Dienstag, Dezember 20, 2005

anrede

schwieriges thema. wie redet der verlobte meine eltern an und umgekehrt. weihnachten naht und beide elternpaare machen sich gedanken darüber. sagte mein vater vorhin am telefon, dass er sich gut vorstellen könnte, "papa" genannt zu werden. das hätte ich jetzt nicht gedacht!

als ich sprechen lernte (deutsch lernte, wie meine freundin über ihren kleinen sohn sagt), wurden mir meine erzeuger als "mutti und vati" vorgestellt. ich war als kind immer neidisch auf meine freundinnen, die "mamma und papa" sagen durften. diese anrede fand ich viel natürlichlicher und liebevoller. als ich älter wurde, taufte ich kurzerhand meinen vater in "papa" um. er scheint sich daran gewöhnt zu haben.

wenn ich eltern von freunden treffe, ergibt sich meist das problem der anrede. ich habe kein problem, von ihnen mit vornamen angeredet zu werden, werde aber gerne gesiezt. ich weiß, für viele klingt das ziemlich gestelzt, ich finde das gut. ich habe es auch im arbeitsleben so gehalten. wenn ich mit einer gruppe zu tun hatte, die sich untereinander mit vornamen anredete, dann fragte ich sie, ob ich sie auch mit vornamen anreden dürfte, damit ich nicht zwei namen (vor- und familienname) lernen müsste. damit aber der berufliche kontext gewahrt wurde, zog ich es vor, mich trotzdem häufig mit ihnen zu siezen. bei eltern von freunden ist es so, dass die freunde von mir ja auch als "meike" reden. es wäre also albern, wenn mich leute, die von mir als "meike" erzählt bekommen, mich mit nachnamen anreden. aber daraus kann man doch nicht den umkehrschluß ziehen und ich muß automatisch geduzt werden bzw. diese leute duzen und mit vornamen ansprechen. irgendwie bin ich in dieser hinsicht noch ein bißchen kind: die eltern von freunden sind älter als ich und deswegen finde ich es in ordnung "frau müller" zu sagen, auch wenn sie mich "meike" nennen. durch das siezen kommt dann die erwachsene gleiche augenhöhe. es gibt auch eltern von freunden, die mir den vornamen angeboten haben. ich merke, wie ich die anrede meist vermeide und unpersönliches zeugs daher rede.

mit dem verlobten ist es jetzt ein bißchen schwieriger. natürlich fände ich es nett, wenn zu den jeweiligen familien sich ein duzverhältnis einstellen würde. für mich wäre es auch ok, vornamen zu benutzen, denn umgekehrt, nachname und duzen das ist so kaufhausmäßig ("frau müller, kannst du mich bitte an der kasse ablösen"). aber "mutti und vati"? neee, also ich finde, das ist schon den blutsverwandten vorbehalten. mir stieß das bei der ex-verlobten meines bruders jedenfalls immer komisch auf, wenn sie meine eltern so anredete. erstaunlicherweise macht sie es jetzt, nach der trennung von meinem bruder, immer noch. merkwürdige sitten sind das.

wie wird das wohl bei anderen leuten gemacht?

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wünsche:

  • ein häuschen in den elbvororten
  • ein klavier
  • ein tanzkurs mit meinem liebsten
  • einen kochkurs (am liebsten indisch)
  • ein städteurlaub in rom oder barcelona oder kopenhagen