Montag, Juni 26, 2006

ratlosigkeit

wir können es auch lassen, sagte ich und er bestätigte diese aussagen. dann verließ er den balkon und ich weinte, bis der tatort begann. mehr als zehn minuten konnte ich nicht darüber nachdenken, weil sich die gedanken im kreis bewegten. hätte ich länger darüber in dieser stimmung nachgedacht, wäre es auch nicht gut gewesen.

wir können es auch lassen meinte die hochzeitsfeier, doch solche fragen münden in den monaten vor der eheschließung leicht ins generelle. wenn wir so verschieden sind, kann es dann klappen? natürlich kann es klappen, der alltag klappt ja auch wunderbar. doch immer wieder diese kleinen teufelchen, die mir auf der schulter sitzen und mich fragen, reicht das, reicht das reicht das?

eine hochzeitsfeier ist etwas völlig surreales. sie kostet soviel wie ein auto, je nach geschmack ein kleines oder ein großes und ist in dieser dimension natürlich völlig sinnlos. das verrückte ist, dass ich noch nicht mal begründen kann, wieso ich es will. ich möchte gerne ein ritual haben und vor all meinen lieben "ja" zu ihm sagen. warum? ich weiß es nicht. ich kann es einfach nicht begründen. es ist eben so, so soll es sein, es war doch immer so. wieso muß man normalitäten begründen?

natürlich muß man. ich bin doch kauffrau und liebe die effizienz. es gibt keinen grund, geld aus dem fenster zu werfen - schon gar nicht, wenn ich es gar nicht habe. ich kann auch nicht vergleichen. gedanken wie, ist eine hochzeit genausoviel wert wie eine große reise oder ein auto passen nicht in meinen kopf. ich will gar keine große reise und ein auto will ich auch nur hin und wieder und verwerfe dann den gedanken, weil ich es mir nicht leisten will. vielleicht ist das genau der punkt: der unterschied, ob man sich etwas leisten will statt kann.

ich weiß nicht, ob ich es lassen kann. es fühlt sich falsch an. aber genauso falsch fühlt es sich an, tausende von euros auszugeben und ein kleid nur ein einziges mal zu tragen. und es fühlt sich gleichzeitig so richtig an. verdammt, kein tatort in sicht.

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wünsche:

  • ein häuschen in den elbvororten
  • ein klavier
  • ein tanzkurs mit meinem liebsten
  • einen kochkurs (am liebsten indisch)
  • ein städteurlaub in rom oder barcelona oder kopenhagen