man braucht ja schließlich nicht nur einen partner. es ist immer gut zu wissen, wo man netten leute findet.

so nette gespräche. am besten hat mir natürlich das gespräch mit der verehrten elle gefallen. natürlich auch über die pubsgeschichte. klasse. frau engl habe ich endlich kennengelernt und mit frau julie interessante erkenntnisse ausgetauscht. ein bißchen networking schadet nie. ganz besonders gefiel mir das spiel mit mir selbst: zu raten, wer welchen blog schreiben könnte. einen mann verdächtigte ich als sebas zu sein und bezeichnete ihn der lüge, als er es abstritt. wer hätte das gedacht: ein nicht blogger auf diesem event! er nahm es mir glücklicherweise nicht übel und überlegte gemeinsam mit mir, wie man um himmels willen den wodka-wackelpudding (auf jeden fall besser als gurkenwurst) aus den becherchen lutschen könnte. als herr sebas später erschien, glaubte ich dem fremden doch, dass er nicht der toillettendeckenfetischist sei. hätte ja sein können, man hat ja so ein bild beim lesen.

das einzige, was es zu verbessern hätte geben können, wären namensschildern an den speisen des buffets (wer hat den köstlichen asiatischen gurkensalat bereitet?) und eine kommentarfunktion. das hätte ich mir lustig vorgestellt. achja und dass ich frau saoirse nicht auf wiedersehen konnte, war auch schade. aber ansonsten war es ein absolut gelungener abend.

Samstag, April 01, 2006

frühlingsgrün

als frau hat man es wirklich nicht leicht, denke ich so vor mich hin und kann mich gar nicht dagegen wehren, im nächsten atemzug an luise pusch zu denken. "bei jedem ist die menstruation etwas anders" lehrte mich ja schon vor vielen jahren, dass es nicht so leicht ist mit den männern und den frauen. aber eigentlich wollte ich ja davon berichten, dass meinem verlobten meine traumhaften neuen grünen schuhe nicht gefallen, obwohl sie wirklich hinreißend sind. manchmal glaube ich, dass männer aus prinzip auf schwarze, spitze highheels stehen, weil sie noch niemals auf eben solchen gestanden haben. ich kann darauf jedenfalls nicht gut stehen und schon gar nicht gut gehen. im gegensatz zu den schicken neuen grünen, die auch absatz haben, klackern und vergleichsweise bequem sind. da will ich dem liebsten mal eine freude machen und kaufe mir rockschuhe und er findet sie doof. nun ja, meiner freundin silvia haben sie gut gefallen. vermutlich machen sich frauen sowieso eher für frauen als für männer hübsch. deswegen bin ich auch der festen überzeugung, dass dione warwick gerade "message to meike" singt. ich kanns genau hören.

weiter mit den gedankenfetzen. die zitty wollte, dass ich einen artikel über berlin in den neunzigern schreibe. der text reifte in meinem kopf und ich fand ähnliches wohlgefallen an den ideen, wie das, das einem beim blättern durch ein fotoalbum empfindet. ich hätte ihn gerne geschrieben und jetzt wollen sie ihn doch nicht. schade.

es ist schon schön, dass jetzt frühling ist, auch wenn ich mir bei dem aprilwetter einen fiesen schnupfen zugezogen habe, der meinen berlinauffenthalt leider etwas den glamour nimmt. es ist schade, dass der verlobte nun im zug sitzt aber es ist auch schön, noch vier tage hier zu sein. von der laufenden nase, lasse ich mir jedenfalls den spaß nicht verderben. und heute abend führe ich meine frühlingsgrünen schuhe zur bloglesung aus, falls es nicht gerade in strömen regnet. ich vermisse ihn schon jetzt. verrückt.

wünsche:

  • ein häuschen in den elbvororten
  • ein klavier
  • ein tanzkurs mit meinem liebsten
  • einen kochkurs (am liebsten indisch)
  • ein städteurlaub in rom oder barcelona oder kopenhagen