Freitag, Dezember 15, 2006

Verheiratet sein

Wie fühlt sich das verheiratet sein an, werde ich häufig gefragt. Ja, wie fühlt es sich an? Was ist anders. Eigentlich gar nichts und doch ganz viel. Grundsätzlich verspüre ich ein warmes Gefühl des angekommen seins, ein Zuhausegefühl. Aber dieses Gefühl schwingt nur als ein leicht summender, kaum wahrzunehmender Grundton mit. Er ist mitnichten ständig zu spüren. In kleinen Situation wird mir das Glück des Neuen aber immer wieder bewußt.

Hallo Frau Soundso, sagte die Nachbarin zu mir und benutzte den Nachnamen meines Mannes. Es hat sich im Haus wohl herumgesprochen, dass wir geheiratet haben; nicht aber, dass wir beide noch so heißen wir vorher. Warum sollte auch einer den Namen des anderen ablegen - abgesehen davon, dass mein Name natürlich viel orgineller ist, als sein Allerweltsname. Wenn man mit Ende dreißig heiratet, dann ist der Geburts-Name eine selbst mit Inhalten gefüllte Marke. Der Wert der Marke wird dann gegen den Wert des Gefühls der Gemeinsamkeit durch einen gemeinsamen Familiennamen gegenüber gestellt. Gerade auch weil ich selbständig arbeite, war die Entscheidung meinen Markennamen weiter zu tragen, diejenige, der ich mehr Wert beimaß. Da bei aller Emanzipation sich der Liebste doch nicht dazu entschließen konnte, den Namen seiner Frau anzunehmen, blieb alles beim alten. Das ist auch gut so. Und doch war ich verwundert, welch prickelndes Gefühl in mir hochstieg, als mich die Nachbarin mit dem falschen Namen ansprach.

Ähnliches passierte mir gestern. Ich war endlich auf der Meldestelle, um unsere Lohnsteuerkarten ändern zu lassen. Da wir unterschiedlich viel verdienen, muß einer von uns beiden zurücktreten, damit wir gemeinsam mehr haben. Das fühlte sich ganz schön verheiratet an. Das Gemeinsame wurde wieder ein Stück sichtbarer. Ein schönes Gefühl.

Sonntag, Dezember 10, 2006

Wünsche

Was wünschst Du dir zu Weihnachten? Kaum ist die Hochzeit um, schon wieder diese Fragen! Nix, will ich antworten und mache das auch zu oft, obwohl ich weiß, wie wichtig das Wünschen ist. Aber ich schaue mich um, finde unsere Wohnung zu vollgestopft mit Dingen ist, die wir zu selten benutzen. Ich fühle in mich hinein und fühle mich satt, glücklich, verliebt und zufrieden. Was will ich mehr?

Aber ich weiß, doch, dass Veränderung geschieht, auch wenn ich nicht hinschaue. Ich weiß, dass das, was ich denke, dem Universum Signale gibt. Wieso soll ich also nicht wünschen? Geht nicht noch mehr? Der Artikel in brandeins erinnerte mch daran.

Ich habe hier im Blog eine Wunschliste. Hauptsächlich wünsche ich mir Qualitätszeit. Warum? Weil die nicht unsere Wohnung verstopft und unseren Flow mit Dingen belastet. Qualitätszeit erfüllt mein Herz mit Freude. Gemeinsame Erlebnisse, schöne Zeiten verbinden und nähren. Ich weiß, man hat dann unter dem Tannenbaum wenig anzufassen, aber dafür hat man Vorfreude und schöne Erinnerungen.

Der Nikolaus brachte mir einen Gutschein für den itunes store. Ich freute mich riesig. Das hatte ich mir wirklich schon länger gewünscht. Natürlich kann ich jedes Lied einzeln mit meiner Kreditkarte abrechnen, aber es gab so viele Situationen in den letzten Monaten, wo ich es nicht machte. Ich kaufte das Ersehnte nicht, weil ich es mir nicht gönnte. Jetzt habe ich dort ein Guthaben und fühle mich reich.

Auch darum geht es mir bei Geschenken. Ich liebe Geschenke, die mir etwas ermöglichen, was ich mir selbst nicht gönnen würde. Geschenkgutscheine sind dabei schon ne gute Sache. Im Buchladen, einen ganzen Stapel Bücher zu nehmen, wie Elle, oder aber zum Beispiel einen Reisegutschein zu haben, zu wissen, man kann da irgendwann hin und muß nur noch entscheiden wann - großartig.

Wenn ich mir jetzt noch mal meine Wunschliste hier im Blog anschaue, dann ist sie immer noch gültig. Ein Klavier, ja das wäre was, aber dafür muß erst noch mehr Veränderung stattfinden, bevor Platz dafür ist. Aber Tanzkurs, ein Kochkurs, der Besuch bei einer Kosmetikerin oder eine Kurzreise - das wär schon was. Ich weiß, dass meine Lieben es anders wollen und dass die Zeit unter dem Tannenbaum dann langweilig sein kann, weil ich nichts zum Spielen habe ... macht nix, dann lese ich eben etwas und spiele mit dem Liebsten.

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Veränderungen passieren manchmal - deswegen schreibe ich jetzt auch Großbuchstaben. Ist ja doch besser zu lesen und wenn mir ein Fehler passiert. Was solls, dann sage ich einfach hoppla.

Freitag, Dezember 08, 2006

herbstphänomene

vor dem haus ist krach. irgendso ein hausmeister oder gartenbaumann schiebt mit lärm und luft laub zu großen haufen zusammen. er hat ohrenschützer auf, ich kann mich nicht konzentrieren. ich stehe auf und gehe ans fenster. eine nachbarin vom gegenüberliegendem grundstück, bückt sich, füllt eimer mit laub und wirft das laub mit einem verstolenem blick über den zaun auf auf unser grundstück. warum? glaubt sie, dass der mann, weil er dafür bezahlt wird, das laub schon wegräumen wird? glaubt sie, dass sie etwas kriminelles tut, weil sie sich so verstolen umschaut oder glaubt sie, dass sie rechtschaffen handelt, weil der laubverursacher, der baum auf unserem grundstück steht? wozu gibt es eigentlich diese laubpuster? erleichtern sie wirklich die arbeit? fragen über fragen, die mich vom arbeiten abhalten.

wünsche:

  • ein häuschen in den elbvororten
  • ein klavier
  • ein tanzkurs mit meinem liebsten
  • einen kochkurs (am liebsten indisch)
  • ein städteurlaub in rom oder barcelona oder kopenhagen