Donnerstag, September 08, 2005

domsprech 01

bei der wunderbaren kaltmamsell gibt es die rubrik bahnsprech - wenn ich auch monieren muß, dass dort schon allzulange nichts mehr zu lesen war. bei mir gibts absofort domsprech. mir schwant, dass ich da noch einiges zu lernen habe.

der dom ist ein ganz gar schrecklich normales volksfest in hamburg. ich ignorierte es bisher tapfer bis auf die tatsache, dass ich von meiner wohnung aus deswegen 12 mal im jahr ein feuerwerk sehe. einmal wurde ich schwach. glücklicherweise hatte ich eine in dieser hinsicht ebenso arrogante berliner freundin dabei. es war ein kurzer besuch und auch die fahrt im riesenrad war nicht wirklich romantisch.

mein neuer verlobter und ich einigten uns sehr schnell darauf, unsägliche sprache und dinge domig zu nennen. ja, arroganz verbindet. spannend wird, wenn man genauer hinter die kulissen schaut und auf einmal feststellt, dass huch, der eine das eine und der andere das andere gar nicht so domig findet.

manchmal frage ich mich, ob die domgänger nicht doch die normalen sind. und ich einer aussterbenden urbanen spezies angehöre. es ist doch irgendwie so, dass menschen irgendwann so mit mitte dreißig die stadt verlassen und sich irgendwo hinverpieseln, wo sie nie, wirklich niemals, landen wollten. ich habe da ja wenig ahnung darüber aber es könnte schließlich sein, dass sie dann auch auf den dom gehen. achdumeinegüte. jedenfalls bin ich ja jenseits der mitte dreißig mit meinen 37 lenzen und durchaus bereit, mich neuen lebensphasen zu stellen. um dies mit einem augenzwinkern zu tun, werde ich ab sofort eine neue sprache lernen: domsprech

die heutige vokabel: tschautschü

gestern hörte ich es zum ersten mal und klassifizierte es als schwule abschiedsformel. heute hörte ich es gleich dreimal von menschen unterschiedlichster art. da aber heute sowohl ein schliddermann als auch eine schlidderfrau dieses absonderliche wort in den mund nahmen, sortierte ich es aus meiner schublade "schwul" doch in "domsprech" ein. manchmal liegt das ja nicht allzuweit auseinander. manchmal sind es beides gaby's. richtig verstanden habe ich es, als ein schlidderpärchen verabschiedete. sie sagte "tschautschü" und rollte mit den augen als sie ihre lippen zum kuss schürzte. er küsste sie mit einem kurzen knallenden geräusch und sagte "ciao tschüss". aha!

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wünsche:

  • ein häuschen in den elbvororten
  • ein klavier
  • ein tanzkurs mit meinem liebsten
  • einen kochkurs (am liebsten indisch)
  • ein städteurlaub in rom oder barcelona oder kopenhagen