Sonntag, April 02, 2006

wert schaffend

ich habe vergessen, von wem der arbeitsbegriff "wert schaffend" ist. vielleicht war er auch von niemanden und er ist von mir, ohne, dass ich es merke. früher habe ich mich ja mal mit so schlauen dingen beschäftigt, aber man vergisst ja doch einiges.

eben solches erzählte mir vorhin meine freundin nicola. sie war so entsetzt darüber, dass sie nach acht jahren ohne praxis in barcelona feststellen mußte, wie wenig spanisch sie noch konnte. ob es wohl an den altererscheinungen liegt, dass man sich nicht nur weniger merken kann, wenn man stark auf die vierzig zugeht, oder daran, dass man sich vielleicht in jüngeren wie in älteren jahren darüber täuscht, wie gut man in diesem oder jenem sei. ja, das ist ein ding, bestätigte ich ihr. ich kann mich noch gut daran erinnern, wie bitter der erkenntnisprozess war, als ich feststellen mußte, dass ich absagen auf bewerbungen nicht deshalb bekam, weil die konkurrenz so groß und die wirtschaftslage ach so schlecht war, sondern weil ich mich und meine erfahrungen schlichtweg überschätzt hatte. aber hauptsache, erkenntnisprozesse setzen irgenwann einmal ein. manchen ereilen sie nie. gespräche darüber verfestigen sie. ist das nicht wunderbar?

und doch kann ich mich daran erinnern, dass ich mich früher einmal, in einem früheren leben sozusagen, ist doch zum beispiel das abitur auch nahezu 20 jahre her, dass ich mich früher einmal mit dem arbeitsbegriff auseinander setzte. heute habe ich den ganzen tag mit lieben freundinnen kaffee getrunken und ich bewahre die gespräche in meinem herzen (so wie maria in der weihnachtsgeschichte), weil sie mir so wertvoll sind. da bei mir ja arbeit gleichbedeutend mit "übersetzung meiner lernprozesse für andere in der form, die mir gerade besonders spass macht" ist, habe ich also den lieben langen sonnigen sonntag gearbeitet wie schön.

ein kleines gedankenfetzchen, dass mir besonders im gedächtnis hängen geblieben ist, ist der kommentar von anna. wir sprachen darüber, wie schwer es ist, neue partner von freunden zu beurteilen, wenn man sie nur einen abend erlebt hat. dem, den es interessiert, sagt man meist sowieso nicht so viel, anderen gegenüber ist man oft offener. als sie einem gemeinsamen freund von dem treffen mit meinem verlobten im herbst berichtete, sagte, sie, dass sie es ganz prima gefunden hätte, wie verliebt er mich angeschaut und wie interessiert er den gesprächen gelauscht hätte, auch wenn er, als einziger neuer unter alten freunden, nicht immer zu wort kam. das ist eine schöne beobachtung und ich freute mich mal wieder, dass wir befreundet sind. und dann sagte sie, dass wir mal wieder zusammen urlaub machen werden. wir waren so ein gutes urlaubsteam damals in den neunzigern. hach, das wäre schön.

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wünsche:

  • ein häuschen in den elbvororten
  • ein klavier
  • ein tanzkurs mit meinem liebsten
  • einen kochkurs (am liebsten indisch)
  • ein städteurlaub in rom oder barcelona oder kopenhagen