Mittwoch, November 22, 2006

therapie

gegen die traue stimmung der nach-hochzeits-leere habe ich eben das kleid angezogen, unser lied angemacht und die sonne lacht wieder. ein wunderschönes gefühl.

Freitag, November 10, 2006

ja!

standesamtliche heiraten fühlt sich ein bißchen an wie die generalprobe. dabei haben wir doch eigentlich heute richtig geheiratet und morgen ist nur das fest. vielleicht lag es an dem ganzen organisatorischem trubel im vorfeld, dass ich noch gar nicht richtig in den heiratsmodus geschaltet hatte. aber schön wars. wunderbares wetter, eine bunte mischung von netten leuten auf dem standesamt, tränen der rührung, gutes essen. aber das beste kam hinter. der liebste und ich schauten in den briefkasten, als eine nachbarin vorbei kam. haben sie geheiratet, fragte sie. wir schauten uns erschaunt an und bejahten. sieht man uns das an? ja, irgendwie schon!

Dienstag, November 07, 2006

dreivierteltakt

zu den schönsten momenten unserer vorbereitungen gehörte der tanzkurs gestern. natürlich hatten wir es verschlafen, uns rechtzeitig in einer tanzschule anzumelden, obwohl wir schon im sommer davon sprachen, um uns eine gemeinsame leidenschaft zuzulegen und obwohl schon im september die ärztin und meine rückenschmerzen mahnten, sich etwas mehr zu bewegen. auf den letzten drücker leisteten wir uns für zwei stunden einen tanzlehrer. ab gesehen davon, dass es spaß machte und ein kleines erfolgserlebnis war - immerhin waren noch solide vorkenntnisse da, obwohl unsere tanzstunden mehr als 20 (in worten zwanzig, ohgottohgott) jahre zurückliegen. das schönste war, in seinen armen zu liegen und sich beim wiener walzer einen kleinen alkoholfreien rausch anzudrehen und beim discoschieber mal wieder tief in seinen augen zu versinken. das hatte mir in den letzten wochen gefehlt, als die romantik manchmal in den vorbereitungen verschwunden war.

Freitag, November 03, 2006

neue brauen

du mußt mal was mit deinen augenbrauen machen, sagte meine freundin silvia. ja, die augenbrauen, damit bin ich wirklich nicht gesegtnet. dort, wo andere schöne dunkle büschel haben, die sie zupfen können, finden sich bei mir nur vereinzelte haare, die im entferntesten ähnlichkeit mit brauen haben und dazwischen blonder flaum. geerbt. da kann man nichts machen. färben bringt nicht viel und jeglicher unterstützender malversuch verlief im sande, weil ich mir wie eine omi vorkam, zu viele jahre gezupt hatte und das blanke fleisch nun mit einem harten schwarzen strich verziert.

ein profimakeup kostet ein vermögen,insbesondere, wenn man den anlass erwähnt. zugekleistert werden mag ich sowieso nicht, also beschloss ich das vermögen zu sparen, bzw. anderweitig zu investieren. ich besuchte parfümerien. in der absicht, dort eventuell etwas zu kaufen, besprach ich mit den maskierten damen mein problem und lies mich schminken. beim ersten versuch, lief ich den ganzen tag mit einem irritierendem disko-make-up durch die gegend. abends im supermarkt kam natürlich der typisch männliche spruch, wie siehst du denn aus? gut, es verlangte noch nach optimierung. im dritten laden wurde ich fündig. ich kaufte das wunderzeugs und freute mich den ganzen heutigen tag an meinen neuen brauen.

findest du, dass ich heute irgendwie anders aussehe? fragte ich den liebsten, der daraufhin nur mit den augen rollte. männer können diese frage nicht beantworten, das hätte ich mir eigentlich denken können, aber ich war so stolz auf meine neuen brauen, da konnte mich auch ein skeptisches verneinen nicht beeindrucken. wieder ein häckchen auf der hochzeitsliste und auf ein leben mit augenbrauen!

unbezahlbar

tagelang vorher war mir schon mulmig. was mache ich nur, fragte ich mich, wenn mir das kleid nicht gefälllt? das ist die krux mit sonderanfertigungen. man kann zwar wünsche nennen, aber dann kommt die überraschung. nix anprobieren und dann in ruhe entscheiden. hop oder top. und dann wollte ich ja auch nicht alles vorgeben. da hat man eine freundin, die eine tolle designerin ist, da kann ich doch nicht bei jeder naht im vorfeld sagen, wie ich sie gerne haben will. da brauch ich doch keine designerin. (zuviel wolf haas gelesen in den letzten tagen?)

aber es kam anders. viel besser als angenommen, viel schöner, als ausgemalt. bevor ich in das kleid schlüpfen konnte, hatten sich schon diverse frauen angesammelt, die an dem moment teilhaben wollten. meine liebe freundin, die ich zur verstärkung mitgenommen hatte (wenn sie sagt, es sieht gut aus, dann vertrau ich ihr ebenso, wie wenn sie gesagt hätte, da, ja da, könnte man noch was machen), ihre reizenden zwei töchter, die näherin, eine kollegin, eine freundin und die designerin. alle waren ganz gespannt. und alle hatten sie ein tränchen im augenwinkel, als ich auf dem kleinen podest vor dem spiegel stand, verzückt die hüfte kreiste, um die bewegung des rockes zu sehen und das rascheln des stoffes zu spüren. und dann sagte mein wunderbares zweijährige patenkind: "meike - engel".

wünsche:

  • ein häuschen in den elbvororten
  • ein klavier
  • ein tanzkurs mit meinem liebsten
  • einen kochkurs (am liebsten indisch)
  • ein städteurlaub in rom oder barcelona oder kopenhagen