Freitag, Dezember 15, 2006

Verheiratet sein

Wie fühlt sich das verheiratet sein an, werde ich häufig gefragt. Ja, wie fühlt es sich an? Was ist anders. Eigentlich gar nichts und doch ganz viel. Grundsätzlich verspüre ich ein warmes Gefühl des angekommen seins, ein Zuhausegefühl. Aber dieses Gefühl schwingt nur als ein leicht summender, kaum wahrzunehmender Grundton mit. Er ist mitnichten ständig zu spüren. In kleinen Situation wird mir das Glück des Neuen aber immer wieder bewußt.

Hallo Frau Soundso, sagte die Nachbarin zu mir und benutzte den Nachnamen meines Mannes. Es hat sich im Haus wohl herumgesprochen, dass wir geheiratet haben; nicht aber, dass wir beide noch so heißen wir vorher. Warum sollte auch einer den Namen des anderen ablegen - abgesehen davon, dass mein Name natürlich viel orgineller ist, als sein Allerweltsname. Wenn man mit Ende dreißig heiratet, dann ist der Geburts-Name eine selbst mit Inhalten gefüllte Marke. Der Wert der Marke wird dann gegen den Wert des Gefühls der Gemeinsamkeit durch einen gemeinsamen Familiennamen gegenüber gestellt. Gerade auch weil ich selbständig arbeite, war die Entscheidung meinen Markennamen weiter zu tragen, diejenige, der ich mehr Wert beimaß. Da bei aller Emanzipation sich der Liebste doch nicht dazu entschließen konnte, den Namen seiner Frau anzunehmen, blieb alles beim alten. Das ist auch gut so. Und doch war ich verwundert, welch prickelndes Gefühl in mir hochstieg, als mich die Nachbarin mit dem falschen Namen ansprach.

Ähnliches passierte mir gestern. Ich war endlich auf der Meldestelle, um unsere Lohnsteuerkarten ändern zu lassen. Da wir unterschiedlich viel verdienen, muß einer von uns beiden zurücktreten, damit wir gemeinsam mehr haben. Das fühlte sich ganz schön verheiratet an. Das Gemeinsame wurde wieder ein Stück sichtbarer. Ein schönes Gefühl.

Sonntag, Dezember 10, 2006

Wünsche

Was wünschst Du dir zu Weihnachten? Kaum ist die Hochzeit um, schon wieder diese Fragen! Nix, will ich antworten und mache das auch zu oft, obwohl ich weiß, wie wichtig das Wünschen ist. Aber ich schaue mich um, finde unsere Wohnung zu vollgestopft mit Dingen ist, die wir zu selten benutzen. Ich fühle in mich hinein und fühle mich satt, glücklich, verliebt und zufrieden. Was will ich mehr?

Aber ich weiß, doch, dass Veränderung geschieht, auch wenn ich nicht hinschaue. Ich weiß, dass das, was ich denke, dem Universum Signale gibt. Wieso soll ich also nicht wünschen? Geht nicht noch mehr? Der Artikel in brandeins erinnerte mch daran.

Ich habe hier im Blog eine Wunschliste. Hauptsächlich wünsche ich mir Qualitätszeit. Warum? Weil die nicht unsere Wohnung verstopft und unseren Flow mit Dingen belastet. Qualitätszeit erfüllt mein Herz mit Freude. Gemeinsame Erlebnisse, schöne Zeiten verbinden und nähren. Ich weiß, man hat dann unter dem Tannenbaum wenig anzufassen, aber dafür hat man Vorfreude und schöne Erinnerungen.

Der Nikolaus brachte mir einen Gutschein für den itunes store. Ich freute mich riesig. Das hatte ich mir wirklich schon länger gewünscht. Natürlich kann ich jedes Lied einzeln mit meiner Kreditkarte abrechnen, aber es gab so viele Situationen in den letzten Monaten, wo ich es nicht machte. Ich kaufte das Ersehnte nicht, weil ich es mir nicht gönnte. Jetzt habe ich dort ein Guthaben und fühle mich reich.

Auch darum geht es mir bei Geschenken. Ich liebe Geschenke, die mir etwas ermöglichen, was ich mir selbst nicht gönnen würde. Geschenkgutscheine sind dabei schon ne gute Sache. Im Buchladen, einen ganzen Stapel Bücher zu nehmen, wie Elle, oder aber zum Beispiel einen Reisegutschein zu haben, zu wissen, man kann da irgendwann hin und muß nur noch entscheiden wann - großartig.

Wenn ich mir jetzt noch mal meine Wunschliste hier im Blog anschaue, dann ist sie immer noch gültig. Ein Klavier, ja das wäre was, aber dafür muß erst noch mehr Veränderung stattfinden, bevor Platz dafür ist. Aber Tanzkurs, ein Kochkurs, der Besuch bei einer Kosmetikerin oder eine Kurzreise - das wär schon was. Ich weiß, dass meine Lieben es anders wollen und dass die Zeit unter dem Tannenbaum dann langweilig sein kann, weil ich nichts zum Spielen habe ... macht nix, dann lese ich eben etwas und spiele mit dem Liebsten.

***
Veränderungen passieren manchmal - deswegen schreibe ich jetzt auch Großbuchstaben. Ist ja doch besser zu lesen und wenn mir ein Fehler passiert. Was solls, dann sage ich einfach hoppla.

Freitag, Dezember 08, 2006

herbstphänomene

vor dem haus ist krach. irgendso ein hausmeister oder gartenbaumann schiebt mit lärm und luft laub zu großen haufen zusammen. er hat ohrenschützer auf, ich kann mich nicht konzentrieren. ich stehe auf und gehe ans fenster. eine nachbarin vom gegenüberliegendem grundstück, bückt sich, füllt eimer mit laub und wirft das laub mit einem verstolenem blick über den zaun auf auf unser grundstück. warum? glaubt sie, dass der mann, weil er dafür bezahlt wird, das laub schon wegräumen wird? glaubt sie, dass sie etwas kriminelles tut, weil sie sich so verstolen umschaut oder glaubt sie, dass sie rechtschaffen handelt, weil der laubverursacher, der baum auf unserem grundstück steht? wozu gibt es eigentlich diese laubpuster? erleichtern sie wirklich die arbeit? fragen über fragen, die mich vom arbeiten abhalten.

Mittwoch, November 22, 2006

therapie

gegen die traue stimmung der nach-hochzeits-leere habe ich eben das kleid angezogen, unser lied angemacht und die sonne lacht wieder. ein wunderschönes gefühl.

Freitag, November 10, 2006

ja!

standesamtliche heiraten fühlt sich ein bißchen an wie die generalprobe. dabei haben wir doch eigentlich heute richtig geheiratet und morgen ist nur das fest. vielleicht lag es an dem ganzen organisatorischem trubel im vorfeld, dass ich noch gar nicht richtig in den heiratsmodus geschaltet hatte. aber schön wars. wunderbares wetter, eine bunte mischung von netten leuten auf dem standesamt, tränen der rührung, gutes essen. aber das beste kam hinter. der liebste und ich schauten in den briefkasten, als eine nachbarin vorbei kam. haben sie geheiratet, fragte sie. wir schauten uns erschaunt an und bejahten. sieht man uns das an? ja, irgendwie schon!

Dienstag, November 07, 2006

dreivierteltakt

zu den schönsten momenten unserer vorbereitungen gehörte der tanzkurs gestern. natürlich hatten wir es verschlafen, uns rechtzeitig in einer tanzschule anzumelden, obwohl wir schon im sommer davon sprachen, um uns eine gemeinsame leidenschaft zuzulegen und obwohl schon im september die ärztin und meine rückenschmerzen mahnten, sich etwas mehr zu bewegen. auf den letzten drücker leisteten wir uns für zwei stunden einen tanzlehrer. ab gesehen davon, dass es spaß machte und ein kleines erfolgserlebnis war - immerhin waren noch solide vorkenntnisse da, obwohl unsere tanzstunden mehr als 20 (in worten zwanzig, ohgottohgott) jahre zurückliegen. das schönste war, in seinen armen zu liegen und sich beim wiener walzer einen kleinen alkoholfreien rausch anzudrehen und beim discoschieber mal wieder tief in seinen augen zu versinken. das hatte mir in den letzten wochen gefehlt, als die romantik manchmal in den vorbereitungen verschwunden war.

Freitag, November 03, 2006

neue brauen

du mußt mal was mit deinen augenbrauen machen, sagte meine freundin silvia. ja, die augenbrauen, damit bin ich wirklich nicht gesegtnet. dort, wo andere schöne dunkle büschel haben, die sie zupfen können, finden sich bei mir nur vereinzelte haare, die im entferntesten ähnlichkeit mit brauen haben und dazwischen blonder flaum. geerbt. da kann man nichts machen. färben bringt nicht viel und jeglicher unterstützender malversuch verlief im sande, weil ich mir wie eine omi vorkam, zu viele jahre gezupt hatte und das blanke fleisch nun mit einem harten schwarzen strich verziert.

ein profimakeup kostet ein vermögen,insbesondere, wenn man den anlass erwähnt. zugekleistert werden mag ich sowieso nicht, also beschloss ich das vermögen zu sparen, bzw. anderweitig zu investieren. ich besuchte parfümerien. in der absicht, dort eventuell etwas zu kaufen, besprach ich mit den maskierten damen mein problem und lies mich schminken. beim ersten versuch, lief ich den ganzen tag mit einem irritierendem disko-make-up durch die gegend. abends im supermarkt kam natürlich der typisch männliche spruch, wie siehst du denn aus? gut, es verlangte noch nach optimierung. im dritten laden wurde ich fündig. ich kaufte das wunderzeugs und freute mich den ganzen heutigen tag an meinen neuen brauen.

findest du, dass ich heute irgendwie anders aussehe? fragte ich den liebsten, der daraufhin nur mit den augen rollte. männer können diese frage nicht beantworten, das hätte ich mir eigentlich denken können, aber ich war so stolz auf meine neuen brauen, da konnte mich auch ein skeptisches verneinen nicht beeindrucken. wieder ein häckchen auf der hochzeitsliste und auf ein leben mit augenbrauen!

unbezahlbar

tagelang vorher war mir schon mulmig. was mache ich nur, fragte ich mich, wenn mir das kleid nicht gefälllt? das ist die krux mit sonderanfertigungen. man kann zwar wünsche nennen, aber dann kommt die überraschung. nix anprobieren und dann in ruhe entscheiden. hop oder top. und dann wollte ich ja auch nicht alles vorgeben. da hat man eine freundin, die eine tolle designerin ist, da kann ich doch nicht bei jeder naht im vorfeld sagen, wie ich sie gerne haben will. da brauch ich doch keine designerin. (zuviel wolf haas gelesen in den letzten tagen?)

aber es kam anders. viel besser als angenommen, viel schöner, als ausgemalt. bevor ich in das kleid schlüpfen konnte, hatten sich schon diverse frauen angesammelt, die an dem moment teilhaben wollten. meine liebe freundin, die ich zur verstärkung mitgenommen hatte (wenn sie sagt, es sieht gut aus, dann vertrau ich ihr ebenso, wie wenn sie gesagt hätte, da, ja da, könnte man noch was machen), ihre reizenden zwei töchter, die näherin, eine kollegin, eine freundin und die designerin. alle waren ganz gespannt. und alle hatten sie ein tränchen im augenwinkel, als ich auf dem kleinen podest vor dem spiegel stand, verzückt die hüfte kreiste, um die bewegung des rockes zu sehen und das rascheln des stoffes zu spüren. und dann sagte mein wunderbares zweijährige patenkind: "meike - engel".

Dienstag, Oktober 31, 2006

abschiede

bandini hört auf. oh. ach, der fängt schon wieder an, das dauert nur ein paar tage, ist mein erster gedanke. je weiter ich in seinem abschiedsposting lese, umso klarer wird mir, dass es ihm ernst ist. er wird wieder kommen, das ist sicher, aber "herrn bandini" wird es in dieser form nicht mehr geben. wieder etwas vorbei. das gehört wohl zum leben, das dinge beginnen und enden.

zur zeit bin ich böse auf die blätter. im gegensatz zu all den jahren zuvor bin ich böse auf den herbst. ich will ihn nicht. ich habe angst, dass es mir in dieser wohnung, die ich über den sommer mit hilfe des schönen balkons lieben gelernt habe, plötzlich nicht mehr gefällt. im winter ist hier alles so trübe. man kann die blöden nachbarn sehen, weil die blätter nicht mehr auf den bäumen sind. wahrscheinlich sind es ausläufer der immer noch nicht eingesetzten hochzeitspanik. angst vor veränderungen, gerade ich, die als beraterin ständig veränderung predigt. ich lese hesses irgendwo hesses "stufen" und bin wie immer gerührt. "in jedem Anfang wohnt ein Zauber inne" lese ich und lasse mich trösten.

herr bandini war einer der wichtigen blogger für mich. nicht der erste. der haltungsturner zeigte mir das bloggen und mit der vorspeisenplatte und einem milchkaffee beginne ich seit drei jahren den tag. die blogrol verändert sich immer wieder. das, was hier verlinkt ist, ist nur ein auszug. die essenz, die wichtigestn, die, die mich schon lange begleiten. andere kommen und gehen. herr bandini ist deswegen so speziell, weil ich ihn übers bloggen wiederfand und kennenlernte. es gibt diesen spruch "man trifft sich immer zweimal" und meist ist er als drohung gemeint, doch es ist auch eine wundervolle chance. herr bandini und ich werden viele male nebeneinander auf dem campus her gegangen sein, viele male einen kaffee nebeneinander getrunken haben oder in einer vorlesung gesessen haben, ohne einander zu kenne. und dann liest man sich irgendwann jahre später, trifft sich und ist sofort anschlußfähig, weil man ein paar jahre des lebens ein kleines stückchen parallel verbracht hat. aus dem treffen wurde freundschaft, der freund hinter bandini geht mir nicht verloren, aber der "ort" des kennenlernens sind seine texte, die sind nun weg. das ist sehr schade.

im gegensatz zu den blättern bin ich herrn bandini nicht böse. im gegenteil, ich sehe es als chance für etwas neues. so ein kreativer mensch - da werden wir noch unser blaues wunder erleben. als freundin wünschte ich ihm manchesmal, dass er einen schritt aus dem muster wagt, als bloggerin sehe ich, dass er es an dieser stellte tut und bin gespannt, was sich darauf entwickelt. "kaum sind wir heimisch einem lebenskreise und traulich eingewohnt, so droht erschlaffen! nur wer bereit zu aufbruch ist und reise, mag lähmender gewohnheit sich entraffen." ich bin gespannt auf die nächste stufe.

Dienstag, Oktober 24, 2006

will auch

das wollte ich auch, dachte ich, als ich bei frau modeste von der rubrik "heute vor einem jahr" las. gesagt getan und einfach ausm quelltext rauskopiert (ok, der liebste half) und bei mir eingefügt. ja, so ist das im internet. aber man kann ja trotzdem danke sagen und knicksen. der herr dahlmann tuts ja auch. danke!

nur blöd, dass ich nicht regelmäßig blogge. leider kann ich heute gar nicht kontrollieren, obs funktioniert, so wie ich es eingebaut habe. aber morgen kinners wirds was geben. ich bin sehr gespannt.

die idee des herrn 40undsoeiniges, eine rubrik "heute in zwei jahren" zu basteln, finde ich ganz hervorragend - aber ehrlich gesagt haben, möchte ich die nicht.

Montag, Oktober 23, 2006

rätsel des alltags

ich frage mich gerade, warum ausgerechent die taste „n“ auf meiner tastatur so abgeschubbert ist, mehr noch als das „m“. den anderen geht es noch richtig gut. eine hypothese ist, dass ich diese – genau wie „h“, „j“, „m“, „u“ und „z“ mit dem zeigefinger bediene, weil ich brav das mit 16 jahren gelernte zehnfingersystem nutze. aber was macht meinen zeigefinger so aggressiv? und warum leidet das „n“ mehr darunter, als die anderen genannten buchstaben?

Donnerstag, Oktober 19, 2006

alles ...

... eine frage der unterwäsche. wenn das zeugs nur nicht so teuer wäre. aber als ich mich eben vor dem spiegel drehte und begeistert feststellte, was das für nen schönes decoltée ist und wohin wohl die röllchen verschwunden sind, fand ich schon, dass ich es mir wert bin, so nen zeugs zu kaufen. hach, ich freu mich so auf die hochzeit!

Montag, Oktober 16, 2006

unternehmer

das stichwort "unternehmer" zieht sich schon länger wie ein roter faden durch mein leben. manchmal lese ich es und bekomme herzklopfen. anschließend kann ich mich nur wundern. eben hatte ich dieses herzklopfen, als ich diesen artikel über "beeing an entrepreneuer von sören stamer bei www.superdistribution.net las. auf die seite bin ich über dieter rappolds blog "sierralog.com gekommen, den ich schon sehr lange lese.

ohne dieter rappold zu kennen, hatte ich oft wenn ich seinen blog las das gefühl ihn zu kennen, weil - und das kann ich jetzt nicht anders sagen als englisch, obwohl das total peinlich ist - er einen spirit ausstrahlt, der durch die zeilen gänsehaut macht. vielleicht kann ich es nur englisch sagen, weil "kultur" auf deutsch wie kulturbeutel klingt und in "spirit" für mich mehr mitklingt als geist, aber "spirituell" zu sehr auf die esoecke hinweist, die ich nicht meine. als ich letztes jahr in wien war, hatte ich den impuls, einfach mal bei ihm vorbei zu schauen und einen kaffee zu trinken - natürlich habe ich mich nicht getraut, denn ich hatte kein anliegen, keine frage, nur eben diesen impuls.

und dann lese ich von core media. damals, anfang des jahrtausends, als ich noch in der internetwelt unterwegs war, war ich begeistert, als ich das erste mal von core media hörte. zu diesem zeitpunkt gab ich noch all meine energie meiner arbeit und glaubte, dadurch einen kleinen teil der welt verbessern zu können, obwohl ich damals schon eine insolvenz erlebt hatte, die mir schon einmal das naive vertrauen in management genommen hatte. damals, als meine damalige firma kontakt mit core media hatte, war ich kurz vor dem zweiten absturz. eine entscheidung von oben und schluß aus vorbei. viele monate danach spürte ich noch die verletzungen. ich beweinte damals nicht wirklich mein eigenes schicksal, sondern ich beweinte, mein vertrauensverlust in manager. das alles hat mit core media gar nichts zu tun, aber diese firma erinnert mich nun mal an diese zeit.

nach dem zweiten gescheiterten anlauf festangestellt zu arbeiten, beschloss ich mich selbständig zu machen, ohne die branche zu wechseln. es war im jahr 2002 und ich glaubte immer noch an das internet - im gegensatz zu den banken, die in meiner geschäftsidee keine zukunft sahen. mehr und mehr begann ich mich von wirtschaftlichen zusammenhängen zu lösen, meinen idealismus zu begraben, freiberuflich alleine vor mich hinzuwurschteln und schließlich mit dem schreiben einen ganz neuen beruf zu beginnen.

ich konnte das unternehmer-thema aber immer noch nicht loslassen. mich daran erinnernd, dass ich mal eine doktorarbeit über die übergabe von familienunternehmen schreiben wollte (bei der die übergabe von verantwortung zwischen doktorvater und doktortochter nicht klappen wollte), plante ich ein buchprojekt mit unternehmerportraits. die idee versandete mangels originalität. dabei hoffe ich immmer noch, dass andere auch herzklopfen bekommen, wenn sie von unternehmerpersönlichkeiten lesen. unternehmer sind so etwas ganz anderes als manager!

obwohl ich derzeit überhaupt keine unternehmen mehr berate und irgendwie mehr und mehr von der wirtschaftssphäre wegrutsche, habe ich noch dieses herzklopfen. diese sehnsucht, wenn ich von unternehmertum und change management lese. es ist das gleiche herzklopfen, das ich mit 21 verspürte, als ich das erste mal von organisationsentwicklung hörte und mir diese tätigkeit als beruf aussuchte, es ist das gleiche herzklopfen, dass mich motivierte 15 harte berufsjahre auf dieses ziel hinzuarbeiten, um dann enttäuscht von der bildfläche zu verschwinden, es ist das herzklopfen, das ich verspüre, wenn ich brandeins lese und genau dieses herzklopfen, wenn ich den oben genannten artikel lese.

vielleicht ist das thema ja doch noch nicht vom tisch? das wäre, jenseits von allen anderen plänen als autorin und den privaten plänen, einfach schön.

"When I realized that my strengths are the strengths of the company and my weaknesses are CoreMedia's weaknesses as well, I decided to actively develop my personality."

schreibt Sören Stamer und ich spüre es, das Herzklopfen, weil ich weiß, dass alles, was ich erlebe und lerne wichtig ist und weil ich sicher bin, dass ich solchen menschen zum richtigen zeitpunkt begegnen werde.

Freitag, Oktober 13, 2006

verführung

gestern bin ich in den genuß von "bandinis-verführungspfanne gekommen. sehr lecker und natürlich völlig wirkungslos bei mir, weil ich alter gierhals 3 portionen des leckeren mittagessens aß, statt mit der gabel das gemüse von einer seite zur anderen seite zu schieben, mir in den haaren rumzumachen und dem herrn bandini schöne augen zu mache, um sich anschließend auf dem großen holztisch zu lieben. war ja auch nicht beabsichtig, insofern auch kein verlust. schließlich habe ich ihn zu meiner hochzeit eingeladen, da würde sich so etwas nicht gehören. hätte aber auch gar nicht geklappt, denn ich bilde mir ein, die geschichten hinter den geschichten seines blogs zu kennen, das ist viel spannender, als einmal hopplahopp. die gemüsepfanne kann ich aber guten gewissens empfehlen.

ich hatte mal einen mitbewohner, der kochte auch immer für die jeweilige frauen seines herzens. immer das selbe gericht, das hatte sich schließlich bewährt. als wir wieder einmal zusammen in der küche saßen und die einsamkeit und kälte des singledaseins in einer ofenheizung beklagten, uns aber - ebenso wie mit herrn banidini - nicht aneinander erwärmen wollten, schlug ich ihm vor, ihm ein zweites kochrezept beizubringen, so dass er eine frau auch ein zweites mal einladen könnte. gesagt getan, wenig später wurde er vater und war verheiratet.

Mittwoch, Oktober 11, 2006

nachtgedanken

gestern mal wieder einen netten abend mit freund k. gehabt und festgestellt, dass wir immer noch über "der pole trägt mützen" lachen können. eine gemeinsame sozialisation verbindet und das pflegen derselbigen zeigt, aus welchen wurzeln ich alltäglich stärke ziehe, ohne es bewußt zu merken. das, was ich im coaching oft anwende, was ich als methode nie begründen kann und auf eine mischung aus zufall, verrückten ideen und lebenserfahrung schiebe, nennt sich "freies assoziieren" und ist mir mitnichten unbekannt - aber nicht präsent und damit nicht bewußt, was ja durchaus im freudschen sinne stimmt.

eigentlich ging es den ganzen abend darum, sich dabei zu unterstützen mut zu haben, das anzuwenden, was man kann. ich habe so viele wunderbare erkenntnisse über das sachbuchschreiben gehört und gelernt, um festzustellen, dass ich all das bereits beherzige. um endlich mal wieder richtig zu schreiben, könnte das beherzigen des gehörten durchaus sinnvoll sein. es ist doch alles da!

und dann noch zwei nette geschichte. die eine, von unserem professor, der sich durch unbändige neugier und mut auszeichnete und damit so ein wunderbares vorbild war, an das ich auch zu selten denke. und die andere eine episode, die ich 1989 mit meiner wunderbaren oma - onno - erlebte. als sie zu ihrem 80. geburtstag eine elektrische schreibmaschine geschenkt bekam, brachte sie sich bei, mit dem zehnfingersystem zu tippen, weil man eine so vornehme maschine ihrer meinung nach nicht mit dem adler-such-system bedienen konnte. ich war damals für drei monate mti schrecklichem liebeskummer und einem schrecklichen job in finnland und was machte sie? sie schickte mir briefe, in denen nichts anderes stand als "jklöjklö" unterschrieben mit handschriftlichen lieben grüßen. ich habe jahre später gelernt, dass es in keinem alter zu spät ist, etwas neues zu beginnen und dass man liebe auch mit wenigen worten ausdrücken kann.

Samstag, Oktober 07, 2006

luxus, glück und prioritäten

hach, ich gefalle mir als luxusweibchen. gerade gestern aus berlin gejettet (naja gut, eurocity. war 3 euro billiger als ICE. das kann man gut in einen kaffee investieren) um das maßgeschneiderte brautkleid anzuprobieren und heute, ach wie anstrengend, ein termin mit der goldschmiedin für die hochzeitskette....

alles eine frage der prioritäten. es ist supertoll, dass meine freundin, die hoffentlich bald weltberümte designerin das kleid macht und es ist supertoll, dass es aus seide statt aus plastik, wie 99% der kleider aus einschlägigen geschäften ist. und natürlich ist ihr design mein hochzeitsgeschenk und ich freue mich wie ein kleines kind darüber. aber ich habe mich nun mal auch gegen gardinen und stickereien oder ähnlichen chichi am kleid entschieden, so dass noch geld für eine kette übrig ist. die kette kann ich anschließend noch tragen und mich jedes mal darüber freuen, dass es sozusagen ein teil meines brautkleides ist. was mit dem designerseidenfummel anschließend geschieht, steht ja noch in den sternen.

vorgestern abend hatten wir eine interessante diskussion über das "sich gönnen". zwei freunde, die seit jahren wenig geld zur verfügung haben, überraschten mich mit der aussage, dass sie taxi fahren lieben. ich besitze kein auto und argumentiere auch immer mal wieder, dass ich ja ab und zu mit dem taxi fahren könne, was wesentlich billiger wäre, als ein auto zu unterhalten. aber ich argumentiere auch, dass meine zweitwohnung, mein ganz persönlicher lebensluxus, monatlich genauso teuer wäre, wie ein auto. als ich dann gestern mit zwei nicht wirklich leichten taschen zum bahnhof ging, um den 3 euro billigeren zug zu erreichen, fragte ich mich, warum ich mir kein taxi gönne. die antwort ist simpel: genau aus dem gleichen grund, wie ich nicht zur kosmetikerin gehe und diversen schnickschnack um die hochzeit herum nicht realisieren werde. weil es mir nicht so wichtig ist und weil ich es liebe, mir meinen ganz persönlichen luxus zu gönnen, der eben für andere nichts wäre, weil sie lieber zur kosmetikerin gehen oder taxi fahren.

wie so oft denke ich: neid ist völlig unproduktiv. wichtig ist, dass ich weiß, was ich will und dass ich das, was ich mir gönne richtig, aber auch so richtig genieße. deswegen denke ich gerne an die drei anproben in den letzten tagen zurück, streichele das kleine stückchen seide, das ich mitnehmen durfte und bin gespannt wie bolle auf die steine, die mir die goldschmiedin nachher zeigen wird. ganz abgesehen davon, wachte ich heute morgen neben dem mann meiner träume auf, der mich minutenlang herzte, obwohl ich ganz fürchterlich aus dem mund roch. er liebt mich, obwohl er meine neuen stiefel scheußlich findet. ich bin ein glücklicher mensch!

Donnerstag, Oktober 05, 2006

autumn leaves

huch, heute ist ein blogtag! das hatte ich schon lange nicht mehr.

eben juckten mich meine nylonstrumpfhosen, leider ist die zeit der nackten beine seit gestern vorbei, ich blätterte ein wenig im internet herum und hob kurz den kopf, um aus dem fenster zu sehen. es schneit! aber es waren nur die fallenden blätter. ein wenig aufschub vor dem schnee haben wir also noch.

alptraum

bevor ich es vergesse: heute nacht träumte ich, auf der falschen hochzeit zu sein. der traum ist mir wieder eingefallen, als ich elles bekenntnis zur hochzeitssuchtlas.

alles fühlte sich falsch an. ich stand in einer kirche, und wollte ständig den pfarrer davon abhalten zu sprechen und flüsterte verwurndert mit dem liebsten, was wir eigentlich hier verloren haben. schnell schleifte ich den liebsten aus der kirche. die gäste ließen sich nicht beirren und bewarfen uns mit reis, dabei erzähle ich doch allen, sie sollen doch lieber mit kochbeuteln werfen, weil man dann die wertvollen nahrungsmittel noch mal verwenden kann. wir mußten in eine luxuslimousine mit blumenschmuck steigen, obwohl wir das gar nicht wollten. anschließend feierten wir in einem garten. es war arschkalt und mein schönes kleid wurde bis zum knie grasgrünkackmatschbraun - genau die farbe hat das dummykleid, das meine freundin nähte und in dem ich gestern steckt, damit sie 1000 nadeln steckte, um es zu optimieren, dabei störte mich hauptsächlich die farbe. auf der feier waren lauter schreckliche gäste. ich kannte niemanden und konnte meine freunde nicht entdecken. wo war ich nur gelandet? und dann gabs noch so eine fiese buttercremetorte und lästige spielchen. bäh.

als ich von einer zuckersüßen SMS meines mannes geweckt wurde, ist mir glücklicherweise eingefallen, dass wir uns ein schönes restaurant ausgesucht haben und das eheversprechen dort machen und hoffentlich ein rauschendes fest feiern. außerdem gehe ich hier in berlin ständig mit premiumgästen kaffeetrinken. so nenne ich die lieben freunde, die bisher alle zugesagt haben. wenn ich über die gästeliste schaue, dann wird mir warm ums herz und ich habe ein kleines tränchen im augenwinkel und wenn ich an den liebsten denke, dann strahle ich, bekomme herzklopfen und freue mich. war doch nur ein böser traum!

deutliche worte

gestern wieder ein paar stunden zeit mit meinem patenkind. schon erstaunlich, wie gut sie und ihre zwillingsschwester mit 2 jahren schon reden. richtige 3-wort-sätze und jeden zweiten verstehe ich sogar. es ist schön, an der entwicklung der beiden teilzuhaben, obwohl ich nicht in berlin wohne, aber wenn man sich mühe gibt, dann klappt das auch mit dem regelmäßig sehen. ich war allerdings irritiert von mir, wie irritiert ich auf das thematisieren von geschlechtsorganen reagierte. da hätte ich gedacht, dass ich anders reagieren würde, wenn mich ein kind fragt, ob ich einen pimmel habe um mir dann genau zu erklären, was sie hat und was welcher elternteil hat. nun ja, gehört genauso dazu wie der stolz darüber schon auf dem großen klo pipi machen zu können. man kann nicht immer nur zusammen bilderbücher lesen oder sandkuchen backen.

Donnerstag, September 28, 2006

einmal sachbuchauttorin, immer sachbuchautorin

mhhmmm. jetzt hatte ich mal wieder eine romanidee und mein agent meint, ich solle "bei meinen leisten" bleiben. vor einem jahr war das ja schon mal so. vermutlich habe ich immer dann das bedürfnis einen roman zu schreiben, wenn es um ein thema geht, das zu persönlich ist. ich stelle mir dann vor, wie ich in einem interview sage, dass das selbstverständlich alles nur erfunden ist. aber leider verkauft sich genau die umgekehrte strategie besser. die leute wollen dinge in der "ich-form" lesen, weil sie dann glauben, wirklich hinter die kulissen zu schauen. ganz abgesehen davon, dass es natürlich belletristikautoren auch nicht geglaubt wird und in jedem fitzelchen das autobiografische gesucht wird.

seit dem ich in einer beziehung lebe, habe ich aber das gefühl, dass es schwierig wird, in der ich-form zu schreiben, weil das wir immer mitklingt. für mich kann ich vielleicht noch verantwortung übernehmen und zu den konsequenzen stehen. einen anderen mitreinzuziehen, ist komplett etwas anderes. klar, habe ich früher auch über andere in bezug zu mir geschrieben, aber diese konnte ich durch die anonymität schützen. schon beim ersten buch musste ich im nachhinein feststellen, dass ich alle schützte, nur meine eltern nicht, weil es natürlich klar ist, wen ich meine, wenn ich von ihnen spreche.

ok, ich lasse mich davon jetzt nicht frustrieren und aufhalten und werde ausloten, welche möglichkeiten es gibt, die persönlichen themen in launige sachbücher zu verwandeln, die am markt funktionieren, zu denen ich stehen kann und die trotzdem noch privatsphäre übrig lassen. ich kann sowieso eigentlich nur persönliches schreiben. denn persönlich bedeutet, dass ich feuer für das thema habe, das ich mich dafür interessiere, dass es in mir brennt - wäre es anders, hätte ich einen viel höheren output. aber wahrscheinlich ist es genau das, was die leute an meinen büchern schätzen.

seit wochen sammele ich nun material. wenn ich nur wüsste, in welche form ich es gießen kann!

Montag, September 25, 2006

arbeiten auf dem land

gestern, eine lesung in der pampe. sonntags fuhr da in die nähe kaum ein zug hin, so dass ich von einem bahnhof, 45 minuten entfernt, mit dem auto abgeholt werden musste. so weißt draußen. und solchen leuten erzähle ich erkenntnisse einer stadttussi. ob das überhaupt sinnvoll ist? die lesung war ok, irgendwie scheine ich doch dinge erzählt zu haben, die für diese 23 so ganz anderen frauen von relevanz waren. immerhin 18 bücher verkauft. solche quoten gibt es in der stadt nie.

es kam noch schlimmer. die nacht war der reinste horror. unzählige stechmücken, die ich aufgrund der hohen zimmerdecke mit dem handtuch auch nicht erwischte. ich konnte sie nur töten, wenn sie an der wand waren. ich habe von 12 bis 2 geschlafen, dann drei stunden gejagt (immer mal wieder frustriert hingelegt und nach 15 min wieder aufgestanden, weil sssssssst und 3 neue stiche, die bei mir im gegensatz zu den meisten menschen, riesige juckende quaddeln bilden) und dann von 5 bis 7 noch mal ermattet eingeschlafen, nachdem ich drei erfolgsleichen hatte. das frühstück war total eklig. als ich kam, saßen ungefähr 10 fliegen darauf - nicht zu erwähnen, dass es überall nach mist roch, weil dort überwiegend schweine und rinderbauern sind. ich habe nur abgepackte marmelade und abgepackte butter auf brötchen gegessen, in der hoffnung, dass ich mir so keine schweinepest hole. überlandtaxi, zug, umsteigen, zug, umsteigen, zug, s-bahn, bus... knapp 24 stunden später bin ich wieder zuhause. puh, hart verdientes geld!

Samstag, September 23, 2006

giggel dich gesund

der liebste macht gerne quatsch. in 95 prozent der fälle finde ich es toll und fange ganz fürchterlich an zu giggeln. eben dachte ich, dass ich genau dieses lachen von meiner mutter kenne, es aber nur ganz selten in meiner kindheit und jugend gehört habe. machten sie heimlich quatsch oder zu wenig? ich hoffe, ich giggele auch noch viele viele jahrzehnte so häufig mit dem liebsten. ist bestimmt gesund.

Freitag, September 08, 2006

ei is doch egal wie se heise - hauptsache sie schmegge!


ich habe eine neue leidenschaft. reneklode. oder wie es in ottensen aufm markt heißt: rennée clode. das ist natürlich viel vornehmer. ich kann mich gar nicht daran erinnern, sie in den letzten jahren gesehen, geschweige denn gegessen zu haben. seit dem ich sie letzte woche probierte, bin ich süchtig.

fremd sind sie mir aber nicht. ich kann mich erinnern, dass in meiner kindheit in frankfurt darüber gesprochen wurde. da hießen sie natürlich: renneklodde. die hugenotten sind irgendwann auch an frankfurt vorbeigelaufen, deswegen hieß meine oma ja auch nicht mehr petit sondern klein, aber das nur am rande. mit pflaumen konnte ich mich noch nie richtig anfreunden, fand ich doch in viel zu viel pflaumen würmer und ein wurm kann mir ein obst auf jahre hin verderben. da war mir die zwetschge immer lieber - oder wie es in meiner kindheit hieß: kwetsche. aber am allerliebsten mag ich die kwetsche im latwärsch. das ist eine marmelade, ähnlich wie pflaumenmus aber von meiner mutter gemacht natürlich viel leckerer als der aus dem laden. außerdem schrieb sie stets "latwerge" auf die gläser und spricht es dennoch herrlich frankfurterisch aus. nicht gerne essen, aber zusammen mit meinem opa klauen tat ich mirabellen, ganz besonders deshalb weil mein opa immer miraaaabelen sagte. aber er sprach ja auch von "kamemmbert" statt camenbert. jaja die hugenodde und die frankfurter.

egal, ob vornehm französich oder hinten mit klodde. sie sind süß und köstlich!

Montag, September 04, 2006

gar nicht erotisch

natürlich fand ich es eine klasse idee, mit dem liebsten unterwäsche zu kaufen. wenn er die, die ich schön finde nicht anturnend genug findet, dann soll er eben mitkommen, mitaussuchen und bezahlen. es war ganz schön anstrengend. im perfekten laden, nahm ich einen berg wäsche und den liebsten mit in die kabine. schließlich war sie groß genug und ein stuhl stand auch da. weil es schon spät war und wir noch andere einkäufe vor hatten, zwirbelte ich mich im turbo von einem bh in den nächsten. ich fluchte, dass ich die haarspange im auto vergessen hatte und verstand zum ersten mal, wieso in manchen umkleidekabinen tücher liegen. es gab genug zu wischen, mir war heiß. ganz im gegensatz zu dem verlobten. wir kauften zwar etwas aber, sein kommentar zu der ganzen aktion war "erotisch war das nicht" - wieder ein heiße phantasie verloren.

Donnerstag, August 31, 2006

verrückt

mein gehirn ist kaputt. ich kann an kaum noch anderes denken, bin von fixen ideen besessen. das ist internet ist eine pest. wieviel zeit kann man mit recherche vergeuden. völlig unproduktiv. ich kann mich nicht leiden, wenn ich so bin. achdumeinegüte meike, jetzt reiß dich doch mal zusammen!

Mittwoch, August 30, 2006

bewegung

das war schön. ein geschäftsgespräch im lieblingscafé und dann durch ottensen laufen. wie früher. obwohl früher erst ein halbes jahr her ist. in den bioladen, etwas fürs abendessen kaufen, eine bekannte treffen, noch ein schneller kaffee und dann noch brot. wie belebend. das muß ich mir öfters gönnen, sonst versauere ich in körperlicher und geistiger bewegungslosigkeit. das führt nur zu rückenschmerzen und gedanken, die sich im kreise drehen. merke!

Dienstag, August 29, 2006

vertrau doch einfach

es ist nicht leicht auszuhalten, dass meine produktivität derzeit so niedrig ist. klar, ich bin gedanklich mit dem privatleben beschäftigt und das hatte ich mir schließlich auch gestattet und vorgenommen, damals, als es mir so schlecht ging, dass gar nichts mehr ging.

und auch klar, dass ich nach genau solchen phasen immer gute bücher geschrieben habe. ich zweifele da auch gar nicht dran, das thema ist gut, der titel ist gut und mein kopf arbeitet wie verrückt. aber das, was im kopf passiert, durch die finger in den rechner wandern zu lassen, ist verdammt schwer.

Freitag, August 25, 2006

ich liebe die gedanken dahinter

seit monaten denke ich über den einsatz von moodle nach, obwohl es stets beim nachdenken bleibt. warum kann ich mich nur nicht aufraffen, wo mich das thema bzw. alles rund um 2.0 und so nen kram total fasziniert. sind es die technischen hindernisse, die mich abhängig machen und der dazu benötigte zeitaufwand, den ich dem liebsten nicht zumuten möchte? kommt die unzureichnende motivation hinter der faszination daher, dass es nur um markenpflege und erstmal nicht wirklich ums geld verdienen geht? stimmt ja auch gar nicht, ich habe ja schon interessentinnen für bezahlte nutzung. wahrscheinlich ist es mein grundlegendes mißtrauen ob des unterschiedes von bedarf und bedürfnissen.

und dann lese ich bei sierra und bekomme wieder lust. nicht genügend lust, um direkt loszulegen, aber lust über das, was er schreibt nachzudenken.


Aber Beziehungsfähigkeit erfordert Nähe, ich muss mich als Marke auf etwas einlassen. Ich muss zuhören, Missverständnisse aufklären, Fehler eingestehen und mich sichtbar bemühen im Sinne des Kunden besser zu werden. Das kann keine Kampagne und kein Sujet leisten, sondern nur Menschen die davon überzeugt sind. Es muss ein offener Dialog mit den Menschen im Unternehmen möglich sein, die keine Deckung hinter übergroßen Markenbildern suchen. Die Wiederherstellung von Beziehungsfähigkeit ist immer ein schmerzhafter Prozess aber es ist wohl der einzige Weg zum Ziel.

Und was bekommt man dafür? Mehr Produkte verkauft, bessere Margen, ein tolles Image? Das liegt in Ihrer Hand – das was sie in jedem Fall bekommen ist „Awareness“ und wenn sie es nachhaltig und glaubwürdig tun auch gleich „Trust“. Beide werden heutzutage als harte Währungen gehandelt.

Dienstag, August 22, 2006

unschuldig verantwortlich

ach, sagte ich, jetzt fühlst du dich sicherlich schuldig! er verneinte mit den worten, dass es den begriff schuld gar nicht in seinem wortschatz gäbe und ich war baff.

wow, dachte ich, das ist ja interessant. er übernimmt verantwortung für das, was er tut, dann hat er eben die verantwortung aber das ist eben nicht das gleiche wie schuld. interessant. diese betrachtungsweise gefällt mir.

Dienstag, Juli 25, 2006

termin

jetzt stehts fest. heute morgen war ich auf dem standesamt.wir haben einen hochzeitstermin. ENDLICH. mitte november werden wir heiraten. ich freu mich so. was habe ich diesen meilenstein sehnsüchtig erwartet, denn jetzt kann es konkret werden. jetzt können wir wirklich loslegen zu planen und endlich die leute einladen, damit auch alle lieben kommen. hach, ich freu mich so.

Montag, Juli 24, 2006

spannung

der heutige tag fühlte sich an wie "warten aufs christkind". der liebste liegt mal wieder mit magen-darm-und-so-weiter danieder. an arbeiten war heute so gut wie gar nicht zu denken, dabei hatte ich mich so auf das neue buchprojekt, das seit ein paar wochen in meinem kopf reift gefreut. durch die reiserei der letzten wochen kam ich nicht zum schreiben. einen tag was tun und dann schon wieder unterwegs sein, ist für die schreiberei nicht wirklich förderlich. so richtig gut wirds erst, wenn man am stück was runterschrubt.

den ganzen tag habe ich also heute darauf gewartet, dass es auch bei mir losgeht. toi toi toi bisher noch nicht. ich schwankte zwischen fürsorge und genervt sein. ist wohl mit kind auch so - nur dann 5x statt 2x im jahr. nun ja, das jahr ist ja noch nicht zuende.

Donnerstag, Juli 13, 2006

schnipsel

* bin glücklich mit der berliner wohnung. waren wieder viele nette, inspirierende gespräche
* hörbuch einlesen ist anstrengend, besonders mit sommergrippe.
* magedburg ist hässlich
* links und rechts jeweils oben ne backenzahnplombe draußen. das wird teuer.
* eine gute freundin macht mit mir schluß, sagt nicht warum. das macht mich traurig.
* brautkleid bezahlt
* hochzeitstermin rückt in greifbare nähe und beginnt dann zu wanken
* ist das schön, wieder zu hause zu sein! zuhause ist es doch am schönsten.
* immer noch, immer wieder in den gleichen und immer schön verliebt
* die enthaarungscreme von balea riecht nach becks green lemon und hat eine konsistenz wie aufgeweichte turnschuhe. bin nicht sicher, ob ich das mag.
* buchtitel geschenkt bekommen - das sind immer die besten. motiviert zum schreiben ... morgen oder so.
* freu mich über das schöne geburtstagsgeschenküberraschung für den liebsten.
* die brandwunde heilt gut. das ist schön.
* sommer ist schön, aber zu heiß ist auch nix für mich. freu mich aufs cabrio.
* ach und freu mich auf robbie. geiles geburtstagsgeschenk!

Dienstag, Juli 04, 2006

folge der lust

das ist eine geschichte, wie ich sie liebe: lyssa wird Online-Chefredakteuerin (hoffentlich habe ich den titel richtig verstanden) bei der WAZ. warum ich solche geschichten liebe? weil es wieder einmal ein belegt dafür ist, dass es mit der berufswahl zwar nicht so einfach ist, aber es sich langfristig lohnt, bei sich zu bleiben und nach dem lustprinzip zu leben. es ist ein irrsinn zu glauben, dass ein berufsweg durch die wahl eines studienfaches klar vorgegeben ist, selbst wenn man gerne studiert hat. studium ist das eine, das leben und die jobs eine ganz andere sache. letztlich ist der berufsweg ein abenteuer, das man gestalten kann - wenn man es denn will.

ich weiß nur, dass wenn ich nach dem BWL-studium in frankfurt geblieben wäre, ich auch keine glückliche sachbearbeiterin im dunkelblauen kostüm im finanzsektor geworden wäre. derartige alpträume verfolgten mich, doch ich wußte diesen weg ja durch mangelhafte studienleistungen zu verhindern. ich hatte mich ja auch für wahl- und nebenfächer entschieden, dir mir spass machten, statt mich zur auserwählten zu befördern. dort hatte ich gute noten, denn was man gerne macht, macht man auch gut. ich habe mich für den spannenden weg, mit höhen und tiefen, entschieden. es war ist und bleibt aufregend. und wenn ich lese, dass sich interessen, vielleicht sogar leidenschaften in lukrative jobs umwandeln lassen, dann macht mir das mut, auch anderen zur leidenschaft zu raten. ich folge sowieso der lust. und ich freu mich für lyssa!

(frohe botschaft via vorspeisenplatte)

edit:

und dann noch der haltungsturner. hach das freut mich. auch ihm nur die besten wünsche für seinen neuen job mit dem wohlklingenden titel Chief Blogging Officer. Wow. das liebe ich ja an unternehmen so, dass es so wunderbare titel gibt. ich sollte mir auch immer mal wieder neue titel für meine visitenkarten einfallen lassen. nein, was ich sagen wollte: es freut mich wirklich ungemein. ich kenne den haltungsturner aus anregenden diskussionen der brand1mailingliste, er hat mich zum bloggen gebracht, ich rede gerne mit ihm und "lese ihn gerne". immer wieder hat er seine haltung und seine vorliebe für cluetrain klar zum ausdruck gebracht. dass das jetzt belohnt wird, und wahrscheinlich sein privatleben um da pendeln erleichtert, ist großartig. ich freu mich für ihn!

Montag, Juli 03, 2006

vielfalt statt konzentration

es fällt mir schwer, mich zu konzentrieren. das buchprojekt, an dem ich seit ein paar wochen schreibe, liegt auch schon wieder seit einigen wochen brach. im schreibexil wollte ich 150 seiten schreiben, wäre aber auch mit 100 zufrieden gewesen. eigentlich ist das für 10 tage für mich nicht unrealistisch. 16 seiten waren als ergebnis aber definitiv zu wenig.

ich kann mir die verweigerung nur so erklären, dass ich derzeit einfach mit einem großteil meiner gehirnkapazität damit beschäftigt bin, mich an mein leben als verlobte die bald heiraten will und allem, was dazu gehört, zu gewöhnen bzw. die vorhaben zu planen. ein mann macht sich ja kein bild davon, wieviel eine frau über solche sachen nachdenken muß oder kann. wahrscheinlich bin ich dann noch ein sonderfall, denn wo frauen viel nachdenken, raucht bei mir das gehirn im dauerzustand vor reflektionen - aber genau das befähigt mich ja auch zum schreiben, denn ich bin es gewöhnt, gründlich zu denken, mit anderen mich auszutauschen und zu recherchieren, was die literatur und das internet hergibt. kaum fasziniert mich ein thema, werde ich rasend schnell zur kleinen expertin.

also habe ich eben einfach angefangen, zwei weitere bücher zu schreiben. wenn mich diese themen beschäftigen, sollte ich sie ernst nehmen und wenn sie zudem irgendwann noch geld bringen, wäre das ja nicht das schlechteste. das heißt, dass ich sozusagen vier buchprojekte gleichzeitig laufen habe. ob das effizient ist? wir werden es sehen, aber es erscheint mir als einzige möglichkeit, der schreibhemmung (für projekt1) zu entkommen, denn mir liegt der fleiß einfach nicht, weil er sich nicht mit dem lustprinzip verträgt. ich bin gespannt, wie so etwas laufen kann, denn schreiben ist ja nicht meine einzige beschäftigung, es lauern ja noch einige projekte im hintergrund und im vordergrund geht es ja auch noch darum, das liebe geld zu verdienen. wir werden sehen!

einfache rechnung

eine einfache rechnung hat mich in dem wunsch die hochzeit rauschend zu feiern unterstützt: wenn man bedenkt, was ich an krankenkasse einspare ist die feier sozusagen in einem jahr "wieder drin". die steuervorteile haben wir noch gar nicht ausgerechnet. was solls also, lassen wir es also genußvoll ordentlich krachen. die argumente des verheirateten vaters einer verheirateten tochter 40something einbezogen, macht das ein richtig gutes gefühl. hach, ich freu mich drauf und wünsche mir vom universum, dass der liebste und ich beim probeessen am mittwoch so begeistert sind, dass wir endlich den termin festlegen können, weil wir eine location haben.

Dienstag, Juni 27, 2006

einfach

so einfach ist das. man muß sich nur dran halten.

"Es geht nur darum, mehr richtige als falsche Entscheidungen zu treffen. Und die falschen nicht zu wiederholen."

(lars hinrichs, openbc-gründer in einem interview auf wiwo.de)

zuhause

bevor ich es vergesse, muß ich noch was aufschreiben, was mich schon seit einigen tagen immer wieder rührt: der verlobte wohnte jahrelang in der wohnung, die nun schon seit fast vier monaten unser gemeinsames zuhause ist. bevor ich einzog, war kaum eine wand berührt, schließlich war es eine übergangslösung und renovieren sollte tunlichst vermieden werden. das änderte sich natürlich schlagartig mit meinem einzug. jedes loch, das der verlobte für mich bohrte, war ein liebesbeweis, den ich sehr zu schätzen weiß.

die letzten geburtstage feierte der verlobte wohl nicht oder nur im kleinen rahmen in der alten heimat. dieses jahr möchte er freunde zu uns einladen. es freut mich und rührt mich, wenn ich daran merke, wie sehr er nun endlich hier angekommen ist.

Montag, Juni 26, 2006

geschmacksexplosion

die "jungs", unsere kräuter, sind mittlerweile groß genug, um ein kleines bißchen zu ernten. welch wohlgenuss tut sich da auf. eben habe ich versucht, das rezept, das sich samstag zufällig aus den vorhandenen zutaten ergab, nachzukochen. es war anders aber ebenso lecker. was war es? vollkornnudeln, tk-erbsen und dazu eine sahnesoße mit zwiebelchen, knoblauch, sojasahne, etwas brühe, salz, pfeffer und zucker. darüber dann etwas parmesan, geröstete pinienkerne und frisches zitronenkraut, honigmelonensalbei und basilikum.....besonders diese zitronig-süße note zu den erbsen....so lecker!

ratlosigkeit

wir können es auch lassen, sagte ich und er bestätigte diese aussagen. dann verließ er den balkon und ich weinte, bis der tatort begann. mehr als zehn minuten konnte ich nicht darüber nachdenken, weil sich die gedanken im kreis bewegten. hätte ich länger darüber in dieser stimmung nachgedacht, wäre es auch nicht gut gewesen.

wir können es auch lassen meinte die hochzeitsfeier, doch solche fragen münden in den monaten vor der eheschließung leicht ins generelle. wenn wir so verschieden sind, kann es dann klappen? natürlich kann es klappen, der alltag klappt ja auch wunderbar. doch immer wieder diese kleinen teufelchen, die mir auf der schulter sitzen und mich fragen, reicht das, reicht das reicht das?

eine hochzeitsfeier ist etwas völlig surreales. sie kostet soviel wie ein auto, je nach geschmack ein kleines oder ein großes und ist in dieser dimension natürlich völlig sinnlos. das verrückte ist, dass ich noch nicht mal begründen kann, wieso ich es will. ich möchte gerne ein ritual haben und vor all meinen lieben "ja" zu ihm sagen. warum? ich weiß es nicht. ich kann es einfach nicht begründen. es ist eben so, so soll es sein, es war doch immer so. wieso muß man normalitäten begründen?

natürlich muß man. ich bin doch kauffrau und liebe die effizienz. es gibt keinen grund, geld aus dem fenster zu werfen - schon gar nicht, wenn ich es gar nicht habe. ich kann auch nicht vergleichen. gedanken wie, ist eine hochzeit genausoviel wert wie eine große reise oder ein auto passen nicht in meinen kopf. ich will gar keine große reise und ein auto will ich auch nur hin und wieder und verwerfe dann den gedanken, weil ich es mir nicht leisten will. vielleicht ist das genau der punkt: der unterschied, ob man sich etwas leisten will statt kann.

ich weiß nicht, ob ich es lassen kann. es fühlt sich falsch an. aber genauso falsch fühlt es sich an, tausende von euros auszugeben und ein kleid nur ein einziges mal zu tragen. und es fühlt sich gleichzeitig so richtig an. verdammt, kein tatort in sicht.

Donnerstag, Juni 22, 2006

wenig damenhaft

das damenhafte liegt mir nicht so wirklich, obwohl ich mir wünschte, es wäre so, wo ich doch im prinzessinnenkleid heiraten will. hach, was war das ein gefühl, das lange kleid zu raffen, die reifröcke knisterten und würdevoll ein paar schritte zu tun. aber ich schweife ab.

letzte woche war es endlich fertig, das maßgeschneiderte kleid von lindy. nein, nicht das brautkleid (das mir lindy, die früher preisgekrönte brautkleiddesignerin auch fertigen wird), sondern das, in das ich mich spontan verliebte, als ich ihren neuen laden besuchte. denn stokx gibs es jetzt endlich mit vielen tollem sachen fertig zum anprobieren. weil es das traumkleid (dunkelblau, marypoppins-popo, könlichlicher schalkragen) nicht in meiner größe gab, wurde schnell maßgenommen und dann mußte ich mich 3 wochen gedulden. am freitag konnte ich es abholen. so schön! gestern trug ich es zum zweiten mal. ich trug ein rosa kleid darunter, erfreute mich meines rosa gerahmten decoltées beim blick in den spiegel und genoß den wind, wie er mir unter den bauschigen rock fuhr, um meine braunen beine unter dem rosa röckchen zu entblößen. königlich lustwandelte ich zu meinem termin.



(stokx shop: clear cut clothing & accessoiries: rosenthalerstr 39 in berlin mitte dienstag bis samstag von 12-19 uhr. hingehen und kaufen!)

eigentlich eilte ich eher. das war mir auch noch nie passiert. in der s-bahn bemerkte ich, dass aus versehen eine stunde zu früh aus dem haus gehetzt bin. da hätte ich auch damenhaft schreiten können, statt zum bus zu rennen. nun ja. ich hatte ein wenig zeit, schlenderte durchs alsterhaus, schaute, ob sie mein buch haben und stellte fest, dass sie weder mein buch, noch diese mexxbettwäsche (die leider in echt ganz anders aussieht als im katalog) haben. leider nein, aber dafür fand ich die auch sehr schöne und qualitativ hochwertigere von haemmerle. anschließend verweilte einige augenblicke bei niessing und bewunderte die "sechs-schritte-zum-trauring".



das trauringerlebnis war allerdings schon schambeeinträchtigt, denn im alsterhaus war ich noch kurz auf dem klo. gar nicht so einfach, wenn man zwei kleider übereineander trägt und nicht gewohnt ist, mit stoffmassen umzugehen. das sollte ich mir für die hochzeit merken. vorher schön üben, wie es geht, mit dem brautkleid aufs klo zu gehen, damit kein malheur passiert - denn im alsterhaus passierte es. es war so peilich. als ich mich königlich von der toillette erhebe, klatscht es mir nass um die beine. "es" waren die zwei gürtelbänder, die ich elegant über dem popo als schleifchen gebunden hatte, damit es dort ein hübsch gerafften hingucker gibt. die enden der schleifen, da. 15 cm waren nass. achdumeinegüte. natürlich wusch ich sie über dem waschbecken aus und trocknete sie sorgsam mit papierhandtüchern, aber irgendwie war das königliche gefühl hin. glücklicherweise war mein beruflicher termin anschließend interessant, so dass ich das bedrückende schamgefühl nach ungefähr einer stunde vergaß. es ist wirklich nicht einfach, eine dame zu sein!

Sonntag, Juni 11, 2006

ein traum in weiß

es war ganz schön aufregend in diesen brautläden. aber schön wars. ich hatte ja einen ziemlichen horror davor, dass da nur junge elfengleiche mädchen stehen und ich ganz bescheuert in diesen kleidern aussehen würde. das trauma habe ich von den einkäufen zur konfirmation und zum tanzkurs. ich erinnere mich, wie ich beide male weinend in der umkleidekabine stand, so hässlich und falsch fand ich mich - der eindruck täuschte nicht. sowohl in der kirche als auch beim abschlußball sahen die anderen viel würdevoller und schöner aus als ich. als ich dies vor einigen tagen meiner mutter berichtete, war sie erstaunt (schon schade, dass sie mein leid damals nicht mitbekommen hatte) und sagte, sie hätte mir keine schöneren kleider kaufen können, weil sie nicht genügend geld gehabt hätte. der schmerz, dieses gefühl, nicht schön genug zu sein, sitzt tief. sehr tief und glücklicherweise wurde er gestern ein wenig geheilt. es ist ein merkwürdiges ding, aber jede frau sieht schön in einem brautkleid aus - sei es auch noch so eine hässliche gardine.

es war ein ganz bezauberndes gefühl, als die dame mit in die kabine kam und mir half, in die robe einzusteigen. wer hätte gedacht, dass mein ein brautkleid mit einer art "köpper" entert? der petticoat kitzelte. ob das wohl sein muß? so viel stoff! ich schwanke, nicht nur vor hitzewallungen, als ich auf das billige höckerchenstieg in dem kleid für über 1000 euro. verrückt. ich kann die kleider, die ich gestern probierte, überhaupt nicht auseinander halten. sie waren eben alle weiß und irgendwie schön. leider haben meine freundin und ich, die glücklicherweise händchenhaltend dabei war, meine kamera gleich im ersten laden fallen lassen. schade, es wäre natürlich grandios gewesen, sich die kleider in einem ruhigem moment mit etwas abstand noch mal anzuschauen, um rauszufinden, was mir steht und gefällt.

das trauma ist einigemaßen geheilt. es war sowieso eine alte wunde, eine art phantomschmerz. in den letzten jahren war viel gras über die sache gewachsen, aber die situation damals in den umkleidekabinen vergesse ich nie. ich hoffe, ich werde mal eine mutter, die das tiefe leid ihrer kinder erfühlen kann und kreativ nach lösungen sucht.

Freitag, Juni 09, 2006

mädchen-II

weiter geht mit peinlichen geschichten aus meinem leben. wiedereinmal hüte ich haus und hund meiner eltern. wenn man mir eine aufgabe überträgt, versuche ich sie bestmöglichst zu erledigen. doch es gab ein problem: es ist heiß und ich konnte dem gartenschlauch partout kein wasser entlocken. also goß ich heldinnenartig mit einer 5-liter-kanne den ganzen großen garten. die größere kanne konnte ich mädchen nicht tragen. nach drei tagen wurde die hilfesuchende SMS aus italien endlich beantwortet: man muß nicht nur den wasserhahn aufdrehen, sondern auch noch das handstück. ich mädchen!

Donnerstag, Juni 08, 2006

eigentlich ganz einfach

man muß den leuten immer eine alternative bieten, sagte meine kluge freundin. nicht einfach sagen, was man nicht will, vorschläge machen. und dann sagte ich "nein!" zum hund und meine mutter fügte ein "sitz!" dazu. du mußt ihm sagen, was er machen soll, sonst weiß er nicht, was er nach dem "nein" machen soll. aha, so einfach ist das.

Donnerstag, Juni 01, 2006

vollkornbrot

ich habe dich vermisst, vollkornbrot, aber jetzt bist du endlich wieder in meinem leben. 1999 hatte ich so schön meine ernährung umgestellt. was war ich rank, schlank und gesund. ab 2001 begann ich zu schludern. hier mal ein tröpfchen alkohol, dort mal ein eis. man wollte ja keine spassbremse sein. dem vollkornbrot bin ich trotzdem treu geblieben. sagen wir mal, es war über jahre eine gesunde erklärung mit mäßigem sport. dass mir das radfahren mehr spass macht als die muckibude, war eigentlich immer klar. es ist einfach effizienter. an die gesunde ernährung gewöhnt man sich - auch der darm. was konnte ich hülsefrüchte essen, ohne zu feuern!

seit dem ich mit dem verlobten zusammen bin, bin ich dem vollkornbrot und den anderen gesunden sachen untreu geworden. der futterneid, beim anblick eines gut riechenden toastes war einfach stärker. bei der muckibude habe ich mich auch noch abgemeldet. so reift das bäuchlein und der pupswettbewerb wird hemmungsloser. aber vorgestern habe ich mir endlich mal wieder ein vollkornbrot im bioladen gekauft. und es schmeckt! lecker!

Samstag, Mai 27, 2006

glücksgriff

habe einen mann, der nach dem nachmittäglichem sex aufsteht, um die geschirrspülmaschine auszuräumen.

Freitag, Mai 26, 2006

prima

es wäre zu schön, wenn der knoten geplatzt wäre. zwei aufträge heute. strike. danke universum.

Mittwoch, Mai 24, 2006

mehr von next10years

hach, wie schön ist es, frei zu arbeiten und spontan zu entscheiden, was ich gerade machen will. leben nach dem lustprinzip. gerade war mir ein wenig nach pause. nicht nach richtiger pause, zum rausgehen bin ich trotz sonnenschein immer noch zu faul. also startete ich damit die videos der vorträge der next10yearskonferenz zu sehen, die ich dort - aufgrund der meiner noch nicht besonders gut ausgeprägten fähigkeit, wirklich an mehreren orten gleichzeitig zu sein - verpasst hatte.

"Das Ich im Internet - vom Reiz, sich digital darzustellen". sehr spannend erzählt stefan kellner von plazes.com. ich habe ja schon seit längeren den plazes-account und wusste nie recht, was ich damit machen sollte. tja, liegt daran, dass ich nicht mobil genug bin. die meisten leute wissen, wo sie mich erreichen. aber wie spannend wäre es doch herauszufinden, dass noch jemand freiberuflich im homeoffice hier um die ecke im familien-und-alte-leute-vorort leben könnte. vielleicht sollte ich den account doch mal wieder in betrieb nehmen.

der vortrag von stefan kellner ist voller warnungen bzw. dem hinweis, auf die notwendigkeit medienkompetenz zu lernen. wie wahr. eine erschreckende vorstellungen, sich unwissend chance zu verbauen, nur weil man mal eben so mit dem internet spielte. ich habe diese erfahrungen auch schon gemacht und sie tat weh. sobald man mit den medien spielt, verliert man die kontrolle. sonst lebt man zumindest in der illusion der kontrolle der informationen über die eigene person.

das das nicht stimmt, darauf verweist thomas madsen-mygdal von 23 (komisch, warum finde ich die URL nicht). auch in "der richtigen welt" haben wir keineswegs die kontrolle darüber, was über uns geklatscht wird. er sagt, die frage, warum wir im internet publizieren ist so philosphisch, dass er es kaum beantworten kann, immerhin wäre er kein professor und er gibt eine doch so einfache und kluge antwort. er sagt, dass wir durch die moderne welt, samt ihrer neuen technologien so viel gewonnen hätten und gleichzeitig etwas verloren haben: nachbarschaft, gemeinschaft und kommunikation. dabei sind es grundlegende bedürfnisse, sich darzustellen (mein auto, mein haus, meine yacht) und gute geschichten zu erzählen. so schlicht, so wahr. es ensteht eine neue form der nachbarschaft mit allen vor- und nachteilen. wenn ich mir überlege, wie ich in den letzten jahren genau vor der sozialen enge der kleinstadt (die ich glücklicherweise nie erlebte, keine ahnung, woher diese phobie kommt) flüchtete und wie ich gleichzeitig das dörfliche in der stadt, die gemeinschaft und das netzwerken liebte, fühle ich mich vertraut mit dem bild der nachbarschaft mit vor-und nachteilen. klar, man wird etwas vorsichtiger, aber schön isses trotzdem.

ich höre diese vorträge und verspüre ein kribbeln. ich kenne dieses kribbeln. meist ist es nicht direkt nutzbar und schon gar nicht effizient im sinne von geldverdienen. aber jedes mal, wenn ich bisher dieses kribbeln hatte, passierten anschließend spannende dinge und witzigerweise kam dann auch - jahre später - der ROI. dabei geht es gar nicht wirklich um den ROI, denn das kribbeln ist schon ein verdammt gutes gefühl. wie schön, wie inspirierend...

Dienstag, Mai 23, 2006

butzi

es ist ein schmaler grad. meist mag ich es, wenn er beim zähneputzen zärtlich wird, aber manchmal will ich auch einfach nur zähneputzen. "was machst du, wenn ich bei solchen spielchen an zahnpasta ersticke?" fragte ich gestern und mein held antwortete: "dann rette ich dich mit antipasti".

Mittwoch, Mai 17, 2006

weiter gehts

das aktuelle buch läuft einigermaßen, obwohl die presse nicht darauf anspringt. ich kämpfe mit meinem frust, ich verwöhntes gör. es kann ja nicht immer so gut laufen, wie bei dem glückstreffer. und außerdem wollte ich ja etwas erwachseneres schreiben. erwachsen sein ist eben nicht so spektakulär. das buch liefert zu wenig bilder im kopf. fernsehleute brauchen bilder und journalisten lieben nun mal das pikante. tja, so ist es eben. ich muß aufpassen, dass mich der frust nicht auffrist.

gestern das treffen mit der agentur hat mich aber wieder aufgebaut. sie relativierten einige aussagen, die sich in meinen hirnwindungen zu einem drückenden kloß zusammengeballt hatten und sie fanden zwei von drei exposées und die dazugehörigen acht mehr oder weniger hingerotzten seiten gut. genauer gesagt, waren sie begeistert. jetzt geht es also wieder los: das warten, das verhandeln. wie gut, dass ich eine agentur habe, so dass ich von der ganzen vertragsgeschichte, angefangen vom "wollen sie es?" bis hin zu den zermürbendem feilschen nicht so viel mitkomme und mich nebenher hinsetzen kann, um das buch zu schreiben. ich freu mich auf die woche im juni in frankfurt, in der ich hoffentlich einen großteil des schreibens schaffen kann. im kopf ist das buch fertig; zumindest das konzept. es ist beim schreiben aber immer wieder immens spannend, wie es sich entwickelt und was für geschichtchen mir drumherum noch einfallen. also auf zu neuen ufern!

Dienstag, Mai 16, 2006

konsequent

ein neues guerillia-marketing buch gibt es jetzt einfach so, kostenfrei im netz. zum lesen und auch zum hören als podcast. sehr schön. ich bin sehr gespannt, es zu lesen und zu hören. ich mag es, wie der autor im "about" schreibt:

"Für jemanden, der seinen Lebensunterhalt mit dem Schreiben von Büchern verdient, mag dies durchaus zutreffen. Schließlich bleibt dessen Kühlschrank leer, wenn er seine Werke kostenlos im Internet veröffentlicht. Doch unser tägliches Brot ist nicht das Schreiben von Büchern."

vielmehr will er eine überzeugung verbreiten und tut diese konsequenter weise mit den mitteln, die er als methode vorstellt.

doch ich merke, dass ich niemand bin, der am bildschirm gerne liest oder ruhig sitzen bleiben kann, um ein podcast zu konsumieren. ich bin eine leserin in öffentlichen verkehrsmitteln - es fehlt mir wohl die mitnahme-technik, um konsequent mitzumachen.

Freitag, Mai 12, 2006

service!

gestern war ich mit dem liebsten bei sinnerschraders web2.0-kongress next10years. es ist schön, interesse für bestimmte dinge mit dem liebsten zu teilen. beim nachhausefahren und frühstücken diskutierten wir angeregt.

besonders angeregt hat mich der vortrag von malte blumenthal, der über "Interaktive Frontends - vom Kunden zum Markenbotschafter" sprach. es ist so simpel, nicht neu und doch für mich so einprägsam und inspirierend. schaut man sich das portal der deutschen post im vergleich zu der startseite von google an, ist es offensichtlich. und obwohl ich schon an vielen tagen in meinem leben, beide seiten geöffnet habe, ist mir der unterschied noch nie aufgefallen. die einen bieten eine unübersichtliche selbstdarstellung, wie die meisten unternehmen auch - die anderen einen service. wen interessieren schon selbstdarstellungen? das internet soll fragen beantworten und bedürfnisse befriedigen. wenn ich einen apfel will, dann möchte ich auch nicht einen ganzen supermarkt vor die nase gehalten bekommen. ab gesehen von der begeisterung, die der redner versprühte und der angenehmen atmosphäre auf dem kongress, energetisierten mich diese simplen gedanken. im geiste relaunchte ich meine sites. meine kunden haben bedürfnisse und sie sind so frei, sie mir auch mitzuteilen. es bedarf nur weniger schritte, um der befriedigung dieser bedürfnisse raum zu geben. das ist ja das tolle an web2.0: ich muß sie noch nicht einmal alle selbst befriedigen. mitspielen ist das motto. ich muß nur den raum schaffen. spannende überlegungen für 3 stunden zugfahrt nachher.

ganz hervorragend hat mir auch Lukasz Gadowski von spreadshirt gefallen - genauer gesagt, die art und weise, wie er völlig unspektakulär, wie der nette junge von nebenan, über sein unternehmen geredet hat. ich bin ja schon länger großer fan von spreadshirt. wie genial, den copyshop-um-die-ecke-ins-netz-zu-stellen-und-eine-einfach-einzurichtende-shopsoftware-zur-verfügung -zu-stellen. nicht, dass ich mit meinem shop ein vermögen machen würde, aber wie angenehm, nach dem einmaligen einrichten und hin und wieder im sortiment stöbern quartalsweise einen kleinen batzen geld aufs konto überwiesen zu bekommen, obwohl ich eigentlich nichts dafür tue. sehr hübsch. so mag ich lizenzgeschäfte, schöne produkte, zuverlässiger service, ohne viel kümmern. der trick? die einfachheit. spreadshirt macht es den nutzern wirklich einfach und jeder nutzer ist ein werbeträger. sehr schicke idee und sehr sympatisch, dass der aufbau und das wachstum auch ohne venture capital klappte. trotzdem tat mir der kapitalist, herr dr. neuhaus, mit dem zum beruf ach so passenden namen, leid, der vor herrn spreadshirt den vortrag hielt und anschließend keine einzige frage gestellt bekam.

und wenn ich gewußt hätte, dass dieter rappolt von twoday, ähm knallgrau,auch da war, dann hätte ich ihn von ferne auch mal angehimmelt, weil ich sein blog so gerne lese. aber der verlobte war ja dabei, da hatte ich ja genügend zum himmeln und genießen.

Mittwoch, Mai 10, 2006

vertrauen ist gut, vorsicht ist besser

ich hatte die schuhe heute noch mal angezogen, mit denen ich gestern fiel. einfach so, beim gehen, haute es mir die füße unter dem boden weg, so dass ich aufgeschrammte knie habe wie ein kind. es waren natürlich holzschuhe. ich besitze drei paar holzschuhe und obwohl ich gerne immer mal aus unerfindlichen gründen falle, falle ich doch besonders gerne in holzschuhen. liegt es daran, dass man darin anders gehen muß? wo gibt es sicherheitstrainings für holzschuhe?

ich eierte ein wenig aber ich lief tapfer meinen weg zum bus und zum termin. schön sah es bestimmt nicht aus im gehen, aber im sitzen sah ich gut aus, fand ich. auf dem weg zurück, blickte ich aus dem busfenster und erinnerte mich, dass der liebste einen mitbring-wunsch hatte, dem ich ihn gut erfüllen konnte, weil ich gerade in der nähe dieses ladens war. ich rechnete kurz, ob genügend zeit blieb. wenn ich es in zehn minuten schaffen würde, dann käme ich noch pünklich. ich verließ den bus und eilte meinem ziel entgegen, die holzschuhe mehr oder weniger vergessend. zack, hatte ich die sachen zusammen und legte das geld abgezählt auf die theke. es dauerte allerdings einige zeit, bis die alte chinesin alles nachgezählt hatte. schon von weitem sah ich den bus. was blieb mir anderes übrig, als die schuhe auszuziehen, sie mir zu schnappen und zum bus zu rennen. ende gut, alles gut. aber traurig ist es trotzdem. ich liebe diese schuhe! ob ich wohl wieder vertrauen schöpfen kann? frauen haben es wirklich nicht leicht!

zu viel glück?

(via isabo)

ich wollte nie so ein typisches bärchen werden. ich bin auf dem besten weg dahin. was sage ich. ich bin eins. auch wenn ich bärchen bisher an den bärchenabenden und an dieser schrecklichen bärchengewohnheit festmachte, bei einladungen nebeneinander sitzen zu wollen - bärchensein ist noch viel mehr. ich entdecke es an mir, genieße es und beobachte es ein wenig mißtrauisch.

ich schwänzte meinen geliebten chor und gehe direkt nach der bloggerlesung, statt mit einem alten freund zu plaudern und neue leute kennenzulernen, weil ich meinen mann ein paar tage nicht gesehen habe. ich freue mich morgens, wenn ich neben ihm aufwache, freue mich, wenn wir zusammen früstücken, freue mich, wenn er nach hause kommt und freue mich, wenn wir vor dem einschlafen noch etwas reden. ich freue mich, ihm zu erzählen, was ich erlebte und freue mich, wenn er mir von seinem tag berichtet. ich freue mich, wenn wir über den tag per mail oder telefon in verbindung sind und seien es noch so unwichtige kleinigkeiten, die wir austauschen.

mein kontakt zu freunden verändert sich. ich erzähle nicht mehr so viel. die wichtigen sachen will ich nur mit ihm teilen. ich mag nicht so viel über ihn reden, das tut man doch nur über männer, die eine unglücklich machen. was habe ich früher stundenlang mit freundinnen über arschlöcher geredet. klar, will ich von meinem glück berichten. aber es stößt auf, wenn ich zu viel schwärme, die schwierigen geschichten sind gefragt, aber davon gibt es gerade nichts zu berichten. "ich freue mich für dich" sagen sie und ich bin nicht sicher, ob ich es glauben kann. ich merke, wie ich mich von ihnen entferne, wie ich überlege, was ich erzählen will, kann oder darf und merke, wie ich zunehmend gelangweilt von den singlethemen bin. ach wie gemein. jahrelang habe ich meine freunde damit malträtiert und jetzt will ich nicht mehr zuhören!

veränderung ist immer gut. stillstand macht mich wahnsinnig. aber manchmal passieren veränderungen in einem tempo, wo man selbst oder auch die lieben gar nicht richtig mitkommen. natürlich habe ich es schon x-mal erlebt, dass sich eine freundin entzog, wenn sie einen neuen mann hatte und wie die wahl der gesprächsthemen schwieriger wird, wenn die eine ein kind hat und die andere sich immer noch auf verheiratete männer stürzt. viele freundschaften sind daran zerbrochen. nicht spektakulär, sondern schleichend. es blieb immer ein doofes gefühl zurück. und jetzt erlebe ich - endlich? - wie es ist, auf der anderen seite zu stehen, und freundInnen zu verlassen. ich will das nicht. wie kann man erwarten, dass einem freundinnen in den schlechten zeiten wieder beistehen, wenn man sie in den guten zeiten vernachlässigt hat. erstaunlich oft funktioniert es ja. aber es ist ein komisches ding. und trotzdem, ich kann sie doch auch nicht mit meinem ganzen glück zumüllen, oder?

Donnerstag, Mai 04, 2006

wunder punkt

gestern wollte ich jemand die URL meines blogs geben "wunder punkt blogspot com" sagte ich und bekam die verwunderte antwort "wunder punkt? was für ein wunder punkt?". sehr schön. ja, manchmal geht es tatsächlich hier um wunde punkte und nicht nur um die fülle und die wunder des lebens.

Donnerstag, April 27, 2006

mädchen

meine güte, manchmal bin ich aber auch ein mädchen! das geliehene auto hat so einen modernen schlüssel, auf den man drückt und dann geht die tür auf. die besitzerin warnte mich schon, dass die batterie recht entleert sei und ich den schlüssel nahe ans auto halten müsse, statt es cool von der anderen straßenseite zu öffnen. trotzdem stand ich vorhin stundenlang verzweifelt vor dem auto und konnte es nicht öffnen. ich rief sie an und fragte, ob es einen trick gäbe. aha, also nicht auf die tür, sondern auf den rückspiegel zielen. gesagt getan. als sie mir verriet, dass man auch einfach den schlüssel ins schloss stecken könnte, um aufzuschließen, entdeckte ich, peinlich berührt, das schloss. das hatte ich in der hektik übersehen. peinlich.

Mittwoch, April 26, 2006

veränderungen bemerken

ich hatte ihm den frisörtermin verschwiegen, um zu sehen, ob mein sonst so aufmerksamer mann merkt, dass ich anders aussehe. manchmal ist mir ja unheimlich, was er alles sieht, riecht und schmeckt. bei so viel informationen würde ich einen informationsoverkill bekommen. meine welt ist glücklicherweise viel beschaulicher. ich weiß, er sieht das anders. aber jede nach ihrer facon.

gut, es war schon spät, kein tageslicht und eigentlich schon kurz vom einschlafen und aber es amüsiert mich immer noch, dass er sagte "du riechst anders, warst du beim frisör?".

Freitag, April 21, 2006

luxus

ich komme gerade von der anprobe bei der schneiderin. es wird eine maßgeschneiderte weiße bluse, heiß ersehnt, das weihnachtsgeschenk des verlobten. es fühlt sich luxuriös, königlich an, sie anzuziehen. ein schöner stoff, der kragen genau so, wie ich ihn mir wünschte. dann zuppelt sie noch etwas an mir herum. hier noch zwei abnäher, die ärmel doch noch etwas kürzer. ich bin es nicht gewohnt, dass leute vor mir knien, aber ich gebe zu, ich genieße es.

ich frage mich, ob es wirklich luxus ist, sich etwas maßschneidern zu lassen. ist es nicht eher bescheuert, dinge von der stange zu kaufen und sich darüber zu ärgern, dass man kein mensch von der stange ist? wie oft mache ich kompromisse beim kleiderkauf und nehme in kauf, dass es hier zu kurz, dort zu eng ist oder das muster oder die farbe doch nicht ganz so sind, wie ich es mir wünsche. immer habe ich das gefühl, nicht gut genug für die kleidung zu sein, dabei ist es genau umgekehrt: die kleidung ist nicht gut genug für mich.

jede frau sollte eine weiße bluse haben. was sage ich "die" weiße bluse haben. die bluse, die zu allem passt und alles veredelt, die die vorzüge der frau zur geltung bringt, ohne sich in den vordergrund zu drängeln. eine bluse, die passt, in der man sich wohlfühlt, über deren stoff man streichelt und es genießt. ist es luxus oder nicht? egal, ich genieße es! und ich weiß es sehr wohl zu schätzen.

und schon überlege ich, wie man eine zweit- und drittbluse daraus gestalten könnte. der schnitt ist ja nun fertig, da könnte man doch noch eine geblümte machen oder eine, mit einem gesmokten rücken, damit sie hübsch auf taille sitzt oder... hach, ich bin ein glücklicher mensch. ich kann mich, auf dem balkon sitzend, einen leckeren kaffee trinkend, mich an den jungs ergötzend daran erfreuen, auf den tag nächste woche zu warten, wenn ich sie abholen kann. und zumindest mir das träumen von blümchen oder so zu erlauben. kostet ja nichts. und macht glücklich. noch glücklicher.

Mittwoch, April 19, 2006

meine jungs

endlich einen balkon! ich kann es kaum erwarten, dort endlich zu sitzen. in der mittagssonne ein kaffee trinken und ein klitzekleines schläfchen halten. und abends: abends dort den grillen zuhören und den tag ausklingen lassen. ich freu mich unglaublich darauf, bald, ganz bald den balkon richtig in beschlag nehmen zu können.

und heute gehts ein klein bißchen los. seit jahren träume ich von einer verwunschenen kräuterecke auf einem balkon. duftende, wuchernde, blühende kräuter. beim kochen einfach ein paar schritte rauszugehen, vor den jungs zu stehen, an ihnen zu reiben, an den fingern zu schnuppern und zu überlegen, auf welches frische kräutlein man jetzt lust hätte. einfach ein paar blättchen abzuzupfen und dem essen einen pfiff geben. oder eigenen tee machen. ich liebe frische minze, ich liebe verbene! hach, das wird schön.

am samstag waren wir bei rühlemanns. der kräuterhimmel. ich war natürlich überfordert. eigentlich wollte ich mich gut vorbereiten. mir genau überlegen, was ich gerne kaufen würde und dann durch die reihen schlendern, hier mal riechen, dort mal probieren und dann kaufen, kaufen, kaufen. ganz so sinnlich war es nicht, denn ich hatte migräne und den verlobten dabei, aber stolz schleppte ich 11 pflänzchen nach hause. meine jungs!

hach, was freute es mich, als sich auch der verlobte begann, für die jungs zu begeistern. er fotografierte sie, schließlich muß ja dokumentiert werden, wie sich unsere prachtjungs entwickeln werden. ich katalogisierte sie und suchte aus dem netz weitere informationen über pflege und verwendung. toll. am zweiten abend standen wir gemeinsam um sie rum und töteten läuse. ob es doch unsere statt meine jungs werden? das würde mich freuen.

und heute abend ziehen sie richtig ein. gestern kauften wir noch mehr töpfe und gute kräutererde. heute abend bekommt die marrokanische minze ihre lauskur und die tapferen dürfen vielleicht schon raus. die anderen jungs stehen bis zu den eisheiligen hier im arbeitszimmer neben mir auf der fensterbank und duften. hach, ich bin ein glücklicher mensch.

am liebsten schmuse ich mit der erdbeerminze aber natürlich liebe ich meine anderen jungs auch sehr. liest sich die beschreibung nicht wunderbar? und das tolle ist: so ist es!

"Diese zierliche Minze beglückt uns mit einem dreifachen Dufterlebnis: Bei nur ganz leichter Berührung der Blätter genießen Sie einen sehr kopfigen, ätherischen Duft, der nur mit dem von echtem Oktoberfest-Sahneeis vergleichbar ist. Bei stärkerer Berührung dagegen kommt ein klarer Erdbeerduft auf Sie zu. Und wenn Sie die Blätter richtig zerreiben, wandelt sich das Aroma in eine pralinenartige Scharzwälder-Kirsch-Note."

ppg-stöckchen

yippie. saintphalle hat das stöckchen aufgenommen und ihre ppg (peinliche pannengeschichte) aufgeschrieben. herzlichen dank und absolut lesenswert. ob jemand lust hat, das stöckchen weiter aufzunehmen und uns eine ppg aus ihrem/seinem leben zu schildern? ich würde mich natürlich sehr freuen.

"Es muss irgendwann in meinem letzten Schuljahr gewesen sein. In dem Wohnviertel meiner Eltern übernahm damals zu Tageszeiten, in denen die Auslastung der öffentlichen Verkehrsmittel nicht sonderlich hoch war, ein Kleinbus die Touren der Linienbusstrecke....."

neugierig? hier geht die geschichte weiter.

Montag, April 17, 2006

frohe ostern

ja, ich hatte mich über den osterhasen gefreut. das große gelbe geschenk angeschaut und ein bißchen darauf gewartet,dass es endlich sonntag sein würde und ich es auspacken darf. der liebste bekam ein ähnliches paket. wir waren nicht mehr sicher, für wen die grüne und für wen die weiße schleife bestimmt waren und prompt öffneten wir die verkehrten pakete. lautstarkes lachen seinerseits beunruhigte mich etwas. als ich die, bestimmt teuren und geschmacklich besonderen, geschirrhandtücher auspackte, stockte mir der atem. was soll man da bloß machen? sage ich "oh wie hübsch" und höflich danke, bekomme ich die nächsten jahrzehnte so etwas von den schwiegereltern geschenkt, aber beschweren? der liebste versprach zu fragen, ob ein umtausch in frage kommen würde. anscheinend nicht. also besitze ich nun drei sehr wertvolle, leinene geschirrtücher und frage mich, wie wohl das freuen bei solchen geschenken funktioniert. aber so ist das wohl, wenn man eine beziehung hat. die feiertage, die familie und merkwürdige geschenke gehören wohl dazu.

Donnerstag, April 13, 2006

zipperlein

heute nacht konnte ich vor lauter menstruationsbeschwerden kaum schlafen. ich wälzte mich im bett herum und versuchte dies so leise wie möglich zu tun, um den liebsten nicht zu wecken. schreckliche gedanken stürmten in meinem kopf, die mich noch mehr vom schlaf abhielten. ich bin eine alte frau, will man mit mir überhaupt noch kinder machen, wenn ich dauernd zipperlein habe. vorletzte woche der umgeknickte fuß, dann mal wieder eine migräne und zu guter letzt die kaputte hüfte, die mich nun schon mehr als eine woche quält (und definitiv nach dem sex noch mehr schmerzt als vorher). very unsexy. da muß ich mich nicht wundern, dass männer meines alters auf junge dinger stehen. plötzlich ein gedanke, der mich sanft einschlummern liess: juchhei, unterleibskrämpfe, da weiß ich doch wenigstens, dass es zumindest biologisch noch eine weile gehen könnte.

Mittwoch, April 12, 2006

nur noch grünes

derzeit ist mir sehr nach grün, nicht nur wegen meiner schönen neuen grünen schuhe. hoffentlich gibt es bald einen schönen anlass, bei dem ich sie ein zweites mal tragen kann. (ja, ich weiß, dass sowas nix für rückengeschädigte ist, die schon beim sockenanziehen schwierigkeiten haben.) gestern sagte ich zu einer lieben bloggerin, die mich freundlicherweise zum essen/trinken/vielerzählen einlud, dass ich derzeit grünes essen bevorzugen würde und deshalb dem brokkoli, den sie noch vorrätig hatte, durchaus zugetan wäre. die gute kaufte auch noch grüne nudeln, ich brachte das grüne bier. perfekt.

und dann sprachen wir über spinat. ich liebe spinat, koche aber grundsätzlich nur gefrorenen. mit dem frischen habe ich es nicht so. da kann ich noch so waschen, waschen und noch mal waschen - es bleibt einfach immer sand drin, der dann so eklig zwischen den zähnen ist. das passiert beim TK-spinat nicht. und außerdem habe ich ein trauma. ein "frischer-spinat-trauma". es begab sich vor einiger zeit, zwei studienfreundinnen bei mir zu besuch waren. wenn sie schon mal in der stadt waren, wollten sie auch gerne einen anderen exkommilitonen sehen. ich hatte nichts dagegen, ein essen bei mir zu arrangieren, auch wenn es mich etwas nervös machte. dieser mann hatte etwas von klaus maria brandauer, wenn auch etwas hübscher. er war irgendwie was besseres, so reiche-leute-internat und so und schaute mich während des studiums nicht mit dem arsch an, obwohl wir uns regelmäßig auf irgendwelchen geburtstagen trafen. dieser mann, mit den reiche-leute-freunden, sollte also meine butze betreten, sehen, was fast ein jahrzehnt nach dem studium aus mir geworden bzw. nicht geworden ist, begutachten und bei mir essen.

ich suchte lange nach einem geeigneten rezept und kaufte dafür sogar die brigitte. dort gab es einen asiatischen spinat mit erdnusssoße, der mir geeignet erschien. beim lesen des rezeptes, lief es mir schon wie verrückt die spucke im mund zusammen. ich konnte es kaum erwarten, ihn zuzubreiten. wir standen in der küche, quatschten, tranken dabei ein paar schlückchen wein und kochten. es war nett. und auch als der gast zu uns stiess, war es immer noch nett. meine berliner wohnung ging für besuch von ausserhalb ja auch stets als originell durch. da brauchte man sich nciht verstecken. wir setzten uns zum essen. ich gab mir mühe, zuvorkommende, perfekte gastgeberin zu sein. ich war an meiner hausfrauenehre gepackt. ich schöpfte die speisen auf teller und bemühte mich, dass es ein wenig nach restaurant aussah. vergebene liebesmüh - bei mir sieht es nie so aus, aber bisher hat es eigentlich immer geschmeckt. er war der ehrengast, wir drei frauen hatten zusammen gekocht. ich nahm seinen teller, fragte ihn, ob er spinat möge und als er nickte, klatschte ich vorsichtig eine angemessene portion auf den teller. wir bemerkten den waschbeckenstöpsel gleichzeit, wie er schwarz inmitten des grünen blattspinats lag. ich versank vor scham im boden und kann mich an den rest des abens nicht mehr erinnern.

so was könntest du doch mal bloggen, sagte saintphalle. ich weiß, antwortete ich. manchmal gibt es einfach keine aktuellen blogbaren erlebnisse. andere schreiben dann alte geschichtchen auf, aber ich sollte mit meinen geschichtchen lieber geld verdienen, statt sie hier einfach so herumzubloggen. und wenn mir dann mal was einfällt, dann habe ich es vergessen, wenn ich wieder am computer sitze. es ist aber eine schöne geschichte, sagte saintphalle und erzählte eine peinlichkeit aus ihrem leben, die sich als geschichte auch ganz hervorragend eignete. na, ob sie das stöckchen übernehmen wird?

Montag, April 10, 2006

peinliches bärchen ich

auweia. es ist passiert. gestern habe ich mich zum zweiten mal dabei erwischt, wie ich etwas über den liebsten erzählte und dabei einen kosenamen verwendete. das ist wirklich unglaublich peinlich. wie kann ich diesen programmfehler in meinem hirn nur löschen?

Freitag, April 07, 2006

nicht zum anfassen

onlinebanking hat etwas total surreales. früher hatte ich mal telefonbanking, das war wenigstens mühsam. dann wohnte ich 6 jahre neben einer filiale, da war so schnickschnack nicht nötig. jetzt hatte ich es mir eingerichtet, um leichter die geldeingänge zu überwachen, um serviceorientiert schnell zu reagieren. leider brauche ich es derzeit nur für geldabgänge. und dann tippt man da einfach ein paar zahlen ein und dann wars das. es fühlt sich überhaupt nicht an, wie geldausgeben. ich kann schon verstehen, wieso es menschen in meiner familie gibt, die es lieben geld von einem konto auf das andere zu verschieben. aber meine ganzen überweisungen machen irgendwie gar keinen spass.

Donnerstag, April 06, 2006

stand by your man

"stand by your man" summte ich gerade vor mich hin. ich stehe. das werde ich in nächster zeit noch häufiger tun. gestern irgendwie in der badewanne ausgerutscht, seit wochen kleine komische schmerzen am steißbein nach dem umzug, heute nacht dann fast völlige bewegungsunfähigkeit. millimeterweise bewegte ich den körper, um die lage zu verändern. aufstehen und auf toilette gehen, ging gar nicht. der verlobte wurde natürlicht davon wach. seine diagnose, das könnte ein bandscheibenvorfall sein, versetzte mich in panik, ob der vielen aufgaben, die in den nächsten wochen vor mir liegen. es wurde immer schlimmer. um 6 fuhren wir ins krankenhaus.

dort gleich der nächste hammer. ja, das könnte ein bandscheibenvorfall sein oder die niere. na super. die tränen kamen wieder hoch. das wird die rache meines schlechten karmas sein, weil ich über arg junge schwangere schwägerinnen lästerte. jetzt zeigt mir mein körper, wie alt ich bin. dann gaben sie mir einen cocktail. geile drogen für 10 euro praxisgebühr. ich bin jetzt 8 stunden später immer noch duhn. aber es ist glücklicherweise nicht so schlimm. keine der hypothesen bewahrheitete sich. einfach nur ne prellung oder so was, aber die tun eben besonders weh. deswegen werde ich jetzt eine weile rumstehen statt sitzen müssen aber sie haben mir nette drogen mitgegeben.

mein man stand mir bei. das war ganz wunderbar. manchmal frage ich mich, wie ich in den letzten jahren nur so verdammt erwachsen sein konnte und stets die zähne zusammengebissen hatte, weil "alles nicht so schlimm ist und ich da schon alleine durchkomme". zu zweit ist es um potenzen besser. also werde ich den verlobten in der nächsten zeit wohl häufiger im stehen anhimmeln. stand by your man. und jetzt muss ich aufhören und mich mal wieder zum telefonieren hinstellen. alles tut weh beim sitzen.

Mittwoch, April 05, 2006

fürsorglichkeit

einer der vielen vielen gründe, wieso ich ihn liebe ist seine fürsorglichkeit. ich komme nachhause und finde nicht nur ein liebesbriefchen sondern auch das gemeinsam genutzte netzwerkkabel an meinen computer gesteckt.

ferienwohnung

ich wollte das nie und dann werde ich so und bemerke es noch nicht mal. wie meine eltern. jedes jahr bin ich früher viermal im jahr an den bodensee gefahren, um urlaub zu machen. das ferienhaus muß sich ja auch rentieren. auch wenn ich es als kind natürlich sehr genossen habe, das landleben aus sicherer entfernung kennenzulernen, beneidete ich doch meine freundinnen innig, die postkarten von der adria schrieben. es dauerte jahre, bis ich das erste mal das meer sah. abgesehen von zwei auffenthalten als kleinkind an der ostsee, aber das zählt nicht, finde ich.

und jetzt bin ich gerade am aufräumen und aufbrechen. als letztes wird selbstverständlich der rechner eingepackt. ich packe zusammen und mache sauber. routiniert. genau so, wie sich die reihenfolge gehört. so haben wir das als kinder mitbekommen. damals mußte ich immer saugen und den müll wegbringen. jeder hat eine aufgabe. jetzt mache ich alles. beim betten abziehen fällt mir auf, dass ich diese routine als pubertierende zu hassen begann. ich schwor mir, niemals ein ferienhaus zu besitzen und schon gar nicht meine kinder mit so etwas zu quälen. jetzt habe ich eine zweitwohnung in berlin und bin nicht sicher, in wieweit der verlobte darüber erfreut ist. ich genieße es.

ihr kinderlein kommet

heute habe ich wieder eine ganz wunderbare zeit mit meinem patenkind, ihrer zwillingsschwester und ihrer mutter, meiner freundin ise, verbracht. ganz reizend. ich wurde wie verrückt fruchtbar. es freut mich, an mir zu beobachten, dass ich spass an der beschäftigung mit emma habe. früher fragte ich mich manchmal, ob ich nicht normal sei, weil ich nicht wie andere frauen, hysterisch auf babys und kleinkinder reagierte. ich hatte einfach nie diesen anfasszwang und diese instinktive begeisterung für kinder. mittlerweile kann ich differenzieren. babys finde ich ziemlich uninteressant. neugeborene meist sogar hässlich. wenn sie zu klein sind, mag ich sie auch nicht unbedingt anfassen. ich habe angst, sie fallen zu lassen oder falsch anzufassen. ab einem jahr geht’s.

heute fand ich es ganz entzückend, mit den kleinen zu sprechen. sie verstehen unglaublich viel. wenn man mit ihnen bilderbücher anschaut und fragt „wo ist der bär?“ etc, dann können sie auf alles zeigen, weil sie wissen, was gemeint ist. ihre sprache ist noch eher unverständlich, aber ich bin jedes mal völlig begeistert, wenn ich etwas verstehe. wenn man mir vor ein paar jahren erzählt hätte, dass ich es heute großartig in dem mutter-und-kind-café fand, hätte ich denjenigen für verrückt gehalten.

und dann komme ich froh und fruchtbar nachhause und finde eine mail meines bruders, in der er mir mitteilt, dass ich tante werde. ich bin fast vom stuhl gefallen. ein wenig neidisch bin ich und ein wenig verärgert, dass er, der vier jahre jüngere mit der unglaublich jungen freundin, nun vor mir über die ziellinie geht. ich weiß, dass solche gedanken bescheuert sind aber sie sind nun mal da. und zum kindermachen gehören nun mal zwei und nur weil ich mich gerade so fruchtbar fühle, heißt das ja noch lange nicht, dass es dem verlobten ebenso geht oder dass es auf anhieb klappt. da entschließe ich mich, dass ich nun reif für eine neue lebensphase bin und dann stiehlt mir mein bruder die show....

Dienstag, April 04, 2006

marathon

heute habe ich 12 stunden am stück konversation gemacht. schön wars. aber langsam gehen die worte zu neige. jetzt freue ich mich auf die zwillinge morgen. mein 20 monate altes patenkind und ihre schwester können ja glücklicherweise noch nicht so viele wörter, so dass ich in ruhe mit ihnen dada machen kann. und abends kino. das ist auch schön, da können mal die anderen reden.

berlin ist schon toll. ich vermisse meinen mann und ich sehen mich unendlich, in seinen armen zu liegen, ihn zu spüren, zu riechen und... mit ihm zu reden, aber ich genieße es gleichzeitig hier zu sein. süße sehnsucht ist auch schön. hach, ich bin ein wirklich glücklicher mensch.

Sonntag, April 02, 2006

wert schaffend

ich habe vergessen, von wem der arbeitsbegriff "wert schaffend" ist. vielleicht war er auch von niemanden und er ist von mir, ohne, dass ich es merke. früher habe ich mich ja mal mit so schlauen dingen beschäftigt, aber man vergisst ja doch einiges.

eben solches erzählte mir vorhin meine freundin nicola. sie war so entsetzt darüber, dass sie nach acht jahren ohne praxis in barcelona feststellen mußte, wie wenig spanisch sie noch konnte. ob es wohl an den altererscheinungen liegt, dass man sich nicht nur weniger merken kann, wenn man stark auf die vierzig zugeht, oder daran, dass man sich vielleicht in jüngeren wie in älteren jahren darüber täuscht, wie gut man in diesem oder jenem sei. ja, das ist ein ding, bestätigte ich ihr. ich kann mich noch gut daran erinnern, wie bitter der erkenntnisprozess war, als ich feststellen mußte, dass ich absagen auf bewerbungen nicht deshalb bekam, weil die konkurrenz so groß und die wirtschaftslage ach so schlecht war, sondern weil ich mich und meine erfahrungen schlichtweg überschätzt hatte. aber hauptsache, erkenntnisprozesse setzen irgenwann einmal ein. manchen ereilen sie nie. gespräche darüber verfestigen sie. ist das nicht wunderbar?

und doch kann ich mich daran erinnern, dass ich mich früher einmal, in einem früheren leben sozusagen, ist doch zum beispiel das abitur auch nahezu 20 jahre her, dass ich mich früher einmal mit dem arbeitsbegriff auseinander setzte. heute habe ich den ganzen tag mit lieben freundinnen kaffee getrunken und ich bewahre die gespräche in meinem herzen (so wie maria in der weihnachtsgeschichte), weil sie mir so wertvoll sind. da bei mir ja arbeit gleichbedeutend mit "übersetzung meiner lernprozesse für andere in der form, die mir gerade besonders spass macht" ist, habe ich also den lieben langen sonnigen sonntag gearbeitet wie schön.

ein kleines gedankenfetzchen, dass mir besonders im gedächtnis hängen geblieben ist, ist der kommentar von anna. wir sprachen darüber, wie schwer es ist, neue partner von freunden zu beurteilen, wenn man sie nur einen abend erlebt hat. dem, den es interessiert, sagt man meist sowieso nicht so viel, anderen gegenüber ist man oft offener. als sie einem gemeinsamen freund von dem treffen mit meinem verlobten im herbst berichtete, sagte, sie, dass sie es ganz prima gefunden hätte, wie verliebt er mich angeschaut und wie interessiert er den gesprächen gelauscht hätte, auch wenn er, als einziger neuer unter alten freunden, nicht immer zu wort kam. das ist eine schöne beobachtung und ich freute mich mal wieder, dass wir befreundet sind. und dann sagte sie, dass wir mal wieder zusammen urlaub machen werden. wir waren so ein gutes urlaubsteam damals in den neunzigern. hach, das wäre schön.

essen trinken glücklich sein

schön war es! meine erste bloglesung. es war ein bißchen, wie in gala blättern. schaun, wer wohl da ist, wie wer wohl wie aussieht und wer mit wem. sehr spannend. ich war überrascht, wie vielfältig, einfallsreich und überbordend das buffet gefüllt war – ebenso waren die texte. was für eine reizende idee, texte über das essen zu wählen und als eintrittskarte eine mitgebrachte speise zu einem buffet zusammen zustellen. großartig. vielfältig, unterschiedlich, einfallsreich – vielleicht ein wenig zu lang. die pause zwischendurch tat gut. ich war froh, dass ich jemand kannte. sonst wäre ich vielleicht ein wenig verloren herumgestanden.

schüchternheit war aber völlig unnötig. ich hatte zunächst die befürchtung, dass die leute elitär unfreundlich wären. immerhin gab es schon so viele bloggerevents in berlin, zu denen ich keine zeit hatte zu kommen. ich befürchtete, dass "man sich kennt" und nicht mehr offen für neue wäre. aber so habe ich es nicht empfunden. nach der lesung konnte man gut leute ansprechen und keiner zeigte sich schockiert über die kontaktaufnahme. ach, der mann, der so nett vorlas, den ich leider nicht sehen konnte, weil ich nach der pause zunächst im nebenraum blieb, war parka lewis? den hatte ich mir ja ganz anders vorgestellt: älter, abgehobener und ein wenig einschüchternd. in echt war er ganz reizend. wer hätte das gedacht. ich las ihn bisher gerne – jetzt lese ich ihn noch lieber.

wenn ich sonst davon ausgehe, dass es in jeder gruppe 10 % nette gibt, dann ist das meist eine optimistische grundhaltung, die mir das leben erleichtert und mir mut macht, nach den netten ausschau zu halten. es gibt sie immer. bei bloggern ist das anders. das verhältnis ist umgedreht. jeder war nett, mit dem ich sprach. wirklich nett. und genau so ist es gemeint, auch wenn das wort oft missverstanden wird. wenn ich auf partnersuche wäre, würde ich mich auf bloggerevents rumtreiben. wo sonst findet man eine solch ausgewählte gruppe optional passender partner? allesamt im richtigen alter, freundlich offen und hinreichend gebildet? wo sonst ist es so einfach, jemanden anzusprechen um dann festzustellen, dass „man sich liest“ oder „bestimmt ab jetzt lesen wird“. aber ich suche ja nicht und trotzdem war es wunderbar, denn man braucht ja schließlich nicht nur einen partner. es ist immer gut zu wissen, wo man netten leute findet.

so nette gespräche. am besten hat mir natürlich das gespräch mit der verehrten elle gefallen. natürlich auch über die pubsgeschichte. klasse. frau engl habe ich endlich kennengelernt und mit frau julie interessante erkenntnisse ausgetauscht. ein bißchen networking schadet nie. ganz besonders gefiel mir das spiel mit mir selbst: zu raten, wer welchen blog schreiben könnte. einen mann verdächtigte ich als sebas zu sein und bezeichnete ihn der lüge, als er es abstritt. wer hätte das gedacht: ein nicht blogger auf diesem event! er nahm es mir glücklicherweise nicht übel und überlegte gemeinsam mit mir, wie man um himmels willen den wodka-wackelpudding (auf jeden fall besser als gurkenwurst) aus den becherchen lutschen könnte. als herr sebas später erschien, glaubte ich dem fremden doch, dass er nicht der toillettendeckenfetischist sei. hätte ja sein können, man hat ja so ein bild beim lesen.

das einzige, was es zu verbessern hätte geben können, wären namensschildern an den speisen des buffets (wer hat den köstlichen asiatischen gurkensalat bereitet?) und eine kommentarfunktion. das hätte ich mir lustig vorgestellt. achja und dass ich frau saoirse nicht auf wiedersehen konnte, war auch schade. aber ansonsten war es ein absolut gelungener abend.

wünsche:

  • ein häuschen in den elbvororten
  • ein klavier
  • ein tanzkurs mit meinem liebsten
  • einen kochkurs (am liebsten indisch)
  • ein städteurlaub in rom oder barcelona oder kopenhagen