Dienstag, Februar 28, 2006

wohlan denn, herz, nimm abschied und gesunde

jetzt komme ich langsam wieder zu mir. es war ganz schön anstrengend in letzter zeit. ausmisten, umziehen, renovieren, einleben und nebenher noch ein buch fertig machen. die knochen tun von der ungewohnten körperlichen arbeit weh, das gehirn kommt kaum nach, mich an das neue zu gewöhnen und mich vom alten zu verabschieden. so viele kleinigkeiten, die ich in den letzten wochen in der hand hielt, entschied, ob ich sie behalten würde und so vieles, von dem ich abschied nahm.

heute morgen. um 6.30 war ich in der wohnung und legte noch letzte hand an. der liebste mußte heute früh zur arbeit, also fuhr ich gestern um 8 dankbar, entkräftet, vor erschöpfung heulend nachhause, um heute früher anzufangen. ein weiser entschluss, konnte ich gestern abend schon nicht mehr den pinsel halten. auf den knien schrubbte ich die farbflecken weg und strich noch mal den letzten vergessenen türrahmen. dann hatte ich noch 40 minuten zeit und keine lust auf lesen oder kaffee. ich stand in der leeren wohnung und erinnerte mich, wie ich sie das erste mal sah. damals flutschten die möbel im geiste an die stellen, an denen sie später standen und ich wußte, dass dies mein zuhause sein würde. es war meine burg, meine höhle, mein zuhause für mehr als fünf jahre. die wohnung, der ausblick aus der wohnung und der stadtteil mit den vielen cafés und bars vor der haustür. die müllsäcke auf der straße machten mir es in den letzten tagen leichter, abschied zu nehmen. es ist, bei aller beschaulichkeit, auch ein lauter, dreckiger stadtteil. und doch liebe ich das dorf in der stadt und frage mich, ob ich mich wohl schnell an den vorortcharakter des neuen zuhauses gewöhnen kann.

von einem hölzernen buddha, den ich in vietnam kaufte, nahm ich auch abschied. so recht, wurden wir nie warm miteinander. aber einen buddha kann man doch nicht wegschmeißen! also stellte ich ihn auf einen elektrowandschrank im treppenhaus, mit blick zu meiner alten wohnung. er beschützte mich bei der abnahme (war easy, sogar mit lob "ordentlich was aus dem material gemacht")und wird auf das marode haus nun weiter aufpassen. ich bin jetzt groß und passe auf mich selbst auf und auf mein glück und meine liebe.


Wie jede Blüte welkt
und jede Jugend dem Alter weicht,
blüht jede Lebensstufe,
blüht jede Weisheit auch und jede Tugend
zu ihrer Zeit und darf nicht ewig dauern.
Es muss das Herz bei jedem Lebensrufe
bereit zum Abschied sein und Neubeginne,
um sich in Tapferkeit und ohne Trauern
in and're, neue Bindungen zu geben.
Und jedem Anfang wohnt ein Zauber inne,
der uns beschützt und der uns hilft zu leben.

Wir sollen heiter Raum um Raum durchschreiten,
an keinem wie an einer Heimat hängen,
der Weltgeist will nicht fesseln uns und engen,
er will uns Stuf' um Stufe heben, weiten!
Kaum sind wir heimisch einem Lebenskreise
und traulich eingewohnt,
so droht Erschlaffen!
Nur wer bereit zu Aufbruch ist und Reise,
mag lähmender Gewohnheit sich entraffen.

Es wird vielleicht auch noch die Todesstunde
uns neuen Räumen jung entgegen senden:
des Lebens Ruf an uns wird niemals enden.
Wohlan denn, Herz, nimm Abschied und gesunde!

(Stufen/Hesse)

Montag, Februar 27, 2006

kleines schlechtes gewissen

ich habs getan. aber psst. hoffentlich wirkt sich das nicht schlecht auf mein karma aus und der vermieter zickt morgen bei der wohnungsübergabe. ach bittebitte liebes universum, bitte mach, dass es morgen keine schwierigkeiten gibt. ich möchte einfach nur mal wieder an meinem schreibtisch sitzen und mit dem hirn statt mit den knochen arbeiten.

Freitag, Februar 24, 2006

genuß

gestern habe ich zum ersten mal etwas willentlich zerstört. so richtig. wow, das war schön. ich habe den alten küchenschrank mit einem holzhammer zusammengeschlagen. wer hätte gedacht, dass das so eine genugtuung ist. er hat mir gute dienste in so vielen jahren geleistet, aber die DDR ist weg und die zeit für den DDR-küchenschrank war eindeutig auch gekommen. hach, das war toll, mal richtig draufschlagen zu können. vielleicht sollte ich doch mal bei bärbel ein aggressionskurs machen.

streichen war auch toll. mir tun zwar jetzt alle knochen weh, aber es fühlte sich gut an, etwas zu tun. so was richtiges. mit sichtbarem ergebniss. etwas, was man in ein paar tagen erledigen kann. nicht so nen schnulli wie monatelang an einem buch schreiben. weiß auf weiß ist zwar etwas frustrierend, weil man den fortschritt so schlecht sieht, aber dieses manko kann man mit gutem gedächtnis - zu wissen, was man bereits tat - in den griff bekommen. ich habe wieder mal gesehen, dass es hilft, etwas mit hingabe zu tun. früher hätte ich die farbe auf die wand gerotzt, nach dem motto "ist doch eh für den nachmieter". heute mache ich es mir leichter, in dem ich das tun hingebungsvoll genieße. es funktioniert!

Dienstag, Februar 21, 2006

müllscheiße

ich bin wirklich die letzte, die etwas gegen einen streik hat. aber.

ich telefoniere mir die finger wund, um nach einer lösung für mein müllproblem zu suchen. natürlich geht niemand mehr ans telefon. das wird ja schließlich bestreikt. laut umfragen finden 50 % der bevölkerung den streik gut. aha. das abladen vor dem recyklinghof ist eine straftat. die blöde callcenterschnepfe bei ver.di sagt, ich solle doch den arbeitgebern der armen kollegen erklären, dass ich ein problem hätte, dann würden die endlich ein einsehen haben. ich lege auf, um mir nicht noch weiteres dummes gesäusel anzuhören. die hamburger behörde für inneres sagt, ich solle meinen müll solange aufbewahren, bis der streik zu ende ist. unter die achsel klemmen? ich sage, es kann doch nicht angehen, dass sie mich zu einer straftat auffordern. nein, sagen mir die diversen menschen, zu denen ich weiterverbunden werde. sie wären nicht schuld, schuld wären die schlimmen gewerkschaften fragen sie doch ihre nachbarn, ob sie deren keller benutzen dürfen. hat so ein mensch schon mal die keller in mehrfamilienhäusern gesehen? witzbold. ich könnte doch auch den nachmieter fragen, ob er später einziehen könnte. ach, es gäbe doch so viele möglichkeiten, ich soll mich nicht so anstellen. ich glaub ich spinne. es gibt anscheinend wirklich keine alternative, ich muß etwas verbotenes tun, obwohl ich das gar nicht will. das ist doch völlig absurd.

gut behütet

zwei gelangweilte damen mit hut machten mich gestern, als ich gerade schwer mit rutschenden umzugskartons bepackt, kurz vor dem altpapiercontainer ankam, in keifendem tonfall darauf aufmerksam, dass man "die kartons auf jeden fall zerreissen muß". ich antwortete, dass man da wo ich herkomme "guten tag" sagt, sich vorstellt und sagt, dass man jetzt neu hier wohnen würde. die andere partei würde daraufhin so etwas sagen, wie "herzlich willkommen". ich setzte noch mit einem süffissanten "gut zu wissen, dass hier jemand auf recht und ordnung achtet" nach und zerriss brav die kartons.

Montag, Februar 20, 2006

angekommen

ich bin da. meine kisten auch. und ausgepackt habe ich sie auch schon. es ist noch nicht perfekt, manche dinge müssen noch ihren platz finden. aber es ist vollbracht. wieder ein meilenstein. der rest hier ist finetuning und die renovierung der alten wohnung bekomme ich auch noch hin.

was aber noch viel wesentlicher ist. ich fühle mich so angekommen. vielleicht noch nicht völlig heimisch in der neuen wohnung aber so angekommen und glücklich im neuen leben mit diesem wunderbaren mann.

Donnerstag, Februar 16, 2006

noch mehr



das thema regale lässt mich nicht los. vielleicht, weil gerade diese schon umgezogen sind - der rest folgt erst am sonntag. wieder bin ich ein stück mehr angekommen. klar, regale sehen immer ein bißchen unordentlicher aus als schränke. es hängt übrigens nicht durch und auch nicht schief - das habe ich nur doof fotografiert. ich finde, dieses belebt die küche ungemein. hach, ich freu mich aufs kochen mit dem liebsten.

das ist sowieso ein schönes ritual. jeden sonntag probieren wir ein neues rezept aus. mir gingen in den letzten jahren, meine kochkünste schon etwas auf die nerven. nicht, dass ich ungerne oder schlecht gekocht hätte, aber es gab nicht viel variationen. wenn man nur für sich kocht, lässt man die künste schleifen. schon beim gemüsehändler kaufte ich immer das gleiche, weil mir einfach nichts neues einfiel. das wird jetzt anders. das experimentieren macht riesen spaß. die steigerung wäre jetzt noch eine gemüsekiste.

streikmist

dass die müllabfuhr und konsorten ausgerechnet dann streiken müssen, wenn ich in umzugsvorbereitungen stecke ist wirklich ätzend. es war alles genau geplant. sonntag der umzug, montag der transport des spermülls und des sondermülls zum recylinghof. sogar die termine für papier- und altkleiderrausstellen hatte ich mir in den kalender geschrieben. pustekuchen. was mache ich, wenn die am ende des monats immer noch streiken und die wohnung leer sein muß? und wie praktisch ist das zum streichen,wenn die ganzen müllsäcke und alten küchenschränke noch rumstehen. ätzend!

Mittwoch, Februar 15, 2006

attraktive provinz

aus dem leben einer autorin. ich schlage mich mal wieder mit netten angeboten aus der provinz rum. provinz ist nicht soo schlecht. die veranstaltungen sind meist gut besucht, weil nicht die große konkurrenz der großstadt die ankündigung untergehen lässt. es ist ja auch toll, wenn die leute eine, zwei jahre nach erscheinen des letzten buches noch kennen und einladen. andererseits sind solche veranstaltungen nur nett - geld bringen sie nicht wirklich.

die eine veranstaltung habe ich zugesagt und stelle jetzt fest, dass ich abends nicht mehr zurück nach hamburg mit der bahn komme. es gibt situationen, wo ein auto doch hilfreich wäre. es wird bestimmt ein netter abend, aber übernachten ist bei meinem derzeitigen termindruck nicht drin. von den übernachtungskosten, die bei so einer veranstaltung leider auch nicht der veranstalter übernimmt, ganz zu schweigen. es fällt mir schwer, mich darauf zu freuen.

eine andere anfrage habe ich wohl mit zu hohen aufwandsentschädigungsforderungen abgewimmelt. ich spreche bewußt von aufwandsentschädigung statt von honorar, denn von "ehre" kann man bei diesen sümmchen nicht sprechen. eine veranstaltung, bei der ich 5 stunden zug hin und noch mal zurück fahre und übernachten muß. und dann sind die leute entsetzt, wenn ich dafür geld haben will. dabei biete ich stets an, mit zweiter klasse bahncard zu fahren und das finde ich wirklich nicht divenhaft.

ich frage mich, ob man einen ROI (return on investment) für sowas berechnen kann. rentieren sich lesungen? klar,da kommen dann 30 leute und sind mehr oder weniger glücklich, die autorin mal in echt gesehen zu haben. aber rentiert sich das? wenn 30 leute kommen, verkaufe ich auf der lesung, wenn es gut läuft 20 bücher. kaufen die leute es in der buchhandlung, verdiene ich ca. 50 cent pro buch. kaufen sie es auf einer von mir organisierten lesung etwa 3 euro. gegenüber dem verlag muß ich mich rechtfertigen, wenn ich mich gegen einen büchertisch einer örtlichen buchhandlung ausspreche und die bücher selbst dort hinschleppen will, um etwas mehr zu verdienen. nehmen wir an, ich begeistere 2/3 der anwesenden und diese werden fans, dann empfehlen sie das buch noch zweimal (davon wird es vielleicht ein mal gekauft und ein mal geliehen) und verschenken es noch einmal. das heißt, ich würde zusätzlich noch 40 bücher (im laufe der nächsten monate) über den buchhandel verkaufen. das wäre über die aufwandsentschädigung hinaus eine summe von 80 euro, die ich dann auch noch versteuern muß. das sind die zahlen dafür, wenn es gut läuft. an abenden, an denen ich nicht begeistern kann oder die pressearbeit und werbung mies gelaufen ist, fahre ich mit weniger geld nachhause und schleppe den rest der bücher. wenn die lesung außerhalb hamburgs stattfindet, bin ich einen ganzen tag oder mehr unterwegs. das kann sich nicht rentieren! aber es gehört irgendwie zu dem job dazu. klar, es macht spass, aber in zeiten wie diesen,wenn ich nicht weiß, wo mir der kopf steht, ist es mehr belastung als freude.

Dienstag, Februar 14, 2006

yippie- geschafft

das buch ist fertig. und ich finde, es ist gut geworden. also ich hoffe doch, dass es, bis aufs fahnenlesen fertig ist. hach, endlich!jetzt schnell den rechner aus und endlich feierabend!

liebe

vielleicht stimmt es doch nicht, dass "glück = kontrast" ist, wie ich bisher dachte. in letzter zeit ist mein leben so anstrengend und gleichzeit schwing das glück wohlklingend mit. mal mehr im vordergrund, mal mehr im hintergrund. es ist der grundzustand, die zufriedenheit darüber, die richtige entscheidung getroffen zu haben, endlich erwachsen zu werden und mir gestatten zu erfüllen, wonach ich mich sehnte. und es ist das glück, ihn, genau ihn, endlich gefunden zu haben.

und das schreibe ich jetzt nicht, weil valentinstag ist.

Freitag, Februar 10, 2006

beendungshemmung

aus dem leben einer autorin. schluß machen ist verdammt schwer. der schluss ist wirklich vertrackt. sollte man doch meinen, es ist einfach das gleiche, wie in der einleitung und zack ist es fertig.ist es nicht. dieses manuskript, was mich nun seit ein paar wochen mehr und mehr nervt, will einfach nicht fertig werden.

vor ein paar tagen hatte ich ein gespräch mit einer lektorin. nein, nicht meiner lektorin. sie berichtete, wie übergriffig autoren häufig wären, ganz besonders in krisen. ich fragte erstaunt, was denn krisen seien. ach, sagte sie, das kennst du nicht? krisen sind schreibblockaden, wenn das privatleben ins schreiben rüberschwappt und nichts mehr geht, wenn termine nicht eingehalten werden können. bisher hatte ich bei mir nie von krisen gesprochen. so dramatisch ist es auch nicht. ich kann nur nicht schluss machen. zuviel geht mir durch den kopf: der umzug, die neue lebenssituation. das will verdaut werden.

dabei hätte ich gerade nichts lieber, als ein fertiges manuskript. nur noch der schluss. ich habe ihn ja auch schon zum großen teil geschrieben. das kommentierte literaturverzeichnis ist fertig, die danksagung. das war ein kinderspiel und macht ja auch spass. es gibt auch schon ein paar seiten schluss. aber sie sind nicht gut. sie sind kein richtiger schluss. verdammt, warum kann ihc nur nicht loslassen?

Mittwoch, Februar 08, 2006

kontrast

erst in der begegnung mit anderen, kann man sich selbst entdecken. gestern habe ich die erste waschmaschine in der neuen wohnung gefüllt und die handtücher auf dem wäscheständer zusammengelegt. das löste gleich zwei kommentare meines liebsten aus: die handtücher würden schöner aussehen, wenn ich sie andersrum und noch konsequenter farblich und nach mustern sortieren würde. auch meine art der wäschesortierung fand er iritierend. ich fand sie anders.

mir macht es nichts aus, ihm zuliebe die handtücher fortan anders hinzulegen und sein system der wäschesortierung zu lernen. solche details sind für mich nicht wichtig. ich achte nicht sonderlich auf feinheiten, dazu lebe ich viel zu sehr in der welt der ideen als in der welt der dinge. aber mir wurde deutlich, wie wenig ich über mich und den alltag in den letzten jahren nachdachte; weil alles so normal war. man merkt nicht, wie man wunderlich wird, wenn man alleine lebt. plötzlich denkt man, die welt wäre genau so, wie sie scheint, nur weil man es nicht anders kennt.

edit:
das thema hallt noch nach. wenn ich es mir recht überlege, dann finde ich die sortierten handtücher toll und bin immer immens beeindruckt, wenn andere so etwas machen. aber bei mir kommt es nicht von selbst. ich lege so ein verhalten nur an den tag, wenn ich es jemand anderen zu liebe tue. zwei ideen habe ich dazu: erstens, ich geben mir, wenn es "nur um mich geht" nicht so viel mühe. zweitens, ich bin nicht so sehr von dieser welt, mir fällt es manchmal auf, wenn etwas bei anderen schön aussieht und oft sehe ich einfach überhaupt nichts. dann stören mich weder krümel auf dem tisch noch eine unordentliche handtasche. meine erfahrung ist, dass ich dinge sehr leicht für andere, die ich mag, so machen kann, wie sie es schön finden. manche verhaltensweisen gehen mir sogar irgendwann in fleisch und blut über, aber ein inneres bedürfnis habe ich nach perfektion nicht. das ist alles eine frage der präferenzen und ohne es stets bewußt zu entscheiden, war mir bisher mein wolkenkuckuksheim oft lieber als die welt der dinge, die mich umgibt. doch ich merke, dass sich da etwas ändert. nicht nur anderen zuliebe, sondern, weil ich mich verändert habe und mich verändern will.

es sollte auch nicht der eindruck entstehen, der liebste wäre pedantisch und schlicht. das ist er nicht. er ist der beste! ich bin nur ganz entzückt darüber, was ich im zusammensein über mich lerne. aber das ist natürlich nicht der grund, wieso ich mit ihm zusammen bin. er zeigt mir, wie man sich das leben schöner machen kann. er zeigt mir auch, dass dies ein bißchen arbeit ist. aber ich erkenne sehr deutlich, dass es sich lohnt und dass ich genau das (lernen) will. trotz aller kontraste, wollen wir das gleiche - auch wenn das bild im detail anders aussieht und wir die details dann verhandeln müssen. das schöne ist: mit ihm sind die ergebnisse jeder verhandlung ein kompromiss, der sich verdammt gut anfühlt. manchmal kommt sogar eine lösung heraus, die mehr als das ist, wofür der einzelne argumentierte. das ist toll! er ist einfach ein wundervoller mann und ich liebe ihn.

bücher

das thema regale, scheint meine leserInnen zu beschäftigen. sollen sie mehr von bekommen, ich hab noch was. als ich am sonntag meine bücherregale einräumte, war das eine ganz wunderbare beschäftigtung. ich begrüßte fast jedes buch mit namen. "herr irving," sagte ich leise vor mich hin "schön, dass sie bei mir wohnen. ich weiß, ich habe sie schon viel zu lange nicht mehr gelesen, verzeihen sie mir bitte." oder "frau nothomb, ich muß schon kichern, wenn ich ihre bücher nur in die hand nehme. sie bekommen einen ehrenplatz direkt neben frau palmen". "ach, herr coupland, sie hatte ich ja völlig vergessen, wo packe ich sie nur hin?". so sprach ich leise, beglückt gluchzend vor mich hin, während ich die bücher erstmal in regalfächer vorsortierte, bevor ich innerhalb der fächer ordnung schaffte. der liebste saß derweil im wohnzimmer und schüttelte verständnislos den kopf über mein in der tat merkwürdiges verhalten.

im übrigen sortiere ich meine bücherregale seit vielen jahren, im groben nach dem geschlecht des autors. nun, so ungefähr zumindest. im sachbuchbereich nicht, dort geht es nach themen, aber bei der belletristik ist das eine ganz interessante idee. vor ungefähr zehn jahren stellte ich fest, dass meine lieblingsbücher nahezu ausschließlich von männern geschrieben waren. ich fragte mich, ob es daran läge, dass frauen zu wenig (gutes) schrieben oder ob schriften von männern einfach mehr verlegt und mit ausgefuchsteren marketingmaßnahmen an die leserInnen gebracht werden. ich führte eine quote im bücherregal ein und bevorzugte fortan autorinnen. was habe ich für wunderbare entdeckungen gemacht: nothomb und palmen erwähnte ich schon, aber wer kennt zum beispiel frau piercy, frau smiley oder frau hanff. ich las mich durch die tagebücher von anais nin und das werk von christa wolf. großartig. ich könnte stundenlang davon berichten und noch den einen oder anderen schatz zu tage befördern, müsste ich nicht arbeiten.

der liebste glaubt mir ja nicht, dass ich alle bücher im regal gelesen hätte und fragte, ob ich wirklich alle behalten müsste. ich habe wirklich versucht, auszusortieren. aber mehr als drei bücher und den veralteten duden konnte ich nicht aussortieren. das liegt aber wahrscheinlich daran, dass ich alle hardcover, die ich nicht so mag, dem förderverein der stadtteilbibliothek schwanheim (in meiner kindheit nannte meine familie dieses gelobte haus "bibo") schenke und alle anderen bücher, die ich nicht so mag, bei tauschticket tausche. jetzt haben wir ein neues ritual. vor dem schlafen, schnappt sich der liebste eines der bücher aus dem regal hinter dem bett und ich muß ihm erzählen, was darin steht. ich habe die bücher nie gezählt, aber wir können das wohl noch monate- wenn nicht jahrelang machen. hach, ich liebe bücher.

Dienstag, Februar 07, 2006

wherever I lay my ...

... books, that's my home*



so ist es wirklich. als wäre das meine form der reviermarkierung. immerhin besser, als in die ecken pinkeln. es war wirklich ätzend, die bücher karton für karton in die neue wohnung zu tragen, viel mehr ist ja auch noch nicht umgezogen. aber seit dem sie da sind, fühle ich mich wieder ein stückchen mehr zuhause. dabei sind das noch gar nicht alle. im arbeitszimmer liegen auch noch mal stapelweise bücher. aber das nächste erfolgserlebnis kann ich erst vermelden, wenn das dazugehörige bücherregal und die anderen möbel und kisten umgezogen sind.

ganz reizend. dem liebsten gefallen die bücher im schlafzimmer. und außerdem dürften sie ja auch hoffentlich unser lärmproblem lösen ...

* von dem tier distanziere ich mich ausdrücklich. aber wenn ich so dominant in die gestaltung des schlafzimmers eingreife, dann dürfte es ok sein, wenn er das krümelkomnster dazu stellt.

Montag, Februar 06, 2006

mehr und mehr

mehr und mehr bin ich umgezogen. so ein umzug auf raten ist schon seltsam. jetzt sitze ich also in meinem unserem neuen arbeitszimmer, tippe auf meiner tastatur, meine maus schwebt über das gewohnte mousepad und starre verwirrt auf einem extrem großen tollen bildschrim. als der liebste vor weihnachten zögerte, ob er sich diese tolle ding kaufen würde, stimmte ich zu - in der annahme, dass ich es zwar nicht nutzen würde, aber es zumindest gut aussieht. das ding hat tatsächlich zwei eingänge und jetzt surrt mein rechner vertraut vor sich hin und ich suche auf dem riesenbildschirm meine fenster, immer wieder entzückt, dass "auf" diesem vornehmen ding, tatäschlich meine dateien sind.. vor mir steht ein bild von mir - auch das ist seltsam, auf einem gemeinsam genutztem schreibtisch. ich ignoriere jetzt die kisten hinter mir und hoffe, durch das noble "display" (wie man wohl in fachkreisen sagt) wahnsinnig motiviert zu arbeiten, um das manuskript endlich fertig zu machen.

Samstag, Februar 04, 2006

warum regale?

warum lieben eigentlich männer regale so abgöttisch? meiner mußte das neue unbedingt vor dem frühstück aufbauen. ok, ich finds ja auch toll und praktisch. aber lieben? und hunger hatte ich auch.

in meiner erinnerung brachte mein vater maßgeblich zwei dinge in die gestaltung unserer wohnung ein: regale und neonröhren. noch so ein ding, was männer abgöttisch lieben, dessen wahre bedeutung mir wohl auf ewig verschlossen bleiben wird. überall, wo er platz fand, baute er regale: wahlweise zwei schienen an die wand, so dass man die fläche nutzend bretter befestigen konnte oder aber in jedes eckchen, wo sich noch platz fand einzelne brett regale, weil er das material irgendwo mitgenommen hatte. die neonröhren waren genauso schlimm. dieses wahnsinnig gemütliche licht.

meine mutter hingegen verewigte sich insbesondere durch die farbe orange. gut, ich bin in den 70ern aufgewachsen. da hatten noch mehr leute eine gewisse vorliebe für diese farbe. sie strich hingebungsvoll den flur orange. sagen wir, es sah irgendwie besonders aus. dann kaufte sie einen riesigen küchenschrank in der farbe. auch meine schöne schultüte, auf der ursprünglich kätzchen oder hündchen drauf waren, wie ich es mir gewünscht hate. sie beklebte aber das schöne glitzerding pädagogisch wertvoll mit orangenen und blauen blumen. eine farbkombination, die ich bis zum heutigen tag noch nicht leiden kann. aber ich komme vom thema ab.

aber mehr gibt es ohnehin nicht zu sagen.

Freitag, Februar 03, 2006

warum?

warum habe ich eigentlich nach 90 minuten immer noch ein schlechtes gewissen, wenn ich freitags um 17.30 beschließe wochenende zu haben? freiberuflerinnen sind doch irgendwie krank.

Donnerstag, Februar 02, 2006

warum?

warum ist es eigentlich so unfassbar eklig, ein haar im essen zu finden? ich finde es sogar eklig, wenn ich eine scheibe käse esse und plötzlich ein eigenes haar im mund habe. dabei liebe ich mich doch. merkwürdig.

noch nicht ganz da

ich habe den eingang zum tag noch nicht gefunden. mir ist, als würde ich immer noch im mittwoch abend feststecken und hätte noch gar nicht richtig realisiert, dass schon donnerstag ist.

ich bin müde, nein, noch nicht richtig wach. es hilft noch nicht mal der übliche trick um mich zu beruhigen. normalerweise bin ich wenigstens teilzufrieden, wenn die waschmaschine läuft, weil ich dann das gefühl habe, dass wenigstens einer arbeitet. noch nicht einmal das zweite frühstück half, dass mir nun wirklich signalisieren sollte, dass der tat tatsächlich begonnen hat. ich trödele an der eingangstür des tages herum und kann mich nicht recht entschließen, einzutreten.

nach dem frühstück die kleine blogrunde. heute schon zweimal, hatte ja auch zwei frühstücke und komme einfahc nicht davon los. letztens las ich, dass blogger leute sind, die den ganzen tag freien zugang zum internet haben. das scheint mir logisch. blogger sind aber auch die, denen niemand über die schulter schaut, um sie unsanft in den tag zuschubsen.

die waschmaschine ist fertig - ich sollte nun das staffelholz übernehmen. aber erst mal auf die toillette und dann wäscheaufhängen...

Mittwoch, Februar 01, 2006

alt

eben habe ich eine art einladung zur 20-jahre-abitur bekommen. achdumeinegüte, was bin ich alt. die namen in der liste sagen mir alle gar nix mehr. beim umzug muß ich unbedingt etwas zeit verschwenden, und in dem jahrgangsbuch schmökern. hoffentlich geben alle auf der internetseite, über die die feier organisiert wird, ihre fiesen privaten "homepages" (es gibt ja leute, die nennen websites so) an, damit ich mich schon mal amüsieren kann.

edit:
bin natürlich schnell auf die idee gekommen zu schaun, ob ich die site der feier unserer damaligen schwärme finden. der jahrgang 66 war ja immer wahnsinnig begehrt. meine güte, sehn die alle alt aus auf den fotos. aber einen schwarm habe ich erkannt. und sofort kam das peinliche gefühl von damals hoch. wie konnte ich mir damals nur einbilden, sein herz zu erobern, in dem ich ihm einen selbstgestrickten pinguin schenkte!

flotter vierer

man muß ja auch mal pause machen und anscheinend isses ja in, sich stöckchen (was ein bescheuerter ausdruck) einfach so zu nehmen. diese liste habe ich von frau kaltmamsell:

Four jobs I’ve had*:
- baustellentippse
- pastorinnengehilfin
- messedame
- terminaufschwätzerin

*einer ist gelogen

Four movies I can watch over and over:
(Nicht zu verwechseln mit Lieblingsfilmen oder besten Filmen.)
- muriels hochzeit
- die mädels vom immenhof
- was das herz begehrt
- down with love


Four places I’ve lived:
- hannover
- frankfurt
- berlin
- hamburg


Four TV shows I love:
- frau tv
- verbotene liebe (ich weiß, es ist peinlich, aber etwas peinliches muß man hin und wieder tun)
- tatort (aus frankfurt, köln, dresden, kiel, hannover, ludwigshafen, und konstanz)
- der letzte zeuge


Four places I’ve vacationed:
- bodensee, vier mal im jahr als kind
- finnland
- moskau
- england

Four of my favorite dishes:
- sushi
- kekse
- kuchen (new york cheesecake (verdient besondere erwähnung)
- kohl

Four sites I visit daily:
- meine Blogroll
- mein Blog
- die blogs, die ich heimlich lese aber nicht auf der blogrole habe
- workshopwelt

Four places I would rather be right now:
- im bett
- in berlin
- irgendwo in der sonne
- kaffeetrinkend (entzug!) mit merle im REH

Four bloggers to tag with this:
ich habe keine ahnung, was taggen ist.

doppelt ist mehr

als ich single war, sagte meine beste freundin häufig, dass es gar nicht so sinnvoll sei,sich nach einem mann zu sehnen, weil dieser uns nicht unsere probleme löst, sondern uns seine dazu gibt, so dass wir doppelt soviel haben, worüber wir uns sorgen machen können.

meine freundin hat ekelhaft oft recht, so wie mein liebster auch, aber an diesem punkt irrt sie. klar, kommen neue dinge, über die frau nachdenken kann dazu. wenn ich bedenke, wieviel prozent meiner cpu seit wochen mit heiratsplänen besetzt sind, dann frage ich mich sowieso, wie ich nebenher ein buch schreiben kann. trotzdem gibt es auch viele dinge, die mir der mann in meinem leben abnimmt. damit meine ich nicht das autotüraufhalten und dass er die einkäufe hochschleppt. nein, das ist zwar nett und ich freue mich jedes mal drüber, aber was mich noch viel glücklicher macht ist das gute gefühl, dass ich mit ihm habe. und das wird von tag zu tag mehr.

in einem gespräch gestern, durfte ich lernen, dass er wirklich bereit ist, meine sorgen zu teilen (auch wenn sie ihm fremd sind) und mir bei der lösung meines problems zu helfen. ich brauchte eine weile, bis ich es verstand, denn zunächst konnte ich es nicht glauben, dass es so sein könnte. erst langsam sackt es, erst jetzt kann ich es annehmen. und heute morgen, hatten wir ein wunderschönes aufwachen zusammen. was will ich mehr?

wünsche:

  • ein häuschen in den elbvororten
  • ein klavier
  • ein tanzkurs mit meinem liebsten
  • einen kochkurs (am liebsten indisch)
  • ein städteurlaub in rom oder barcelona oder kopenhagen