Samstag, Oktober 07, 2006

luxus, glück und prioritäten

hach, ich gefalle mir als luxusweibchen. gerade gestern aus berlin gejettet (naja gut, eurocity. war 3 euro billiger als ICE. das kann man gut in einen kaffee investieren) um das maßgeschneiderte brautkleid anzuprobieren und heute, ach wie anstrengend, ein termin mit der goldschmiedin für die hochzeitskette....

alles eine frage der prioritäten. es ist supertoll, dass meine freundin, die hoffentlich bald weltberümte designerin das kleid macht und es ist supertoll, dass es aus seide statt aus plastik, wie 99% der kleider aus einschlägigen geschäften ist. und natürlich ist ihr design mein hochzeitsgeschenk und ich freue mich wie ein kleines kind darüber. aber ich habe mich nun mal auch gegen gardinen und stickereien oder ähnlichen chichi am kleid entschieden, so dass noch geld für eine kette übrig ist. die kette kann ich anschließend noch tragen und mich jedes mal darüber freuen, dass es sozusagen ein teil meines brautkleides ist. was mit dem designerseidenfummel anschließend geschieht, steht ja noch in den sternen.

vorgestern abend hatten wir eine interessante diskussion über das "sich gönnen". zwei freunde, die seit jahren wenig geld zur verfügung haben, überraschten mich mit der aussage, dass sie taxi fahren lieben. ich besitze kein auto und argumentiere auch immer mal wieder, dass ich ja ab und zu mit dem taxi fahren könne, was wesentlich billiger wäre, als ein auto zu unterhalten. aber ich argumentiere auch, dass meine zweitwohnung, mein ganz persönlicher lebensluxus, monatlich genauso teuer wäre, wie ein auto. als ich dann gestern mit zwei nicht wirklich leichten taschen zum bahnhof ging, um den 3 euro billigeren zug zu erreichen, fragte ich mich, warum ich mir kein taxi gönne. die antwort ist simpel: genau aus dem gleichen grund, wie ich nicht zur kosmetikerin gehe und diversen schnickschnack um die hochzeit herum nicht realisieren werde. weil es mir nicht so wichtig ist und weil ich es liebe, mir meinen ganz persönlichen luxus zu gönnen, der eben für andere nichts wäre, weil sie lieber zur kosmetikerin gehen oder taxi fahren.

wie so oft denke ich: neid ist völlig unproduktiv. wichtig ist, dass ich weiß, was ich will und dass ich das, was ich mir gönne richtig, aber auch so richtig genieße. deswegen denke ich gerne an die drei anproben in den letzten tagen zurück, streichele das kleine stückchen seide, das ich mitnehmen durfte und bin gespannt wie bolle auf die steine, die mir die goldschmiedin nachher zeigen wird. ganz abgesehen davon, wachte ich heute morgen neben dem mann meiner träume auf, der mich minutenlang herzte, obwohl ich ganz fürchterlich aus dem mund roch. er liebt mich, obwohl er meine neuen stiefel scheußlich findet. ich bin ein glücklicher mensch!

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wünsche:

  • ein häuschen in den elbvororten
  • ein klavier
  • ein tanzkurs mit meinem liebsten
  • einen kochkurs (am liebsten indisch)
  • ein städteurlaub in rom oder barcelona oder kopenhagen