Mittwoch, Dezember 21, 2005

schenkstressirrtum

bin ich besonders schwer zu beschenken? es scheint, als würden die mir nahestenden personen gerne auf nummer sicher gehen, und mir die wahl meiner geschenke überlassen. das führte zu der skurrilen situation, dass ich letzte woche ein paar handschuhe und einen hut bei dem wundervollen laden"roeckl" kaufte, sie eine woche lang kritisch anschaute, um herauszufinden, ob mir das maigrün tatsächlich gefällt, sie heute in himbeerrote umtauschte, erfolglos durch die stadt hechtete, um einen passenden schal zu finden und sie wieder in maigrün zurücktauschte, weil es mit schal doch eleganter und wärmer ist als ohne. das ist natürlich anstrengend. sowas will man seinen lieben doch nicht zumuten!

als ich meinen lieblingsonkel mit einem kurzbesuch beglückte, weil verabredungen bei uns sowieso nur einmal im jahr zustande kommen, obwohl wir diese immer sehr genießen. freute er sich mehr, mich zu sehen als über meine zwei mitbringsel. er war beschämt, weil er nichts für mich hatte. so ein quatsch. ich habe die mitbringsel als anlass genommen, ihn zu überfallen, wir haben uns beide gefreut, uns endlich mal wieder gesehen zu haben und gut ist.wieso ist das nur so ein merkwürdiges tauschgeschäft, bei dem es anscheinend um zusatzpunkte oder versagen geht? geht es nicht!

bin ich besonders fies, wenn ich was unpassendes geschenkt bekomme? gut, ich weiß, diplomatie liegt mir nicht sonderlich und mir rutscht schon mal ein zu ehrlicher kommentar heraus. aber was ist so falsch daran, wenn ich fragen ernst nehme und mit der wahrheit antworte? ich kann mich übrigens nicht erinnern, dass ich jemals einem schenker den kopf abgerissen hätte. weder damals mit den sparsam bestickten stoffservietten noch bei diesem scheußlichen rosa buddha.

normalerweise schenke ich mir jedes jahr zu weihnachten selbst etwas schönes, damit etwas dabei ist, was wirklich schön ist. dieses jahr nicht, da kein geld übrig ist. aber ich habe ja schon vor gar nicht langer zeit etwas wunderschönes geschenkt bekommen und bin glücklich und zufrieden. also kann ich mich doch entspannt zurücklehnen und schaun, was das universum noch so für mich bereit hält.

ich finde, ich bin dieses jahr ziemlich gut, was meinen weihnachtshass angeht. ja, es geht mir in der weihnachtsendphase auf die nerven, mit menschen nur noch über geschenkstress zu reden. ja, auch ich bin wieder mal in eine "ach-du-meine-güte-das-wollte-ich-doch-auch-noch-besorgen-hektik" reingeraten. aber ich finde es bewundernswert, dass ich sogar bei der glenn-miller-weihnachts-cd, die ich kaufte, fröhlich mitsumme. ich bin doch kein unmensch!

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wünsche:

  • ein häuschen in den elbvororten
  • ein klavier
  • ein tanzkurs mit meinem liebsten
  • einen kochkurs (am liebsten indisch)
  • ein städteurlaub in rom oder barcelona oder kopenhagen