Sonntag, Januar 15, 2006

zusaaaammen mit dir erlebe ich alles was das leben schöner macht*

ein weiterer schritt in der beziehung. ein nochmehrpaargefühl: zusammen krank sein.

zögerlich begann es, als der liebste am dienstag abend verkündete, es würde ihm nicht so gut im magen und darm gehen. ich rang mit mir, ob ich nun tapfere krankenschwester oder aber feige verlobte sein sollte und entschied mich, wenn auch mit schlechtem gewissen, für letzteres. nachts um drei klingelte das telefon, dass der gesundheits- oder nun zu diesem zeitpunkt besser der krankheitszustand des liebsten nun äußerst bedauernswerte umstände angenommen hatte, also begleitete ich ihn ins krankenhaus. gegen fünf uhr wussten wir näheres, weil dann endlich ein arzt etwas konkretes sagte. die geschichte hatten wir allerdings vorher schon der dame am empfang und der ersten ärztin, die einfach so mal vorbeischaute, erzählt. der "quantendoktor", der sich um den fuß des nebenpatienten kümmerte, wollte die bedauernswerten details nicht hören. aber um fünf durfte ich dann nach hause fahren, um den liebsten um halb neun, wenn die infusion durchgelaufen wäre, wieder abzuholen. natürlich dauerte es dann bis um elf, aber ich will ja nicht über krankenhäuser lästern.

am mittwoch war ich dann noch ganz liebreizende krankenschwester, wenn auch bedauerlicherweise ohne verführerische tracht. ich ging auch noch notfallversorgung einkaufen. man weiß ja nie. der liebste behauptete immer noch, dass es an diesem brötchen gelegen haben könnte - ich wartete darauf, dass die viren endlich angreifen würden.

donnerstag um neun war es dann soweit. der liebste berichtete mir genau, in welchen zeitabständen die einzelnen krankheitsstadien auf mich zukommen würden. wir erwarteten den ersten oralen ausbruch für zehn uhr, ich entschied aber, bis elf zu warten. in diesen zwei stunden hatten wir spass - noch, oder in seinem falle "wieder" konnten wir gemeinsam über die krankheit lachen. er wollte gerne auf die bank gehen. ich schlug vor, er solle sich eine strumpfmaske überziehen, um niemand anzustecken und sich ein schild auf die brust kleben auf dem stünde, dass er zwar das geld wolle aber dies kein überfall wäre. ja, sowas fanden wir lustig.

da der liebste die viren heldenhaft bekämft hatte, bevor er mir sie tröpfchenweise übergab, hatte ich es natürlich nicht so schlimm wie er. es war allerdings nervig auf die kotzerei bis vier zu warten. fünf stunden nach plan! aber das warten rentierte sich, ich brachte es in einem schub hintermich und danach ging es langsam aber sicher aufwärts.

irgendwie ist es schon schön, wenn man gemeinsam rumschwächelt, wenn man sich genaustens auskunft über die konsistenz von körperflüssigkeiten gibt, wenn man sich liebt, auch wenn der andere ganz fürchterlich müffelt, wenn man sich immer wieder bestätigen kann "ja, bei mir auch". das ist schon schön. und wenn man sich dann ein paar tage später gemeinsam durch den supermarkt schleppt, um schonkonst zu kaufen, dann weiß man, dass man wieder ein stück mehr paar geworden ist.


* der titel ist geklaut

Keine Kommentare:

wünsche:

  • ein häuschen in den elbvororten
  • ein klavier
  • ein tanzkurs mit meinem liebsten
  • einen kochkurs (am liebsten indisch)
  • ein städteurlaub in rom oder barcelona oder kopenhagen