Mittwoch, Mai 10, 2006

zu viel glück?

(via isabo)

ich wollte nie so ein typisches bärchen werden. ich bin auf dem besten weg dahin. was sage ich. ich bin eins. auch wenn ich bärchen bisher an den bärchenabenden und an dieser schrecklichen bärchengewohnheit festmachte, bei einladungen nebeneinander sitzen zu wollen - bärchensein ist noch viel mehr. ich entdecke es an mir, genieße es und beobachte es ein wenig mißtrauisch.

ich schwänzte meinen geliebten chor und gehe direkt nach der bloggerlesung, statt mit einem alten freund zu plaudern und neue leute kennenzulernen, weil ich meinen mann ein paar tage nicht gesehen habe. ich freue mich morgens, wenn ich neben ihm aufwache, freue mich, wenn wir zusammen früstücken, freue mich, wenn er nach hause kommt und freue mich, wenn wir vor dem einschlafen noch etwas reden. ich freue mich, ihm zu erzählen, was ich erlebte und freue mich, wenn er mir von seinem tag berichtet. ich freue mich, wenn wir über den tag per mail oder telefon in verbindung sind und seien es noch so unwichtige kleinigkeiten, die wir austauschen.

mein kontakt zu freunden verändert sich. ich erzähle nicht mehr so viel. die wichtigen sachen will ich nur mit ihm teilen. ich mag nicht so viel über ihn reden, das tut man doch nur über männer, die eine unglücklich machen. was habe ich früher stundenlang mit freundinnen über arschlöcher geredet. klar, will ich von meinem glück berichten. aber es stößt auf, wenn ich zu viel schwärme, die schwierigen geschichten sind gefragt, aber davon gibt es gerade nichts zu berichten. "ich freue mich für dich" sagen sie und ich bin nicht sicher, ob ich es glauben kann. ich merke, wie ich mich von ihnen entferne, wie ich überlege, was ich erzählen will, kann oder darf und merke, wie ich zunehmend gelangweilt von den singlethemen bin. ach wie gemein. jahrelang habe ich meine freunde damit malträtiert und jetzt will ich nicht mehr zuhören!

veränderung ist immer gut. stillstand macht mich wahnsinnig. aber manchmal passieren veränderungen in einem tempo, wo man selbst oder auch die lieben gar nicht richtig mitkommen. natürlich habe ich es schon x-mal erlebt, dass sich eine freundin entzog, wenn sie einen neuen mann hatte und wie die wahl der gesprächsthemen schwieriger wird, wenn die eine ein kind hat und die andere sich immer noch auf verheiratete männer stürzt. viele freundschaften sind daran zerbrochen. nicht spektakulär, sondern schleichend. es blieb immer ein doofes gefühl zurück. und jetzt erlebe ich - endlich? - wie es ist, auf der anderen seite zu stehen, und freundInnen zu verlassen. ich will das nicht. wie kann man erwarten, dass einem freundinnen in den schlechten zeiten wieder beistehen, wenn man sie in den guten zeiten vernachlässigt hat. erstaunlich oft funktioniert es ja. aber es ist ein komisches ding. und trotzdem, ich kann sie doch auch nicht mit meinem ganzen glück zumüllen, oder?

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wünsche:

  • ein häuschen in den elbvororten
  • ein klavier
  • ein tanzkurs mit meinem liebsten
  • einen kochkurs (am liebsten indisch)
  • ein städteurlaub in rom oder barcelona oder kopenhagen