Montag, Oktober 16, 2006

unternehmer

das stichwort "unternehmer" zieht sich schon länger wie ein roter faden durch mein leben. manchmal lese ich es und bekomme herzklopfen. anschließend kann ich mich nur wundern. eben hatte ich dieses herzklopfen, als ich diesen artikel über "beeing an entrepreneuer von sören stamer bei www.superdistribution.net las. auf die seite bin ich über dieter rappolds blog "sierralog.com gekommen, den ich schon sehr lange lese.

ohne dieter rappold zu kennen, hatte ich oft wenn ich seinen blog las das gefühl ihn zu kennen, weil - und das kann ich jetzt nicht anders sagen als englisch, obwohl das total peinlich ist - er einen spirit ausstrahlt, der durch die zeilen gänsehaut macht. vielleicht kann ich es nur englisch sagen, weil "kultur" auf deutsch wie kulturbeutel klingt und in "spirit" für mich mehr mitklingt als geist, aber "spirituell" zu sehr auf die esoecke hinweist, die ich nicht meine. als ich letztes jahr in wien war, hatte ich den impuls, einfach mal bei ihm vorbei zu schauen und einen kaffee zu trinken - natürlich habe ich mich nicht getraut, denn ich hatte kein anliegen, keine frage, nur eben diesen impuls.

und dann lese ich von core media. damals, anfang des jahrtausends, als ich noch in der internetwelt unterwegs war, war ich begeistert, als ich das erste mal von core media hörte. zu diesem zeitpunkt gab ich noch all meine energie meiner arbeit und glaubte, dadurch einen kleinen teil der welt verbessern zu können, obwohl ich damals schon eine insolvenz erlebt hatte, die mir schon einmal das naive vertrauen in management genommen hatte. damals, als meine damalige firma kontakt mit core media hatte, war ich kurz vor dem zweiten absturz. eine entscheidung von oben und schluß aus vorbei. viele monate danach spürte ich noch die verletzungen. ich beweinte damals nicht wirklich mein eigenes schicksal, sondern ich beweinte, mein vertrauensverlust in manager. das alles hat mit core media gar nichts zu tun, aber diese firma erinnert mich nun mal an diese zeit.

nach dem zweiten gescheiterten anlauf festangestellt zu arbeiten, beschloss ich mich selbständig zu machen, ohne die branche zu wechseln. es war im jahr 2002 und ich glaubte immer noch an das internet - im gegensatz zu den banken, die in meiner geschäftsidee keine zukunft sahen. mehr und mehr begann ich mich von wirtschaftlichen zusammenhängen zu lösen, meinen idealismus zu begraben, freiberuflich alleine vor mich hinzuwurschteln und schließlich mit dem schreiben einen ganz neuen beruf zu beginnen.

ich konnte das unternehmer-thema aber immer noch nicht loslassen. mich daran erinnernd, dass ich mal eine doktorarbeit über die übergabe von familienunternehmen schreiben wollte (bei der die übergabe von verantwortung zwischen doktorvater und doktortochter nicht klappen wollte), plante ich ein buchprojekt mit unternehmerportraits. die idee versandete mangels originalität. dabei hoffe ich immmer noch, dass andere auch herzklopfen bekommen, wenn sie von unternehmerpersönlichkeiten lesen. unternehmer sind so etwas ganz anderes als manager!

obwohl ich derzeit überhaupt keine unternehmen mehr berate und irgendwie mehr und mehr von der wirtschaftssphäre wegrutsche, habe ich noch dieses herzklopfen. diese sehnsucht, wenn ich von unternehmertum und change management lese. es ist das gleiche herzklopfen, das ich mit 21 verspürte, als ich das erste mal von organisationsentwicklung hörte und mir diese tätigkeit als beruf aussuchte, es ist das gleiche herzklopfen, dass mich motivierte 15 harte berufsjahre auf dieses ziel hinzuarbeiten, um dann enttäuscht von der bildfläche zu verschwinden, es ist das herzklopfen, das ich verspüre, wenn ich brandeins lese und genau dieses herzklopfen, wenn ich den oben genannten artikel lese.

vielleicht ist das thema ja doch noch nicht vom tisch? das wäre, jenseits von allen anderen plänen als autorin und den privaten plänen, einfach schön.

"When I realized that my strengths are the strengths of the company and my weaknesses are CoreMedia's weaknesses as well, I decided to actively develop my personality."

schreibt Sören Stamer und ich spüre es, das Herzklopfen, weil ich weiß, dass alles, was ich erlebe und lerne wichtig ist und weil ich sicher bin, dass ich solchen menschen zum richtigen zeitpunkt begegnen werde.

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wünsche:

  • ein häuschen in den elbvororten
  • ein klavier
  • ein tanzkurs mit meinem liebsten
  • einen kochkurs (am liebsten indisch)
  • ein städteurlaub in rom oder barcelona oder kopenhagen