Dienstag, Juni 27, 2006

einfach

so einfach ist das. man muß sich nur dran halten.

"Es geht nur darum, mehr richtige als falsche Entscheidungen zu treffen. Und die falschen nicht zu wiederholen."

(lars hinrichs, openbc-gründer in einem interview auf wiwo.de)

zuhause

bevor ich es vergesse, muß ich noch was aufschreiben, was mich schon seit einigen tagen immer wieder rührt: der verlobte wohnte jahrelang in der wohnung, die nun schon seit fast vier monaten unser gemeinsames zuhause ist. bevor ich einzog, war kaum eine wand berührt, schließlich war es eine übergangslösung und renovieren sollte tunlichst vermieden werden. das änderte sich natürlich schlagartig mit meinem einzug. jedes loch, das der verlobte für mich bohrte, war ein liebesbeweis, den ich sehr zu schätzen weiß.

die letzten geburtstage feierte der verlobte wohl nicht oder nur im kleinen rahmen in der alten heimat. dieses jahr möchte er freunde zu uns einladen. es freut mich und rührt mich, wenn ich daran merke, wie sehr er nun endlich hier angekommen ist.

Montag, Juni 26, 2006

geschmacksexplosion

die "jungs", unsere kräuter, sind mittlerweile groß genug, um ein kleines bißchen zu ernten. welch wohlgenuss tut sich da auf. eben habe ich versucht, das rezept, das sich samstag zufällig aus den vorhandenen zutaten ergab, nachzukochen. es war anders aber ebenso lecker. was war es? vollkornnudeln, tk-erbsen und dazu eine sahnesoße mit zwiebelchen, knoblauch, sojasahne, etwas brühe, salz, pfeffer und zucker. darüber dann etwas parmesan, geröstete pinienkerne und frisches zitronenkraut, honigmelonensalbei und basilikum.....besonders diese zitronig-süße note zu den erbsen....so lecker!

ratlosigkeit

wir können es auch lassen, sagte ich und er bestätigte diese aussagen. dann verließ er den balkon und ich weinte, bis der tatort begann. mehr als zehn minuten konnte ich nicht darüber nachdenken, weil sich die gedanken im kreis bewegten. hätte ich länger darüber in dieser stimmung nachgedacht, wäre es auch nicht gut gewesen.

wir können es auch lassen meinte die hochzeitsfeier, doch solche fragen münden in den monaten vor der eheschließung leicht ins generelle. wenn wir so verschieden sind, kann es dann klappen? natürlich kann es klappen, der alltag klappt ja auch wunderbar. doch immer wieder diese kleinen teufelchen, die mir auf der schulter sitzen und mich fragen, reicht das, reicht das reicht das?

eine hochzeitsfeier ist etwas völlig surreales. sie kostet soviel wie ein auto, je nach geschmack ein kleines oder ein großes und ist in dieser dimension natürlich völlig sinnlos. das verrückte ist, dass ich noch nicht mal begründen kann, wieso ich es will. ich möchte gerne ein ritual haben und vor all meinen lieben "ja" zu ihm sagen. warum? ich weiß es nicht. ich kann es einfach nicht begründen. es ist eben so, so soll es sein, es war doch immer so. wieso muß man normalitäten begründen?

natürlich muß man. ich bin doch kauffrau und liebe die effizienz. es gibt keinen grund, geld aus dem fenster zu werfen - schon gar nicht, wenn ich es gar nicht habe. ich kann auch nicht vergleichen. gedanken wie, ist eine hochzeit genausoviel wert wie eine große reise oder ein auto passen nicht in meinen kopf. ich will gar keine große reise und ein auto will ich auch nur hin und wieder und verwerfe dann den gedanken, weil ich es mir nicht leisten will. vielleicht ist das genau der punkt: der unterschied, ob man sich etwas leisten will statt kann.

ich weiß nicht, ob ich es lassen kann. es fühlt sich falsch an. aber genauso falsch fühlt es sich an, tausende von euros auszugeben und ein kleid nur ein einziges mal zu tragen. und es fühlt sich gleichzeitig so richtig an. verdammt, kein tatort in sicht.

Donnerstag, Juni 22, 2006

wenig damenhaft

das damenhafte liegt mir nicht so wirklich, obwohl ich mir wünschte, es wäre so, wo ich doch im prinzessinnenkleid heiraten will. hach, was war das ein gefühl, das lange kleid zu raffen, die reifröcke knisterten und würdevoll ein paar schritte zu tun. aber ich schweife ab.

letzte woche war es endlich fertig, das maßgeschneiderte kleid von lindy. nein, nicht das brautkleid (das mir lindy, die früher preisgekrönte brautkleiddesignerin auch fertigen wird), sondern das, in das ich mich spontan verliebte, als ich ihren neuen laden besuchte. denn stokx gibs es jetzt endlich mit vielen tollem sachen fertig zum anprobieren. weil es das traumkleid (dunkelblau, marypoppins-popo, könlichlicher schalkragen) nicht in meiner größe gab, wurde schnell maßgenommen und dann mußte ich mich 3 wochen gedulden. am freitag konnte ich es abholen. so schön! gestern trug ich es zum zweiten mal. ich trug ein rosa kleid darunter, erfreute mich meines rosa gerahmten decoltées beim blick in den spiegel und genoß den wind, wie er mir unter den bauschigen rock fuhr, um meine braunen beine unter dem rosa röckchen zu entblößen. königlich lustwandelte ich zu meinem termin.



(stokx shop: clear cut clothing & accessoiries: rosenthalerstr 39 in berlin mitte dienstag bis samstag von 12-19 uhr. hingehen und kaufen!)

eigentlich eilte ich eher. das war mir auch noch nie passiert. in der s-bahn bemerkte ich, dass aus versehen eine stunde zu früh aus dem haus gehetzt bin. da hätte ich auch damenhaft schreiten können, statt zum bus zu rennen. nun ja. ich hatte ein wenig zeit, schlenderte durchs alsterhaus, schaute, ob sie mein buch haben und stellte fest, dass sie weder mein buch, noch diese mexxbettwäsche (die leider in echt ganz anders aussieht als im katalog) haben. leider nein, aber dafür fand ich die auch sehr schöne und qualitativ hochwertigere von haemmerle. anschließend verweilte einige augenblicke bei niessing und bewunderte die "sechs-schritte-zum-trauring".



das trauringerlebnis war allerdings schon schambeeinträchtigt, denn im alsterhaus war ich noch kurz auf dem klo. gar nicht so einfach, wenn man zwei kleider übereineander trägt und nicht gewohnt ist, mit stoffmassen umzugehen. das sollte ich mir für die hochzeit merken. vorher schön üben, wie es geht, mit dem brautkleid aufs klo zu gehen, damit kein malheur passiert - denn im alsterhaus passierte es. es war so peilich. als ich mich königlich von der toillette erhebe, klatscht es mir nass um die beine. "es" waren die zwei gürtelbänder, die ich elegant über dem popo als schleifchen gebunden hatte, damit es dort ein hübsch gerafften hingucker gibt. die enden der schleifen, da. 15 cm waren nass. achdumeinegüte. natürlich wusch ich sie über dem waschbecken aus und trocknete sie sorgsam mit papierhandtüchern, aber irgendwie war das königliche gefühl hin. glücklicherweise war mein beruflicher termin anschließend interessant, so dass ich das bedrückende schamgefühl nach ungefähr einer stunde vergaß. es ist wirklich nicht einfach, eine dame zu sein!

Sonntag, Juni 11, 2006

ein traum in weiß

es war ganz schön aufregend in diesen brautläden. aber schön wars. ich hatte ja einen ziemlichen horror davor, dass da nur junge elfengleiche mädchen stehen und ich ganz bescheuert in diesen kleidern aussehen würde. das trauma habe ich von den einkäufen zur konfirmation und zum tanzkurs. ich erinnere mich, wie ich beide male weinend in der umkleidekabine stand, so hässlich und falsch fand ich mich - der eindruck täuschte nicht. sowohl in der kirche als auch beim abschlußball sahen die anderen viel würdevoller und schöner aus als ich. als ich dies vor einigen tagen meiner mutter berichtete, war sie erstaunt (schon schade, dass sie mein leid damals nicht mitbekommen hatte) und sagte, sie hätte mir keine schöneren kleider kaufen können, weil sie nicht genügend geld gehabt hätte. der schmerz, dieses gefühl, nicht schön genug zu sein, sitzt tief. sehr tief und glücklicherweise wurde er gestern ein wenig geheilt. es ist ein merkwürdiges ding, aber jede frau sieht schön in einem brautkleid aus - sei es auch noch so eine hässliche gardine.

es war ein ganz bezauberndes gefühl, als die dame mit in die kabine kam und mir half, in die robe einzusteigen. wer hätte gedacht, dass mein ein brautkleid mit einer art "köpper" entert? der petticoat kitzelte. ob das wohl sein muß? so viel stoff! ich schwanke, nicht nur vor hitzewallungen, als ich auf das billige höckerchenstieg in dem kleid für über 1000 euro. verrückt. ich kann die kleider, die ich gestern probierte, überhaupt nicht auseinander halten. sie waren eben alle weiß und irgendwie schön. leider haben meine freundin und ich, die glücklicherweise händchenhaltend dabei war, meine kamera gleich im ersten laden fallen lassen. schade, es wäre natürlich grandios gewesen, sich die kleider in einem ruhigem moment mit etwas abstand noch mal anzuschauen, um rauszufinden, was mir steht und gefällt.

das trauma ist einigemaßen geheilt. es war sowieso eine alte wunde, eine art phantomschmerz. in den letzten jahren war viel gras über die sache gewachsen, aber die situation damals in den umkleidekabinen vergesse ich nie. ich hoffe, ich werde mal eine mutter, die das tiefe leid ihrer kinder erfühlen kann und kreativ nach lösungen sucht.

Freitag, Juni 09, 2006

mädchen-II

weiter geht mit peinlichen geschichten aus meinem leben. wiedereinmal hüte ich haus und hund meiner eltern. wenn man mir eine aufgabe überträgt, versuche ich sie bestmöglichst zu erledigen. doch es gab ein problem: es ist heiß und ich konnte dem gartenschlauch partout kein wasser entlocken. also goß ich heldinnenartig mit einer 5-liter-kanne den ganzen großen garten. die größere kanne konnte ich mädchen nicht tragen. nach drei tagen wurde die hilfesuchende SMS aus italien endlich beantwortet: man muß nicht nur den wasserhahn aufdrehen, sondern auch noch das handstück. ich mädchen!

Donnerstag, Juni 08, 2006

eigentlich ganz einfach

man muß den leuten immer eine alternative bieten, sagte meine kluge freundin. nicht einfach sagen, was man nicht will, vorschläge machen. und dann sagte ich "nein!" zum hund und meine mutter fügte ein "sitz!" dazu. du mußt ihm sagen, was er machen soll, sonst weiß er nicht, was er nach dem "nein" machen soll. aha, so einfach ist das.

Donnerstag, Juni 01, 2006

vollkornbrot

ich habe dich vermisst, vollkornbrot, aber jetzt bist du endlich wieder in meinem leben. 1999 hatte ich so schön meine ernährung umgestellt. was war ich rank, schlank und gesund. ab 2001 begann ich zu schludern. hier mal ein tröpfchen alkohol, dort mal ein eis. man wollte ja keine spassbremse sein. dem vollkornbrot bin ich trotzdem treu geblieben. sagen wir mal, es war über jahre eine gesunde erklärung mit mäßigem sport. dass mir das radfahren mehr spass macht als die muckibude, war eigentlich immer klar. es ist einfach effizienter. an die gesunde ernährung gewöhnt man sich - auch der darm. was konnte ich hülsefrüchte essen, ohne zu feuern!

seit dem ich mit dem verlobten zusammen bin, bin ich dem vollkornbrot und den anderen gesunden sachen untreu geworden. der futterneid, beim anblick eines gut riechenden toastes war einfach stärker. bei der muckibude habe ich mich auch noch abgemeldet. so reift das bäuchlein und der pupswettbewerb wird hemmungsloser. aber vorgestern habe ich mir endlich mal wieder ein vollkornbrot im bioladen gekauft. und es schmeckt! lecker!

wünsche:

  • ein häuschen in den elbvororten
  • ein klavier
  • ein tanzkurs mit meinem liebsten
  • einen kochkurs (am liebsten indisch)
  • ein städteurlaub in rom oder barcelona oder kopenhagen