Donnerstag, September 28, 2006

einmal sachbuchauttorin, immer sachbuchautorin

mhhmmm. jetzt hatte ich mal wieder eine romanidee und mein agent meint, ich solle "bei meinen leisten" bleiben. vor einem jahr war das ja schon mal so. vermutlich habe ich immer dann das bedürfnis einen roman zu schreiben, wenn es um ein thema geht, das zu persönlich ist. ich stelle mir dann vor, wie ich in einem interview sage, dass das selbstverständlich alles nur erfunden ist. aber leider verkauft sich genau die umgekehrte strategie besser. die leute wollen dinge in der "ich-form" lesen, weil sie dann glauben, wirklich hinter die kulissen zu schauen. ganz abgesehen davon, dass es natürlich belletristikautoren auch nicht geglaubt wird und in jedem fitzelchen das autobiografische gesucht wird.

seit dem ich in einer beziehung lebe, habe ich aber das gefühl, dass es schwierig wird, in der ich-form zu schreiben, weil das wir immer mitklingt. für mich kann ich vielleicht noch verantwortung übernehmen und zu den konsequenzen stehen. einen anderen mitreinzuziehen, ist komplett etwas anderes. klar, habe ich früher auch über andere in bezug zu mir geschrieben, aber diese konnte ich durch die anonymität schützen. schon beim ersten buch musste ich im nachhinein feststellen, dass ich alle schützte, nur meine eltern nicht, weil es natürlich klar ist, wen ich meine, wenn ich von ihnen spreche.

ok, ich lasse mich davon jetzt nicht frustrieren und aufhalten und werde ausloten, welche möglichkeiten es gibt, die persönlichen themen in launige sachbücher zu verwandeln, die am markt funktionieren, zu denen ich stehen kann und die trotzdem noch privatsphäre übrig lassen. ich kann sowieso eigentlich nur persönliches schreiben. denn persönlich bedeutet, dass ich feuer für das thema habe, das ich mich dafür interessiere, dass es in mir brennt - wäre es anders, hätte ich einen viel höheren output. aber wahrscheinlich ist es genau das, was die leute an meinen büchern schätzen.

seit wochen sammele ich nun material. wenn ich nur wüsste, in welche form ich es gießen kann!

Montag, September 25, 2006

arbeiten auf dem land

gestern, eine lesung in der pampe. sonntags fuhr da in die nähe kaum ein zug hin, so dass ich von einem bahnhof, 45 minuten entfernt, mit dem auto abgeholt werden musste. so weißt draußen. und solchen leuten erzähle ich erkenntnisse einer stadttussi. ob das überhaupt sinnvoll ist? die lesung war ok, irgendwie scheine ich doch dinge erzählt zu haben, die für diese 23 so ganz anderen frauen von relevanz waren. immerhin 18 bücher verkauft. solche quoten gibt es in der stadt nie.

es kam noch schlimmer. die nacht war der reinste horror. unzählige stechmücken, die ich aufgrund der hohen zimmerdecke mit dem handtuch auch nicht erwischte. ich konnte sie nur töten, wenn sie an der wand waren. ich habe von 12 bis 2 geschlafen, dann drei stunden gejagt (immer mal wieder frustriert hingelegt und nach 15 min wieder aufgestanden, weil sssssssst und 3 neue stiche, die bei mir im gegensatz zu den meisten menschen, riesige juckende quaddeln bilden) und dann von 5 bis 7 noch mal ermattet eingeschlafen, nachdem ich drei erfolgsleichen hatte. das frühstück war total eklig. als ich kam, saßen ungefähr 10 fliegen darauf - nicht zu erwähnen, dass es überall nach mist roch, weil dort überwiegend schweine und rinderbauern sind. ich habe nur abgepackte marmelade und abgepackte butter auf brötchen gegessen, in der hoffnung, dass ich mir so keine schweinepest hole. überlandtaxi, zug, umsteigen, zug, umsteigen, zug, s-bahn, bus... knapp 24 stunden später bin ich wieder zuhause. puh, hart verdientes geld!

Samstag, September 23, 2006

giggel dich gesund

der liebste macht gerne quatsch. in 95 prozent der fälle finde ich es toll und fange ganz fürchterlich an zu giggeln. eben dachte ich, dass ich genau dieses lachen von meiner mutter kenne, es aber nur ganz selten in meiner kindheit und jugend gehört habe. machten sie heimlich quatsch oder zu wenig? ich hoffe, ich giggele auch noch viele viele jahrzehnte so häufig mit dem liebsten. ist bestimmt gesund.

Freitag, September 08, 2006

ei is doch egal wie se heise - hauptsache sie schmegge!


ich habe eine neue leidenschaft. reneklode. oder wie es in ottensen aufm markt heißt: rennée clode. das ist natürlich viel vornehmer. ich kann mich gar nicht daran erinnern, sie in den letzten jahren gesehen, geschweige denn gegessen zu haben. seit dem ich sie letzte woche probierte, bin ich süchtig.

fremd sind sie mir aber nicht. ich kann mich erinnern, dass in meiner kindheit in frankfurt darüber gesprochen wurde. da hießen sie natürlich: renneklodde. die hugenotten sind irgendwann auch an frankfurt vorbeigelaufen, deswegen hieß meine oma ja auch nicht mehr petit sondern klein, aber das nur am rande. mit pflaumen konnte ich mich noch nie richtig anfreunden, fand ich doch in viel zu viel pflaumen würmer und ein wurm kann mir ein obst auf jahre hin verderben. da war mir die zwetschge immer lieber - oder wie es in meiner kindheit hieß: kwetsche. aber am allerliebsten mag ich die kwetsche im latwärsch. das ist eine marmelade, ähnlich wie pflaumenmus aber von meiner mutter gemacht natürlich viel leckerer als der aus dem laden. außerdem schrieb sie stets "latwerge" auf die gläser und spricht es dennoch herrlich frankfurterisch aus. nicht gerne essen, aber zusammen mit meinem opa klauen tat ich mirabellen, ganz besonders deshalb weil mein opa immer miraaaabelen sagte. aber er sprach ja auch von "kamemmbert" statt camenbert. jaja die hugenodde und die frankfurter.

egal, ob vornehm französich oder hinten mit klodde. sie sind süß und köstlich!

Montag, September 04, 2006

gar nicht erotisch

natürlich fand ich es eine klasse idee, mit dem liebsten unterwäsche zu kaufen. wenn er die, die ich schön finde nicht anturnend genug findet, dann soll er eben mitkommen, mitaussuchen und bezahlen. es war ganz schön anstrengend. im perfekten laden, nahm ich einen berg wäsche und den liebsten mit in die kabine. schließlich war sie groß genug und ein stuhl stand auch da. weil es schon spät war und wir noch andere einkäufe vor hatten, zwirbelte ich mich im turbo von einem bh in den nächsten. ich fluchte, dass ich die haarspange im auto vergessen hatte und verstand zum ersten mal, wieso in manchen umkleidekabinen tücher liegen. es gab genug zu wischen, mir war heiß. ganz im gegensatz zu dem verlobten. wir kauften zwar etwas aber, sein kommentar zu der ganzen aktion war "erotisch war das nicht" - wieder ein heiße phantasie verloren.

wünsche:

  • ein häuschen in den elbvororten
  • ein klavier
  • ein tanzkurs mit meinem liebsten
  • einen kochkurs (am liebsten indisch)
  • ein städteurlaub in rom oder barcelona oder kopenhagen