Mittwoch, Dezember 14, 2005

pro bono

rathhausempfang mit ole. genauer gesagt ein stehempfang. ich stand mir die beine in den bauch, was nicht so angenehm war, weil ich drei tage vorher übelst von einem bettpfosten gegen meinen rechten kleinen fußzeh getreten wurde. ich hatte das gefühl, dass neben meinen zehen im schuh noch ein pinguin saß, so drücken die vertrauten schuhe. ich stand trotzdem weiter rum in dem eindrucksvollen festsaal des hamburger rathhauses und wartete auf den übelst geschminckten ole, der zu spät kam, weil eine talkshowaufzeichnung länger dauerte, wie er uns verriet.

um mich herum fast nur männer in uniformen. leider wenig schmuck, denn es handelte sich um freiwillige feuerwehr und THW. nicht jedem stand die uniform. ich fragte mich, was ich hier sollte. in den reden wurde viel über tsunami und hochwasser geredet. ich beschloss, dass die aidshilfe auch katastrophenhilfe leistet, beziehungserweise meine präventionsarbeit hoffentlich katastrophen verhindert. bei den schwülstigen teilen der reden fühlte ich mich dann doch ein wenig angesprochen. ja, das ist ein teil gesellschaftliche verantwortung zu übernehmen, wenn man ein ehrenamt hat. deswegen ließ ich es mir auch als eine der 1000 geladenen gäste schmecken, als endlich das buffet eröffnet wurde. wieviel ehrenamtler es wohl in hamburg gibt? ich schätze es sind zigtausende und ich schätze, dass es wohl sehr viel mehr frauen sind als männer. die ganzen uniformierten männer um mich herum, repräsentieren diese wohl nicht. das stieß mir irgendwie übel auf.

es wurde die "max-schmeling-medaille" verliehen, an einen betrieb, der ausschließlich mitglieder der freiwilligen feuerwehr einstellt. wieso hatte ich das gefühl, es könnte sich um vereinsmeierei handeln? mein betrieb beschäftigt auch 100% menschen, die sich ehrenamtlich engagieren: mich. und es fällt mir oft nicht leicht, mich mehrmals im monat einen vormittag oder einen abend freizumachen. und trotzdem mache ich es, weil ich es wichtig finde, einen beitrag zu unserer gesellschaft zu leisten und weil ich gerne jungen frauen sicherheit und selbstvertrauen geben möchte, dass sie verantwortung für sich und ihr leben übernehmen.

später eilte ich zum chor. wir proben seit ein paar monaten in einem seniorenheim. an diesem abend wollten wir ein kleines konzert für die alten leute geben. auch pro bono, versteht sich. es war mehr als skurril. die leutchen reden dabei, zickten sich an oder schliefen ein. sie kamen und gingen, wann sie wollten. unser englisches liedgut konnte sie nur zu bedingt begeistern. aber als wir weihnachtslieder anstimmten, von den wir mühsam eine strophe zustande bekamen und uns bei den weiteren strophen weitesgehens mit "lala" behelfen mußten, sangen sie alle beglückt mit und konnten den kompletten text. skurril, aber trotzdem irgendwie eine gute sache.

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wünsche:

  • ein häuschen in den elbvororten
  • ein klavier
  • ein tanzkurs mit meinem liebsten
  • einen kochkurs (am liebsten indisch)
  • ein städteurlaub in rom oder barcelona oder kopenhagen