Mittwoch, April 12, 2006

nur noch grünes

derzeit ist mir sehr nach grün, nicht nur wegen meiner schönen neuen grünen schuhe. hoffentlich gibt es bald einen schönen anlass, bei dem ich sie ein zweites mal tragen kann. (ja, ich weiß, dass sowas nix für rückengeschädigte ist, die schon beim sockenanziehen schwierigkeiten haben.) gestern sagte ich zu einer lieben bloggerin, die mich freundlicherweise zum essen/trinken/vielerzählen einlud, dass ich derzeit grünes essen bevorzugen würde und deshalb dem brokkoli, den sie noch vorrätig hatte, durchaus zugetan wäre. die gute kaufte auch noch grüne nudeln, ich brachte das grüne bier. perfekt.

und dann sprachen wir über spinat. ich liebe spinat, koche aber grundsätzlich nur gefrorenen. mit dem frischen habe ich es nicht so. da kann ich noch so waschen, waschen und noch mal waschen - es bleibt einfach immer sand drin, der dann so eklig zwischen den zähnen ist. das passiert beim TK-spinat nicht. und außerdem habe ich ein trauma. ein "frischer-spinat-trauma". es begab sich vor einiger zeit, zwei studienfreundinnen bei mir zu besuch waren. wenn sie schon mal in der stadt waren, wollten sie auch gerne einen anderen exkommilitonen sehen. ich hatte nichts dagegen, ein essen bei mir zu arrangieren, auch wenn es mich etwas nervös machte. dieser mann hatte etwas von klaus maria brandauer, wenn auch etwas hübscher. er war irgendwie was besseres, so reiche-leute-internat und so und schaute mich während des studiums nicht mit dem arsch an, obwohl wir uns regelmäßig auf irgendwelchen geburtstagen trafen. dieser mann, mit den reiche-leute-freunden, sollte also meine butze betreten, sehen, was fast ein jahrzehnt nach dem studium aus mir geworden bzw. nicht geworden ist, begutachten und bei mir essen.

ich suchte lange nach einem geeigneten rezept und kaufte dafür sogar die brigitte. dort gab es einen asiatischen spinat mit erdnusssoße, der mir geeignet erschien. beim lesen des rezeptes, lief es mir schon wie verrückt die spucke im mund zusammen. ich konnte es kaum erwarten, ihn zuzubreiten. wir standen in der küche, quatschten, tranken dabei ein paar schlückchen wein und kochten. es war nett. und auch als der gast zu uns stiess, war es immer noch nett. meine berliner wohnung ging für besuch von ausserhalb ja auch stets als originell durch. da brauchte man sich nciht verstecken. wir setzten uns zum essen. ich gab mir mühe, zuvorkommende, perfekte gastgeberin zu sein. ich war an meiner hausfrauenehre gepackt. ich schöpfte die speisen auf teller und bemühte mich, dass es ein wenig nach restaurant aussah. vergebene liebesmüh - bei mir sieht es nie so aus, aber bisher hat es eigentlich immer geschmeckt. er war der ehrengast, wir drei frauen hatten zusammen gekocht. ich nahm seinen teller, fragte ihn, ob er spinat möge und als er nickte, klatschte ich vorsichtig eine angemessene portion auf den teller. wir bemerkten den waschbeckenstöpsel gleichzeit, wie er schwarz inmitten des grünen blattspinats lag. ich versank vor scham im boden und kann mich an den rest des abens nicht mehr erinnern.

so was könntest du doch mal bloggen, sagte saintphalle. ich weiß, antwortete ich. manchmal gibt es einfach keine aktuellen blogbaren erlebnisse. andere schreiben dann alte geschichtchen auf, aber ich sollte mit meinen geschichtchen lieber geld verdienen, statt sie hier einfach so herumzubloggen. und wenn mir dann mal was einfällt, dann habe ich es vergessen, wenn ich wieder am computer sitze. es ist aber eine schöne geschichte, sagte saintphalle und erzählte eine peinlichkeit aus ihrem leben, die sich als geschichte auch ganz hervorragend eignete. na, ob sie das stöckchen übernehmen wird?

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wünsche:

  • ein häuschen in den elbvororten
  • ein klavier
  • ein tanzkurs mit meinem liebsten
  • einen kochkurs (am liebsten indisch)
  • ein städteurlaub in rom oder barcelona oder kopenhagen