Mittwoch, Februar 08, 2006

bücher

das thema regale, scheint meine leserInnen zu beschäftigen. sollen sie mehr von bekommen, ich hab noch was. als ich am sonntag meine bücherregale einräumte, war das eine ganz wunderbare beschäftigtung. ich begrüßte fast jedes buch mit namen. "herr irving," sagte ich leise vor mich hin "schön, dass sie bei mir wohnen. ich weiß, ich habe sie schon viel zu lange nicht mehr gelesen, verzeihen sie mir bitte." oder "frau nothomb, ich muß schon kichern, wenn ich ihre bücher nur in die hand nehme. sie bekommen einen ehrenplatz direkt neben frau palmen". "ach, herr coupland, sie hatte ich ja völlig vergessen, wo packe ich sie nur hin?". so sprach ich leise, beglückt gluchzend vor mich hin, während ich die bücher erstmal in regalfächer vorsortierte, bevor ich innerhalb der fächer ordnung schaffte. der liebste saß derweil im wohnzimmer und schüttelte verständnislos den kopf über mein in der tat merkwürdiges verhalten.

im übrigen sortiere ich meine bücherregale seit vielen jahren, im groben nach dem geschlecht des autors. nun, so ungefähr zumindest. im sachbuchbereich nicht, dort geht es nach themen, aber bei der belletristik ist das eine ganz interessante idee. vor ungefähr zehn jahren stellte ich fest, dass meine lieblingsbücher nahezu ausschließlich von männern geschrieben waren. ich fragte mich, ob es daran läge, dass frauen zu wenig (gutes) schrieben oder ob schriften von männern einfach mehr verlegt und mit ausgefuchsteren marketingmaßnahmen an die leserInnen gebracht werden. ich führte eine quote im bücherregal ein und bevorzugte fortan autorinnen. was habe ich für wunderbare entdeckungen gemacht: nothomb und palmen erwähnte ich schon, aber wer kennt zum beispiel frau piercy, frau smiley oder frau hanff. ich las mich durch die tagebücher von anais nin und das werk von christa wolf. großartig. ich könnte stundenlang davon berichten und noch den einen oder anderen schatz zu tage befördern, müsste ich nicht arbeiten.

der liebste glaubt mir ja nicht, dass ich alle bücher im regal gelesen hätte und fragte, ob ich wirklich alle behalten müsste. ich habe wirklich versucht, auszusortieren. aber mehr als drei bücher und den veralteten duden konnte ich nicht aussortieren. das liegt aber wahrscheinlich daran, dass ich alle hardcover, die ich nicht so mag, dem förderverein der stadtteilbibliothek schwanheim (in meiner kindheit nannte meine familie dieses gelobte haus "bibo") schenke und alle anderen bücher, die ich nicht so mag, bei tauschticket tausche. jetzt haben wir ein neues ritual. vor dem schlafen, schnappt sich der liebste eines der bücher aus dem regal hinter dem bett und ich muß ihm erzählen, was darin steht. ich habe die bücher nie gezählt, aber wir können das wohl noch monate- wenn nicht jahrelang machen. hach, ich liebe bücher.

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wünsche:

  • ein häuschen in den elbvororten
  • ein klavier
  • ein tanzkurs mit meinem liebsten
  • einen kochkurs (am liebsten indisch)
  • ein städteurlaub in rom oder barcelona oder kopenhagen