Freitag, Oktober 28, 2005

wartend

früher, als ich noch single war, wünschte ich mir immer einen mann und fantasierte mich in eine traumwelt hinein, in der alles einfacher und toller wäre, weil ja schließlich dann ein mann da wäre. ich dachte, das leben würde leichter werden, weil ich nicht mehr die ganze verantwortung alleine zu tragen hätte. und so. wenn ich so was sagte, dann lachte meine freundin m., die leider immer alles besser weiß, und sagte, dass das leben mit mann zwar irgendwie schöner wäre aber gleichzeitig auch viel komplizierter, weil man dann zu den eigenen problemen noch seine dazubekommen würde. aha. nun gut. noch fühlt sich das nicht so an. aber länger dauert alles. alles muß man besprechen und dann hat noch jeder sein eigenes zeitgefühl. sehr ungewohnt für mich. aber die vorteile wiegen es auf. also warte ich und blogge ne runde.

Donnerstag, Oktober 27, 2005

welt komm her, ich will dich umarmen

danke universum. heute morgen räkelte ich mich faul im bett. das erste mal seit langem ausgeschlafen und ohne nachts aufzuschrecken, weil ich mal wieder vom wecker träumte. ich lag also im bett, gönnte mir das liegenbleiben und dachte so vor mich hin. mich durchströmte - und verzeihen sie mir diesen esoterischen ausdruck, verliebte dürfen das - ein glücksgefühl. kurzzeitig überlegte ich, ob ein schlechtes gewissen angebracht wäre, schließlich war es schon eher mittag als eher morgen. das hatte ich in den letzten tagen ausreichend und gebracht hatte es gar nichts. die letzten tage begannen morgens muffelig und der tag ging ineffektiv weiter.

heute morgen war es anders, ich wachte beglücktverliebt auf und plötzlich erinnerte ich mich an die fülle. die hatte ich ja völlig vergessen! ich sinnierte, dass doch eigentlich genug da sei und dass es mal wieder an der zeit wäre, die fülle um mich herum wahrzunehmen. ach, dachte ich, es wäre schön, wenn mal wieder jemand in mein leben treten würde, der mich mit einer neuen beruflichen idee faszinieren würde. ich weiß, ich sollte ideen entwickeln. spätestens bis ende des jahres, denn wenn im mai das nächste buch rauskommen soll, muß das drumherum-konzept stehen. ich weiß auch, dass die ideen kommen, wenn ich mir zeit nehme, wenn ich die schönheit der welt und den guten geschmack des kaffees genieße. wenn ich mir zeit für gespräche mit freunden und bekannten nehme und wenn ich mir zeit gebe, mit mir alleine zu sein, um die informationen zu verdauen und offen für neue ideen zu sein. aber manchmal vergesse ich das und bin einfach muffelig. enttäuscht und wütend auf mich, weil ich so unproduktiv bin obwohl ich doch weiß, dass diese stimmung garantiert nicht kreativ ist.

tja, und dann klingelte eben das telefon mit einer guten idee. klingt sehr spannend. klingt so, als würde sie mir ermöglichen, das, was ich kann anzuwenden, das, was ich mag einzubringen, das, was ich nicht so mag zu umgehen und das, wovor ich angst habe, zu umgehen. klingt spannend. hach, das macht gute laune! darauf sollte ich jetzt unbedingt einen kaffee in der sonne trinken! danke universum.

Dienstag, Oktober 25, 2005

betroffen

ja, so wars. so fühlte es sich an. das jahr 2000 ist lange her. fünf jahre. ich habe es immer noch nicht überwunden. ich weiß es von anderen, dass es ihnen ähnlich geht.

als im jahr 2000 die vorläufige insolvenz bekannt gegeben wurde, konnte ich es nicht glauben. wir hatten so viel geschuftet. so viel von uns in das unternehmen gegeben. geglaubt, wir würden alle gemeinsam an einem strang ziehen und könnten wirklich etwas bewegen. als das management immer unsichtbarer wurde, als wir immer mehr den glauben an sie verloren, brach eine welt zusammen.

diese gefühle kann man in diesen wunderbaren bildern von andreas gehret sehen.

"Photos taken inside an IT company that announced Chapter 11 (Or what ever the equivalent to the state is). Employees are waiting for the things that might happen next.



(via girl)

zu allem überfluss erlebte ich so etwas zweimal. 2001: neues unternehmen, ähnliches spiel. keine gewöhnung meinerseits an derartige situationen.

seit dem fällt es mir schwer die ach so wichtigen probleme in unternehmen ernst zu nehmen. seit dem frage ich mich, ob ich mich jemals wieder so stark comitten, so aufopferungsvoll und mit so viel begeisterung für jemand anderen arbeiten kann. seit dem bin ich wieder selbständig.

seit dem habe ich keine kollegen mehr, mit denen ich plauschen und mich gemeinsam in einen euphorischen hype hineinsteigern kann. seit dem habe ich kein regelmäßiges, gutes geld mehr auf dem konto, das mir entschädigendenden konsum für die vielen, vielen im unternehmen verbrachten stunden finanziert. seit dem mache ich alles alleine und bin für alles alleine verantwortlich. es hat alles vor- und nachteile. und trotzdem gibt es wohl kein zurück mehr für mich - auch wenn die freiheit sich manchmal anfühlt, als würde ich einen sehr hohen preis dafür zahlen. aber das ist nichts zu dem preis, den ich damals zahlte. die verletzungen sind immer noch nicht vollständig vernarbt.

dazwischenschieben

ich hatte in den letzten jahren wenig kontakt mit menschen in festen anstellungen. wir freiberufler leben ja anders. jetzt erinnere ich mich an damals, an die zeit, in der ich auch ständig organisationsprobleme hatte.

an die zeit, so etwas wie schuhe zum schuster bringen verzweifelte gedanken brachte. so schlimm war es allerdings nicht. ich arbeitete zunächst in einem viertel, in dem es alles gab. da war es gar nicht schlimm, dss ich abends bis in die puppen in der achso spaßigen firma blieb. man konnte vor der arbeit und in der mittagspause viel erledigen. die nächste firma lag zwar malerisch am hamburger hafen, brachte damit aber größere organisationsprobleme.

hätte ich langeweile, hätte ich eine idee. ich gründete einen servicebetrieb in der nähe von büroanhäufungen. dort könnte man schuhe abgeben, die ich zum schuster bugsieren würde, klamotten reinigen lassen, milch brot und tiefkühlpizza kaufen, ich nähme pakete an, ich leäe die zeitung und könnte den kunden kurzzusammenfassungen, selbstverständlich personalisiert, erzählen und ich bemühte mich jeden wunsch, sei er auch noch so exotisch, zu erfüllen. ja, das wäre eine idee. doch würde mir nach der gründung wahrscheinlich langweilig werden. aber das ist eine andere geschichte.

ich schiebe ständig dazwischen. ein mal haarewaschen mit haarkur (die kann ja wirken, während ich blogge), die waschmaschine läuft, vorhin mal eben auf die post, nachher schnell einkaufen und und und. alles bei tageslicht, zur besten arbeitszeit auf dem höhepunkt meines biorythmus. stellt sich die frage: wieviel arbeite ich eigentlich wirklich? meine arbeitszeit ist schwer zu messen. bisher maß ich eher das ergebnis. eine unternehmerische sichtweise. aber derzeit schiebe ich mehr als das ergebnis verträgt. schluss mit bloggen. zumindest für heute. die kur muß ohnehin raus.

Dienstag, Oktober 18, 2005

unwichtig?

wenn ich bedenke, wie ich vor zwei jahren tagelang durch die shoppinghöllen getigert bin, um diverse perfekte outfits für die buchmesse zu finden - um dann festzustellen, dass es dort wie derzeit scheinbar überall ist: jeder trägt das, was er will. weder ein geschäftstermin wie eine messe noch eine hochzeit hat kleiderordnungen, die in irgendeiner weise orientierung bieten.

ich merke, wie ich mich dieses jahr verweigere, dabei ist der batzen geld noch rechtzeitig genug aufs konto gekommen, um zu jagen. doch ich habe keine lust. so große unlust, dass ich mich seit gestern darum drücke, mal in den kleiderschrank zu schauen, was ich einpacken könnte. so langsam sollte ich das wirklich machen. in drei stunden muß ich das haus verlassen, um zum bahnhof zu gehen. vielleicht liegt es daran, dass ich meinen drang zur marketingtechnischen perfekten inszenierung etwas verloren, vielleicht liegt es aber auch daran, dass ich an selbstsicherheit gewonnnen habe. letzteres wäre mir natürlich lieber, doch ersteres finde ich theoretisch schon gut.

Montag, Oktober 17, 2005

definitionssache

immer wieder habe ich in den vorangegangenen stunden überlegt, ob ich nicht das rollo öffne, um das schöne wetter wenigstens zu sehen. jetzt stehe ich auf und sehe, dass der himmel dramatisch bevölkt ist. nicht nur schön sondern wunderschön. und ein guter grund, gleich noch mal ins bett zu gehen. immerhin hatte ich kein wochenende und die heizung funktioniert auch nicht, was leider auf menschliches versagen zurückzuführen ist. und immerhin ist es arbeit genug, im bett zu liegen, und sich die outfits für die buchmesse und die buchmessenevents zu überlegen.

edit (80 minuten später):
kaum hatte ich es geschrieben, schon verspürte ich energie aufzustehen, und das bett zu verlassen. manchmal muß man sich nur was gönnen, sich etwas erlauben. dann ist es schon gut.

Donnerstag, Oktober 13, 2005

endlich

ich schreibe wieder. ein neues buch. schon seit ein paar tagen. ich wollte aber erstmal abwarten, es nicht gleich todreden. es ist ganz leicht, es geht leicht von der hand. das beweißt die alte regel: eine gute idee, zeit für die recherche, ein stimmiges konzept und dann, dann wenn es richtig kribbelt, einfach drauf los. der output ist ok und es macht spass, auch wenn es (noch) nicht wirklich ein herzblutprojekt ist. so soll es sein.

es war wichtig, eine neue idee zu haben. ich habe ein ziemlich fertiges manuskript in die schublade verbannt, weil es mir selbst unter pseudonym noch kopfschmerzen bereitet hätte. die entscheidung ist gut und richtig, aber die kohle fehlt in der finanzplanung. seit dem ich an dem neuen projekt schreibe, habe ich wieder hoffnung, dass ich kontinuierlich in der lage bin zu schreiben, damit geld zu verdienen und mich zu ernähren.

das romanprojekt, dass ich für anfang nächsten jahres geplant hatte, rückt in den hintergrund. ich habe zu großen respekt vor der belletristik. im sachbuch, in der klugscheißerei fühle ich mich wohler. ich wollte mir zu gerne eine oder zwei kleine fortbildung für die schreiberei gönnen aber weder gehe ich bei der suche systematisch vor, noch fliegen mir ideen einfach so zu. der zeitpunkt für die belletristik scheint noch nicht reif zu sein. gestern erzählte mir ein freund von einem thema, das ihm zuflog. eine familiengeschichte. hach, so was würde ich auch gerne mal schreiben.

ich merke aber auch, wie die schreiberei sehr einsam ist. ich brauche nicht nur einen zuverdienst, sondern auch noch eine zusätzliche sinnvolle arbeit, die mich unter menschen bringt. idealerweise bringen diese kontakte dann auch noch neue ideen, so dass sich job1 und job2 beeinflussen. monatelang dachte ich hin und her, ob ich wirklich lust auf coaching hätte. seit ein paar tagen, merkwürdigerweise, seitdem ich wieder schreibe, klopft mein herz stark für diese idee. es wird doch am ende nicht alles gut werden?!

Mittwoch, Oktober 12, 2005

exhibitionismus

ja, warum blogge ich eigentlich? warum schreibe ich öffentlich? warum nicht in einem kleinen feinen tagebüchlein?

ich blogge seit mehr als zwei jahren. eine einheitliche antwort ist nicht möglich. mein bloggen hat sich immer wieder verändert. mal ist es schreibübung, manchmal notizzettel und manchmal auch das band, das weit entfernte freunde mit mir verbindet. ich mag es, dass es sehr unterschiedliche themenfelder berührt. ich mag es, dass ich keinen erfolgsdruck dabei verspüre. mir ist es egal, wieviel leute hier lesen. ich freue mich aber über rückmeldungen.

aber warum öffentlich? ich mag meinen computer. ich schreibe gerne mit tastatur. handschriftlich fällt es mir mittlerweile schwer. ich finde auch mails nicht unpersönlicher als handgeschriebene briefe. ich mag die technologie. es ist so herrlich einfach. es ist internet. ich kann von überall auf der welt einfach bloggen. es ist so eine nette art, gedanken aufzuheben, ohne, dass sie als altpapier noch mehr unordnung in meine wohnung bringen. ich mag computer, auch wenn sie mir manchmal graue haare machen. aber warum öffentlich? natürlich könnte ich mein blog verpassworten und den schlüssel dazu nur ausgewählten leuten geben.

aber stellt sich nicht auch die umgekehrte frage. wieso nicht öffentlich? regelt nicht der markt dieses problem. entweder hat das, was ich schreibe relevanz für viele leute, dann könnte sich dieses blog herumsprechen. in maßen tat es es bereits. oder aber ich schreibe triviales zeugs, dann ist es ohnehin egal, ob es in meinem kleinen feinen büchlein unter meinem kopfkissen liegt oder in einer versteckten ecke der weiten des internet. ich mag kommentare. gut, hier ist nicht gerade eine kommentarflut aber immer wieder bringt mich ein feedback zu meinen texten zum lachen oder nachdenken. manchmal freue ich mich einfach, "ein bekanntes gesicht wiederzusehen" und zu merken, dass eine verbindung besteht, auch wenn keine direkte kommunikation gepflegt wird.

manchmal frage ich mich, wie es ist, mit mir verwandt, befreundet oder verliebt zu sein. wie es sich anfühlt, der öffentlichkeit präsentiert zu werden. ich versuche beim schreiben nicht über andere zu schreiben, sie nicht bloßzustellen. ich versuche mich und meine gefühle zu beschreiben und die anderen und die geschichten über die anderen nur als gelegenheit, als anregung oder als spiegel zu nutzen. das unterscheidet das bloggen nicht von der tätigkeit als autorin. auch dort ist es immer wieder ein grenzgang zwischen der vermittlung von erkenntnis und indiskretion. es gehört schon eine portion exhibitionismus dazu, gerne zu schreiben.

Dienstag, Oktober 11, 2005

nix

wenn ich nicht blogge, dann geht es meist ziemlich in meinem leben oder in meinem kopf ab. eigentlich bloggenswert aber unblogbar. so isses eben.

Freitag, Oktober 07, 2005

wonne

ich habe eben eine stunde lang überweisungen im gesamtwert von 3622,42 euro geschrieben. es war mir ein vergnügen. so ist das freiberuflerinnenleben. kaum kommt geld rein, werden die mahnungsbriefe geöffnet. ich las letztens, dass wer größere summen aufs konto bekommt und daraufhin sofort überweisungen schreibt bei baselII schlimme punkte bekommt. ja, liebe banken, so isses, wenn die daueraufträge am monatsersten runtergehen und die geldbatzen nur unregelmäßig kommen. schlimmschlimm. aber mir ist es wurscht, es werden die zeiten kommen, wo ich bei jedem bankbesuch einen kaffee angeboten bekomme, statt an der eingangstüre auf die knie zu fallen und in dieser haltung zum schalter zu rutschen - allerdings dann nicht bei dieser bank. es ist mir ein großes vergnügen, meine aussenstände zu begleichen. vielleicht habe ich doch was von meinen ahnen geerbt, die so gerne mit wohlgefallen ihre kontobewegungen ansahen.

Mittwoch, Oktober 05, 2005

orte zuhause

my home is my castle. in den letzten jahren, war ich viel alleine zuhaus. so war das eigentlich nicht geplant, aber es hatte sich so ergeben. deswegen verkamen manche dinge. mein esstisch zum beispiel. ich hatte ihn mir gekauft, nachdem ich ihn mir jahrelang gewünscht hatte. als ich nach hamburg zog, brauchte ich unbedingt eine wohnung, in der ich den tisch in voller größe aufstellen konnte. ich entschied mich für eben diese wohnung, weil ich ihn nicht in ein spießiges esszimmer verbannen mußte, sondern er den zentralen platz bekam.

ein esstisch ist ein begegnungsplatz. sei es, dass sich die familie dort zum essen trifft oder aber die ersatzfamlie, die lieben freunde. in meiner familie wurde das abendessen sowie die mahlzeiten am wochenende am esstisch eingenommen. dort herrschten zwar andere tischsitten, als beim in-der-küche-essen aber unser esstisch war doch nicht so eine geheiligte reliquie wie in anderen familien, bei denen er nur "für gut" reserviert war. wir aßen zusammen und erzählten uns die ereignisse des tages. neben dem esstisch stand das bücherregal mit den nachschlagewerken. kam eine frage auf, wurde das essen unterbrochen und die antwort sofort nachgeschlagen. auf diese weise habe ich nicht nur viel gelernt, sondern auch verinnerlicht, dass es nicht peinlich ist, etwas nicht zu wissen.

an meinem esstisch saßen in den letzten jahren zu wenig leute. deswegen liegt dort gerne die ungeöffnete post und das, was ich aus meinen taschen ausräume, wenn ich kurz nach hause komme, mich umziehe, um sofort wieder loszulösen. es ist ein unordentlicher ablageplatz. wenig einladend. wenn gäste kommen, muß ich den tisch unter dem gewusel suchen. immer, wenn gäste da waren, habe ich es sehr genossen. die wohnung bekam eine wärmere atmosphäre. sie lebte.

wenn ich nur einen menschen zu besuch habe, dann ist der esstisch etwas zu groß. abgesehen davon, dass die beine dieses tisches wirklich doof platziert sind, so dass man entweder ein tischbein zwischen den beinen hat oder aber am äußersten rand des tisches sitze, ist es ein bißchen steif zusammen an dem tisch zu sitzen. das ausweichen auf das sofa bessert es allerdings nicht. gemeinsames sitzen auf einem zweisitzer, erinnert mich unweigerlich an loriot. man kann natürlich die schuhe ausziehen und die gliedmaßen miteinander verknoten aber der sprung von loriot zum verknoten ist schon heftig und intim.

mein sofa ist ein ort für mich. ich liege am liebsten quer darauf, den kopf und die füße hoch. man kann dort herrlich telefonieren und fernsehen. liegen und doch nicht im bett liegen. mein sessel ist auch ein ort für mich. dort lese ich mit vorliebe, denn er steht gut im licht. am tisch sitze ich sehr selten. wenn man alleine wohnt, verkommt man ja leicht ein bißchen. ich schelte mich dafür, vor dem fernseher zu essen und mache es trotzdem häufig. gefrühstückt wird im lesesessel.

ich beobachtete, dass ich mich immer öfter mit freunden an öffentlichen orten traf. ich liebe cafés, ich liebe diese externen wohnzimmer. es liegt nicht nur daran, dass dort der kaffee so gut schmeckt. oft fragte ich mich, warum ich mich lieber an neutralem ort traf. wollte ich meine intimen geheimnisse für mich behalten, die meine wohnung gerne so leichtfertig ausplaudert? eine zeitlang fand ich diese hypothese plausibel. aber so recht war sie nicht haltbar. klar, sie traf für bekannte zu, aber freunden zeigte ich ohnehin mehr von mir. wieso trafen wir uns nicht in meiner bude? jetzt denke ich, dass ich nicht weiß wo. sollen wir zu zweit an dem großen tisch sitzen und nicht wissen, wohin mit den armen, weil die stühle keine lehnen haben? oder sollen wir verschämt auf dem sofa sitzen, dass so wenig zum gemeinsamen lümmeln einläd? ich weiß nicht, wohin in meiner wohnung, ich eine freundin oder einen freund einladen soll. das dilemma löse ich, in dem ich ein café vorschlage.

meine wohnung ist sehr wenig auf paar-sein ausgerichtet. ich weiß nicht recht, wohin mit ihm. sitzen wir auf dem sofa, sehe ich immerzu meinen unordentlichen schreibtisch, der noch so viel arbeit birgt. der kompromiss zwischen wohn- und arbeitszimmer ist so offensichtlich. die arbeit dominiert. das dem sofa gegenüberstehende bücherregal, erschlägt einen fast. es ist zu voll, die bücher stehen und liegen in zweiter reihe. eine unordentliche fläche, sehr dominant im raum. erschlagend. wir frühstücken am esstisch. das ist ok. es hat etwas familiäres. aber wohin sonst. es scheint mir, als wäre der platz für ein paar das bett. aber ich will die beziehung nicht auf das bett reduzieren. wie leicht gerät man im bett in versuchung, sich einen hauch zu viel anzufassen und das reden zu vergessen.

immer öfter möchte ich sie einfach verlassen, meine wohnung, meine zuflucht, meine höhle. ich möchte ein neues nest bauen. ein zuhause, das ein wir beherbergen kann. eine wohnung, die darauf angelegt ist, begnegung zu inszenieren. eine wohnung, die höhlen und treffpunkte birgt. in der sich jeder in jeder laune zuhause fühlt. es erscheint mir fast unmöglich, eine wohnung, die für das alleineleben konzipiert wurde so zu verändern, dass sich zwei darin wohlfühlen können. oder bin ich unflexibel im denken?

wünsche:

  • ein häuschen in den elbvororten
  • ein klavier
  • ein tanzkurs mit meinem liebsten
  • einen kochkurs (am liebsten indisch)
  • ein städteurlaub in rom oder barcelona oder kopenhagen