Mittwoch, Februar 08, 2006

kontrast

erst in der begegnung mit anderen, kann man sich selbst entdecken. gestern habe ich die erste waschmaschine in der neuen wohnung gefüllt und die handtücher auf dem wäscheständer zusammengelegt. das löste gleich zwei kommentare meines liebsten aus: die handtücher würden schöner aussehen, wenn ich sie andersrum und noch konsequenter farblich und nach mustern sortieren würde. auch meine art der wäschesortierung fand er iritierend. ich fand sie anders.

mir macht es nichts aus, ihm zuliebe die handtücher fortan anders hinzulegen und sein system der wäschesortierung zu lernen. solche details sind für mich nicht wichtig. ich achte nicht sonderlich auf feinheiten, dazu lebe ich viel zu sehr in der welt der ideen als in der welt der dinge. aber mir wurde deutlich, wie wenig ich über mich und den alltag in den letzten jahren nachdachte; weil alles so normal war. man merkt nicht, wie man wunderlich wird, wenn man alleine lebt. plötzlich denkt man, die welt wäre genau so, wie sie scheint, nur weil man es nicht anders kennt.

edit:
das thema hallt noch nach. wenn ich es mir recht überlege, dann finde ich die sortierten handtücher toll und bin immer immens beeindruckt, wenn andere so etwas machen. aber bei mir kommt es nicht von selbst. ich lege so ein verhalten nur an den tag, wenn ich es jemand anderen zu liebe tue. zwei ideen habe ich dazu: erstens, ich geben mir, wenn es "nur um mich geht" nicht so viel mühe. zweitens, ich bin nicht so sehr von dieser welt, mir fällt es manchmal auf, wenn etwas bei anderen schön aussieht und oft sehe ich einfach überhaupt nichts. dann stören mich weder krümel auf dem tisch noch eine unordentliche handtasche. meine erfahrung ist, dass ich dinge sehr leicht für andere, die ich mag, so machen kann, wie sie es schön finden. manche verhaltensweisen gehen mir sogar irgendwann in fleisch und blut über, aber ein inneres bedürfnis habe ich nach perfektion nicht. das ist alles eine frage der präferenzen und ohne es stets bewußt zu entscheiden, war mir bisher mein wolkenkuckuksheim oft lieber als die welt der dinge, die mich umgibt. doch ich merke, dass sich da etwas ändert. nicht nur anderen zuliebe, sondern, weil ich mich verändert habe und mich verändern will.

es sollte auch nicht der eindruck entstehen, der liebste wäre pedantisch und schlicht. das ist er nicht. er ist der beste! ich bin nur ganz entzückt darüber, was ich im zusammensein über mich lerne. aber das ist natürlich nicht der grund, wieso ich mit ihm zusammen bin. er zeigt mir, wie man sich das leben schöner machen kann. er zeigt mir auch, dass dies ein bißchen arbeit ist. aber ich erkenne sehr deutlich, dass es sich lohnt und dass ich genau das (lernen) will. trotz aller kontraste, wollen wir das gleiche - auch wenn das bild im detail anders aussieht und wir die details dann verhandeln müssen. das schöne ist: mit ihm sind die ergebnisse jeder verhandlung ein kompromiss, der sich verdammt gut anfühlt. manchmal kommt sogar eine lösung heraus, die mehr als das ist, wofür der einzelne argumentierte. das ist toll! er ist einfach ein wundervoller mann und ich liebe ihn.

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wünsche:

  • ein häuschen in den elbvororten
  • ein klavier
  • ein tanzkurs mit meinem liebsten
  • einen kochkurs (am liebsten indisch)
  • ein städteurlaub in rom oder barcelona oder kopenhagen