Montag, November 21, 2005

liebe

was ist liebe? schwierige frage. irgendwie hatte ich bisher keine umfassende antwort darauf gefunden. die idee mit der kontrast-liebe letztens war schon ganz nett. letzte woche habe ich dann von einer bekannten, die, obwohl wir wenig kontakt haben, immer genau die passenden buchtipps für mich hat, ein buch empfohlen bekommen. der code des herzens von christian schuldt. blöder titel. ich weiß. es ist aber weniger blöd, als man beim cover und titel zunächst annimmt. eine systemtheoretische analyse, was liebe heutzutage ist. viel blabla, vieles was man weiß, vieles, was ich selbst beobachte oder erlebe. in der zusammengetragenen form spannend (ähnliche wie generation ally - nett aber nicht weltbewegend), in der interpretation an manchen stellen haarsträubend. aber anregend. eine fortsetzung zu luhmanns "liebe als passion" aber glücklicherweise weniger luhmanesk geschrieben.

liebe ist der lebensbereich, in dem individuum ganz sein darf. heißt es dort. nirgendwo sonst, stellt man sich als ganze person zur disposition und wird als ganze person wahrsgenommen. denn liebe gibt es nur persönlich. im lebensbereich "liebe" gibt es nur ein entweder/oder: persönlich oder unpersönlich. ganz und gar. deswegen stärkt liebe auch so, denn nur dort wird man ganz angenommen. und genau deswegen fühlt sich liebe auch oft so bedrohlich an. es geht immer ums ganze. jede bemerkung, jede geste ist persönlich und kann alles in frage stellen. doch in zeiten des immer unpersönlicheren individualismus, kann nur die liebe helfen, uns zu ganzen menschen zu machen.

"Je »unpersönlicher« die Gesellschaft wird, desto »persönlicher« wird die Liebe, weil es umso wichtiger wird, die eigene Persönlichkeit bestätigt zu finden und sich selbst als ganzer Mensch zu erfahren. Eine solche Allround-Bejahung der eigenen Selbstdarstellung können berufliche, künstlerische oder auch sexuelle Erfolge nicht leisten, sondern nur die Liebe. Nur hier kann man das Bild, das man sich von sich selbst aufbaut, absolut bestätigt finden." (S. 66)

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wünsche:

  • ein häuschen in den elbvororten
  • ein klavier
  • ein tanzkurs mit meinem liebsten
  • einen kochkurs (am liebsten indisch)
  • ein städteurlaub in rom oder barcelona oder kopenhagen