Mittwoch, Mai 24, 2006

mehr von next10years

hach, wie schön ist es, frei zu arbeiten und spontan zu entscheiden, was ich gerade machen will. leben nach dem lustprinzip. gerade war mir ein wenig nach pause. nicht nach richtiger pause, zum rausgehen bin ich trotz sonnenschein immer noch zu faul. also startete ich damit die videos der vorträge der next10yearskonferenz zu sehen, die ich dort - aufgrund der meiner noch nicht besonders gut ausgeprägten fähigkeit, wirklich an mehreren orten gleichzeitig zu sein - verpasst hatte.

"Das Ich im Internet - vom Reiz, sich digital darzustellen". sehr spannend erzählt stefan kellner von plazes.com. ich habe ja schon seit längeren den plazes-account und wusste nie recht, was ich damit machen sollte. tja, liegt daran, dass ich nicht mobil genug bin. die meisten leute wissen, wo sie mich erreichen. aber wie spannend wäre es doch herauszufinden, dass noch jemand freiberuflich im homeoffice hier um die ecke im familien-und-alte-leute-vorort leben könnte. vielleicht sollte ich den account doch mal wieder in betrieb nehmen.

der vortrag von stefan kellner ist voller warnungen bzw. dem hinweis, auf die notwendigkeit medienkompetenz zu lernen. wie wahr. eine erschreckende vorstellungen, sich unwissend chance zu verbauen, nur weil man mal eben so mit dem internet spielte. ich habe diese erfahrungen auch schon gemacht und sie tat weh. sobald man mit den medien spielt, verliert man die kontrolle. sonst lebt man zumindest in der illusion der kontrolle der informationen über die eigene person.

das das nicht stimmt, darauf verweist thomas madsen-mygdal von 23 (komisch, warum finde ich die URL nicht). auch in "der richtigen welt" haben wir keineswegs die kontrolle darüber, was über uns geklatscht wird. er sagt, die frage, warum wir im internet publizieren ist so philosphisch, dass er es kaum beantworten kann, immerhin wäre er kein professor und er gibt eine doch so einfache und kluge antwort. er sagt, dass wir durch die moderne welt, samt ihrer neuen technologien so viel gewonnen hätten und gleichzeitig etwas verloren haben: nachbarschaft, gemeinschaft und kommunikation. dabei sind es grundlegende bedürfnisse, sich darzustellen (mein auto, mein haus, meine yacht) und gute geschichten zu erzählen. so schlicht, so wahr. es ensteht eine neue form der nachbarschaft mit allen vor- und nachteilen. wenn ich mir überlege, wie ich in den letzten jahren genau vor der sozialen enge der kleinstadt (die ich glücklicherweise nie erlebte, keine ahnung, woher diese phobie kommt) flüchtete und wie ich gleichzeitig das dörfliche in der stadt, die gemeinschaft und das netzwerken liebte, fühle ich mich vertraut mit dem bild der nachbarschaft mit vor-und nachteilen. klar, man wird etwas vorsichtiger, aber schön isses trotzdem.

ich höre diese vorträge und verspüre ein kribbeln. ich kenne dieses kribbeln. meist ist es nicht direkt nutzbar und schon gar nicht effizient im sinne von geldverdienen. aber jedes mal, wenn ich bisher dieses kribbeln hatte, passierten anschließend spannende dinge und witzigerweise kam dann auch - jahre später - der ROI. dabei geht es gar nicht wirklich um den ROI, denn das kribbeln ist schon ein verdammt gutes gefühl. wie schön, wie inspirierend...

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wünsche:

  • ein häuschen in den elbvororten
  • ein klavier
  • ein tanzkurs mit meinem liebsten
  • einen kochkurs (am liebsten indisch)
  • ein städteurlaub in rom oder barcelona oder kopenhagen