Dienstag, Oktober 25, 2005

betroffen

ja, so wars. so fühlte es sich an. das jahr 2000 ist lange her. fünf jahre. ich habe es immer noch nicht überwunden. ich weiß es von anderen, dass es ihnen ähnlich geht.

als im jahr 2000 die vorläufige insolvenz bekannt gegeben wurde, konnte ich es nicht glauben. wir hatten so viel geschuftet. so viel von uns in das unternehmen gegeben. geglaubt, wir würden alle gemeinsam an einem strang ziehen und könnten wirklich etwas bewegen. als das management immer unsichtbarer wurde, als wir immer mehr den glauben an sie verloren, brach eine welt zusammen.

diese gefühle kann man in diesen wunderbaren bildern von andreas gehret sehen.

"Photos taken inside an IT company that announced Chapter 11 (Or what ever the equivalent to the state is). Employees are waiting for the things that might happen next.



(via girl)

zu allem überfluss erlebte ich so etwas zweimal. 2001: neues unternehmen, ähnliches spiel. keine gewöhnung meinerseits an derartige situationen.

seit dem fällt es mir schwer die ach so wichtigen probleme in unternehmen ernst zu nehmen. seit dem frage ich mich, ob ich mich jemals wieder so stark comitten, so aufopferungsvoll und mit so viel begeisterung für jemand anderen arbeiten kann. seit dem bin ich wieder selbständig.

seit dem habe ich keine kollegen mehr, mit denen ich plauschen und mich gemeinsam in einen euphorischen hype hineinsteigern kann. seit dem habe ich kein regelmäßiges, gutes geld mehr auf dem konto, das mir entschädigendenden konsum für die vielen, vielen im unternehmen verbrachten stunden finanziert. seit dem mache ich alles alleine und bin für alles alleine verantwortlich. es hat alles vor- und nachteile. und trotzdem gibt es wohl kein zurück mehr für mich - auch wenn die freiheit sich manchmal anfühlt, als würde ich einen sehr hohen preis dafür zahlen. aber das ist nichts zu dem preis, den ich damals zahlte. die verletzungen sind immer noch nicht vollständig vernarbt.

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wünsche:

  • ein häuschen in den elbvororten
  • ein klavier
  • ein tanzkurs mit meinem liebsten
  • einen kochkurs (am liebsten indisch)
  • ein städteurlaub in rom oder barcelona oder kopenhagen